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Rechtsanwalt bei einvernehmlicher Scheidung

Verfasst: 12.12.18, 16:32
von marlis77
Hallo,

bei Beantragung einer einvernehmlichen Scheidung muß der Antragsteller einen Rechtsanwalt beauftragen.
Der Ehemann als Antragsteller fragt nun bei der Ehefrau an, ob sie mit nur einem Anwalt einverstanden ist und die Hälfte der Kosten übernimmt.

Frage: Die Ehefrau ist mit der einvernehmlichen Scheidung einverstanden, möchte auch keinen eigenen Anwalt beauftragen und muß doch nicht unbedingt die Hälfte der Kosten des durch den Ehemann beauftragten Anwalts übernehmen?
Oder muß sie selbst einen Anwalt beauftragen, wenn sie das Angebot des Ehemannes ablehnt?
(es sind keine Kinder zu vertreten, keine Vermögensgegenstände, kein gemeinsamer Haushalt aufzulösen, kein Versorungsausgleich; es ist also alles geregelt)
Der Anwalt des Ehemannes vertritt ja auch nicht die Interessen der Ehefrau, welshalb sollte sie dann zahlen?

Was kann passieren, wenn sie dem Ehemann mitteilt, dass sie sich an den Anwaltskosten nicht beteiligt?

Vielen Dank für Antworten!

Marlischen

Re: Rechtsanwalt bei einvernehmlicher Scheidung

Verfasst: 12.12.18, 17:01
von SusanneBerlin
Was kann passieren, wenn sie dem Ehemann mitteilt, dass sie sich an den Anwaltskosten nicht beteiligt?
Es kann passieren, dass der Ehemann die Scheidung nicht so dringend hat und sie nicht beantragt.
kein Versorungsausgleich;
Der Versorgungsausgleich wird von der Rentenversicherung automatisch gemacht. Oder es nichts auszugleichen, weil während der Ehe keiner gearbeitet hat.

Was Sie meinen, ist wahrscheinlich der Zugewinnausgleich.

Re: Rechtsanwalt bei einvernehmlicher Scheidung

Verfasst: 12.12.18, 17:25
von lottchen
marlis77 hat geschrieben: Was kann passieren, wenn sie dem Ehemann mitteilt, dass sie sich an den Anwaltskosten nicht beteiligt?
Möglicherweise reicht der Ehemann dann eben nicht die Scheidung ein. Das Ehepaar bleibt verheiratet.

Re: Rechtsanwalt bei einvernehmlicher Scheidung

Verfasst: 12.12.18, 17:55
von marlis77
Ist bei einer kurzen Ehe von nur wenigen Monaten ein Versorungsausgleich und auch der Zugwinnausgleich notwenig? Beide haben in der Trennungsvereinbarung das so festgehalten, das kein Ausgleich oder Ausgleichsberechnung stattfinden soll?

Der Ehemann möchte die Scheidung und wird sie auch beantragen. Die Ehefrau braucht trozdem keinen eigenen Anwalt nehmen auch wenn sie sich nicht an den Kosten des RA beteiligen will?

Re: Rechtsanwalt bei einvernehmlicher Scheidung

Verfasst: 12.12.18, 19:04
von winterspaziergang
marlis77 hat geschrieben:I
Der Ehemann möchte die Scheidung und wird sie auch beantragen. Die Ehefrau braucht trozdem keinen eigenen Anwalt nehmen auch wenn sie sich nicht an den Kosten des RA beteiligen will?
Die Frage der Noch-Ehefrau ist demnach, ob sie überhaupt einen Anwalt im Verfahren benötigt. So gefragt nein, Anwaltszwang besteht, aber nur für den, der die Scheidung einreicht.
marlis77 hat geschrieben:Der Anwalt des Ehemannes vertritt ja auch nicht die Interessen der Ehefrau, welshalb sollte sie dann zahlen?
da man bei einer Scheidung keinen eigenen Anwalt benötigt und meint, der des Mannes vertrete ja nur dessen Interessen: Was verspricht man sich dann davon, wenn man auch keinen eigenen hat?

Zum Thema Kosten: Die Kosten für einen mit dem Ablauf der Scheidung betrauten Anwalt ...können durch Vereinbarung der zu scheidenden Eheleute untereinander aufgeteilt werden.

Re: Rechtsanwalt bei einvernehmlicher Scheidung

Verfasst: 12.12.18, 22:18
von SusanneBerlin
[quote="marlis77""]Ist bei einer kurzen Ehe von nur wenigen Monaten ein Versorungsausgleich und auch der Zugwinnausgleich notwenig? [/quote]
VersAusglG hat geschrieben:(3) Bei einer Ehezeit von bis zu drei Jahren findet ein Versorgungsausgleich nur statt, wenn ein Ehegatte dies beantragt.
(Versorgungsausgleichsgesetz, § 3 Abs 3

Der Zugewinnausgleich findet im Scheidungsverfahren ebenfalls nur auf Antrag statt. Abgesehen davon, dass man sich bei wenigen Monaten Ehedauer den Zugewinnausgleich meist sparen kann, weil in den meisten Fällen eh nichts dabei rauskommt.

Re: Rechtsanwalt bei einvernehmlicher Scheidung

Verfasst: 13.12.18, 07:31
von zimtrecht
winterspaziergang hat geschrieben: da man ... meint, der des Mannes vertrete ja nur dessen Interessen....
Das "meint man" nicht, das ist so und muss auch so sein. Ein Anwalt kann hier nicht beide Seiten vertreten. Es ist ja z.B. auch so, dass in dem Fall wo nur der Antragsteller einen Anwalt mitbringt und die andere Partei nicht, diese dennoch kurzzeitig einen Anwalt beim Scheidungstermin benötigt falls die sofortige Wirksamkeit der Scheidung durch Rechtsmittelverzicht erklärt werden soll. Dies geht notfalls mit einem "Fluranwalt" direkt vor Ort, der dafür eine kleine Pauschale erhält.

Aber einen gemeinsamen Anwalt, der beide Parteien vertritt kann und darf es nicht geben.

Re: Rechtsanwalt bei einvernehmlicher Scheidung

Verfasst: 13.12.18, 07:55
von winterspaziergang
zimtrecht hat geschrieben:
winterspaziergang hat geschrieben: da man ... meint, der des Mannes vertrete ja nur dessen Interessen....
Das "meint man" nicht, das ist so und muss auch so sein. Ein Anwalt kann hier nicht beide Seiten vertreten. Es ist ja z.B. auch so, dass in dem Fall wo nur der Antragsteller einen Anwalt mitbringt und die andere Partei nicht, diese dennoch kurzzeitig einen Anwalt beim Scheidungstermin benötigt falls die sofortige Wirksamkeit der Scheidung durch Rechtsmittelverzicht erklärt werden soll. Dies geht notfalls mit einem "Fluranwalt" direkt vor Ort, der dafür eine kleine Pauschale erhält.

Aber einen gemeinsamen Anwalt, der beide Parteien vertritt kann und darf es nicht geben.
Das stand nicht in Frage. Scheint irgendwie schwer zu sein, zu verstehen, dass man Sätze nicht aus dem Kontext reißen kann.

Re: Rechtsanwalt bei einvernehmlicher Scheidung

Verfasst: 13.12.18, 12:42
von marlis77
Vielen Dank für die hilfreichen Antworten und schöne Weihnachten
wünscht Marlischen