Sorgerechtsentzug wegen absoluter Kontaktverweigerung?

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

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Simone555
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Sorgerechtsentzug wegen absoluter Kontaktverweigerung?

Beitrag von Simone555 »

Hallo.

Folgende fiktive Situation liegt vor:

A = Kindesmutter
B = Kindsvater
C = gemeinsame Tochter (4)


Kurze Vorgeschichte:

A hat sich vor ein paar Wochen von B getrennt. Es handelte sich um eine jahrelange, toxische On/Off Beziehung, dessen wiederholte Trennungen für B psychisch stets extrem belastend waren. Nun ist die letzte Trennung wohl auch die endgültige.

Aufgrund von diversen Misshandlungen der C durch A in der Vergangenheit ist das Jugendamt in die Angelegenheit entsprechend involviert, weil B diese Vorfälle dem Jugendamt gemeldet hat und eine entsprechende Gefährdung der C bei der A sieht.

Daraufhin wurde durch das Jugendamt eine Familienhilfe installiert, welche sowohl als Kontroll-, als auch als Hilfemaßnahme eingesetzt wird und A nun regelmäßig besucht.

A & B haben das gemeinsame Sorgerecht.

Nun zum Eigentlichen:

B verweigert seit der letzten Trennung konsequent jeglichen Kontakt zur A. Begründet wird dies durch den B damit, dass auch nur der kleinste Kontakt zur A für ihn aufgrund der ständigen Trennungen und der langjährigen, hochtoxischen Beziehung extrem schädlich wäre und eine zu hohe, psychische Belastung darstellen würde.

B schlägt daher vor, eine Vermittlungsperson (guter Freund von B) in die Angelegenheit zu involvieren, die zwischen A & B vermittelt, sowohl den Kontakt, als auch die Besuchsregelung, damit B seine Tochter C weiter regelmäßig sieht. Was bestimmte Informationen bzgl. C betrifft (Gesundheitszustand, Entwicklung, etc.), so möchte B sich dies von den entsprechenden Stellen einholen.

A ist mit der Vermittlungsperson allerdings nicht einverstanden, obwohl dies in den vergangenen Trennungen, in welchen diese Vermittlungsperson bereits zum Einsatz kam, nie ein Problem war und immer gut funktioniert hat. Nun verweigert A dies jedoch, ohne dies näher zu begründen. Sie möchte den direkten Kontakt zu B, was dieser jedoch verweigert. Unterschriften, die von B zwecks Entscheidungen im Rahmen des gemeinsamen Sorgerechts benötigt werden, leistet er nach wie vor.

A erwägt nun aufgrund der Tatsache, dass B jeglichen Kontakt zu A verweigert, das alleinige Sorgerecht zu beantragen, weil sie der Meinung ist, dass eine gemeinsame Ausübung des Sorgerechts durch die Kontaktverweigerung des B nicht problemlos möglich ist und somit entsprechend auch dem Kindeswohl schadet.

Wie stehen hier die Chancen für A?

Kann dem B hier durch die absolute Kontaktverweigerung zu A das Sorgerecht entzogen werden?

Bitte um Hilfe.

Gruß
Simone

Tastenspitz
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Re: Sorgerechtsentzug wegen absoluter Kontaktverweigerung?

Beitrag von Tastenspitz »

Simone555 hat geschrieben:
01.05.20, 12:32
Wie stehen hier die Chancen für A?
Klassische Glaskugelfrage. :)
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
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Hertha1892
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Re: Sorgerechtsentzug wegen absoluter Kontaktverweigerung?

Beitrag von Hertha1892 »

Warum will A denn mit Macht Kontakt erzwingen? Um B weiterhin auf Paarebene zu bekämpfen?

B zeigt doch durch die Maßnahmen, dass er im Sinne des Kindes weiter proaktiv handelt und lediglich gegenüber der übergriffigen Person A versucht sich selbst zu schützen.

Aus der Schilderung leite ich ab, dass B im Trennungsprozess der Elternebene näher ist als A, die noch auf der Paarebene agiert. Aus den übrigen Schilderungen sehe ich eher das SR bei A gefährdet.

Mein Blick in die Glaskugel: das GSR bleibt, weil man es einer Mutter (leider) nicht entzieht, oft nicht mal mit Gewalt im Spiel und in dem Fall weil B nichts kindeswohlschädliches tut. Dabei sollte man auch nicht vergessen, dass unter das GSR WESENTLICHE Entscheidungen fallen: Namenswahl, Wahl von Kita und Schule, Ausbildung, größere medizinische Behandlungen. Nicht aber, ob es mit zum Kitaausflug darf, Leberwurst auf dem Brot okay ist oder der Friseur den Scheitel nach rechts oder links legt.

Grüße Hertha1892

FM
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Re: Sorgerechtsentzug wegen absoluter Kontaktverweigerung?

Beitrag von FM »

Wenn B selbst sagt, er ist gesundheitlich nicht dazu in der Lage die elterliche Sorge gemeinsam mit A auszuüben, ist das schon ein gewichtiger Grund. Infrage käme auch ein Ruhen gem. § 1674 BGB.

Simone555
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Re: Sorgerechtsentzug wegen absoluter Kontaktverweigerung?

Beitrag von Simone555 »

Hertha1892 hat geschrieben:Warum will A denn mit Macht Kontakt erzwingen? Um B weiterhin auf Paarebene zu bekämpfen?
Weil A nicht ständig über eine dritte Person gehen will, nur um gemeinsame Absprachen mit B treffen zu können. Dies möchte A auf direktem Wege zu B. Aber B möchte dies auf unbestimmte Zeit erstmal nicht, weil er der Meinung ist, dass ein Kontakt zur A, sei dieser noch so minimal, für ihn momentan hochgradig schädlich wäre.
B zeigt doch durch die Maßnahmen, dass er im Sinne des Kindes weiter proaktiv handelt und lediglich gegenüber der übergriffigen Person A versucht sich selbst zu schützen.
Ist es im Sinne des Kindes, dass B den Kontakt zur A konsequent verweigert und so die Ausübung des gemeinsamen Sorgerechts nur unnötig erschwert?

Muss A sich mit einer Vermittlungsperson zufriedengeben bzw. diese akzeptieren? Für A war dies in früheren Trennungszeiten kein Problem, jetzt möchte A es aber nicht mehr und möchte dies auch nicht näher begründen.
Aus der Schilderung leite ich ab, dass B im Trennungsprozess der Elternebene näher ist als A, die noch auf der Paarebene agiert. Aus den übrigen Schilderungen sehe ich eher das SR bei A gefährdet.
Interessante Ansicht. Magst Du mir erklären, warum Du das Sorgerecht eher bei A gefährdet siehst? Wegen den Misshandlungen des Kindes durch A? Diese liegen allesamt in der Vergangenheit. Zudem hat A einer Familienhilfe zugestimmt.

Das Jugendamt ist im Übrigen ebenfalls der Ansicht, dass B keine andere Wahl bleibt, als den direkten Kontakt zu A zu suchen und seine Gemütsverfassung nur zweitrangig ist. Es bleibt auch bei dieser Ansicht, obwohl B mehrfach ausführlich erklärt hat, warum ein Kontakt zur A für ihn auf unbestimmte Zeit hochgradig schädlich wäre, und obwohl B Alternativen und Möglichkeiten aufzeigt, wie man weiterhin den Umgang und Regelungen treffen kann (z.B. über die Vermittlungsperson, die A aber grundlos ablehnt), ohne direkten Kontakt zwischen Mutter und Vater. Zumal leistet B auch weiterhin natürlich Unterschriften, die im Rahmen von Sorgerechtsentscheidungen zu leisten sind.
und in dem Fall weil B nichts kindeswohlschädliches tut.
Die Rechtsprechung sieht das wohl etwas anders. Denn diese sagt wohl eindeutig, dass es dem Kindeswohl absolut nicht zuträglich ist, wenn absolut keine (direkte) Kommunikation zwischen den Eltern besteht.


FM hat geschrieben:Wenn B selbst sagt, er ist gesundheitlich nicht dazu in der Lage die elterliche Sorge gemeinsam mit A auszuüben, ist das schon ein gewichtiger Grund. Infrage käme auch ein Ruhen gem. § 1674 BGB.
B ist durchaus gewillt und in der Lage, sein Sorgerecht auszuüben. Deswegen zeigt er ja auch die bereits genannten Möglichkeiten und Alternativen auf.

B möchte - aus Eigenschutz und auch zum Wohle des Kindes - einfach nur auf unbestimmte Zeit keinen direkten Kontakt zur A. Er ist - wie schon erwähnt - auch der Meinung, dass dies zunächst sogar dem Kindeswohl eher dient als schadet, damit es eben nicht zu garantierten Spannungen kommt, wenn in der nächsten Zeit direkter Kontakt zwischen A und B bestehen würde.

Evariste
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Re: Sorgerechtsentzug wegen absoluter Kontaktverweigerung?

Beitrag von Evariste »

Letzten Endes hängt es davon ab, was man unter dem "gemeinsamen Sorgerecht" versteht. Für mich persönlich ist es nicht "gemeinsam", wenn die gesamte Kommunikation über eine Mittelsperson laufen muss. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das dem Kindeswohl dient. Das kann ein Richter oder eine Richterin aber wieder anders sehen.

Und insbesondere, wenn es eine Vorgeschichte gibt, die Zweifel an der Mutter begründet, kann es opportun sein, den Vater weiterhin einzubeziehen, quasi mit einer "Kontrollfunktion". Dafür ist das gemeinsame Sorgerecht aber eigentlich nicht da.

Chavah
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Re: Sorgerechtsentzug wegen absoluter Kontaktverweigerung?

Beitrag von Chavah »

Die Gemütsverfassung von B ist letztlich sein Problem. Nicht die von A und auch nicht die vom Kind. Wenn er es nicht gebacken bekommt, die paar wichtigen Angelegenheiten, die Gemeinsamkeit erfordern, mit der Kindesmutter zu regeln, dann sollte sich B überlegen, ob das gmeinsame Sorgerecht wirklich sein Ding ist.

Wichtig als erster Schritt in eine Normalität ist doch, dass B Umgang mit seinem Kind hat. Und das Kind bei A abzuholen, das sollte doch nicht überfordern. Alles andere kann man dann regeln, wenn sich die Gemüter etwas beruhigt haben.

Jedenfalls hat B keinen Anspruch darauf, dass eine dritte Person das Kind abholt, quasi als Mittler von A akzeptiert wird. Wenn diese dritte Person nur als Taxifahrer benutzt werden soll, dann könnte es anders aussehen, aber allein darum geht es ja wohl nicht.

Chavah

Simone555
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Re: Sorgerechtsentzug wegen absoluter Kontaktverweigerung?

Beitrag von Simone555 »

Evariste hat geschrieben:Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das dem Kindeswohl dient.
Das sieht das Jugendamt ähnlich.
Das kann ein Richter oder eine Richterin aber wieder anders sehen.
Wie könnte denn ein Richter begründen, dass es nicht gegen das Kindeswohl spricht?
Chavah hat geschrieben:Wenn er es nicht gebacken bekommt, die paar wichtigen Angelegenheiten, die Gemeinsamkeit erfordern, mit der Kindesmutter zu regeln, dann sollte sich B überlegen, ob das gmeinsame Sorgerecht wirklich sein Ding ist.
Er möchte es nach wie vor regeln, aber möchte dazu nicht den direkten Kontakt zu A haben, sondern diesen über eine Vermittlungsperson herstellen, zumindest auf unbestimmte Zeit, weil der Kontakt zu A für ihn psychisch nicht zumutbar ist. Dies hat er auch von seinem Therapeuten attestiert bekommen. Und eben, weil es nur ein paar Angelegenheiten sind, ist B der Meinung, dass man dies auch über eine Vermittlungsperson regeln kann.
Wichtig als erster Schritt in eine Normalität ist doch, dass B Umgang mit seinem Kind hat.
Diesen bekommt B durch den begleiteten Umgang.
Und das Kind bei A abzuholen, das sollte doch nicht überfordern. Alles andere kann man dann regeln, wenn sich die Gemüter etwas beruhigt haben.
Das sieht B offensichtlich anders. Er sagt nach wie vor, dass jeglicher Kontakt zu A für ihn psychisch nicht zumutbar ist, zumindest auf unbestimmte Zeit. Deswegen versucht B ja auch, andere Möglichkeiten und Alternativen dafür zu finden, ohne dass direkter Kontakt zur A besteht.
Jedenfalls hat B keinen Anspruch darauf, dass eine dritte Person das Kind abholt, quasi als Mittler von A akzeptiert wird.
Hast Du dafür eine Quelle? B hat wohl nämlich genau das Gegenteil gehört. Nämlich, dass A eine Vermittlungsperson nicht ohne Weiteres ablehnen darf bzw. nur dann, wenn diese Vermittlungsperson für A unzumutbar wäre. Dies wird hier schwer zu begründen sein, weil A diese Vermittlungsperson in der Vergangenheit schon einmal akzeptiert hat.
Wenn diese dritte Person nur als Taxifahrer benutzt werden soll, dann könnte es anders aussehen, aber allein darum geht es ja wohl nicht.
Richtig. Es geht darum, dass diese Person sowohl das Kind übergibt bzw. übernimmt, als auch den Kontakt zwischen A & B herstellt und regelt.

Hertha1892
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Re: Sorgerechtsentzug wegen absoluter Kontaktverweigerung?

Beitrag von Hertha1892 »

Lasst doch mal die Kirche im Dorf. B gibt an zumindest ERST MAL keinen Kontakt mit A zu wollen. Auch ist es in strittigen Phasen nicht unüblich, dass Vermittler hinzu gezogen werden. Es gibt sogar gerichtlich gebilligte Regelungen, dass die Wechsel über die Kita erfolgen: A bringt das Kind Freitag hin, B holt es ab und bringt es Montag früh dort hin zurück. Klärungsbedarf (Hustensaft ist im Rucksack, 3x tgl. 5ml) kann ein Umgangstagebuch klären.

Ich verstehe diesen Machtkampf auf Biegen und Brechen nicht. Und noch mal, es gibt nicht andauernd sorgerechtsrelavante Dinge zu besprechen. Alles Andere entscheidet jedes Elternteil im Rahmen seiner Betreuungszeit selbst, Stichwort Alltagssorge.

Es muss doch nicht für immer so laufen. Es scheint doch eine Trennung zu sein, die noch nicht zu lange her ist. Wäre es jetzt das Drama, das Kind von einer vertrauten Person abholen zu lassen und sich aus dem Weg zu gehen, bis sich die Wogen für alle Beteiligten glätten? Fürs Kind ist das allemal angenehmer, als in eine Situation zu geraten, in denen das Klima zwischen den Eltern total angespannt ist. Zumindest deeskaliert eine Kontaktpause erst mal. Und dafür bekommt niemand das SR entzogen.

Was wäre denn, wenn A keinen Kontakt wollte. Wäre das denn auch ein Grund, A das SR zu entziehen?

Grüße Hertha1892

FM
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Re: Sorgerechtsentzug wegen absoluter Kontaktverweigerung?

Beitrag von FM »

"Geminsames Sorgerecht" ist schon etwas anderes als "heute der, morgen die". Das erfordert Zusammenarbeit und Kommunikation. Die Vermittlung durch Dritte ist da eine sehr große Einschränkung. Und selbst wenn man das als akzeptabel sieht: es ist ein Unterschied ob das eine neutrale Person berufsmäßig macht wie eben die Erzieherin aus der KiTa oder ein Sozialarbeiter des Jugendamtes, oder ob einer der Beteiligten einseitig festlegt "das macht mein bester Kumpel" und die andere das einfach so akzeptieren soll.

Mir erscheint hier das Ruhen des Sorgerechts eines Elternteils zweckmäßig, wenn dieser aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage ist mit dem anderen zu reden. Ist ja nur vorübergehend, wenn es ihm nach einem halben Jahr wieder besser geht, kann das Ruhen beendet werden.

Simone555
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Re: Sorgerechtsentzug wegen absoluter Kontaktverweigerung?

Beitrag von Simone555 »

@Hertha1892
@FM

Ich danke Euch für Eure Beiträge.

Wie ich sehe, spalten sich hier wohl zwei Lager.

Eines, welches eher auf Seiten der Mutter bzw. des Jugendamtes und eines, welches eher auf Seiten des Vaters steht.

Im Grunde ist das, was "Hertha1892" im letzten Beitrag verfasst hat, genau die Ansicht, welche auch der Kindsvater B vertritt.

Und die Sicht von "FM" ist dann eher die Sicht, welche die Mutter bzw. das Jugendamt vertritt. Obwohl ich da auch eher "Hertha1892" beipflichten würde. Denn wirklich wichtige Entscheidungen in Bezug auf das gemeinsame Sorgerecht sind ja wirklich nicht an der Tagesordnung. Und wenn die Vermittlungsperson des B durch A abgewiesen wird (wenn auch grundlos), dann wird es zur Not durch die Person, welche den begleiteten Umgang durchführt, geregelt. Zwar soll der begleitete Umgang darauf hinwirken, dass ein direkter Kontakt zwischen A & B zustande kommt, aber daran ist momentan absolut nicht zu denken.

Ich denke, dass es sich mit der Zeit zeigen wird, in welche Richtung sich das Ganze entwickelt. Der begleitete Umgang hat noch gar nicht begonnen, und das Kind ist leider auch noch nicht in der KiTa, so dass man zumindest die Übergabe dort regeln könnte. Das wird erst voraussichtlich (Stichwort: Corona) im August soweit sein.

Froggel
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Re: Sorgerechtsentzug wegen absoluter Kontaktverweigerung?

Beitrag von Froggel »

Simone555 hat geschrieben:
01.05.20, 21:32
Eines, welches eher auf Seiten der Mutter bzw. des Jugendamtes und eines, welches eher auf Seiten des Vaters steht.
Das ist halt wie bei einer Trennung. Das Problem ist, dass beide Eltern auf der Seite des Kindes stehen sollten und nicht auf ihren eigenen Mist beharren. Anstatt also das Gehirn einzuschalten und für die bestmögliche Ruhe für das Kind zu sorgen, wird wieder einmal alles auf dessen Rücken ausgetragen, denn das Kind bekommt alles mit (den Ärger der Mutter, die psychischen Probleme des Vaters). Wie es aussieht, wird wieder einmal von einem Gericht entschieden werden müssen, was für das Kind am besten ist.
Ich bin kein Jurist.
- alle Angaben ohne Gewähr -

Tastenspitz
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Re: Sorgerechtsentzug wegen absoluter Kontaktverweigerung?

Beitrag von Tastenspitz »

Sehe ich auch so. Vllt. sollte das Jugendamt das Kind aus dem Umfeld rausholen bis die zwei physisch Erwachsenen psychisch aufgeholt haben und sich ihrer Verantwortung bewusst sind.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
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Simone555
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Re: Sorgerechtsentzug wegen absoluter Kontaktverweigerung?

Beitrag von Simone555 »

Froggel hat geschrieben:denn das Kind bekommt alles mit (den Ärger der Mutter, die psychischen Probleme des Vaters).
Und damit es eben genau das nicht direkt mitbekommt, soll die Vermittlungsperson von B dazwischengeschaltet werden, damit eben das Kind aus der Konfliktsituation der Eltern so gut wie möglich herausgehalten wird. Diese Vermittlungsperson lehnt A jedoch ab.

@Froggel
@Tastenspitz

Nichts für ungut, aber es wäre vielleicht angebracht, ein wenig Schärfe aus Ihren Beiträgen zu nehmen, von wegen "Gehirn einschalten" und "psychisch aufholen", etc.

Bei A und B handelt es sich durchaus um erwachsene Menschen, die sich ihrer Situation bewusst sind. Nur leider sind diese wohl noch emotional sehr stark miteinander verbunden, und dies lässt sich auch - trotz Kind - nicht mal eben so ein- und ausschalten, auch wenn Sie vielleicht davon ausgehen, dass Sie frei von Fehlern sind.

Dennoch danke für Ihren Beitrag.

Hertha1892
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Re: Sorgerechtsentzug wegen absoluter Kontaktverweigerung?

Beitrag von Hertha1892 »

Bei A und B handelt es sich durchaus um erwachsene Menschen, die sich ihrer Situation bewusst sind. Nur leider sind diese wohl noch emotional sehr stark miteinander verbunden, und dies lässt sich auch - trotz Kind - nicht mal eben so ein- und ausschalten, auch wenn Sie vielleicht davon ausgehen, dass Sie frei von Fehlern sind.
Genau das ist nämlich der Punkt. Eine Trennung ist eine Ausnahmesituation. Jemand, der Abstand- zumindest b.a.w. - von seinem Expartner braucht, ist nicht psychisch krank sondern relativ normal. Dass man mit einem Kind keinen Cut für immer machen kann, ist klar, aber genau das erfordert, dass jeder sich erst mal sortiert.

Wenn A mit dieser bestimmten Vermittlungsperson nicht klar kommt, kann man eine Andere suchen, die für beide in Ordnung ist. Das erfordert aber keinen begleiteten Umgang.

Wenn man jetzt wirklich mal das Kind in den Fokus stellt:
- Vermittler suchen
- positiv auf das Kind einwirken ("Papa/Mama freut sich auf dich, viel Spaß mein Schatz")
- dem Anderen Zeit und Raum geben
- selbst abschließen
- Respekt entwickeln (schließlich wollte man ja mal mit genau diesem Menschen ein gemeinsames Kind)
- nicht jedes Handeln des Anderen auf den Prüfstand stellen
- sich bewusst machen, dass keiner der wertvollere Elternteil ist oder mehr Rechte hat
- abwarten.

Ob das Kind von B zu A oder von A zu B gebracht wird oder D diese Wege übernimmt, wird dem Kindeswohl nicht abträglich sein.

Das Gericht ist übrigens verpflichtet bei solchen Eingriffen das mildeste Mittel zu wählen. SR-Entzug ist das jedenfalls nicht.

Grüße Hertha1892

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