General- und Vorsorgevollmacht bei Blindheit

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

Moderator: FDR-Team

Antworten
fewan
Topicstarter
noch neu hier
Beiträge: 1
Registriert: 23.01.19, 14:02

General- und Vorsorgevollmacht bei Blindheit

Beitrag von fewan » 23.01.19, 16:10

Hallo,
mein erblindeter Bruder möchte über den Notar eine General- und Vorsorgevollmacht erstellen lassen. Er wurde vor 8 Monaten operiert und erblindete in der Folge vollends und wohnt seither im Pflegeheim und stand unter meiner Betreuung. Aufgrund seines hohen Alters greifen die Rehamaßnahmen nicht mehr gut und es ist daher für ihn sehr schwierig, sich die notwendigen Informationen rund um die General- und Vorsorgevollmacht anzueignen. Er kann gar nicht mehr lesen und der Wortlaut der Vollmacht müsste also bei ihm also alles mündlich besprochen und vorformuliert werden. Was muss hier bei der Fertigstellung der Vollmachten im besonderen beachtet werden und bedarf es hier eines besonderen Zeugen für die Beurkundung? Muss bzw. kann von den Vollmachten ein audiodescriptiver Tonträger erstellt werden? Hätte so ein Tonträger eine urkundlichen Beweiswert?

Freundliche Grüße

fewan

SusanneBerlin
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 16199
Registriert: 05.11.12, 13:35

Re: General- und Vorsorgevollmacht bei Blindheit

Beitrag von SusanneBerlin » 23.01.19, 17:07

Hallo,
mein erblindeter Bruder möchte über den Notar eine General- und Vorsorgevollmacht erstellen lassen.
Er kann gar nicht mehr lesen und der Wortlaut der Vollmacht müsste also bei ihm also alles mündlich besprochen und vorformuliert werden.
Das kann der Vollmachtgeber alles mit dem Notar besprechen. Auch mit sehenden Mandanten bespricht ein Notar, was in die Vollmachtsurkunde rein soll. Man kann sich den Entwurf geben/zuschicken lassen, sich Bedenkzeit nehmen und an einem späteren Termin noch Änderungswünsche einarbeiten lassen.
Was muss hier bei der Fertigstellung der Vollmachten im besonderen beachtet werden und bedarf es hier eines besonderen Zeugen für die Beurkundung? Muss bzw. kann von den Vollmachten ein audiodescriptiver Tonträger erstellt werden? Hätte so ein Tonträger eine urkundlichen Beweiswert?
Bei einer notaruell berkundeten Vollmacht ist der Notar der Zeuge, ein weiterer Zeuge ist nicht notwendig.
Der Notar liest die Urkunde im Ganzen nochmal vor bevor man unterschreibt.
Grüße, Susanne

Jdepp
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 412
Registriert: 14.12.16, 17:43

Re: General- und Vorsorgevollmacht bei Blindheit

Beitrag von Jdepp » 23.01.19, 17:14

§ 22 BeurkG

Hörbehinderte, sprachbehinderte und sehbehinderte Beteiligte

(1) 1Vermag ein Beteiligter nach seinen Angaben oder nach der Überzeugung des Notars nicht hinreichend zu hören, zu sprechen oder zu sehen, so soll zu der Beurkundung ein Zeuge oder ein zweiter Notar zugezogen werden, es sei denn, daß alle Beteiligten darauf verzichten. 2Auf Verlangen eines hör- oder sprachbehinderten Beteiligten soll der Notar einen Gebärdensprachdolmetscher hinzuziehen. 3Diese Tatsachen sollen in der Niederschrift festgestellt werden.
(2) Die Niederschrift soll auch von dem Zeugen oder dem zweiten Notar unterschrieben werden.

Antworten