Anhörung zum gemeinschaftlichen Sorgerecht

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

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Hertha1892
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Re: Anhörung zum gemeinschaftlichen Sorgerecht

Beitrag von Hertha1892 » 21.07.19, 10:09

Da das GSR nur wesentliche Entscheidungen im Leben des Kindes betrifft, ist es nicht zwangsläufig notwendig, dass die Eltern zusammen arbeiten. Die Alltagsentscheidungen trifft der Elternteil, bei dem das Kind lebt, weiterhin allein.

Bei einem 10jährigen dürfte maximal noch die Wahl der Oberschule, der Ausbildung und ggf schwerere gesundheitliche Maßnahmen gefragt sein, wenn denn einer nach dem anderen Sorgeberechtigten fragt. Und im Jugendalter wäre es für das Kind einfacher zum anderen Elternteil umzuziehen. Und dann, ja, sollten Eltern sich abstimmen. Klappt das nicht, entscheidet das Gericht.

Grüße Hertha1892

windalf
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Re: Anhörung zum gemeinschaftlichen Sorgerecht

Beitrag von windalf » 21.07.19, 19:55

Problem ist nur: zieht die Mutter hier die Eskalation aus taktischen Gründen durch, wie soll das zukunftsgerichtet zu einer guten Sache fürs Kind werden? Wie soll der Richter mit seiner Entscheidung Gutes fürs Kind bewirken?
Die Antwort liegt doch auf der Hand. Man gebe das Sorgerecht demjenigen, der nicht auf der Eskalationsschiene fährt. Der andere wird sich dann schon entsprechend zu benehmen wissen, wenn er das Kind noch sehen will und gehört werden möchte...
...fleißig wie zwei Weißbrote
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

Old Piper
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Re: Anhörung zum gemeinschaftlichen Sorgerecht

Beitrag von Old Piper » 23.07.19, 06:45

windalf hat geschrieben:
21.07.19, 19:55
Die Antwort liegt doch auf der Hand. Man gebe das Sorgerecht demjenigen, der nicht auf der Eskalationsschiene fährt. Der andere wird sich dann schon entsprechend zu benehmen wissen, wenn er das Kind noch sehen will und gehört werden möchte...
Du bist hier nicht im Forum Deutscher Träumer! Wenn's um deutsches Recht geht, liegt überhaupt gar nichts auf der Hand
MfG
Old Piper
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Ecnis
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Re: Anhörung zum gemeinschaftlichen Sorgerecht

Beitrag von Ecnis » 30.07.19, 16:36

Hertha1892 hat geschrieben:
21.07.19, 10:09
Da das GSR nur wesentliche Entscheidungen im Leben des Kindes betrifft, ist es nicht zwangsläufig notwendig, dass die Eltern zusammen arbeiten. Die Alltagsentscheidungen trifft der Elternteil, bei dem das Kind lebt, weiterhin allein.

Bei einem 10jährigen dürfte maximal noch die Wahl der Oberschule, der Ausbildung und ggf schwerere gesundheitliche Maßnahmen gefragt sein, wenn denn einer nach dem anderen Sorgeberechtigten fragt. Und im Jugendalter wäre es für das Kind einfacher zum anderen Elternteil umzuziehen. Und dann, ja, sollten Eltern sich abstimmen. Klappt das nicht, entscheidet das Gericht.

Grüße Hertha1892
Aus dem Stand fallen mir noch folgende Themenbereiche ein, über die sich gemeinsam sorgeberechtigte Trennungseltern regelmäßig streiten bzw. Einmütigkeit bei der Entscheidung vorliegen muss gerade bei Kindern im Teenageralter:
Kommunion/Firmung/Konfirmation
Finanzsorge, sprich: Kontoeröffnung/Geldkarte
Schulwechsel/Nachprüfung
Umzug
Führerschein Moped/begleitetes Fahren
Auslandsaufenthalt

"Nur auf dem Papier" steht das Sorgerecht nicht zwingend, wenn es Eltern auf die Auseinandersetzung anlegen. Und das tun nicht wenige. Während es in der kinderphase oft Kleinigkeiten sind, die letztlich auch einfach vom Gericht zu entscheiden sind, werden mit zunehmenden Alter die Entscheidungen schon schwieriger und sind nicht unbedingt offensichtlich für den Außenstehenden.

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