Vater nimmt sein Kind nicht

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

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Celestro
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Re: Vater nimmt sein Kind nicht

Beitrag von Celestro » 23.01.19, 17:08

windalf hat geschrieben:Die Frau will den Umgang erzwingen ob der Vater überhaupt Bock aufs Kind hat oder nicht und das Kind dort geparkt wissen...
Also ich kann nur erkennen, daß im Beispiel Frau B es als korrekt erachtet, daß sich der Vater des Kindes zum gleichen Teil wie die Mutter um das Kind kümmert. Und ob Frau B dies einklagen könnte. Von "das Kind dort geparkt wissen" kann ich dagegen nichts erkennen.
Was für ein drastischer Schritt wäre denn überhaupt theoretisch in Frage gekommen?
Das Kind bei der Mutter zu lassen, um selbst ein schönes (schöneres) Leben ohne Kind zu haben, kam für mich nicht in Frage. Ich habe ja selbst dafür gekämpft (und gewonnen), daß die Mutter kein "normales Umgangsrecht" (jedes 2te WE, Hälfte der Ferien) bekommt.

windalf
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Re: Vater nimmt sein Kind nicht

Beitrag von windalf » 23.01.19, 17:22

Das Kind bei der Mutter zu lassen, um selbst ein schönes (schöneres) Leben ohne Kind zu haben, kam für mich nicht in Frage. Ich habe ja selbst dafür gekämpft (und gewonnen), daß die Mutter kein "normales Umgangsrecht" (jedes 2te WE, Hälfte der Ferien) bekommt.
Ja und? Passt doch nicht zum Fall. In dem Fall war das Kind die knappe Ressource um die man sich gestritten hat.

Im aktuellen Fall ist die knappe Ressource die eigene Zeit, die optmiert sein möchte indem man das Kind weniger betreut. Das ist doch etwas komplett anderes...
Also ich kann nur erkennen, daß im Beispiel Frau B es als korrekt erachtet, daß sich der Vater des Kindes zum gleichen Teil wie die Mutter um das Kind kümmert. Und ob Frau B dies einklagen könnte. Von "das Kind dort geparkt wissen" kann ich dagegen nichts erkennen.
Du glaubst also Frau B möchte ihr Kind nur aus uneigenützigen Motiven dem Vater zu 50% aufdrücken. Es soll nur zum Wohle des Kindes (damit das Kind mehr Zeit mit dem Vater verbringen kann) geschehen und es geht dabei auf keinen Fall darum mehr eigene Zeit zu bekommen? Eigentlich will Sie das Kind gar nicht beim Vater wissen sondern zu 100% bei sich. Nur das Kind selbst möchte zu 50% zum Vater und die Mutter möchte das nun völlig uneigennützig dem Kind ermöglichen indem Sie das gerichtlich durchsetzt. Ja wo du es jetzt so sagst klingt das auch gleich wahrscheinlicher...
...fleißig wie zwei Weißbrote
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

Hertha1892
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Re: Vater nimmt sein Kind nicht

Beitrag von Hertha1892 » 23.01.19, 18:16

Eigentlich kann man die Diskussion doch einstellen:

Die Mutter kann klagen. Bekräftigt der Vater vor Gericht, dass er keinen Umgang/kein Wechselmodell will, wird das Gericht diesen/dieses auch nicht beschließen, weil das dem Kindeswohl widerspräche.

Die moralische Frage, was der Vater als Vater tun müsste, ist für das Gericht nicht von Belang.

Grüße Hertha1892

winterspaziergang
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Re: Vater nimmt sein Kind nicht

Beitrag von winterspaziergang » 23.01.19, 20:59

windalf hat geschrieben:
ExDevil67 hat geschrieben:
winterspaziergang hat geschrieben: Und wie würde Frau B. das dann umsetzen?
Es gibt durchaus Väter, die kein Interesse an ihren Kindern zeigen und einen Zwang am Kind auslassen würden.
Oder denen es schlicht egal wäre was in einem Urteil steht. Wie stellt man sich den Fall vor der Vater holt sein Kind nicht ab oder nimmt es nicht an?
Die Frage könnte man auch umgekehrt stellen. WIe stellt sich der Vater das denn vor? Warum hat die Mutter das Kind und nicht der Vater bei der Trennung mitgenommen. Hier scheint die Meinung vorzuherrschen es wäre automatisch Aufgabe der Frau sich um das Kind zu kümmern und wenn Mann keine Lust hat ist es natürlich selbstverständlich wenn Frau einspringt. Nur umgekehrt gilt das Argument scheinbar nicht...
doch, es gilt genauso, nur würde bei dem Streit, den die beiden dann aufrechten nun mal ein 3. Unbeteiligter leiden und erheblichen Schaden davon tragen.
Das einzig echte Argument dagegen könnte sein, man hat sich nun (wie auch immer stillschweigend) auf diese bisherige Aufteilung geeinigt und deshalb kann man jetzt nicht so ohne weiteres spontan über den Zaun brechen das kurzfristig zu ändern...
Dass einzig echte Argument ist, dass das Kind Glück hat, wenn wenigstens einer der Eltern erwachsen genug ist, nicht mit Zwang ein Recht umsetzen zu wollen, bei dem ein unbeteiligter Unschuldiger leidet.

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