Schmerzensgeld Kind

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

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TG
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Schmerzensgeld Kind

Beitrag von TG » 01.08.19, 22:07

Hallo,
aufgrund einer Fehldiagnose wurde einem 8j. Kind Schmerzensgeld in Höhe von 17.000€ von einer Klinik zugebilligt. Die Eltern des Kindes sind geschieden, haben aber gemeinsames Sorgerecht. Der Vater wurde beifällig über das Ergebnis (Schmerzensgeld) des Prozesses von der KM unterrichtet. Beide haben Sorgerecht. Hat die KM das Recht, das Schmerzensgeld des Kindes auszugeben bzw. allein über die Verwendung zu entscheiden? Müßte da nicht ein Treuhänder vom Familiengericht eingesetzt werden?
Gruß TG

windalf
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Re: Schmerzensgeld Kind

Beitrag von windalf » 02.08.19, 06:37

Am besten wäre es wohl ein Konto für da Kind anzulegen und das Geld dort draufzuzahlen, damit das Kind dann ab dem 18.ten selbst frei darüber verfügen kann. Es war ja das Kind, dass die Schmerzen hatte und nicht die Eltern...

Da aktuell Geld ohne Ende gedruckt wird besteht allerdings die Gefahr, dass man in 10 Jahren dann nicht mehr viel vom Geld hat. Daher ist es dann wohl sinnvoller in ein paar ETFs oder ähnliches zu investieren, statt des Geld womöglich noch mit Strafzins irgendwo rumliegen zu lassen.
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

TG
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Re: Schmerzensgeld Kind

Beitrag von TG » 02.08.19, 08:04

Da beide Eltern das Sorgerecht, und damit auch die Vermögenssorge haben, wäre die logische Folge davon, dass beide Eltern entscheiden, wie mit dem Geld des Kindes umgegangen wird. Da der Gerichtsprozeß wegen Schmerzensgeld während der Ehezeit begonnen hatte und nun, ein paar Jahre später (nach Scheidung) beendet ist, hätte die Mutter offiziell den Vater informieren bzw. gemeinsam über den Verbleib des Geldes entschieden werden müssen. Hat sie aber nicht gemacht. Ich bin nicht sicher, aber muß sie nicht auch das Jugendamt informieren?

Die Mutter lebt von Alg2 und befindet sich zur Zeit 5 Wochen auf Urlaub im außer EU Land. Mit anderen Worten, sie gibt das Geld mit vollen Händen aus. Der Vater möchte das Geld für das Kind anlegen. Wie kann er vorgehen?
Gruß TG

FM
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Re: Schmerzensgeld Kind

Beitrag von FM » 02.08.19, 09:50

TG hat geschrieben:
02.08.19, 08:04
Die Mutter lebt von Alg2 und befindet sich zur Zeit 5 Wochen auf Urlaub im außer EU Land. Mit anderen Worten, sie gibt das Geld mit vollen Händen aus. Der Vater möchte das Geld für das Kind anlegen. Wie kann er vorgehen?
Bei einem AlG-II-Empfänger können nur 3 Wochen Auslandsaufenthalt genehmigt werden.

Der Vater sollte sich, wenn es so ist wie er sagt (wozu er aber schon umfangreiche Faktenkenntnis haben müsste z.B. über Kontostände und -bewegungen) an einen Anwalt wenden und prüfen lassen, wie das Geld gesichert werden kann, etwa durch eine gerichtliche Sperrung des Kontos. Wenn er allerdings das Konto der Mutter sperren lässt obwohl diese das Geld des Kindes gar nicht widerrechtlich angreift, kann das gerade bei einem Auslandsaufenthalt zu erheblichen Schäden führen welche dann zu ersetzen wären.

windalf
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Re: Schmerzensgeld Kind

Beitrag von windalf » 02.08.19, 10:59

Bei einem AlG-II-Empfänger können nur 3 Wochen Auslandsaufenthalt genehmigt werden.
Zumindest während des Leistungsbezugs. Man kann sich davon natürlich kurzfristig abmelden und das Geld des Kindes erstmal direkt verbrennen. Das Blöde dabei dürfte sein, dass dies im Ergebnis für die Mutter in nahezu allen Konstellationen konsequenzenlos...
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

TG
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Re: Schmerzensgeld Kind

Beitrag von TG » 02.08.19, 13:10

Der Vater weiß, dass nur 3 Wochen Urlaub vom JC genehmigt werden. Seine EX hat ihm hämisch erklärt, dass sie 5 Wochen in einem Luxushotel in Ägypten verbringt. Zur Zeit ist sie mit Kindern dort.

Er mußte kurzfristig von einem Tag zum anderen zum Familiengericht kommen und der Reise seiner Kinder zustimmen. Dabei kam dann auch heraus, dass der Schmerzensgeld Prozeß beendet ist. Er hat von nichts gewußt und war reichlich geschockt über die Handlungsweise der EX.

Evtl. hat sie sich ja vom JC total abgemeldet und wird erstmal das Schmerzensgeld des Kindes "verbraten". Er stellt sich die Frage, ob das rechtens ist und ob er nicht ein Mitspracherecht beim Vermögen des Kindes hat.
Gruß TG

Froggel
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Re: Schmerzensgeld Kind

Beitrag von Froggel » 02.08.19, 14:50

TG hat geschrieben:
02.08.19, 13:10
Er stellt sich die Frage, ob das rechtens ist und ob er nicht ein Mitspracherecht beim Vermögen des Kindes hat.
Diese Frage sollte er einem Anwalt stellen, der ihm dann dazu raten kann, welche sofortigen Maßnahmen der Vater ergreifen kann, um das Vermögen des Kindes zu schützen. Je länger so etwas in einem Forum diskutiert wird, desto mehr Zeit hat die Mutter, das Geld auszugeben.
Ich bin kein Jurist.
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Re: Schmerzensgeld Kind

Beitrag von FM » 03.08.19, 10:08

Da die Eltern das Kind gemeinsam vertreten und die Zahlung keine Angelegenheit des täglichen Lebens ist wäre auch die Frage, ob die Auszahlung des Schadensersatzes an die Mutter befreiende Wirkung für den Schuldner hatte.

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