Getrennt in der gleichen Wohnung

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

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Lydi
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Getrennt in der gleichen Wohnung

Beitrag von Lydi » 27.08.19, 22:30

Hallo,
Frau (F) und Mann (M), verheiratet, leben getrennt in einer Wohnung. F hat einen 17j. Sohn der noch zur Schule geht. Der Vater vom Sohn ist verstorben, Halbwaisenrente bekommt F nicht, da der Kindsvater nie arbeiten gegangen ist und dauerhaft Hartz IV bezog. M ist nicht der Vater des Sohnes. M sagt, da der Sohn von F auch mit in der Wohnung lebt, braucht M nur 1/3 der Miete zahlen. Stimmt das?
Ich konnte im Netz nichts darüber finden.
Vielen Dank schonmal.
Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln:
erstens, durch Nachdenken, das ist der edelste,
zweitens, durch Nachahmen, das ist der leichteste,
und drittens, durch Erfahrung, das ist der bitterste.

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SusanneBerlin
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Re: Getrennt in der gleichen Wohnung

Beitrag von SusanneBerlin » 27.08.19, 23:10

Es gibt keine gesetzliche Regelung, wie die Miete zwischen meheren Bewohnern einer Wohnung aufgeteilt wird. Das müssen die Mieter/Bewohner unter sich ausmachen. Dem Vermieter gegenüber haftet derjenige, der den Mietvertrag unterschrieben hat. Stehen beide im Mietvertrag, haftet jeder für die volle Summe, d.h. der Vermieter kann sich aussuchen wen er belangt.
Grüße, Susanne

Lydi
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Re: Getrennt in der gleichen Wohnung

Beitrag von Lydi » 28.08.19, 06:03

Danke für die Antwort, also verstehe ich es so, daß dann F notfalls den fehlenden Anteil von M einklagen muß? Da der Sohn nicht im Mietvertrag steht, ist er auch nicht haftbar, richtig?
Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln:
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Tastenspitz
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Re: Getrennt in der gleichen Wohnung

Beitrag von Tastenspitz » 28.08.19, 06:23

Lydi hat geschrieben:
28.08.19, 06:03
daß dann F notfalls den fehlenden Anteil von M einklagen muß?
Das wäre eine Option. Dann würde auch bewertet, wie hoch denn der Anteil von M ist.
Lydi hat geschrieben:
28.08.19, 06:03
Da der Sohn nicht im Mietvertrag steht, ist er auch nicht haftbar, richtig?
Im Außenverhältnis (zum Vermieter) nein. Im Innenverhältnis käme es auf die genauen Umstände an. Wenn er bspw. eigenes Einkommen in nicht nur geringer Höhe hat, könnten die drei Parteien (F,M,S) sich hier schon drum streiten, dass er einen Anteil übernimmt.
Es gilt auch hier:
SusanneBerlin hat geschrieben:
27.08.19, 23:10
Es gibt keine gesetzliche Regelung, wie die Miete zwischen meheren Bewohnern einer Wohnung aufgeteilt wird.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

winterspaziergang
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Re: Getrennt in der gleichen Wohnung

Beitrag von winterspaziergang » 28.08.19, 07:40

Lydi hat geschrieben:
27.08.19, 22:30
Hallo,
Frau (F) und Mann (M), verheiratet, leben getrennt in einer Wohnung. F hat einen 17j. Sohn der noch zur Schule geht. Der Vater vom Sohn ist verstorben, Halbwaisenrente bekommt F nicht, da der Kindsvater nie arbeiten gegangen ist und dauerhaft Hartz IV bezog. M ist nicht der Vater des Sohnes. M sagt, da der Sohn von F auch mit in der Wohnung lebt, braucht M nur 1/3 der Miete zahlen. Stimmt das?
Ich konnte im Netz nichts darüber finden.
Vielen Dank schonmal.
Wie ist die Wohnung denn aufgeteilt? Danach könnte man, wenn man sich als erwachsenes Noch-Ehepaar zusammensetzt die Miete aufteilen.

Old Piper
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Re: Getrennt in der gleichen Wohnung

Beitrag von Old Piper » 28.08.19, 07:53

Lydi hat geschrieben:
27.08.19, 22:30
M sagt, da der Sohn von F auch mit in der Wohnung lebt, braucht M nur 1/3 der Miete zahlen. Stimmt das?
Von der Logik her ja - zumindest was die Nebenkosten angeht. Bei der Kaltmiete kommt's wohl darauf an, wie die Wohnung von wem genutzt wird.
Sollte es in dieser Frage zu einem Rechtsstreit kommen, wären im Ergebnis auch jede Menge andere Aufteilungsmöglichkeiten denkbar (nach Einkommen, nach CO2-Ausstoß oder was weiß ich...)
MfG
Old Piper
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Behörden- und Gerichtsentscheidungen sind zwar oft recht mäßig, aber meistens rechtmäßig.

SusanneBerlin
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Re: Getrennt in der gleichen Wohnung

Beitrag von SusanneBerlin » 28.08.19, 08:02

Es gibt doch bereits eine Vereinbarung.
Zumindest vermute ich ganz stark, dass die Wohnung nicht deswegen bezogen wurde um das Trennungsjahr zusammen in einer Wohnung zu verbringen, sondern dass Mann, Frau und Sohn da schon vor der Trennung wohnten.

Es gilt das, was zwischen Mann und Frau vereinbart wurde.
Grüße, Susanne

Celestro
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Re: Getrennt in der gleichen Wohnung

Beitrag von Celestro » 28.08.19, 08:40

SusanneBerlin hat geschrieben:
28.08.19, 08:02
Es gibt doch bereits eine Vereinbarung.
Zumindest vermute ich ganz stark, dass die Wohnung nicht deswegen bezogen wurde um das Trennungsjahr zusammen in einer Wohnung zu verbringen, sondern dass Mann, Frau und Sohn da schon vor der Trennung wohnten.

Es gilt das, was zwischen Mann und Frau vereinbart wurde.
Wie kommt man denn bitte auf die Idee? Die beiden sind verheiratet und haben sich jetzt wohl getrennt. Wenn also z.B. vorher der Mann die komplette Miete bezahlt hat, weil er mehr verdient, würde er das sicher jetzt nicht mehr so machen wollen. Sieht eher danach aus, als würden die beiden jetzt versuchen, eine Regelung zu finden.

Wobei ich die Ansicht von M schon ziemlich dreist finde. Denn das Kind sollte nicht zu einem Verhältnis 2/3 zu 1/3 führen. Es gibt Räume, die gemeinsam benutzt werden, wie Küche, Bad etc. ... aber ob die Mutter diese Räume alleine nutzt, oder der Sohn auch noch ...

Das Kind mag hier zu einer Verschiebung weg von 50:50 führen, aber 2/3 zu 1/3?

Hertha1892
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Re: Getrennt in der gleichen Wohnung

Beitrag von Hertha1892 » 28.08.19, 10:55

Vorschlag: man nehme die Warmmiete.

Jeder zahlt die qm, die er alleine bewohnt.
Alle von allen drei benutzten Flächen werden durch drei geteilt.
Wenn der Sohn kein Einkommen hat, übernimmt die Mutter dessen Kosten.

1000 Euro Miete für 100 qm
Mann 25qm
Frau 15 qm
Sohn 15 qm
Gemeinsame Räume 45 qm

Frau 15 +15 + 2 x 15 = 60
Mann 25 + 15 = 40

Sie 600
Er 400 Euro.

Grüße Hertha1892

Lydi
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Re: Getrennt in der gleichen Wohnung

Beitrag von Lydi » 28.08.19, 12:35

F und M haben sich vor 2 Monaten getrennt und wohnen nur noch solange zusammen bis einer von beiden eine neue Wohnung gefunden hat, was sich aktuell etwas schwierig gestaltet. Eine räumliche Trennung findet nur bedingt statt, da sie eine 3 Zimmerwohnung haben. F schläft im Wohnzimmer, M im Schlafzimmer und Sohn in seinem Zimmern. Alle anderen Räumlichkeiten, wie Küche und Bad, benutzen alle noch zusammen. Gegaltsmäßig liegen F und M gleich, d. h. beide verdienen ungefähr gleich (1500 netto), der Sohn hat kein Einkommen bis auf Kindergeld.
Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln:
erstens, durch Nachdenken, das ist der edelste,
zweitens, durch Nachahmen, das ist der leichteste,
und drittens, durch Erfahrung, das ist der bitterste.

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SusanneBerlin
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Re: Getrennt in der gleichen Wohnung

Beitrag von SusanneBerlin » 28.08.19, 12:44

Und wer zahlte die Miete vor der Trennung?
Grüße, Susanne

Celestro
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Re: Getrennt in der gleichen Wohnung

Beitrag von Celestro » 28.08.19, 12:46

SusanneBerlin hat geschrieben:
28.08.19, 12:44
Und wer zahlte die Miete vor der Trennung?
Warum spielt das eine Rolle?

SusanneBerlin
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Re: Getrennt in der gleichen Wohnung

Beitrag von SusanneBerlin » 28.08.19, 12:54

Man könnte der Auffassung sein, dass wenn 50:50 vereinbart war, das so bleibt bis eine Partei auszieht.
Grüße, Susanne

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Re: Getrennt in der gleichen Wohnung

Beitrag von Hertha1892 » 28.08.19, 19:15

Mit der Argumentation könnte man auch verlangen, dass A für B weiter die Schlüpper wäscht und B für A die Wasserkästen ins Haus schleppt. Genau das ist ja nicht Sinn einer Trennung.

Wenn beide 1500 verdienen, schuldet voraussichtlich keiner dem Anderen Unterhalt. Der Sohn spielt keine Rolle, weil er alleine Angelegenheit der Frau ist. Bei 50/50 Miete würde der Mann faktisch Unterhalt an das Kind leisten, das muss er nicht.
Die Frau sollte sich ans Jugendamt wenden, die Trennung bekannt geben und Unterhaltsvorschuss für das Kind beantragen bis er 18 ist, hilfsweise andere soziale Leistungen.

Bei dem Minigehalt dem Mann indirekt Unterhalt für ein Kind abzuzwacken, das nicht seins ist, finde ich nicht in Ordnung.

Grüße Hertha1892

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