Unterhalt ab 18 Kind will ausziehen

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

Moderator: FDR-Team

lerchenzunge
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 1049
Registriert: 06.11.08, 12:59

Re: Unterhalt ab 18 Kind will ausziehen

Beitrag von lerchenzunge » 10.10.19, 22:13

FM hat geschrieben:
10.10.19, 18:53
Das Jobcenter hat in familienrechtlichen Fragen überhaupt nichts zu entscheiden. Es kann bestenfalls selbst Klage erheben.

Wahrscheinlicher ist aber, dass es gem. § 22 Abs. 5 SGB II die Wohnkosten als nicht erforderlich nicht übernimmt und nach einer anderen Regelung im SGB II (weiß ich jetzt nicht auswendig) den Regelbedarf kürzt. Nur der Restbetrag käme für einen übergegangenen Unterhaltsbetrag überhaupt in betracht, abzüglich des Kindergeldes. Also nicht sehr viel.
wenn das JA einen Auszug befürwortet und wenn das JC sieht, dass die Leistungen problemlos wieder bei den Eltern eingetrieben werden können, kann das JC sich ohne nennenswertes Risiko großzügig zeigen. Daher würde ich mich auf einen Ablauf wie hier angenommen nicht verlassen. Natürlich können die Eltern dann gegen die Forderungen des JC juristisch vorgehen, aber "vor Gericht und auf hoher See..."
Eine solche Eskalation sollte man daher meiner Meinung nach auf jeden Fall vermeiden.

GLu
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 191
Registriert: 28.12.06, 14:19

Re: Unterhalt ab 18 Kind will ausziehen

Beitrag von GLu » 11.10.19, 20:35

Jesus hat geschrieben:
10.10.19, 17:04
Die Drangsalierung besteht darin, dass Mithilfe im Haushalt erwartet wird.
Unglaublich, das ist ja eine seelische Vergewaltigung !

Mal im Ernst:

Herr Jesus, sei unser Gast ... Quatsch, ich schweife ab ... hat sich hier sicher um
eine Art Lebenshilfe bemüht, nicht um juristische Fachsimpeleien. Ich würde ihm
raten, dem Kind das zu raten, was alle Kinder (also fast) meiner Generation auch
gemacht haben: wir waren arbeiten ! Als Kellner, Barkeeper, Diskjockeys, heute
"Influencer" oder irgend einen bezahlten Job. Das "lernt" ! Keine Kneipe/Disco zu
meiner Zeit hätte ohne studentische Aushilfen überlebt.

Und noch mal: seid doch stolz darauf, daß Kind erwachsen werden will. Habt Ihr
das mit den Bienen schon erklärt ?
„Mama, wo kommen eigentlich die Tampons rein?“
„Da wo die Babies herkommen.“
„In den Storch?“
oder
Sohn: „Mama, meine Freundin kommt heute.“
Mutter: „Bezieh bitte unbedingt dein Bett neu!“
Sohn: „Hä, wieso?“
Mutter: „Ich will nicht, daß sie allein vom Hinsetzen schwanger wird!“
Ob Juristen Spass verstehen ? Ich werd's gleich sehen ...

Celestro
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 1995
Registriert: 22.06.05, 22:24

Re: Unterhalt ab 18 Kind will ausziehen

Beitrag von Celestro » 12.10.19, 00:37

SusanneBerlin hat geschrieben:
10.10.19, 20:39
Dumm nur, dass das Kind volljährig ist und somit nicht mehr von den Eltern "erzogen" wird. Man beachte die "und"-Verknüpfung in der Aufzählung des vorangestellten Bedingungssatzes, wann das Kind verpflichtet ist, "Dienste zu leisten".
Dumm nur, wenn einige Leute nicht weiter lesen und dadurch das folgende "ODER" übersehen. Sprich das volljährige Kind wird im Beispiel zwar nicht mehr erzogen, aber eben "unterhalten" (von Unterhalt kommend). Somit entfällt die Verpflichtung, Dienste zu leisten MITNICHTEN mit der Volljährigkeit. :roll:

Oktavia
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6628
Registriert: 15.02.08, 02:19

Re: Unterhalt ab 18 Kind will ausziehen

Beitrag von Oktavia » 12.10.19, 13:03

Puh, ich würde meinem Kind in der Situation keine Steine in den Weg legen wenn ich mir das mit dem Barunterhalt leisten kann und mein Kind liebe :lol:
Manchmal müssen die eben gewisse Dinge lernen. Hilfe zur Selbsthilfe sollte man weiterhin leisten also mit Rat zur Seite stehen. Aber Erwachsene sind Erwachsene. Wenn die Tochter lieber im eigenen Haushalt arbeitet als im Elterlichen zu helfen - why not? :devil:
Mutti und Vati sollten aber vermeiden kräftig mit anzupacken :wink:

Äh und das Zimmer des Kindes kann man an Studierende vermieten, die sind ggf auch bereit gegen Mietnachlass im Haushalt mit zu helfen :wink:
"Alte Leute sind gefährlich; sie haben keine Angst vor der Zukunft."
George Bernard Shaw

#WIRSINDMEHR

GLu
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 191
Registriert: 28.12.06, 14:19

Re: Unterhalt ab 18 Kind will ausziehen

Beitrag von GLu » 22.10.19, 09:07

Oktavia hat geschrieben:
12.10.19, 13:03
Wenn die Tochter lieber im eigenen Haushalt arbeitet als im Elterlichen zu helfen - why not?
Der Beitrag ist zwar schon ein paar Tage alt, aber noch etwas Konstruktives zur Sache:

Als meine Stieftochter zwischen 16 und 18 war, habe ich gelegentlich ihr Zimmer fotografiert.
Hintergrund: wenn sie selbst mal Kinder hat und sich über deren "Saustall" beschweren würde,
hätte ich ein Beruhigungsmittel: ihre eigene Pubertät in Bildern.

In höchstem Maße überrascht waren ihre Mutter und ich, als wir erstmals einen Blick in ihr
eigenes Appartment werfen konnten. Es hat uns fast umgehauen. Die ganze Bude war wie geleckt.
So sauber und aufgeräumt, als hätte sie eine Woche geschuftet. Dabei hatte sie eigentlich gar
keine Zeit für sowas, da sie neben der Schule noch Abends jobbte ... Kinder entwickeln sich !

Hertha1892
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 522
Registriert: 24.08.15, 09:54

Re: Unterhalt ab 18 Kind will ausziehen

Beitrag von Hertha1892 » 22.10.19, 12:14

Dem kann ich nur zustimmen. Mein Stiefsohn hat heute auch eine dermaßen saubere Bude, dass man sich kaum traut, sich hinzusetzen, aus Angst, Krümel zu hinterlassen :lachen:

Wenn ich da an die Pubertät denke....

Mann, die hatten wir alle mal. Und ich würde Bestrebungen, auszuziehen auch unterstützen und meine finanziellen Möglichkeiten offen legen, statt in einem letzten elterlichen Machtgebärden darauf zu pochen, dass der Jungerwachsene seine Füße weiter unter meinen Tisch steckt. Da sollte man als Elternteil mal in sich gehen und sich fragen, was man damit zu erreichen gedenkt.

Grüße Hertha1892

Froggel
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 3059
Registriert: 19.05.05, 15:17
Wohnort: Niedersachsen

Re: Unterhalt ab 18 Kind will ausziehen

Beitrag von Froggel » 22.10.19, 17:50

Hertha1892 hat geschrieben:
22.10.19, 12:14
Und ich würde Bestrebungen, auszuziehen auch unterstützen und meine finanziellen Möglichkeiten offen legen, statt in einem letzten elterlichen Machtgebärden darauf zu pochen, dass der Jungerwachsene seine Füße weiter unter meinen Tisch steckt. Da sollte man als Elternteil mal in sich gehen und sich fragen, was man damit zu erreichen gedenkt.
... vielleicht einfach nur unnötige Geldausgaben. Nicht jeder ist in der Lage, solche Sperenzien zu finanzieren. Oder aber man wäre theoretisch in der Lage, aber nicht gewillt, an die eigenen Ersparnisse (z.B. Altersvorsorge) zu gehen. Viele dieser Eltern wären sicherlich auch froh, wenn das störrische Kind, das den Hausfrieden stört, einfach rausgesetzt werden könnte. Streitereien sind nämlich für beide Seiten belastend.
Ich bin kein Jurist.
- alle Angaben ohne Gewähr -

Antworten