Immobilie nach Scheidung

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

Moderator: FDR-Team

hury667
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Immobilie nach Scheidung

Beitrag von hury667 »

Hallo zusammen,

wie verhält es sich im folgenden, imaginären Fall.
Eheleute kaufen sich gemeinsam ein Haus. A wird mit 28% im Grundbuch eingetragen. B mit 72%. Die Immobilie wird von den Eltern von B finanziert. Dazu zahlen beide Parteien eine monatliche Rate.
Nach einer Scheidung meldet A Ansprüche am Haus an, er möchte ein Angebot oder ein Wertgutachten bekommen und so die 28% auslösen. Tatsächlich abbezahlt wurden von ihm aber jedoch 9%.

Wie ist hier die rechtliche Lage? Ist tatsächlich nur der Grundbucheintrag für die Besitzverhältnisse und die damit verbundene Forderung entscheidend?

Vielen Dank

SusanneBerlin
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Re: Immobilie nach Scheidung

Beitrag von SusanneBerlin »

Nach einer Scheidung meldet A Ansprüche am Haus an, er möchte ein Angebot oder ein Wertgutachten bekommen und so die 28% auslösen. Tatsächlich abbezahlt wurden von ihm aber jedoch 9%.
Wie 28 % auslösen? Es besteht kein Anspruch darauf, einen notariellen Vertrag rückabzuwickeln. Der Verkåufer wird das Haus nicht wieder zurücknehmen.
Grüße, Susanne

hury667
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Re: Immobilie nach Scheidung

Beitrag von hury667 »

Ich habe mich falsch ausgedrückt. A möchte seinen Anteil an B verkaufen. Fordert aber anteilig die 28% vom aktuellen Ist-Wert. Abbezahlt hat er jedoch 9%

SusanneBerlin
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Re: Immobilie nach Scheidung

Beitrag von SusanneBerlin »

Wenn A und B sich nicht einigen, kommt keine Anteilsübertragung zustande. Außerdem, woher soll B das Geld nehmen, er muss doch auch noch das Darlehen abzahlen.
Grüße, Susanne

hury667
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Re: Immobilie nach Scheidung

Beitrag von hury667 »

Kann A einen Verkauf erzwingen?

SusanneBerlin
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Re: Immobilie nach Scheidung

Beitrag von SusanneBerlin »

Nein.
Grüße, Susanne

Old Piper
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Re: Immobilie nach Scheidung

Beitrag von Old Piper »

Doch!
Die Teilungsversteigerung ist jedoch an einige Voraussetzungen geknüpft und lohnt sich im Zweifel für keinen von beiden.

Wenn A im Grundbuch mit 23% steht, kann A grundsätzlich auch 23% des aktuellen Wertes der Immobilie abzügl. der darauf noch bestehenden Verbindlichkeiten beanspruchen.
MfG
Old Piper
_____________________
Behörden- und Gerichtsentscheidungen sind zwar oft recht mäßig, aber meistens rechtmäßig.

SusanneBerlin
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Re: Immobilie nach Scheidung

Beitrag von SusanneBerlin »

Old Piper hat geschrieben:Doch!
Die Teilungsversteigerung ist jedoch an einige Voraussetzungen geknüpft und lohnt sich im Zweifel für keinen von beiden.
Eine Teilungsversteigerung unterscheidet sich aber von einem Verkauf. Man kann sich den Käufer nicht aussuchen, man kann den Preis nicht bestimmen etc.
Wenn A im Grundbuch mit 23% steht, kann A grundsätzlich auch 23% des aktuellen Wertes der Immobilie abzügl. der darauf noch bestehenden Verbindlichkeiten beanspruchen.
Grundsätzlich kann B die Auszahlung des Versteigerungserlöses blockieren. Die Gerichtskasse zahlt erst aus, wenn sich A und B über die Aufteilung des Erlöses einig sind. Oder einer von beiden ein Gerichtsurteil darüber erwirkt, wie der Erlös aufzuteilen ist. Das Gericht kann dann auch der Argumentation des B folgen, dass die Aufteilung des Erlöes im Verhältnis der Darlehenstilgung erfolgt.

Btw: wieviel hat denn B abgezahlt?
Grüße, Susanne

hury667
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Re: Immobilie nach Scheidung

Beitrag von hury667 »

B hat im Zweifelsfall 72%, also den gesamten eigenen Anteil, abbezahlt, da keine Bank involviert ist. Die Zahlungen fließen an Eltern von B.

A hat 9% effektiv abbezahlt.

winterspaziergang
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Re: Immobilie nach Scheidung

Beitrag von winterspaziergang »

hury667 hat geschrieben:B hat im Zweifelsfall 72%, also den gesamten eigenen Anteil, abbezahlt, da keine Bank involviert ist. Die Zahlungen fließen an Eltern von B.
nebenbei, auch wenn das für die "imaginären" A und B zu spät ist: Das
hury667 hat geschrieben:A wird mit 28% im Grundbuch eingetragen. B mit 72%. Die Immobilie wird von den Eltern von B finanziert. Dazu zahlen beide Parteien eine monatliche Rate.
war so oder so, aber speziell in der Konstellation eine sehr schlechte Idee.

hury667
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Re: Immobilie nach Scheidung

Beitrag von hury667 »

winterspaziergang hat geschrieben: war so oder so, aber speziell in der Konstellation eine sehr schlechte Idee.
Das ist B nun ziemlich deutlich bewusst geworden.

A fordert nun eine Abgabe eines Angebotes für seine 28% oder alternativ eine Bewertung über einen Gutachter. Der ungefähre Wert der Immobilie ist B bekannt und hat sich seit dem Kauf in etwa verdoppelt. B bewohnt mit den beiden Kindern die Immobilie und kann die 28% des aktuellen Wertes nicht ohne Weiteres aufbringen.

SusanneBerlin
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Re: Immobilie nach Scheidung

Beitrag von SusanneBerlin »

B hat im Zweifelsfall 72%, also den gesamten eigenen Anteil, abbezahlt, da keine Bank involviert ist.
Was heißt "im Zweifel" B meint wohl, dass seine Eltern bestätigen würden, dass B 72% des Kredits abgezahlt hat.

Wenn es nicht so ist, schneiden sich Bs Eltern damit ins eigene Fleisch, d.h. es kommt auch darauf an, wie der Darlehensvertrag formuliert ist, ob sich die Aufteilung 28% zu 72% auch im Darlehensvertrag wiederfindet, und vor allem wäre es im Versteigerungsfall sehr ungünstig, wenn das Darlehen nicht als Grundschuld im Grundbuch eingetragen ist.
Grüße, Susanne

hury667
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Re: Immobilie nach Scheidung

Beitrag von hury667 »

Ja natürlich ist es so gemeint. Bei weiteren Auseinandersetzungen bestätigen die Eltern von B, dass der Anteil von B (72% der Gesamtsumme) zu 100% abbezahlt wurde. Der Anteil von A (28%) ist zu 9% abbezahlt.

lottchen
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Re: Immobilie nach Scheidung

Beitrag von lottchen »

Und wenn keine Bank involviert ist - wer hat dann den Rest gezahlt, wenn A seinen Anteil nur zu einem Bruchteil bezahlt hat?
Ich empfehle, Beiträge unserer Forentrolle BäckerHD, FelixSt und Dieter_Meisenkaiser konsequent zu ignorieren!

hury667
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Re: Immobilie nach Scheidung

Beitrag von hury667 »

lottchen hat geschrieben:Und wenn keine Bank involviert ist - wer hat dann den Rest gezahlt, wenn A seinen Anteil nur zu einem Bruchteil bezahlt hat?
Die Gesamtsumme kam von den Eltern von B. Dann wurde das Grundbuch wie oben beschrieben angepasst.

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