darf ein Partner mit den Kindern einfach wegziehen?

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

Moderator: FDR-Team

ohno18
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 12
Registriert: 06.11.18, 08:11

darf ein Partner mit den Kindern einfach wegziehen?

Beitrag von ohno18 » 12.02.19, 12:44

Nehmen wir mal folgenden fiktiven Fall:

Angenommen ein Paar trennt sich, weil die Frau sich von dem Mann scheiden lassen möchte. Die Frau bittet den Mann aus der gemeinsamen Wohnung auszuziehen, damit das Trennungsjahr zu laufen beginnt. Unterstellen wir dem Mann mal, er zieht freiwillig aus, weil er die Frau nicht verärgern möchte um Sie zurück zu gewinnen. Außerdem sagen wir mal, hat die Frau gesagt, Sie möchte den Unterhaltsvorschuss beantragen und dafür muss der Mann in einer anderen Wohnung gemeldet sein. Der Mann zieht zu seinen Eltern und meldet sich dort wohnlich an. Weiterhin sagen wir mal das es noch 3-4 Kinder in der Beziehung gibt, welche in der ehemals gemeinsamen Wohnung bei der Mutter bleiben.

Gehen wir nun mal davon aus, dass der Mann 3 Monate bei seinen Eltern wohnt um dann zu erfahren, dass die Frau ihn belogen hat. Sie hatte bereits damals einen neuen Freund und hat die Kinder gezwungen den Mann anzulügen. Dieser erfährt nun davon und möchte seine Frau nicht mehr zurück, aber gerne wieder die gemeinsame Wohnung in der die Kinder wohnen.

Wie bereits in einem anderen Thema beantwortet, hat der Mann wohl in diesem fiktiven Fall die Möglichkeit wieder in die gemeinsame Wohnung einzuziehen (so lange keine 6 Monate um sind) und zwar auch gegen den Willen der Frau, zumindest solange er nicht gewaltätig ist. Sagen wir jetzt mal der Mann zieht wirklich wieder in die gemeinsame Wohnung ein, dann stellen sich mir jetzt folgende Fragen zu diesem fiktiven Fall.

Hat der Mann die rechtlichen Mittel, die Frau daran zu hindern, mit den Kindern einfach wegzuziehen? Andere Stadt? Anderes Land? Andere Wohnung? Oder kann Sie nur alleine ausziehen?

Kann er bei Wiedereinzug verhindern, dass die Frau in der gemeinsamen Wohnung Ihren neuen Freund mitbringt?

Wie verhält es sich mit dem Unterhaltsvorschuss? Ist der wirklich an einen anderen Wohnsitz gebunden?

Celestro
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 1673
Registriert: 22.06.05, 22:24

Re: darf ein Partner mit den Kindern einfach wegziehen?

Beitrag von Celestro » 12.02.19, 13:20

ohno18 hat geschrieben:Wie verhält es sich mit dem Unterhaltsvorschuss? Ist der wirklich an einen anderen Wohnsitz gebunden?
Siehe hier:
Weiterhin müssen Kinder folgende Bedingungen erfüllen:
◾Wohnsitz bzw. der gewöhnliche Aufenthalt liegt in Deutschland
◾Der/ die Unterhaltspflichtige kommt den Zahlungen des gesetzlichen Mindestunterhalts (Unterhalt für Minderjährige) nach § 1612a Abs. 1 BGB nicht oder nur teilweise bzw. unregelmäßig nach.
◾minderjährige Kinder leben beim alleinerziehenden Elternteil
◾für Kinder ab dem 12. Geburtstag gilt darüber hinaus, dass sich dieses Kind nicht in Bezug von Hartz IV Leistungen bzw. Sozialgeld befinden darf. Auch der alleinerziehende Elternteil darf nicht im Bezug von SGB II-Leistungen stehen und muss ein monatliches Bruttoeinkommen von mindestens 600 Euro nachweisen.

https://www.unterhalt.net/kindesunterha ... chuss.html
ohno18 hat geschrieben:.Hat der Mann die rechtlichen Mittel, die Frau daran zu hindern, mit den Kindern einfach wegzuziehen? Andere Stadt? Anderes Land? Andere Wohnung? Oder kann Sie nur alleine ausziehen?
mMn: Nein, Ja, Ja, Nein, Nein

lottchen
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 2324
Registriert: 04.07.12, 13:01

Re: darf ein Partner mit den Kindern einfach wegziehen?

Beitrag von lottchen » 12.02.19, 13:44

Im anderen Thema steht, dass die Kinder bei der Mutter bleiben wollen. Es ist also kein Wechselmodell geplant. Möglicherweise wird die Ehefrau daher zum Gericht gehen und eine Zuweisung der ehelichen Wohnung für sich und die Kinder beantragen. Erfolgt diese wird der Mann ohnehin ausziehen müssen.
Ich empfehle, Beiträge unserer Forentrolle FelixSt und Dieter_Meisenkaiser konsequent zu ignorieren!

winterspaziergang
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6863
Registriert: 16.11.13, 14:23

Re: darf ein Partner mit den Kindern einfach wegziehen?

Beitrag von winterspaziergang » 12.02.19, 15:59

ohno18 hat geschrieben:Außerdem sagen wir mal, hat die Frau gesagt, Sie möchte den Unterhaltsvorschuss beantragen und dafür muss der Mann in einer anderen Wohnung gemeldet sein.
nein, wie bereits gesagt, dafür muss der Mann nicht solvent genug sein, um den Unterhalt zu zahlen bzw. den Unterhalt unregelmäßig zahlen. Nur dann gibt es UV.
Hat der Mann die rechtlichen Mittel, die Frau daran zu hindern, mit den Kindern einfach wegzuziehen? Andere Stadt? Anderes Land? Andere Wohnung? Oder kann Sie nur alleine ausziehen?
andere Wohnung wird man nicht verhindern können, andere Stadt oder Land durchaus, je nach Sorgerechtstatus.
Kann er bei Wiedereinzug verhindern, dass die Frau in der gemeinsamen Wohnung Ihren neuen Freund mitbringt?
nein
Wie verhält es sich mit dem Unterhaltsvorschuss? Ist der wirklich an einen anderen Wohnsitz gebunden?
daran, dass der Unterhaltspflichtige den Unterhalt nicht zahlen kann oder sich dem anderweitig entzieht. Wurde bereits im anderen Beitrag deutlich gemacht. Der UV ist eine Art Darlehen für den zahlungsfähigen Unterhaltspflichtigen, denn:
Der Unterhaltsvorschuss ist eine staatliche Leistung für Kinder von Alleinerziehenden. Er hilft, die finanzielle Lebensgrundlage Ihres Kindes zu sichern, wenn der andere Elternteil nicht oder nur teilweise oder nicht regelmäßig Unterhalt in Höhe des Unterhaltsvorschusses zahlt. Der andere Elternteil muss den Vorschuss später zurückzahlen, wenn er keinen Unterhalt zahlt, obwohl er ganz oder teilweise Unterhalt zahlen könnte.

ohno18
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 12
Registriert: 06.11.18, 08:11

Re: darf ein Partner mit den Kindern einfach wegziehen?

Beitrag von ohno18 » 12.02.19, 19:57

ohno18 hat geschrieben:Nehmen wir mal folgenden fiktiven Fall:

Wie bereits in einem anderen Thema beantwortet, hat der Mann wohl in diesem fiktiven Fall die Möglichkeit wieder in die gemeinsame Wohnung einzuziehen (so lange keine 6 Monate um sind) und zwar auch gegen den Willen der Frau, zumindest solange er nicht gewaltätig ist. Sagen wir jetzt mal der Mann zieht wirklich wieder in die gemeinsame Wohnung ein, dann stellen sich mir jetzt folgende Fragen zu diesem fiktiven Fall.
Gibt es bei so einer Mitteilung (das der Mann wieder einziehen möchte) irgendwelche Formvorschriften? Müsste der Mann in dem Beispiel das nur mündlich mitteilen? Oder besser per Post? Fax? Mail? Ist vielleicht sogar ein Brief vom Anwalt nötig? Wie kann sowa nachweisbar und rechtssicher erfolgen?

Klingt ja alles relativ simpel, 6 Monate Zeit, aber wie sieht sowas dann in der Praxis aus? Angeommen der Mann steht mit Koffer vor der Tür und die Frau schickt ihn weg. Kann der Mann einfach mit dem Koffer vor der Tür stehen und Sie darf ihn nicht abweisen? Muss er den Einzug ankündigen? Eine Frist setzen? Ich stelle mir sowas recht schwirig vor, auch wenn der Mann das Recht auf seiner Seite hat
lottchen hat geschrieben:Im anderen Thema steht, dass die Kinder bei der Mutter bleiben wollen. Es ist also kein Wechselmodell geplant. Möglicherweise wird die Ehefrau daher zum Gericht gehen und eine Zuweisung der ehelichen Wohnung für sich und die Kinder beantragen. Erfolgt diese wird der Mann ohnehin ausziehen müssen.
Wenn die Kinder aber sagen wir mal, einfach nur in genau dieser Wohnung bleiben möchte, egal bei welchem Elternteil, wie wäre dann so eine Zuweisung der ehelichen Wohnung? Bekommt die wer zuerst den Antrag stellt? Oder wonach geht sowas?

SusanneBerlin
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 15512
Registriert: 05.11.12, 13:35

Re: darf ein Partner mit den Kindern einfach wegziehen?

Beitrag von SusanneBerlin » 12.02.19, 20:18

wie sieht sowas dann in der Praxis aus?
Wie wäre es mit: Tür aufschließen, Hand auf den Türknauf legen, Tür nach innen schieben, reingehen, Tür schließen.

Sollte der Schlüssel nicht passen, melden Sie sich hier nochmal.
Grüße, Susanne

SusanneBerlin
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 15512
Registriert: 05.11.12, 13:35

Re: darf ein Partner mit den Kindern einfach wegziehen?

Beitrag von SusanneBerlin » 12.02.19, 20:24

Wenn die Kinder aber sagen wir mal, einfach nur in genau dieser Wohnung bleiben möchte, egal bei welchem Elternteil, wie wäre dann so eine Zuweisung der ehelichen Wohnung?
Die Kinder können keinen Antrag auf Zuweisung der Wohnung stellen, das können nur die Erwachsenen.
Bekommt die wer zuerst den Antrag stellt?
Nur wenn der andere zustimmt. Widerspricht der andere, und will die Wohnung ebenfalls haben, dann entscheidet der Richter.
Oder wonach geht sowas?
Es geht darum, wer die Wohnung dringender braucht, z.B. derjenige, der die Kinder hauptsächlich betreut.
Grüße, Susanne

ohno18
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 12
Registriert: 06.11.18, 08:11

Re: darf ein Partner mit den Kindern einfach wegziehen?

Beitrag von ohno18 » 12.02.19, 20:55

SusanneBerlin hat geschrieben:
wie sieht sowas dann in der Praxis aus?
Wie wäre es mit: Tür aufschließen, Hand auf den Türknauf legen, Tür nach innen schieben, reingehen, Tür schließen.

Sollte der Schlüssel nicht passen, melden Sie sich hier nochmal.
Wenn der Mann seinen Schlüssel aber bereits abgegeben hat? Ein Kind die Tür aufmachen lassen und rein? Ich stelle mir sowas "Spaßig" vor, wenn die Frau dann nach Hause kommt. Das wünsche ich keinem so eine Szene.

SusanneBerlin hat geschrieben:
Wenn die Kinder aber sagen wir mal, einfach nur in genau dieser Wohnung bleiben möchte, egal bei welchem Elternteil, wie wäre dann so eine Zuweisung der ehelichen Wohnung?
Die Kinder können keinen Antrag auf Zuweisung der Wohnung stellen, das können nur die Erwachsenen.
Bekommt die wer zuerst den Antrag stellt?
Nur wenn der andere zustimmt. Widerspricht der andere, und will die Wohnung ebenfalls haben, dann entscheidet der Richter.
Oder wonach geht sowas?
Es geht darum, wer die Wohnung dringender braucht, z.B. derjenige, der die Kinder hauptsächlich betreut.


Und wenn keiner von beiden die Wohnung dringender braucht, sondern eher die Kinder, weil die Schulen in der Nähe sind? Was ist in dem Fall mit "hauptsächlich" Betreut gemeint? Wer die Kinder bekocht, mit ihnen einkaufen geht, die Wäsche macht, Sonntagsausflüge? Wer weniger Stunden arbeitet? Weil wenn beide Eltern berufstätig sind ... ich stelle mir sowas schwierig vor. Da sollten sich der Mann und die Frau wohl am besten einigen, aber wenn beide die Entscheidung den Kindern überlassen wollen und die sich nicht entscheiden möchten, weil jede Entscheidung gegen ein Elternteil ist ... und wenn die sich raushalten und selbst vor Gericht sagen, es ist ihnen egal. Oder muss ein Kind vor Gericht zwangsweise eine Entscheidung fällen? Nachher müssen die Eltern sich dann doch einigen. Und das ist in so einem Fall eher schwierig denke ich mal.

Eine gemeinsame Einigung in so einen Fall ist schon fast unmöglich, wenn beide die Wohnung haben wollen und die Kinder. Die Kinder sollte man sowas nicht entscheiden lassen müssen. Nachher wohnen dann Mann und Frau da, außer einer von beiden zieht freiwillig aus. Verzwickte Situation ...

SusanneBerlin
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 15512
Registriert: 05.11.12, 13:35

Re: darf ein Partner mit den Kindern einfach wegziehen?

Beitrag von SusanneBerlin » 12.02.19, 23:09

Wenn der Mann seinen Schlüssel aber bereits abgegeben hat? Ein Kind die Tür aufmachen lassen und rein? Ich stelle mir sowas "Spaßig" vor, wenn die Frau dann nach Hause kommt. Das wünsche ich keinem so eine Szene.
Dass es schwer ist, eine eigene Meinung zu vertreten wenn man eigentlich der Frau "alles recht machen will", klingt durchaus an der einen oder anderen Stelle Ihrer threads durch.
Und wenn keiner von beiden die Wohnung dringender braucht, sondern eher die Kinder, weil die Schulen in der Nähe sind? Was ist in dem Fall mit "hauptsächlich" Betreut gemeint? Wer die Kinder bekocht, mit ihnen einkaufen geht, die Wäsche macht, Sonntagsausflüge? Wer weniger Stunden arbeitet? Weil wenn beide Eltern berufstätig sind ... ich stelle mir sowas schwierig vor.
Ja ein Richter trägt ein schweres Amt, er muss mitunter schwierige Entscheidungen fällen.
Oder muss ein Kind vor Gericht zwangsweise eine Entscheidung fällen?
Nein, der Richter wird nicht die Kinder fragen, welchem Elternteil die Wohnung zugesprochen werden sollte. Der Richter wird die Entscheidung anhand dessen fällen, was die Eltern vortragen. Die antragstellenden Elternteile sollten besser jeweils einen Anwalt beauftragen, und nicht die Kinder ins Feld schicken, wenn sie nicht wissen welche Argumente beim Gericht gut ankommen.
Die Kinder sollte man sowas nicht entscheiden lassen müssen.
Ja da stimme ich Ihnen zu.
Grüße, Susanne

Celestro
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 1673
Registriert: 22.06.05, 22:24

Re: darf ein Partner mit den Kindern einfach wegziehen?

Beitrag von Celestro » 12.02.19, 23:37

ohno18 hat geschrieben: Wenn der Mann seinen Schlüssel aber bereits abgegeben hat? Ein Kind die Tür aufmachen lassen und rein? Ich stelle mir sowas "Spaßig" vor, wenn die Frau dann nach Hause kommt. Das wünsche ich keinem so eine Szene.


Das Gesetz gibt ja hier den Rahmen vor. Also sich von den Kindern "rein lassen" wäre eine denkbar schlechte Idee.
ohno18 hat geschrieben:Und wenn keiner von beiden die Wohnung dringender braucht, sondern eher die Kinder, weil die Schulen in der Nähe sind? Was ist in dem Fall mit "hauptsächlich" Betreut gemeint? Wer die Kinder bekocht, mit ihnen einkaufen geht, die Wäsche macht, Sonntagsausflüge? Wer weniger Stunden arbeitet? Weil wenn beide Eltern berufstätig sind ... ich stelle mir sowas schwierig vor. Da sollten sich der Mann und die Frau wohl am besten einigen, aber wenn beide die Entscheidung den Kindern überlassen wollen und die sich nicht entscheiden möchten, weil jede Entscheidung gegen ein Elternteil ist ... und wenn die sich raushalten und selbst vor Gericht sagen, es ist ihnen egal. Oder muss ein Kind vor Gericht zwangsweise eine Entscheidung fällen? Nachher müssen die Eltern sich dann doch einigen. Und das ist in so einem Fall eher schwierig denke ich mal.
Ich würde sagen, die Zahl der Fälle, bei denen der Richter / die Richterin Schwierigkeiten hat, dies zu entscheiden dürfte sich im Promillebereich bewegen. Und wenn beide Elternteile die Entscheidung den Kindern überlassen wollen, tritt Ihnen der Richter / die Richterin hoffentlich mit Anlauf in den Arsch.
ohno18 hat geschrieben:Eine gemeinsame Einigung in so einen Fall ist schon fast unmöglich, wenn beide die Wohnung haben wollen und die Kinder. Die Kinder sollte man sowas nicht entscheiden lassen müssen. Nachher wohnen dann Mann und Frau da, außer einer von beiden zieht freiwillig aus. Verzwickte Situation ...
Ich würde einfach bei dem fiktiven Beispiel bleiben und dann ist die Situation eher ziemlich einfach. Denn der Vater ist ausgezogen und die Mutter hat die Betreuung der Kinder übernommen. Das der Vater hier wieder einzieht und das Gericht bei einer Zuteilung der Wohnung zu einem Elternteil etwas anderes als "pro" Mutter entscheidet kann ich mir nicht vorstellen.

P.S. Nach mittlerweile 3 Threads zum gleichen Thema und dem gelesenen "Tenor" von Ihnen noch ein kleiner Rat: Suchen Sie sich professionelle Hilfe. Ich denke wir haben mittlerweile ein ganz gutes Bild davon bekommen, wieso sich Ihre Frau von Ihnen trennen will. Und Sie sollten versuchen, den gleichen Fehler in Zukunft nicht noch einmal zu machen.

FM
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 16578
Registriert: 05.12.04, 16:06

Re: darf ein Partner mit den Kindern einfach wegziehen?

Beitrag von FM » 13.02.19, 00:33

Es wird wohl einen Unterschied machen, ob die Frau mit den Kindern von Offenbach nach Frankfurt zieht, oder von Hamburg nach München, oder von Berlin nach Sydney.

Unter anderem in Bezug auf das meist gemeinsame Sorgerecht, das Umgangsrecht, und die Kosten des Umgangsrechts. Aber auch erzieherisch ist es ein Thema, ob das Kind in München, Berlin oder New York aufwachsen soll.

Totzdem hat auch die Mutter ein Selbstbestimmungsrecht, und die Verärgerung des Vaters darüber dass nun ein Schwarzafrikaner (siehe anderer thread) mehr Erfolg hat bei ihr als er, ändert daran nichts.

Der Unterhaltsanspruch der Mutter (nicht: der Kinder) kann aber entfallen, wenn
dem Berechtigten [ihr] ein offensichtlich schwerwiegendes, eindeutig bei ihm liegendes Fehlverhalten gegen den Verpflichteten [ihn] zur Last fällt
Das kann bei Ehebruch zutreffen, die Hautfarbe des Dritten ist aber unbeachtlich.

winterspaziergang
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6863
Registriert: 16.11.13, 14:23

Re: darf ein Partner mit den Kindern einfach wegziehen?

Beitrag von winterspaziergang » 13.02.19, 08:20

FM hat geschrieben:
Der Unterhaltsanspruch der Mutter (nicht: der Kinder) kann aber entfallen, wenn
dem Berechtigten [ihr] ein offensichtlich schwerwiegendes, eindeutig bei ihm liegendes Fehlverhalten gegen den Verpflichteten [ihn] zur Last fällt
Das kann bei Ehebruch zutreffen, die Hautfarbe des Dritten ist aber unbeachtlich.
Nur der Vollständigkeit halber und weil der TE im fiktiven 8) Beispiel nach allerlei Gründen sucht: Sich trennen und danach einen neuen Partner haben oder einen neuen Mann kennenlernen und sich trennen, dürfte nach der Reform des Ehe-und Familienrechts im Jahre 1977, ebenso wenig reichen und vermutlich mehr als Hinweis auf die Zerrüttung der Ehe gewertet werden. Die Hautfarbe und Sprachkenntnisse des neuen Partners sind aber in jedem Fall unerheblich.

ohno18 hat geschrieben: Und wenn keiner von beiden die Wohnung dringender braucht, sondern eher die Kinder, weil die Schulen in der Nähe sind? Was ist in dem Fall mit "hauptsächlich" Betreut gemeint? Wer die Kinder bekocht, mit ihnen einkaufen geht, die Wäsche macht, Sonntagsausflüge? Wer weniger Stunden arbeitet? Weil wenn beide Eltern berufstätig sind ... ich stelle mir sowas schwierig vor.
nein, das ist ziemlich eindeutig, was mit "hauptsächlich betreut" gemeint ist.

Celestro
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 1673
Registriert: 22.06.05, 22:24

Re: darf ein Partner mit den Kindern einfach wegziehen?

Beitrag von Celestro » 13.02.19, 09:43

FM hat geschrieben:Der Unterhaltsanspruch der Mutter (nicht: der Kinder) kann aber entfallen, wenn
dem Berechtigten [ihr] ein offensichtlich schwerwiegendes, eindeutig bei ihm liegendes Fehlverhalten gegen den Verpflichteten [ihn] zur Last fällt
Das kann bei Ehebruch zutreffen,
Das kann im Jahr 2019 bei Ehebruch zutreffen ? Echt jetzt ?

ktown
FDR-Moderator
Beiträge: 21271
Registriert: 31.01.05, 08:14
Wohnort: Auf diesem Planeten

Re: darf ein Partner mit den Kindern einfach wegziehen?

Beitrag von ktown » 13.02.19, 09:50

Wikipedia hat geschrieben:Bundesrepublik
In der Bundesrepublik Deutschland war bis zum 31. August 1969 der aus dem Reichsstrafgesetzbuch übernommene § 172 in Kraft. Im Zuge der Großen Strafrechtsreform wurde dieses Gesetz ersatzlos gestrichen. Ehebruch wird in der Bundesrepublik seitdem nicht mehr strafrechtlich sanktioniert. Zuvor war in der Diskussion über die Große Strafrechtsreform von den Unionsparteien ein Antrag eingebracht worden, der mit der Begründung einer „sittenprägenden und sittenerhaltenden Wirkung“ die angedrohte Haftstrafe verdoppeln sollte, der jedoch letztlich nicht verwirklicht wurde.

Seit dem 1. Juli 1977 ist durch das Erste Gesetz zur Reform des Ehe- und Familienrechts auch die Schuldfrage bei Scheidungen entfallen und somit Ehebruch kein Grund für eine solche mehr. Grundsätzlich entscheidend ist nur noch, ob die Ehegatten seit längerem getrennt leben. Nur durch sehr schwere Fälle von Ehebruch gehen Ansprüche auf Unterhalt verloren. Generell kann allenfalls die Unterlassung von Ehebruch in der gemeinsamen Wohnung des Ehepaares zivilrechtlich durchgesetzt werden.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

windalf
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 14798
Registriert: 27.01.05, 02:00
Wohnort: Internet

Re: darf ein Partner mit den Kindern einfach wegziehen?

Beitrag von windalf » 13.02.19, 09:55

Generell kann allenfalls die Unterlassung von Ehebruch in der gemeinsamen Wohnung des Ehepaares zivilrechtlich durchgesetzt werden.
Wie darf man sich die Durchsetzung dieses Unterlassungsanspruches eigentlich in der Praxis vorstellen? Legt der Gerichtsvollzieher sich dann auf die Lauer und zieht den/die Liebhaber(in) vom Partner(in) der sich gerade doch nicht mal dran halten will oder kostet dann einmal unerlaubtes Poppen x EURO das vom gemeinsamen Konto abgebucht wird? :lachen: :lachen: :lachen:
...fleißig wie zwei Weißbrote
0x2B | ~0x2B
Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

Antworten