Aufwandsentschädigung Pflegekinder

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

Moderator: FDR-Team

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hubert05
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Aufwandsentschädigung Pflegekinder

Beitrag von hubert05 »

Hallo, ein verheiratetes Ehepaar nimmt vor 12 Jahren das Kind einer Tochter, also ihr Enkelkind, in Großelternpflege, vom Familiengericht amtlich bestätigt, hat somit auch das Sorgerecht und das Aufenthaltsbestimmumgsrecht.
Als finanzielle Hilfe bekommen die Großeltern für das Kind einen Betrag in Höhe des doppelten Sozialhilfesatzes.
Die Großeltern haben sich scheiden lassen so das das Sorgerecht vor 3 Jahren, in diesem Fall, dem Opa zugesprochen wurde.
Da Verbindung zum Jugendamt besteht wurde er in Kenntnis gesetzt das ihm für die Pflege des Kindes eine jährliche "Aufwandsentschädigung" zustände.
Da der Opa von niemanden erfuhr das es eine solche Entschädigung gibt nun die Frage:
Trifft es zu das es solche Entschädigungen gibt, in welcher Höhe würden sie liegen und wieviel Jahre nachgezahlt werden müsste (wegen evtl. Verjährung) und wo kann man nachlesen wo das steht.

hubert05
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Re: Aufwandsentschädigung Pflegekinder

Beitrag von hubert05 »

Hallo ich gebe zu es ist ein schwieriges Thema aber mit "Null" Reaktion habe ich nicht gerechnet !!!

lottchen
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Re: Aufwandsentschädigung Pflegekinder

Beitrag von lottchen »

Warum fragt man das nicht das Jugendamt? Gibt es kein Pflegegeld mehr? Kindergeld wird gezahlt?
Ich empfehle, Beiträge unserer Forentrolle BäckerHD, FelixSt und Dieter_Meisenkaiser konsequent zu ignorieren!

Jutta
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Re: Aufwandsentschädigung Pflegekinder

Beitrag von Jutta »

Hier der erste Treffer, wenn man die Frage in Google eingibt:
https://www.pflegeelternrecht.de/vormun ... d-pfleger/

Irgendeine Seite, ich selbst kenne mich gar nicht aus. Die schreiben von 323 EUR pro Jahr und wenn es nicht bis zum 31.03. des Folgejahres beantragt wird, verfällt der Anspruch.

Und ein Paragraph ist genannt: § 1835 a BGB
Gruß
Jutta

Chavah
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Re: Aufwandsentschädigung Pflegekinder

Beitrag von Chavah »

Hi,

vielleicht mal ein paar grundsätzliche Ausführungen, allerdings habe ich diese Kenntnisse nur aus meinem Land, kann woanders in der Republik auch anders sein. Grundsätzlich können Pflegeeltern eine Aufwandsentschädigung vom Jugendamt bezahlt bekommen. Voraussetzung ist, dass es sich um eine offiziell eingerichtete Pflegestelle handelt. Bis vor wenigen Jahren war es ausgeschlossen, dass nahe Verwandte eine bezahlte Pflegestelle für die Enkelkinder betreiben durften. Das wurde dann höchstrichterlich für das Land gekippt, unabhängig von der finanziellen Lage ist dann zu zahlen, wenn die anderen Voraussetzungen da sind. Ist ja nicht allzu viel, etwa ein Erste-Hilfe-Kurs, eine generelle Schulung, u.s.w. Die Höhe der Entschädigung richtet sich nach den Sozialhilfesätzen für ein Kind in diesem Alter (incl. Wohnungsanteil, also Miete) + 160 €. Es kann also sein, dass der Auszahlungsbetrag unterschiedlich ist. In Hamburg oder München sind die Mieten nunmal höher als in Nahbollenbach. Diese Dauerpflegestellen sind nicht von einer Ehe oder zumindest Partnerschaft abhängig.

Zum Fall: grundsätzlich kann der Großvater also auch allein eine Pflegestelle betreiben. Was mich an dem Fall stutzig macht, das ist, dass ja während der Ehe schon bezahlt wurde, und jetzt wusste der Großvater von nichts? 12 Jahre Geldeingang auf ein Konto und keine Ahnung? GAnz ehrlich, für mich schwer vorstellbar. Und dann kam es zur Einstellung der Zahlungen? Wieso? Dann müsste er doch einen Bescheid bekommen haben.

Irgendwie für mich nicht ganz nachvollziehbar.

Chavah

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