Kindsunterhalt einklagen kurz vor Volljährigkeit des Kindes

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

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Solderdot
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Kindsunterhalt einklagen kurz vor Volljährigkeit des Kindes

Beitrag von Solderdot »

Guten Tag,
es geht um Kindsunterhalt. Bislang haben sich Mutter und Vater (die nie verheiratet waren) über die Höhe des Kindsunterhaltes geeinigt, basierend auf dem Einkommen des Vaters und der Düsseldorfer Tabelle. Nun ist die Mutter der Meinung, der Vater müsse einen höheren Unterhalt bezahlen. Welche Wege stehen der Mutter offen? Klar ist, dass der Differenzbetrag eingeklagt werden kann. Aber in 1/2 Jahr wird das Kind volljährig. Ergibt vor diesem kurzen Zeithorizont eine Klage überhaupt Sinn? Zum Einen wird der Gerichtsprozess wohl nicht vor dem 18. Geburtstag zu einer Rechsprechung gekommen sein, zum Anderen gelten ab dem 18. Geburtstag eh andere Regeln, da dann beide Elternteile, also Mutter und Vater, barunterhaltspflichtig sind, der Unterhalt also eh neu berechnet werden muss. Wenn es nach dem 18. Geburtstag zu einem Urteil kommt, und das Gericht entscheidet, der Vater müsse Unterhalt nachzahlen, muss der Fehlbetrag dann an die Mutter oder an das Kind überwiesen werden?
Danke für Eure Einschätzung!

ExDevil67
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Re: Kindsunterhalt einklagen kurz vor Volljährigkeit des Kindes

Beitrag von ExDevil67 »

Da beim Unterhalt formal die Parteien Kind (vertreten durch ein Elternteil) vs anderes Elternteil sind, würde ich sagen eine Nachzahlung geht an das Kind. Wessen Kontoverbindung es dann benennt und die Folgen sind dann dessen Sache.

Solderdot
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Re: Kindsunterhalt einklagen kurz vor Volljährigkeit des Kindes

Beitrag von Solderdot »

Danke!
Und würde das Verfahren über den 18 Geburtstag dees Kindes hinaus fortgeführt? Die Mutter würde ja in Namen der Tochter klagen, und das geht ja nicht mehr, wenn die Tochter 18, wird. Dann müsste sie ja selber klagen.

ExDevil67
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Re: Kindsunterhalt einklagen kurz vor Volljährigkeit des Kindes

Beitrag von ExDevil67 »

Ja das Verfahren würde auch über den 18. Geburtstag des Kindes hinauslaufen. Das Verfahren wird ja offiziell zwischen Kind und einem Elternteil geführt, mit der Besonderheit das das Kind aus formalen Gründen vom anderen Elternteil vertreten wird. Ändert aber nix daran das es um den Anspruch auf Unterhalt des Kindes geht.

Theoretisch müsste das Kind am Geburtstag selber zum Gericht rennen können und die Klage zurücknehmen, es ist ja nun geschäftsfähig und kann somit in solchen Fragen selber entscheiden. Wäre aber halt mit den entsprechenden Kosten für einen verbunden.

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