Nachehelicherunterhalt

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

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Shadow1306
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Nachehelicherunterhalt

Beitrag von Shadow1306 » 07.11.18, 23:10

Hallo zusammen,

folgendes Szenario haben wir letztens im Freundeskreis diskutiert und mich würde die tatsächliche Rechtslage interessieren:
A und B sind verheiratet und haben ein sieben jähriges Kind. A arbeitet Vollzeit und B Teilzeit. Jetzt trennen die beiden sich.
Das Kind bleibt bei B. Während der Trennung wird B ja Trennungsunterhalt und Unterhalt fürs Kind erhalten und nach der Scheidung erhält B ja vermutlich nur noch Unterhalt fürs Kind und keinen Nachehelichenunterhalt, da es B ja zuzumuten ist zu arbeiten. Sehe ich das richtig?

Jetzt wird B aber von C noch vor der Scheidung schwanger. Ändert sich für A etwas im Bezug auf den Nachehelichenunterhalt a) wenn Kind 2 noch vor der Scheidung zur Welt kommt b) wenn es nach der Scheidung zur Welt kommt?
In diesem Szenario wäre die Vaterschaft von C unstrittig.

Freue mich auf zahlreiche Meinungen.

SusanneBerlin
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Re: Nachehelicherunterhalt

Beitrag von SusanneBerlin » 07.11.18, 23:26

Hallo,
Shadow1306 hat geschrieben:Jetzt wird B aber von C noch vor der Scheidung schwanger. Ändert sich für A etwas im Bezug auf den Nachehelichenunterhalt a) wenn Kind 2 noch vor der Scheidung zur Welt kommt
wenn das Kind vor der Scheidung zur Welt kommt, ist A der rechtliche Vater (§ 1592 Abs 1 BGB). Solange nicht die Vaterschaft angefochten wird, zahlt A auch für das zweite Kind Unterhalt bis das Kind eine Berufsausbildung abgeschlossen hat und Betreuungsunterhalt an die Mutter bis das Kind 3 Jahre alt ist.
Grüße, Susanne

ralph12345
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Re: Nachehelicherunterhalt

Beitrag von ralph12345 » 12.11.18, 10:38

Wenn B wegen des ersten Kindes Teilzeit arbeitet und auch wenn später B in Vollzeit weniger verdienen würde als A, weil die Karriere wegen des Kindes, Teilzeit und Zeit zu Hause erheblich verzögert ist, dann ist das ehebedingt und dann ist A unterhaltspflichtig.

Man darf wohl annehmen, dass die Vaterschaft für das 2. Kind angefochten wird und da kein Unterhalt gezahlt werden wird. Dafür, dass B nun wieder ganz zu Hause bleiben muss, ist A bzw. der Stand der Ehe nicht verantwortlich. Da ist zumindest kein Automatismus, dass A nun zu noch höherem Unterhalt verpflichtet ist. Das wird man individuell regeln müssen.

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