Selbstbehalt: welches Netto gilt und was ist wenn beide Ex-Partner je ein Kind versorgen

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

Moderator: FDR-Team

Antworten
Kai-Oew
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 6
Registriert: 31.12.04, 17:15

Selbstbehalt: welches Netto gilt und was ist wenn beide Ex-Partner je ein Kind versorgen

Beitrag von Kai-Oew » 10.10.19, 17:00

Hallo,
da ich trotz intensiver Suche nicht richtig fündig geworden bin, stelle ich hier mal meine Fragen.
1. Für die Höhe der Unterhaltszahlung und dem Selbstbehalt zählt ja das Nettoeinkommen. Bei mir gibt's aber 2x Netto, einmal vor Abzug meines Firmenwagens (1-Prozent-Regel) und einmal danach.
Welcher Betrag wird für den Unterhalt herangezogen?
2. Aus der noch zu scheidenden Ehe gingen zwei Kinder hervor. Meine Tochter (13) lebt bei meiner Noch-Frau, unser Sohn (18, Schüler) bei mir. Kann/wird dann der Unterhalt für meine Tochter gegen den meines Sohnes gerechnet? Meine Frau verdient wesentlich weniger als ich. Wenn ich den vollen Unterhalt für meine Tochter zahlen muss hat sie eventuell sogar mehr Geld zur Verfügung als mein Sohn und ich, da sie sehr wahrscheinlich keinen Unterhalt wegen ihres zu geringen Gehalts zahlen muss. ist das rechtens, bzw. wie verfährt man in so einem Fall?

Danke für die Antworten.

SusanneBerlin
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 16199
Registriert: 05.11.12, 13:35

Re: Selbstbehalt: welches Netto gilt und was ist wenn beide Ex-Partner je ein Kind versorgen

Beitrag von SusanneBerlin » 10.10.19, 17:48

1. Für die Höhe der Unterhaltszahlung und dem Selbstbehalt zählt ja das Nettoeinkommen. Bei mir gibt's aber 2x Netto, einmal vor Abzug meines Firmenwagens (1-Prozent-Regel) und einmal danach.
Welcher Betrag wird für den Unterhalt herangezogen?
Es gibt nur ein Netto: das vor dem Abzug des Firmenwagens. Das andere ist der Auszahlungsbetrag.
Kann/wird dann der Unterhalt für meine Tochter gegen den meines Sohnes gerechnet?
Nein. Der volljährige Sohn bekommt von beiden Eltern Barunterhalt (wovon ihm der Vater dann einen Teil für Kost und Logis abverlangen kann).

Der Unterhalt für die minderjährige Tochter geht vom Vater auf das Konto der Mutter.
Wenn ich den vollen Unterhalt für meine Tochter zahlen muss hat sie eventuell sogar mehr Geld zur Verfügung als mein Sohn und ich, da sie sehr wahrscheinlich keinen Unterhalt wegen ihres zu geringen Gehalts zahlen muss. ist das rechtens, bzw. wie verfährt man in so einem Fall?
Wenn ein Elternteil nicht leistungsfähig ist, bleibt der Unterhalt infolge dessen an dem besserverdienenden Elternteil hängen.

Dass der geringer verdienende anschließend mehr Geld zur Verfügung hat, kann man ja verhindern indem man sich entsprechend auf Zahlungen einigt, die einem fair erscheinen.

Kann man sich nicht einigen und will man höchst offiziell und amtlich nur das zahlen was man muss bzw. bekommen was einem zusteht, muss man eben einen Anwalt beauftragen oder sich an das Jugendamt wenden, damit eine "Amtsperson" die Zahlbeträge ausrechnet.
Grüße, Susanne

Hertha1892
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 503
Registriert: 24.08.15, 09:54

Re: Selbstbehalt: welches Netto gilt und was ist wenn beide Ex-Partner je ein Kind versorgen

Beitrag von Hertha1892 » 11.10.19, 16:54

Selbst wenn sich die Eltern einig sind, geht das nicht. Der Sohn ist volljährig und muss seine Unterhaltsansprüche selbst vertreten. Der Vater kann also nicht die Ansprüche seines Sohnes mit der Mutter absprechen. Er hat da gar keine Aktien mehr irgend etwas über seinen Kopf zu entscheiden.

Der Sohn klärt seine Ansprüche mit beiden Eltern.
Die Mutter fordert in Vertretung der Tochter Unterhalt vom Vater.
Zwei Ansprüche, zwei Angelegenheiten.

Grüße Hertha1892

Antworten