Eltern haften für ihre Kinder

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

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Scar
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Eltern haften für ihre Kinder

Beitrag von Scar » 14.12.18, 18:19

Schönen guten Abend,

mir hat gerade jemand erzählt, dass bei Kindern unter 7 Jahren im Schadensfall keine Haftpflichtversicherung zahlt und die Eltern auch nur haften müssen, wenn sie unterdessen ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Stimmt das so? :shock: Wenn dem so sei, wäre das meiner Meinung nach ein absolutes Unding. Immerhin würde das ja bedeuten, dass der Geschädigte einfach auf seinem Schaden sitzen bleiben würde, obwohl er ja wirklich am wenigsten dafür kann. Das wäre doch wirklich nicht fair. Mich interessiert diese Frage ganz besonders, weil ich als Fotografin mit Kindern und mit teurer Ausrüstung arbeite. Und wenn das jetzt rechtlich wirklich so zutreffen würde, welche Möglichkeiten habe ich, mich dagegen zu schützen? Ich glaube nicht, dass ich mich dagegen versichern lassen kann. Aber wäre es rechtens, die Eltern vorab einen Vertrag Unterzeichnen zu lassen, in dem sie dann doch die Haftung ihrer Kinder übernehmen müssen? Wie ist denn da die Rechtslage?

Vielen Dank für Eure Antworten:)
Scar

PumpernickelSüd
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Re: Eltern haften für ihre Kinder

Beitrag von PumpernickelSüd » 14.12.18, 19:19

Moin

Wieso sollte das ein Unding sein? Es gibt Fälle, da können Eltern trotz ausreichender Aufsicht ein Schaden nicht verhindern. Sagen wir, ein Kind sitzt auf dem Fotografenstuhl. Es muss niesen. Verliert aufgrund noch nicht vollausgereifter motorischer Fähigkeit die Balance, fällt vom Stuhl und reißt teures Equipment, das in der Nähe steht, herunter. Wer soll dafür haftbar gemacht werden, wenn die Eltern anwesend waren, aber aufgrund der physikalischen Gesetze nicht in Lichtgeschwindigkeit beim Kind waren, um es vom Fallen abzuhalten. Deswegen sind es Kinder.

Also kein Unding, sondern gesunder Menschenverstand.

FM
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Re: Eltern haften für ihre Kinder

Beitrag von FM » 14.12.18, 19:29

Scar hat geschrieben: Immerhin würde das ja bedeuten, dass der Geschädigte einfach auf seinem Schaden sitzen bleiben würde, obwohl er ja wirklich am wenigsten dafür kann. Das wäre doch wirklich nicht fair. Mich interessiert diese Frage ganz besonders, weil ich als Fotografin mit Kindern und mit teurer Ausrüstung arbeite. Und wenn das jetzt rechtlich wirklich so zutreffen würde, welche Möglichkeiten habe ich, mich dagegen zu schützen?
Professionell arbeiten, also Schäden vermeiden. Auf seine Sachen aufpassen. Wahrscheinlich kann man aber die Geräte schon versichern.

Haftung erfordert Verschulden, ein Baby kann aber an nichts schuld sein. Es gibt ähnliche Fälle: für Schäden die ein herrenloses Tier anrichtet haftet auch niemand. Wenn Du einen Elefanten in der Serengeti fotografieren willst und der mag das nicht und zertrampelt die teure Ausrüstung, muss er auch keinen Schadensersatz zahlen. Möchte man das Risiko vermeiden, dann macht man es eben nicht oder versichert sich selbst für Schäden. Das hilft aber auch nicht immer, auch wer noch so vorsichtig ist kann von einem über ihm fliegenden Vogel angesch...en werden, und niemand zahlt die Reinigung.

Sollten die Eltern allerdings schuld sein, haften sie schon. Also z.B. wenn sie tatenlos zuschauen, während das Kind mit Steinen auf die Fotografin wirft.

winterspaziergang
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Re: Eltern haften für ihre Kinder

Beitrag von winterspaziergang » 14.12.18, 20:11

Scar hat geschrieben:Schönen guten Abend,

mir hat gerade jemand erzählt, dass bei Kindern unter 7 Jahren im Schadensfall keine Haftpflichtversicherung zahlt und die Eltern auch nur haften müssen, wenn sie unterdessen ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Stimmt das so? :shock: Wenn dem so sei, wäre das meiner Meinung nach ein absolutes Unding. Immerhin würde das ja bedeuten, dass der Geschädigte einfach auf seinem Schaden sitzen bleiben würde, obwohl er ja wirklich am wenigsten dafür kann. Das wäre doch wirklich nicht fair.

Fair wäre nach geltender Rechtslage nicht, ein Kind, das die Tragweite seines Handelns noch nicht abschätzen kann oder sich in seinen Bewegungen noch nicht gut steuern kann, für die von ihm verursachten Schäden verantwortlich zu machen oder die Eltern, wenn sie das trotz größter Sorgfalt nicht verhindern konnten.
In der Tat gehört es zum Lebensrisiko, dass Schäden passieren und man darauf sitzen bleibt. Unfälle mit Wildtieren, Steinschlag durch von anderen Autofahrern hoch gewirbelte Steine usw.
Mich interessiert diese Frage ganz besonders, weil ich als Fotografin mit Kindern und mit teurer Ausrüstung arbeite. Und wenn das jetzt rechtlich wirklich so zutreffen würde, welche Möglichkeiten habe ich, mich dagegen zu schützen?
und wie kann man sich die Arbeit mit den teuren Geräten und Kind vorstellen? Das Kind dürfte doch kaum Zugang dazu bekommen und der Fotograf kann die Geräte vor dem Kind genauso schützen, wie die Eltern das könnten. Oder worin sollte das Problem bestehen?
Ich glaube nicht, dass ich mich dagegen versichern lassen kann.
Sollte man das nicht abklären, ehe man nur "glaubt" und andere Wege sucht? Gibt es keinen Berufsverband, bei dem man sich beraten lassen kann?
Aber wäre es rechtens, die Eltern vorab einen Vertrag Unterzeichnen zu lassen, in dem sie dann doch die Haftung ihrer Kinder übernehmen müssen? Wie ist denn da die Rechtslage?
Die Haftung geht soweit, wie die Haftung der Eltern bereits jetzt besteht und die Klausel wäre u.U. unwirksam, weil sie viel zu weit gefasst ist.
Aber davon abgesehen: Möchte die Fotografin diesen Vertrag wirklich auf der Basis einer Antwort im Netz erstellen? :shock:

FM
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Re: Eltern haften für ihre Kinder

Beitrag von FM » 14.12.18, 20:17

Wie darf man sich denn die Situation vorstellen, wo das zu fotografierende Kind die Ausrüstung der Fotiografin zerstört, ohne dass diese es verhindern kann?

Scar
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Re: Eltern haften für ihre Kinder

Beitrag von Scar » 15.12.18, 15:38

Vielen Dank für die zahlreichen Antworten.

Ich persönlich sehe schon noch einen kleinen unterscheid zwischen einem wilden Tier und einem Kleinkind, dass mit seinen Eltern unterwegs ist und somit in der Verantwortung von jemandem steht. Natürlich kann es schnell zu Situationen kommen, die man auch mit einem Kind nicht kontrollieren kann. Andernfalls hätte ich mir ja gar nicht die Gedanken dazu gemacht. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich in jedem Fall dafür haften müsste, wenn zum Bespiele der eigene Hund etwas anstellt(auch wenn ich keine Chance hatte, es noch zu verhindern).Und das wäre auch vollkommen in Ordnung so. Immerhin habe ich mich dazu entschieden, die Verantwortung für dieses möglicherweise unberechenbare Lebewesen zu übernehmen und würde daher niemals Verlangen, dass eine andere Person dafür aufkommen muss. Und bevor meine Worte durch den Fleischwolf gedreht werden: Nein, ich behaupte nicht, dass ein Tier gleich einem Kind ist, aber als Mutter, die ich ja hoffentlich aus freien Stücken bin, habe ich doch im Grunde die gleiche Verantwortung gegenüber meinem Kind und auch gegenüber anderen Personen, wie in diesem Fall. Also warum werden dritte hier vom Gesetzt so im Stich gelassen? Oder bin ich auch hier zu gutgläubig und in Wahrheit bleibe ich auf meinem Schaden sitzen, wenn jemand es versäumt hat, seinen Hund zu erziehen und er mir bei einem Spaziergang aus einer Spiellaune heraus den Mantel zerreisst und der Besitzer dahinter steht, mit den Achseln zuckt und mir sagte: „Sorry, konnte echt nix dagegen machen?“ In jedem fall fände ich es nur fair, dass Haftpflichtversicherungen auch dann greifen sollten, wenn keine Aufsichtspflicht verletzt wurde.

Dass ich professionell arbeite und stets versuche, brisante Situationen (sowohl zum Wohl des Kindes als auch für die Ausrüstung) zu vermeiden, ist natürlich eine Grundvorraussetzung für meinen Beruf. Andernfalls hätte ich schon lange das Handtuch werfen müssen. Und bis jetzt ist immer alles gut gegangen, denn 90 % meiner Kundenkinder sind Zucker. Aber dennoch bekommt man auch sehr hyperaktive Kinder oder auch einfach Kinder, die bislang keinerlei Glänzen gesetzt bekommen haben, vor die Linse, bei denen durchaus Sachen zu Bruch gehen könnten. Z. B. Hatte ich erst vor ein paar Wochen einen kleinen Jungen da, der eine Lampe umgeschmissen hat und das nicht versehentlich sonder mit vollem Bewusstsein. Die Lampe hatte zum Glück keinen größeren Schaden genommen und wir konnten direkt weiter fotografieren. Aber Kinder kommen manchmal auf Ideen, die für und Erwachsene schwer nachzuvollziehen sind...

Natürlich hatte ich zu Beginn meiner Kariere entsprechend beraten und alles versichern lassen, was man nur versichern kann und zahle mich hier auch dumm und dämlich. Das ist jetzt schon einige Jahre her, aber ich meine mich zu erinnern, dass mir damals erklärt wurde, dass ich nicht die Schäden, die Kunden verursachen abdecken kann, weil für den entstandenen Schaden immer die Haftpflicht des Verursachers eintreten muss. Da ich bis vor Kurzem noch dachte, dass das auch Kinder betreffen würde, war ich damit zufrieden. Aber da ich es jetzt besser weiß und ich nicht glaube, dass es dafür eine Versicherungsmöglichkeit gibt, hatte mich diese neue Information, dass ich alleine auf den Schäden sitzenbliebe, schon etwas geschockt. Immerhin können in einem Fotostudio schnell Schäden entstehen, die in die Tausende gehen. Darum hatte ich noch einen Funken Hoffnung, dass jemand hier vielleicht eine Möglichkeit kennt, sich doch noch versichern zu lassen. Dann hätte ich etwas entsprechendes abgeschlossen und die Sache wäre erledigt.

Und natürlich würde ich auch nicht einfach einen Vertrag aufsetzten, nachdem ich ein paar Aussagen in einem Forum gelesen habe. Aber so hätte sich vorab schon mal klären lassen können, ob es sinnvoll sein könnte, Geld in die Beratung eines Anwaltes zu stecken.

Also ich hoffe, ich konnte Eure Befürchtungen, ich besäße keinen gesunden Menschenverstand, ich würde nicht professionell arbeiten oder ich würde meine Kunden nötigen, selbstgebastelte Verträge zu unterzeichnen, etwas zerstreuen. Ich wünsche allen noch ein schönes Wochenende und bedanke mich für Eure Hilfsbereitschaft.

Mit freundlichen Grüßen
Scar

windalf
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Re: Eltern haften für ihre Kinder

Beitrag von windalf » 15.12.18, 16:11

mir hat gerade jemand erzählt, dass bei Kindern unter 7 Jahren im Schadensfall keine Haftpflichtversicherung zahlt und die Eltern auch nur haften müssen, wenn sie unterdessen ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Stimmt das so?
Und dieser jemand hat keine Ahnung. Man muss nur den "Baustein" "deliktunfähgies Kind" mit einbauen und es ist wieder mit versichert. Kostet halt ggf. etwas. Einige Versicherungen bieten das auch ohne Aufpreis an...


Wer also ein Kind entsprechenden Alters hat und Streitereien vermeiden möchte kauft halt einfach den entsprechenden Baustein in der Haftpflichtversicherung dazu...
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

FM
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Re: Eltern haften für ihre Kinder

Beitrag von FM » 15.12.18, 16:42

windalf hat geschrieben: Und dieser jemand hat keine Ahnung. Man muss nur den "Baustein" "deliktunfähgies Kind" mit einbauen und es ist wieder mit versichert. Kostet halt ggf. etwas. Einige Versicherungen bieten das auch ohne Aufpreis an...
Wenn eine Fotografin erst mal die Versicherungspolice meiner Haftpflicht sehen will bevor sie das Kind fotografiert, gehe ich lieber zu einer anderen.
Das ist jetzt schon einige Jahre her, aber ich meine mich zu erinnern, dass mir damals erklärt wurde, dass ich nicht die Schäden, die Kunden verursachen abdecken kann, weil für den entstandenen Schaden immer die Haftpflicht des Verursachers eintreten muss.
Nachlesen statt erinnern: vielleicht heißt es "verschulden", dann wären die Kinder bzw. dieser Schaden wieder außen vor und die Eltern, wenn sie nicht die Aufsichtspflicht verletzt haben, ebenso.

Zum Thema Tiere/Kinder: hat schon seinen Grund warum ich den Elefanten in der Serengeti genommen habe (in Berlin meinetwegen ein Wildschein) und nicht den Haushund. Siehe:
https://dejure.org/gesetze/BGB/833.html
Diese verschuldensunabhängige Haftung ist aber die große Ausnahme und gilt eben nur für Haustiere, weil man durch die Haltung eine Luxus-Gefahr schafft. Sie gilt schon nicht mehr für den Hund des Schäfers. Und für Kinder auch nicht, weil diese kein Luxusgegenstand sind.
Aber dennoch bekommt man auch sehr hyperaktive Kinder oder auch einfach Kinder, die bislang keinerlei Glänzen gesetzt bekommen haben, vor die Linse, bei denen durchaus Sachen zu Bruch gehen könnten. Z. B. Hatte ich erst vor ein paar Wochen einen kleinen Jungen da, der eine Lampe umgeschmissen hat und das nicht versehentlich sonder mit vollem Bewusstsein. Die Lampe hatte zum Glück keinen größeren Schaden genommen ....
Gut, dass auch das Kind keinen Schaden genommen hat. Die Krankenkasse hätte zwecks Erstattung der Behandlungskosten sogleich geprüft, ob die Unternehmerin alle Gefahren ausreichend sorgfältig vermieden hat, und dabei natürlich bei einer Kinderfotografin einen weitaus strengeren Maßstab angelegt als bei jemand der Brautpaare fotografiert. Berufshaftpflichtversicherung für diesen Fall vorhanden?

windalf
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Re: Eltern haften für ihre Kinder

Beitrag von windalf » 15.12.18, 16:58

Wenn eine Fotografin erst mal die Versicherungspolice meiner Haftpflicht sehen will bevor sie das Kind fotografiert, gehe ich lieber zu einer anderen.
Kannst du ja machen. Ausgangspunkt der Empörung war
mir hat gerade jemand erzählt, dass bei Kindern unter 7 Jahren im Schadensfall keine Haftpflichtversicherung zahlt und die Eltern auch nur haften müssen, wenn sie unterdessen ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Stimmt das so?
und nur das habe ich kommentiert...
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

winterspaziergang
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Re: Eltern haften für ihre Kinder

Beitrag von winterspaziergang » 15.12.18, 17:11

Scar hat geschrieben:Vielen Dank für die zahlreichen Antworten.

[Textwand....]
Also ich hoffe, ich konnte Eure Befürchtungen, ich besäße keinen gesunden Menschenverstand, ich würde nicht professionell arbeiten oder ich würde meine Kunden nötigen, selbstgebastelte Verträge zu unterzeichnen, etwas zerstreuen. Ich wünsche allen noch ein schönes Wochenende und bedanke mich für Eure Hilfsbereitschaft.
niemand hat "befürchtet" Sie würden nicht professionell arbeiten oder keinem gesunden Menschenverstand besitzen , niemand kennt Sie und vermutlich ist den meisten usern so ziemlich egal, ob das nun zutrifft oder nicht.

Sie wollten wissen, was man tun kann, wenn ein Kind einem die teuren Fotoapparate zerstört und ich hab in der ganzen Textwand folgende Antwort auf eine zwei Mal gestellte Frage nicht gefunden oder überlesen
FM hat geschrieben:Wie darf man sich denn die Situation vorstellen, wo das zu fotografierende Kind die Ausrüstung der Fotiografin zerstört, ohne dass diese es verhindern kann?
:?:

P.S.
das hier
Aber dennoch bekommt man auch sehr hyperaktive Kinder oder auch einfach Kinder, die bislang keinerlei Glänzen gesetzt bekommen haben, vor die Linse, bei denen durchaus Sachen zu Bruch gehen könnten. Z. B. Hatte ich erst vor ein paar Wochen einen kleinen Jungen da, der eine Lampe umgeschmissen hat und das nicht versehentlich sonder mit vollem Bewusstsein. Die Lampe hatte zum Glück keinen größeren Schaden genommen ....
ist keine Antwort, da man sich fragt, was die Fotografin daran hindert, die Session aufzuschieben oder abzubrechen, wenn das Kind derart um sich schlägt.

Nebenbei: Die Frage ist keine des Familienrechts.

Scar
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Re: Eltern haften für ihre Kinder

Beitrag von Scar » 15.12.18, 19:13

Bitte fühlen Sie sich nicht angegriffen. Diese Worte waren nicht persönlich an Sie gerichtet, sondern lediglich eine Reaktion darauf, dass ich es sehr schade finde, dass ich jetzt mehr damit beschäftig bin, meine Tätigkeit und daraus potentiell hervorgehende Schadensfälle zu erläutern, als hilfreiche Antworten dazu zu erhalten. Wenn das Risiko zu 100 % vermeidbar wäre, hätte ich mich doch auch gar nicht an dieses Forum gewendet. Das finde ich ein bisschen bedauerlich, denn Foren könnten so nützliche Orte sein, von denen jeder profitieren könnte. Aber nach einigen Antworten, habe ich mehr das Gefühl, mich für meine Frage rechtfertigen zu müssen, als in der Sache schlauer geworden zu sein.

Also, um mein Anliegen noch einmal zu verdeutlichen, ich bin Fotografin, nicht nur Kinderfotografin und meine Arbeitsumgebung ist natürlich, so weit es eben möglich ist, gesichert. Wer schon einmal in einem Fotostudio war, hat vielleicht auch schon mal gesehen, dass die Lampen, weil sie, um Licht setzten zu können, leider flexibel sein müssen, auf speziellen Stativen stehen. Diese Stative sind sehr stabil, aber wer „vorsätzlich“ versucht sie umzuwerfen, wird das auch schaffen. Anderenfalls wäre man auch nicht mehr dazu in der Lage, sie alleine an einem anderen Ort zu positionieren. Das ist in jedem Fotostudio genau das gleiche, solange noch keine bessere Lösung dafür entwickelt wurde. Und da man die Lampen leider in mehrfacher Ausführung und an unterschiedlichen Stellen positioniert benötigt, ist es leider unmöglich, sicherstellen zu können, dass Kinder keinen dazu Zugang haben. Und nachdem ich nun schon sehr lange mit dieser gebrauchsüblichen Ausrüstung arbeite und auch viel Kontakt zu Kollegen aus der Branche habe, kann ich sagen, dass ich schon oft mitbekommen habe, dass diese sehr teuren Lampen bei nicht sachgemäßem Umgang zu Bruch gehen, aber noch nie mitbekommen habe, dass sich jemand dabei verletzt hätte. Andernfalls müsste ich ja auch die Wohnzimmer-Stehlampe unkonventionell sichern, die ich im Eingangsbereich stehen habe, denn die kann man sehr viel leichter zu Fall bringen. Aber natürlich haben Sie Recht. Vorsicht sollte immer vor der Nachsicht kommen. Darauf versuche ich stets zu achten und bis jetzt ja auch mit Erfolg. Die Berufshaftpflichtversicherung habe ich zum Glück dennoch.

Zu der Frage, warum man Shootings mit energiegeladenen Kindern nicht abbricht, bevor etwas passiert, kann ich nur sagen, dass Kinder oft sehr impulsiv handeln und und auch die Laune von einen Moment auf den anderen sehr plötzlich umschlagen kann. Da kann man leider nicht immer absehen, wo das kurzfristig hinführt. Tatsächlich muss ich regelmäßig Wiederholungstermine anbieten, wenn es sich abzeichnet, dass keine schönen Ergebnisse mehr zu erziehen sind. Aber damit lässt sich leider noch lange nicht ausschließen, dass nicht doch schnell mal etwas kaputt gehen könnte. So schnell kann oft niemand reagieren. Aber da ich glaube, dass derartige Abschweifungen meinerseits am Ende auch den Zweck dieses Forums verfehlen, würde ich es an dieser Stelle gerne gut sein lassen. Ich weiß jetzt immerhin, dass, was mir erzählt wurde, tatsächlich zutreffend ist und auch, dass Eltern ihre Kinder mit dem entsprechenden Baustein doch versichern könnten. Das werde ich auf jeden Fall so weitergeben, auch wenn es mir persönlich nichts nützt. Denn die Freundin, die mir überhaupt von dieser Gesetzeslage erzählt hatte, wusste nur davon, weil ihr kleiner Sohn dem Nachbarn/Vermieter einen Kratzer ins Auto gemacht hatte und deren Haftpflicht nicht zahlen wollte, wobei die es dann aus eigener Tasche gezahlt hat, um Ärger zu vermeiden. Natürlich muss ich mich auch noch mal dafür entschuldigen, wenn ich mit dem Familienrecht das falsche Fachgebiet gewählt habe. Ich dachte wirklich, ich wäre hier richtig, wenn es um Eltern und Kinder geht. Das war keine böse Absicht.

Also vielen Dank noch mal, denn ein bisschen schlauer gehe ich ja am Ende doch hier raus. Also habe ich noch Hoffnung, dass ich unser aller Zeit doch nicht ganz unnötig in Anspruch genommen habe.

Viele Grüße und einen schönen Abend allerseits
Scar

Dieter_Meisenkaiser
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Re: Eltern haften für ihre Kinder

Beitrag von Dieter_Meisenkaiser » 15.12.18, 19:51

Sie haben große Probleme, sich auf das Wesentliche zu beschränken...

windalf
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Re: Eltern haften für ihre Kinder

Beitrag von windalf » 15.12.18, 19:55

Die Lösung ist ganz einfach. Man macht es so wie von FM vorgeschlagen. Die Kunden bekommen ein Formular auf dem die Bestätigen das die eine Haftpflicht "inkl deliktunfähgies Kind" besitzen oder andernfalls im Fall des Falles für den Schaden aufkommen, den ihr deliktunfähiges Kind ggf. verursacht.

In wieweit man damit Kunden verprellt ist dann eine andere Frage. Ein solches Formular sollte einem jeder halbwegs kompetente Anwalt hinreichend rechtssicher entwerfen können...

Oder aber man lebt eben mit dem Risiko wie das ist und akzeptiert die Rechtslage oder aber man sucht eine Versicherung bei der man versucht das Risiko selbst zu versichern. Da das ggf. kein Standardprodukt ist dürfte das aber ggf. nicht ganz so einfach sein eine entsprechende Versicherung zu finden und ggf. auch nicht ganz so günstig. Aber gibt es bestimmt als Produkt...

Man muss sich nur mal entscheiden, was man will...
Zuletzt geändert von windalf am 15.12.18, 19:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

winterspaziergang
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Re: Eltern haften für ihre Kinder

Beitrag von winterspaziergang » 15.12.18, 19:56

Scar hat geschrieben:Bitte fühlen Sie sich nicht angegriffen. Diese Worte waren nicht persönlich an Sie gerichtet, sondern lediglich eine Reaktion darauf, dass ich es sehr schade finde, dass ich jetzt mehr damit beschäftig bin, meine Tätigkeit und daraus potentiell hervorgehende Schadensfälle zu erläutern, als hilfreiche Antworten dazu zu erhalten.
Sie sollten aufhören, irgendwas (fehl) zu interpretieren und statt dessen lesen, was gefragt wurde. Wenn jemand nach der Rechtslage fragt, kennt er sie nicht kann schlecht wissen, welche Nachfragen berechtigt sind.
Was genau ist also so schwer daran zu schildern, wie man
FM hat geschrieben:Wie darf man sich denn die Situation vorstellen, wo das zu fotografierende Kind die Ausrüstung der Fotografin zerstört, ohne dass diese es verhindern kann?
statt irgendwelche belehrenden Textwände zu verfassen?
Scar hat geschrieben:Wenn das Risiko zu 100 % vermeidbar wäre, hätte ich mich doch auch gar nicht an dieses Forum gewendet.
Dass das Risiko 100 % vermeidbar wäre, hat niemand geschrieben
Scar hat geschrieben:[....]
alles klar! :liegestuhl:

FM
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Re: Eltern haften für ihre Kinder

Beitrag von FM » 15.12.18, 20:03

Scar hat geschrieben:So schnell kann oft niemand reagieren. Aber da ich glaube, dass derartige Abschweifungen meinerseits am Ende auch den Zweck dieses Forums verfehlen,
Das war keine Abschweifung, sondern des Pudels Kern. Wenn niemand so schnell reagieren kann, haften auch die Eltern nicht. Sie müssen nichts Unmögliches vollbringen. Und dann ihre Haftpflichtversicherung auch nicht.

Es sei denn jemand hat die erwähnte besondere Versicherung abgeschlossen, die sogar Schäden umfasst die aus Sicht des Versicherungsnehmers (Eltern) gar keine sind.

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