Vater nimmt sein Kind nicht

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

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lisa48
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Vater nimmt sein Kind nicht

Beitrag von lisa48 » 22.01.19, 19:21

Hallo,
angenommen Frau B hat einen Sohn,der 8 Jahre alt ist.
Herr und Frau B lebten seit einiger Zeit getrennt und sind beide berufstätig.
Herr B weigert sich den Sohn zu 50% zu sich zu nehmen.
Frau B möchte dass sich Herr B mehr um sein Kind kümmert und seinen Sohn zu gleichen Teilen bei sich hat.
Kann Frau B die gleiche Aufteilung der Aufenthaltszeit gegen den Vater einklagen?

windalf
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Re: Vater nimmt sein Kind nicht

Beitrag von windalf » 22.01.19, 19:49

Mal unabhängig davon, dass es nicht helfen würde selbst wenn man recht bekommen würde. Bei einer 50:50 Nummer ist man beim Wechselmodell. Da fließt dann nahezu kein Unterhalt mehr. Das wollen die meisten Frauen nicht und versuchen das auf Teufel komm raus zu vermeinden, wenn Männer das einfordern.
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

FM
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Re: Vater nimmt sein Kind nicht

Beitrag von FM » 22.01.19, 20:09

Selbst wenn man ein Urteil zu den 50 % bekäme wäre immer noch fraglich, ob das wirklich hilft. Es könnte ja sein, dass z.B. am Montag zwischen 13:00 und 20:00 Uhr beide Elternteile arbeiten, und jeder sagt dann "ich mache meinen Teil am Wochenende oder werktags erst ab 18:00 Uhr".

winterspaziergang
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Re: Vater nimmt sein Kind nicht

Beitrag von winterspaziergang » 22.01.19, 21:49

lisa48 hat geschrieben:Hallo,
angenommen Frau B hat einen Sohn,der 8 Jahre alt ist.
...
Frau B möchte dass sich Herr B mehr um sein Kind kümmert und seinen Sohn zu gleichen Teilen bei sich hat.
Kann Frau B die gleiche Aufteilung der Aufenthaltszeit gegen den Vater einklagen?
Und wie würde Frau B. das dann umsetzen?
Es gibt durchaus Väter, die kein Interesse an ihren Kindern zeigen und einen Zwang am Kind auslassen würden.
Würde Frau B. das wirklich wollen?

ExDevil67
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Re: Vater nimmt sein Kind nicht

Beitrag von ExDevil67 » 23.01.19, 07:52

winterspaziergang hat geschrieben: Und wie würde Frau B. das dann umsetzen?
Es gibt durchaus Väter, die kein Interesse an ihren Kindern zeigen und einen Zwang am Kind auslassen würden.
Oder denen es schlicht egal wäre was in einem Urteil steht. Wie stellt man sich den Fall vor der Vater holt sein Kind nicht ab oder nimmt es nicht an?

windalf
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Re: Vater nimmt sein Kind nicht

Beitrag von windalf » 23.01.19, 08:27

ExDevil67 hat geschrieben:
winterspaziergang hat geschrieben: Und wie würde Frau B. das dann umsetzen?
Es gibt durchaus Väter, die kein Interesse an ihren Kindern zeigen und einen Zwang am Kind auslassen würden.
Oder denen es schlicht egal wäre was in einem Urteil steht. Wie stellt man sich den Fall vor der Vater holt sein Kind nicht ab oder nimmt es nicht an?
Die Frage könnte man auch umgekehrt stellen. WIe stellt sich der Vater das denn vor? Warum hat die Mutter das Kind und nicht der Vater bei der Trennung mitgenommen. Hier scheint die Meinung vorzuherrschen es wäre automatisch Aufgabe der Frau sich um das Kind zu kümmern und wenn Mann keine Lust hat ist es natürlich selbstverständlich wenn Frau einspringt. Nur umgekehrt gilt das Argument scheinbar nicht...

Das einzig echte Argument dagegen könnte sein, man hat sich nun (wie auch immer stillschweigend) auf diese bisherige Aufteilung geeinigt und deshalb kann man jetzt nicht so ohne weiteres spontan über den Zaun brechen das kurzfristig zu ändern...
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

Celestro
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Re: Vater nimmt sein Kind nicht

Beitrag von Celestro » 23.01.19, 10:08

windalf hat geschrieben:Die Frage könnte man auch umgekehrt stellen. WIe stellt sich der Vater das denn vor?
Natürlich ! Aber hier in dem Fall ist es so, das der Vater sich nicht kümmert. Macht also wenig Sinn und würde jede Diskussion auch unnötig aufblähen, wenn man bei jedem Post ein normales "gilt auch umgekehrt" immer mit dazu schreiben würde.
windalf hat geschrieben:Warum hat die Mutter das Kind und nicht der Vater bei der Trennung mitgenommen.
Ist meiner Meinung nach für die Diskussion völlig irrelevant.
windalf hat geschrieben:Hier scheint die Meinung vorzuherrschen es wäre automatisch Aufgabe der Frau sich um das Kind zu kümmern und wenn Mann keine Lust hat ist es natürlich selbstverständlich wenn Frau einspringt. Nur umgekehrt gilt das Argument scheinbar nicht...
Bitte deutlich machen, wie Sie zu diesem mMn absurden Schluss kommen. Ich würde sagen ... jeder Satz wäre genauso gefallen, wenn sich hier ein Mann gemeldet hätte und die Frau sich nicht kümmern würde.
windalf hat geschrieben:Das einzig echte Argument dagegen könnte sein, man hat sich nun (wie auch immer stillschweigend) auf diese bisherige Aufteilung geeinigt und deshalb kann man jetzt nicht so ohne weiteres spontan über den Zaun brechen das kurzfristig zu ändern...
Warum einfach, wenn es auch schwierig geht ?



@lisa48

Eine 50/50 Regelung einzuklagen wird mMn nicht funktionieren. Es gibt schon mehr als genug Fälle, bei denen der Vater überhaupt keinen Umgang wahrnimmt. Zwar kann man da teilweise mit Zwangsgeld etc. drohen. Aber ein 50/50 wird man wohl nicht durchbekommen. Da ist das Elternteil leider "der Dumme", der sich vernünftig verhält.

windalf
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Re: Vater nimmt sein Kind nicht

Beitrag von windalf » 23.01.19, 12:38

Und wie würde Frau B. das dann umsetzen?
Es gibt durchaus Väter, die kein Interesse an ihren Kindern zeigen und einen Zwang am Kind auslassen würden.
Würde Frau B. das wirklich wollen?
Müsste nicht im Zweifel ein Gerichtsvollzieher für die Umsetzung eines solchen Urteils (wenn man denn ein solches Urteil bekommen würde/könnte) sorgen. Der müsste dann zum Beispiel auch verhindern, dass dieser genannte "Zwang" vom Kindesvater ausgeübt wird. Wie auch immer der Gerichtsvollzieher das dann auch umsetzt macht wäre das doch dann eigentlich dessen Aufgabe
Natürlich ! Aber hier in dem Fall ist es so, das der Vater sich nicht kümmert. Macht also wenig Sinn und würde jede Diskussion auch unnötig aufblähen, wenn man bei jedem Post ein normales "gilt auch umgekehrt" immer mit dazu schreiben würde.
Die Diskussion macht dann Sinn, wenn die Mutter beschließt genauso unvernünftig sein zu wollen wie der Vater. Warum sollte die Mutter das nicht genauso beschließen können wenn der Vater das auch beschließt bzw beschlossen hat?
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Celestro
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Re: Vater nimmt sein Kind nicht

Beitrag von Celestro » 23.01.19, 13:08

windalf hat geschrieben:Die Diskussion macht dann Sinn, wenn die Mutter beschließt genauso unvernünftig sein zu wollen wie der Vater. Warum sollte die Mutter das nicht genauso beschließen können wenn der Vater das auch beschließt bzw beschlossen hat?
Natürlich kann Sie das auch beschließen. Aber was sollte Ihr das helfen ?

windalf
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Re: Vater nimmt sein Kind nicht

Beitrag von windalf » 23.01.19, 13:27

Natürlich kann Sie das auch beschließen. Aber was sollte Ihr das helfen ?
Sie bekommt dann den Teil freie Zeit, den Sie sich wünscht. Ggf. knickt der Vater ja ein, wenn er nicht möchte, dass das Kind ins Heim kommt... Frau kann stumpf die gleichen Prioriäten setzen (wie Mann). Das Kind verliert am Ende.

Führen wir doch den Streit wer dann an der Lage des Kindes Schuld ist. Ich bin gespannt...
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ralph12345
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Re: Vater nimmt sein Kind nicht

Beitrag von ralph12345 » 23.01.19, 13:49

Schuld sind beide Eltern, die sich getrennt haben, eine Beziehung scheitert selten an einem allein. Aber die Erkenntnis bringt einen auch nicht weiter.

Nach einer Trennung übernimmt meist ein Elternteil federführend die Betreuung des Kindes, das Kind wohnt dann dort. Damit hat man zwangsweise das große Glück, das eigene Kind bei sich zu haben und gleichsam die große Verantwortung und Arbeitsbelastung. Die Mitarbeit des anderen Elternteils ist dabei leider nicht garantiert. Verantwortungsbewusstsein, Liebe zum Kind und Vernunft sind leider keine Dinge, die man einklagen kann.

50% Betreuungsanteil wäre ein Wechselmodell, das funktioniert nur, wenn beide Partner sich absolut einig sind, dass sie das wollen.

Seltsamerweise sind viele Mütter ganz schnell dabei, bei einer Scheidung "hier" zu schreien, wenn es darum geht, wo das Kind leben soll. Unterhalt wird dann selbstverständlich auch eingefordert. Der Vater guckt erstmal in die Röhre. Aber dann wird gejammert, der Vater kümmere sich nicht...

Celestro
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Re: Vater nimmt sein Kind nicht

Beitrag von Celestro » 23.01.19, 15:14

windalf hat geschrieben:Sie bekommt dann den Teil freie Zeit, den Sie sich wünscht. Ggf. knickt der Vater ja ein, wenn er nicht möchte, dass das Kind ins Heim kommt... Frau kann stumpf die gleichen Prioriäten setzen (wie Mann). Das Kind verliert am Ende.

Führen wir doch den Streit wer dann an der Lage des Kindes Schuld ist. Ich bin gespannt...
Über all das brauchen wir mMn hier und jetzt nicht zu diskutieren. Die Mutter in genanntem Beispiel versorgt wohl das Kind und es ist nicht zu erkennen, daß Sie daran etwas ändern will. Würde die TE(in) die "Gegebenheiten" des Falles ändern, könnte man da noch einmal anknüpfen. Zum jetzigen Zeitpunkt wäre das allerdings Verschwendung von Zeit und Energie.

windalf
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Re: Vater nimmt sein Kind nicht

Beitrag von windalf » 23.01.19, 15:22

Die Mutter in genanntem Beispiel versorgt wohl das Kind und es ist nicht zu erkennen, daß Sie daran etwas ändern will.
Äh du hast die Frage aber gelesen oder?
Frau B möchte dass sich Herr B mehr um sein Kind kümmert und seinen Sohn zu gleichen Teilen bei sich hat.
Kann Frau B die gleiche Aufteilung der Aufenthaltszeit gegen den Vater einklagen?
Die Dame möchte das sogar mit gerichtlicher Hilfe erzwingen. Was braucht es denn noch mehr um erkennen zu können, dass Sie offensichtlich etwas ändern möchte?
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Celestro
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Re: Vater nimmt sein Kind nicht

Beitrag von Celestro » 23.01.19, 15:40

es geht mir um "Ihre" Version a la "ich lasse das Kind einfach stehen". Klar möchte im Beispiel Frau B etwas ändern. Es ist aber nicht zu erkennen, daß Frau B zu dem von Ihnen genannten drastischen Beispiel greifen würde. Und daher ist jedwede Diskussion darüber völlig überflüssig. Vor allem wissen wir ja auch gar nicht, wieviel zu den 50% fehlt.

P.S. bei meiner eigenen Scheidung damals wollte ich meinen Sohn zu mir nehmen. Das wollte die Mutter nicht und so habe ich ihn mit per Gericht geholt. Mir wäre so ein drastischer Schritt im Traum nicht eingefallen.

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Re: Vater nimmt sein Kind nicht

Beitrag von windalf » 23.01.19, 16:07

Es ist aber nicht zu erkennen, daß Frau B zu dem von Ihnen genannten drastischen Beispiel greifen würde
Wieviel drastischer als den erhöhten Umgang (den der Vater nicht möchte) vor Gericht zu erzwingen soll es denn noch werden? Die Frau will den Umgang erzwingen ob der Vater überhaupt Bock aufs Kind hat oder nicht und das Kind dort geparkt wissen...
P.S. bei meiner eigenen Scheidung damals wollte ich meinen Sohn zu mir nehmen. Das wollte die Mutter nicht und so habe ich ihn mit per Gericht geholt. Mir wäre so ein drastischer Schritt im Traum nicht eingefallen
Verstehe ich nicht im Vergleich zu dem hier genannten. Was für ein drastischer Schritt wäre denn überhaupt theoretisch in Frage gekommen?
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