Immobilie aufteilen

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

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Hermine134
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Immobilie aufteilen

Beitrag von Hermine134 »

Hallo,

Folgende Situation:

Nochehepartner sind Eigentümer einer Immobilie, neu erbaut im Jahre 2012. Beide Eheleute zu 50 %.
Es gibt keinen Ehevertrag. Er bewohnt die Immobilie, damit Inventar und Möbeln, und trägt seit Trennung im September 2017 die Raten für das Haus.
Nun soll es zur Klärung über den Verbleib der Immobilie kommen. Es besteht noch eine Restschuld von ca. 165.000 €, außerdem gibt es einen Bausparvertrag der eine Summe von knapp 12.000 € beinhaltet.

Der Ehemann hat nach dem Trennungsjahr einen Kredit über 40.000 € aufgenommen.

Nun schlägt er der Ehefrau folgendes Angebot vor: er übernimmt den Kredit für das Haus und die Restsumme aus dem gemeinsamen Privatkredit aus der Ehezeit von 2.500 €. Dafür soll sie die Rechte am Bausparvertrag abtreten.
Seine Begründung lautet, dass Haus wäre ja noch mit 215.000 € belastet. Und gibt dabei die Bank an, bei der der Kredit fürs Haus läuft, und die Bank, bei der er den zweiten Kredit über 40.000 € aufgenommen hat.

Aber mit diesem Kredit hat die Ehefrau doch nichts zu tun? Kann er diesen Kredit als Verschuldung des Hauses mitangeben?
Nach seinem Vorschlag bekommt er das Haus, und sie nichts?

Das Haus hätte einen Wert von geschätzten 270.000 €.

Wie ist da die Rechtslage? Steht der Ehefrau nicht auch etwas zu?

Vielen Dank
Zuletzt geändert von Hermine134 am 02.01.20, 13:49, insgesamt 1-mal geändert.

ktown
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Re: Immobilie aufteilen

Beitrag von ktown »

1. Wo ist die Frage?
2. Eine Rechtsberatung findet hier nicht statt.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

Celestro
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Re: Immobilie aufteilen

Beitrag von Celestro »

Hermine134 hat geschrieben:
02.01.20, 13:41
Steht der Ehefrau nicht auch etwas zu?
Vermutlich! Und bei den Summen, um die es im Beispiel geht, wäre jeder gut beraten, sich an einen Fachmann (eine Fachfrau) zu wenden. :wink:

ralph12345
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Re: Immobilie aufteilen

Beitrag von ralph12345 »

Ohne Ehevertrag gilt zunächst mal die Zugewinngemeinschaft. D.h., es ist relevant, was während der Ehe an gemeinsamen Wertzuwachs erfolgt ist. Der wird 50:50 auf beide Ehepartner verteilt. Die Aufteilung kann man privat ohne Anwalt und Gericht lösen, dazu sollte man sachkundig sein, damit keiner über den Tisch gezogen wird.

Wenn sagen wir, Partner A vor der Ehe 30.000€ auf dem Konto hatte und B nichts, dann gehören nach der Ehe erstmal 30.000 A, der Rest ist Zugewinn. Hat jeder ungefähr das gleiche Vermögen mit in die Ehe gebracht, wird's einfach, dann guckt man nur auf das Endvermögen.

Wie man das macht ist gar nicht so sehr eine rechtliche Frage, die Rechtslage ist da relativ eindeutig, als vielmehr eine mathematische, wirtschaftliche, pragmatische Frage, wie man das denn rechnet.

Das mit dem Haus kann man einfach rechnen. Zunächst mal sollte man sich auf einen Wert einigen. Man kann das offiziell schätzen lassen, muss man aber nicht. Es zählt der aktuelle Verkehrswert, der bei Neubauten meist deutlich über den damaligen Baukosten liegt. Erbaut 2012, da kann man je nach Lage durchaus auch von 50% Wertzuwachs ausgehen. Bei 270.000 Baukosten also 400.000€. das wäre also die wesentliche Aufgabe bei der Trennung, den aktuellen Wert zu ermitteln. Alles andere ist verglichen damit Kleinkram. Gibt's keine Einigung, kann man auch verkaufen, dann ist die Verkaufssumme eindeutig.

Angenommen, das Haus wäre tatsächlich nur 270.000€ wert, die Hypothekenschuld wäre noch 165.000€, dann ist der Wert netto 75.000. Behält der Ehemann die Immobilie und übernimmt die Hypothek, wäre es naheliegend der Frau die Hälfte der 75.000 auszuzahlen.

Die 40.000 Kredit, die der Ehemann aufgenommen hat, gehen ebenfalls an beide, jeder 20.000€ Schulden, aber dem stehen hoffentlich 40.000€ entgegen, die sich irgendwo auf einem Konto befinden oder in Sachwerten wie ein neues Auto. Diese Werte werden ebenfalls aufgeteilt, ein Nullsummenspiel also. Oder wurde das Geld verprasst? Wenn das sinnlos verprasst wurde, wäre es ratsam, über einen Anwalt prüfen zu lassen, ob man das aus dem Zugewinn raus nehmen kann. Da gibt es auch Urteile zu.
https://www.anwalt.de/rechtstipps/geldv ... 67665.html

Und selbiges macht man dann 50:50 mit allen Vermögenswerten. Girokonto, Fonds, Bausparverträge etc.

Die Sätze hier:
"Es besteht noch eine Restschuld von ca. 165.000 €" vs. "Seine Begründung lautet, dass Haus wäre ja noch mit 215.000 € belastet."
zeigen, dass es da noch gemeinsamen Klärungsbedarf gibt.
Wäre eventuell ein Thema für eine Mediation...?

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