Kindeswohl usw.

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

Moderator: FDR-Team

mosen
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Kindeswohl usw.

Beitrag von mosen » 27.03.19, 14:40

Moin und Hallo,

ich hoffe es geht allen gut ;)

Eine Frage hätte ich gern gestellt:

Angenommen es gibt eine Familie bestehend aus Mutter, Vater und einem Kind, nicht verheiratet mit gemeinsamen Sorgerecht ;). Irgendwann geht alles in die Brüche und man versucht das Wechselmodel (auf eigene Faust) wobei leider auch hier alles scheitert, da die Mutter und das Kind sich extrem stressen/streiten. Das Kind entscheidet sich zum Vater zu gehen (ist eh schon dort gemeldet und hat sogar den Nachnamen) und lange Zeit passiert nix anderes, als das der Papa sich den Hintern aufreißt, zu 100% für alle Belange (finanziell etc.) des Kindes aufkommt und die Kleine zu ca. 98% des Jahres bei ihm lebt.
Nun ist bei der Kindesmutter ein Lebenswandel gekommen und es wurde ein Haus geerbt usw. auf einmal will sie mit aller Gewalt das Kind zu sich holen... Mit materiellen Werten locken etc. Der Vater hatte der Mutter gesagt, dass Sie sich evtl. erst mal ein wenig finanziell in der bisherigen Situation einbringen soll. Dieses wurde verneint mit der Aussage das sie das Kind ja eh nie sieht. Der Vater hat mehrfach versucht, die Mutter wieder mit dem Kind zusammen zu führen aber dieses hat nicht funktioniert aufgrund vieler wechselnder Partner die das Kind leider miterleben musste und immer mehr eine "Abneigung" entwickelt hat.
Jetzt möchte der Kindesvater das ganze gerne vernünftig und Dingfest machen, da die Mutter mit einigen Dingen anfängt zu drohen; Kind kommt bald zu mir etc.
Wie sollte man am besten vorgehen?! Leider ist ja Familienrecht in den meisten Rechtsschutz Versicherungen nicht verankert, so dass man evtl. recht hohe Kosten erwarten kann... Sollte der KV als erstes das Jugendamt einschalten oder wie wäre der beste Weg?
Zusätzlich ist wohl raus gekommen, dass die Mutter auch Schulden auf den namen der 12 jährigen Tochter generiert hat (Geb. Datum verändert). Was ja auch kein Kavaliersdelikt mehr ist denke ich mal...

Ich würde mich über Ansätze in dem vorliegenden Fall freuen.

Vielen Dank und Gruß Marco

windalf
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Re: Kindeswohl usw.

Beitrag von windalf » 27.03.19, 14:55

Was will denn das (zwölfjährige) Kind?
...fleißig wie zwei Weißbrote
0x2B | ~0x2B
Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

mosen
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Re: Kindeswohl usw.

Beitrag von mosen » 27.03.19, 14:58

Hallo,

Also das Kind möchte gerne bei dem Papa bleiben. Wurde zumindest immer (bis gestern) so gesagt...

Gruß Marco

SusanneBerlin
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Re: Kindeswohl usw.

Beitrag von SusanneBerlin » 27.03.19, 15:16

Hallo,
Jetzt möchte der Kindesvater das ganze gerne vernünftig und Dingfest machen, da die Mutter mit einigen Dingen anfängt zu drohen; Kind kommt bald zu mir etc.
Wie sollte man am besten vorgehen?!
Einfach nix machen. Die Mutter kann sich das Umgangsrecht einklagen, so sie daran interessiert ist.
Grüße, Susanne

mosen
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Re: Kindeswohl usw.

Beitrag von mosen » 27.03.19, 15:20

Hallo,

einfach nix machen?!
Aber dann kann es doch sein, dass irgendwie mit schmutzigen mitteln was erspielt wird oder nicht? Und wie ist das mit dem Aufenthaltsbestimmungsrecht? Falls die Mutter (auch wenn es unwahr ist) nun sagt, dass der KV das Kind entzogen hat oder sonstiges.
Das kann dann ja schon in die Hose gehen. Oder sehe ich das falsch?


Gruß Marco

lottchen
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Re: Kindeswohl usw.

Beitrag von lottchen » 27.03.19, 16:42

WENN die Mutter irgendwas tut / unterlässt / fordert / einklagt / behauptet ...., dann kann man dagegen vorgehen. Bisher stänkert sie doch nur rum. Was will der Vater denn erreichen? Wie lange ist die Trennung her? Seit wann lebt die Tochter allein beim Vater? Das Sorgerecht ist geteilt, das Aufenthaltsbestimmungsrecht auch?
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Celestro
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Re: Kindeswohl usw.

Beitrag von Celestro » 27.03.19, 16:51

mosen hat geschrieben: einfach nix machen?!
Aber dann kann es doch sein, dass irgendwie mit schmutzigen mitteln was erspielt wird oder nicht? Und wie ist das mit dem Aufenthaltsbestimmungsrecht? Falls die Mutter (auch wenn es unwahr ist) nun sagt, dass der KV das Kind entzogen hat oder sonstiges.
Das kann dann ja schon in die Hose gehen. Oder sehe ich das falsch?
Also ich halte "Ruhe bewahren" und erst einmal "nichts machen" auch für die beste Idee. Alternativ könnte sich ein Vater in so einer Situation einmal unverbindlich mit einem Fachanwalt für Familienrecht austauschen. Würde zwar etwas kosten, aber wenn "nix machen" nicht in Frage kommt, sollte man vielleicht mal ein paar Euro für eine Erstberatung in die Hand nehmen.

Old Piper
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Re: Kindeswohl usw.

Beitrag von Old Piper » 28.03.19, 07:32

Es kann bestimmt nicht schaden, sich mal unverbindlich beim Jugendamt beraten zu lassen.
Wenn es tatsächlich zum Streit kommt, ist das JA eh mit im Boot und da ist es nicht schlecht, wenn die schon mal Bescheid wissen.
MfG
Old Piper
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Behörden- und Gerichtsentscheidungen sind zwar oft recht mäßig, aber meistens rechtmäßig.

winterspaziergang
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Re: Kindeswohl usw.

Beitrag von winterspaziergang » 28.03.19, 09:51

mosen hat geschrieben: Leider ist ja Familienrecht in den meisten Rechtsschutz Versicherungen nicht verankert, so dass man evtl. recht hohe Kosten erwarten kann...
Eine etwaige RV im Familienrecht würde hier auch nichts nutzen: Es ist ja noch gar kein Anlass rechtlich zu reagieren.
Sollte der KV als erstes das Jugendamt einschalten oder wie wäre der beste Weg?
Zusätzlich ist wohl raus gekommen, dass die Mutter auch Schulden auf den namen der 12 jährigen Tochter generiert hat (Geb. Datum verändert). Was ja auch kein Kavaliersdelikt mehr ist denke ich mal...
Dürfte im Streitfall bei der Würdigung der Frage, wo das Kind besser aufgehoben ist, nicht unwichtig sein.
Mit materiellen Werten locken etc. Der Vater hatte der Mutter gesagt, dass Sie sich evtl. erst mal ein wenig finanziell in der bisherigen Situation einbringen soll. Dieses wurde verneint mit der Aussage das sie das Kind ja eh nie sieht.
Dürfte auch nicht unerheblich sein: Die Mutter interessiert sich offensichtlich gar nicht für ihre Tochter. Sie enthält ihr den ihr zustehenden Unterhalt vor, will über ihren Kopf hinweg entscheiden, sie bestellt auf ihrem Namen Produkte, die sie nicht bezahlt (das ist kein Kavaliersdelikt, sondern Betrug).

Beratung beim JA ist zu dem Zeitpunkt eine mögliche Anlaufstelle.

lottchen
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Re: Kindeswohl usw.

Beitrag von lottchen » 28.03.19, 10:07

Ich persönlich würde das Jugendamt nicht selber einschalten und auf mich und mein Kind aufmerksam machen. Wer weiß schon, in welche Richtung das geht. Dann wird vielleicht erst mal kontrolliert ob das Kind bei mir als Vater auch tatsächlich gut aufgehoben ist...
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mosen
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Re: Kindeswohl usw.

Beitrag von mosen » 28.03.19, 10:34

Guten Morgen,

also der KV möchte erreichen, dass eine zweiwöchige Regelung OHNE ständiges Absagen zustande kommt, damit dieser nicht "365 Tage" im Jahr "zu Hause" sitzt und nie etwas planen kann... Gleichzeitig wäre es dem KV schon wichtig das die KM evtl. eine finanzielle Beteiligung leistet.
Kurz noch mal zu der Frage ob das Aufenthaltsbestimmungsrecht geteilt ist. Ist dieses nicht so, dass wenn man zusammen wohnt und beide das Sorgerecht haben auch automatisch das Aufenthaltsbestimmungsrecht geteilt ist?!

Das JA könnte gern beim KV schauen, es ist alles in geregelten Bahnen, Familie steht zusammen und es ist ein gepflegtes Haus etc. vorhanden. Dem Kind fehlt es an nix.

Natürlich möchte der KV keine Pferde scheu machen, aber die Vergangenheit hat gezeigt, dass es bei der Familie der KM gerne mal zu Streitigkeiten und "bösem Blut" kommt...

Eigentlich ist dem KV wichtig wie das beste Vorgehen wäre um evtl. nicht direkt alles loszutreten aber trotzdem eine vernünftige DINGFESTE Regelung zu finden, wo doch das Kind eh bei dem KV bleiben möchte.

Vielen Dank schon mal an die ganzen Leute die Antworten.

Gruß Marco

Celestro
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Re: Kindeswohl usw.

Beitrag von Celestro » 28.03.19, 12:09

lottchen hat geschrieben:Ich persönlich würde das Jugendamt nicht selber einschalten und auf mich und mein Kind aufmerksam machen. Wer weiß schon, in welche Richtung das geht. Dann wird vielleicht erst mal kontrolliert ob das Kind bei mir als Vater auch tatsächlich gut aufgehoben ist...
Sehr merkwürdige Einstellung finde ich. Ich habe diese Vorgehensweise als hilfreich erlebt.
mosen hat geschrieben:Eigentlich ist dem KV wichtig wie das beste Vorgehen wäre um evtl. nicht direkt alles loszutreten aber trotzdem eine vernünftige DINGFESTE Regelung zu finden, wo doch das Kind eh bei dem KV bleiben möchte.
Klingt für mich wie: "Wasch mich, aber mach mich nicht nass". Eine "dingfeste" Regelung würde in einem oben beschriebenen Fall vermutlich nur per Gericht möglich sein. Das wäre dann mMn aber "direkt alles loszutreten".

winterspaziergang
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Re: Kindeswohl usw.

Beitrag von winterspaziergang » 28.03.19, 13:22

mosen hat geschrieben: Natürlich möchte der KV keine Pferde scheu machen, aber die Vergangenheit hat gezeigt, dass es bei der Familie der KM gerne mal zu Streitigkeiten und "bösem Blut" kommt...

Eigentlich ist dem KV wichtig wie das beste Vorgehen wäre um evtl. nicht direkt alles loszutreten aber trotzdem eine vernünftige DINGFESTE Regelung zu finden, wo doch das Kind eh bei dem KV bleiben möchte.
Der Kindesvater muss die rechtlichen Möglichkeiten von den, sagen wir, zwischenmenschlichen, trennen. Er hat es nicht in der Hand, wie die Ex-Partnerin auf den noch so vernünftigen Vorschlag reagiert.

und das hier:
also der KV möchte erreichen, dass eine zweiwöchige Regelung OHNE ständiges Absagen zustande kommt, damit dieser nicht "365 Tage" im Jahr "zu Hause" sitzt und nie etwas planen kann... Gleichzeitig wäre es dem KV schon wichtig das die KM evtl. eine finanzielle Beteiligung leistet.
wird er genauso gut oder schlecht erreichen können, wir die vielen alleinstehenden Mütter, die ihre Kinder vertrösten müssen, weil hier der Vater es sich anders überlegt hat und nicht zum Besuchswochenende kommt oder nicht zahlt.

Das Fazit ist aber: Wenn die KM sich quer stellt, hilft das noch so besonnene Vorgehen nichts. Zeit gewinnen wäre auch eine Möglichkeit, denn ab dem 14. LJ darf das Kind ganz anders mit entscheiden.

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Re: Kindeswohl usw.

Beitrag von ralph12345 » 28.03.19, 13:29

Gleichzeitig wäre es dem KV schon wichtig das die KM evtl. eine finanzielle Beteiligung leistet.
Nö, das scheint dem Vater so überhaupt nicht wichtig zu sein. Wäre das wichtig, wäre er in den vergangenen Jahren längst mal tätig geworden. Unterhalt schriftlich einfordern, dann per Anwalt einfordern und dann ggf. einklagen. Rechte hat jeder, aber wahrnehmen muss man die schon selbst.

windalf
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Re: Kindeswohl usw.

Beitrag von windalf » 28.03.19, 13:36

wird er genauso gut oder schlecht erreichen können, wir die vielen alleinstehenden Mütter, die ihre Kinder vertrösten müssen, weil hier der Vater es sich anders überlegt hat und nicht zum Besuchswochenende kommt oder nicht zahlt.
Naja daran ist aber doch der Staat schuld. Wäre das gewollt legt man einfach höchstrichterlich fest x Stunden/Tage vorher nicht rechtzeitig abgesagt und zum Beispiel 500 EUR Strafzahlung an den Kindesbetreuenden sind fällig. Bei Nichtzahlung innerhalb von 2 Wochen nach Verfehlung ab in den Bau. Ein Regelegung/Anreizsystem in dieser Richtung würde unheimlich disziplinieren. Ist nur scheinbar nicht gewollt...
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

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