Kindeswohl usw.

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

Moderator: FDR-Team

Townspector
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 1209
Registriert: 24.06.12, 00:03
Wohnort: Im hohen Norden

Re: Kindeswohl usw.

Beitrag von Townspector » 28.03.19, 15:18

windalf hat geschrieben:
wird er genauso gut oder schlecht erreichen können, wir die vielen alleinstehenden Mütter, die ihre Kinder vertrösten müssen, weil hier der Vater es sich anders überlegt hat und nicht zum Besuchswochenende kommt oder nicht zahlt.
Naja daran ist aber doch der Staat schuld. [...]
:lachen: :lachen: :lachen: :lachen: :lachen: :lachen: :lachen: :lachen:

Und wieder einmal geht die goldene Populistenpauke an den Forennutzer, der einerseits bei jedwedem Atemzug einer Behörde
- den Weltfrieden
- die persönliche Freiheit eines jeden Einzelnen und
- die Unterwäsche von Mahatma Ghandi
in Gefahr sieht,

aber andererseits kategorisch drakonische Eingriffe für Kindesbesuchversäumer fordert .

Oha, ich brauche mehr Popcorn! :liegestuhl:
Gedenksignatur - Gewidmet dem unbekannten Anwalt
In dankbarer Erinnerung an all jene namenlosen, stets laut angekündigten Rechtsvertreter,
die jedoch heldenhaft nie in meinem Dienstzimmer erschienen sind oder tapfer nichts von sich hören ließen.

windalf
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 14950
Registriert: 27.01.05, 02:00
Wohnort: Internet

Re: Kindeswohl usw.

Beitrag von windalf » 28.03.19, 15:23

aber andererseits kategorisch drakonische Eingriffe für Kindesbesuchversäumer fordert .
Ne ich fordere nur, dass wenn Regeln/Vereinbarungen aufgestellt/getroffen werden, dass dafür gesorgt wird, dass diese auch eingehalten werden bzw. dass das nicht einhalten eben schmerzhafte Konsequenzen hat. (Und dieser Wunsch das Regelungen/Vereinbarungen nicht nur auf dem Papier stehen sollten, sondern auch dafür gesort wird, dass deren Nichteinhaltung Konsequenzen hat ist bei mir völlig themenunabhängig)
...fleißig wie zwei Weißbrote
0x2B | ~0x2B
Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

SusanneBerlin
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 16199
Registriert: 05.11.12, 13:35

Re: Kindeswohl usw.

Beitrag von SusanneBerlin » 28.03.19, 15:29

windalf hat geschrieben:
aber andererseits kategorisch drakonische Eingriffe für Kindesbesuchversäumer fordert .
Ne ich fordere nur, dass wenn Regeln/Vereinbarungen aufgestellt/getroffen werden, dass dafür gesorgt wird, dass diese auch eingehalten werden bzw. dass das nicht einhalten eben schmerzhafte Konsequenzen hat.
Dann passt dein Vorschlag nicht zum hier vorliegenden Fall, denn hier wurden m.E. keine verbindlichen Regelungen/Vereinbarungen aufgestellt, der Vater möchte nur gerne, dass eine zweiwöchige Regelung zustande kommt und die Mutter alle 14 Tage das Kind nimmt "damit dieser nicht "365 Tage" im Jahr "zu Hause" sitzt und nie etwas planen kann... "
Grüße, Susanne

windalf
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 14950
Registriert: 27.01.05, 02:00
Wohnort: Internet

Re: Kindeswohl usw.

Beitrag von windalf » 28.03.19, 15:34

Dann passt dein Vorschlag nicht zum hier vorliegenden Fall
Unabhängig davon ob er es tut oder nicht (ich behaupte das tut er) passt er aber auf jeden Fall zu dem Zitat von winterspaziergang, das ich kommentiert habe. Am besten einfach nochmal lesen...
...fleißig wie zwei Weißbrote
0x2B | ~0x2B
Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

Old Piper
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 4079
Registriert: 14.09.04, 07:10

Re: Kindeswohl usw.

Beitrag von Old Piper » 29.03.19, 07:36

Celestro hat geschrieben:
lottchen hat geschrieben:Ich persönlich würde das Jugendamt nicht selber einschalten und auf mich und mein Kind aufmerksam machen. Wer weiß schon, in welche Richtung das geht. Dann wird vielleicht erst mal kontrolliert ob das Kind bei mir als Vater auch tatsächlich gut aufgehoben ist...
Sehr merkwürdige Einstellung finde ich. Ich habe diese Vorgehensweise als hilfreich erlebt.
Richtig. Meiner Erfahrung nach ist die frühere kompromisslose "ein-Kind-gehört-zur-Mutter"-Haltung der meisten JA'er deutlich rückläufig. Wer von sich aus zum JA geht und dort Hilfe zum Wohle des Kindes sucht, der bekommt mit einiger Wahrscheinlichkeit mehr Unterstützung als der, dem es offenbar nur darum geht, dem/der Ex eins auszuwischen.
MfG
Old Piper
_____________________
Behörden- und Gerichtsentscheidungen sind zwar oft recht mäßig, aber meistens rechtmäßig.

mosen
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 32
Registriert: 13.04.10, 10:17

Re: Kindeswohl usw.

Beitrag von mosen » 29.03.19, 10:41

Old Piper hat geschrieben:
Celestro hat geschrieben:
lottchen hat geschrieben:Ich persönlich würde das Jugendamt nicht selber einschalten und auf mich und mein Kind aufmerksam machen. Wer weiß schon, in welche Richtung das geht. Dann wird vielleicht erst mal kontrolliert ob das Kind bei mir als Vater auch tatsächlich gut aufgehoben ist...
Sehr merkwürdige Einstellung finde ich. Ich habe diese Vorgehensweise als hilfreich erlebt.
Richtig. Meiner Erfahrung nach ist die frühere kompromisslose "ein-Kind-gehört-zur-Mutter"-Haltung der meisten JA'er deutlich rückläufig. Wer von sich aus zum JA geht und dort Hilfe zum Wohle des Kindes sucht, der bekommt mit einiger Wahrscheinlichkeit mehr Unterstützung als der, dem es offenbar nur darum geht, dem/der Ex eins auszuwischen.


Also ihr meint das der KV besser zum JA gehen kann um evtl. dem ganzen vorweg zu greifen und quasi auf die Situation noch im positiven aufmerksam zu machen? Das könnte dann im Nachgang auch evtl. positiv bei weiteren evtl. gerichtlichen Dingen als wohlwollend ausgelegt werden?

Gruß Marco

Celestro
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 1955
Registriert: 22.06.05, 22:24

Re: Kindeswohl usw.

Beitrag von Celestro » 29.03.19, 11:55

mosen hat geschrieben: Also ihr meint das der KV besser zum JA gehen kann um evtl. dem ganzen vorweg zu greifen und quasi auf die Situation noch im positiven aufmerksam zu machen? Das könnte dann im Nachgang auch evtl. positiv bei weiteren evtl. gerichtlichen Dingen als wohlwollend ausgelegt werden?
Ja ... allerdings solltest Du Dich ans JA wenden, weil die Situation das Kind belastet und Du daran etwas ändern willst. Aber nicht, weil es bei Gericht dann vielleicht Pluspunkte gibt.

Chavah
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 8238
Registriert: 06.02.05, 10:23

Re: Kindeswohl usw.

Beitrag von Chavah » 09.04.19, 17:15

M.E. ist es doch primär eine Frage der Taktik, wie man hier vorgeht. Wenn man ganz weit oben anfängt, dann kann man sich nicht mehr steigern und das ist mitunter ja durchaus sinnvoll. Was haben wir? Eltern, die sich bisher so durchgewurschtelt haben, ein Kind, welches wegen seines Alters schon ein gewaltiges Mitspracherecht hat und Gerichte, die unter dem Stichwort "Kontinuität der Erziehung" nicht leichtfertig eine Änderung verfügen, wenn es keine gravierenden Gründe gibt. Zunächst einmal ist wichtig, hier die verschiedenen Problemkreise sauber zu unterscheiden und nicht zu vermengen.

Unterhalt: wenn du alleinerziehend bist, dann würde ich zur Unterhaltsvorschußkasse beim JA gehen, Unterhaltsvorschuß beantragen. Wenn du wieder verheiratet bist, dann geht das nicht, dann bleibt aber die Einrichtung einer Beistandsschaft beim JA. Andere Abteilung, da agiert dann das JA quasi als "Schmalspuranwalt in der Unterhaltssache" für das Kind. Ist kostenfrei, kann beides auch parallel laufen. Hol dir insoweit Hilfe, und vermenge das nicht mit den anderen Problemen.

Umgang: es ist ein Unding, dass du und vor allen Dingen auch das Kind ständig in der Ungewißheit leben, ob man was planen kann, wie man sein eigenes Leben gestaltet. Das habt ihr beide nicht verdient! Ich würde als Einstieg, erst einmal ohne offizielle fremde Hilfe (damit du dich noch steigern kannst) der Lady per Einwurfeinschreiben mitteilen, dass ihr mindestens xy Wochen vor einem Umgang Bescheid wissen wollt, damit ihr der Lady mitteilen könnt, ob es passt. In diesem Brief gleichzeitig mitteilen, dass man es begrüßen würde, eine belastbare Umgangsregelung zu erarbeiten.

Änderung Aufenthalt des Kindes: da muss sie aktiv werden. Gemeinsames Aufenthaltsbestimmungsrecht bedeutet nicht, dass hier die Eltern willkürlich ein Kind hin- und herziehen kann. Wenn ihr euch nicht einigen könnt, dann muss sie vor Gericht gehen und das wars.

Chavah

Antworten