Nachehelicher Unterhalt - Frage dazu

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

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Starwars2001
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Nachehelicher Unterhalt - Frage dazu

Beitrag von Starwars2001 »

Hallo,

nehmen wir an, A (Mann) und B (Frau) sind geschieden (zuvor 15 Jahre verheiratet, 1 Sohn - 15 Jahre).

A verdient 3.800€ Netto. B verdient 1.500€ Netto (bei einer 50% Stelle).

B möchte aber nicht auf 100% aufstocken, da es "nicht passt". Passende Stellen gibt es genügend.

Reicht das als Argument, um hier nachehelichen Unterhalt zu bekommen? Stichwort: Aufstockungsunterhalt.

A Vermutet, dass B bis in alle Ewigkeit sagt: "es passt nicht"...und er weiterhin nachehelichen Unterhalt bezahlen muss.
Celestro
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Re: Nachehelicher Unterhalt - Frage dazu

Beitrag von Celestro »

kann mir bei so einer Konstellation nicht vorstellen, das nachehelicher Unterhalt gewährt werden würde.
lottchen
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Re: Nachehelicher Unterhalt - Frage dazu

Beitrag von lottchen »

B muss nicht den jetzigen Job auf 100% aufstocken. B kann auch kündigen und einen anderen Job Vollzeit machen. Oder B sucht sich einen 450€-Job zusätzlichen zu dem Halbtagsjob.... Gibt es irgendwelche gesundheitlichen Einschränkungen bei B? Das "Kind" ist 15, das kann nicht als Grund dafür herhalten, dass nicht Vollzeit gearbeitet werden soll.
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Starwars2001
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Re: Nachehelicher Unterhalt - Frage dazu

Beitrag von Starwars2001 »

lottchen hat geschrieben: 15.03.21, 14:11 Gibt es irgendwelche gesundheitlichen Einschränkungen bei B?
Nein - es gibt keinerlei gesundheitliche Einschränkungen...
lottchen
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Re: Nachehelicher Unterhalt - Frage dazu

Beitrag von lottchen »

Wenn ich "nachehelicher unterhalt nach 15 jahren ehe" in die Suchmaschine meiner Wahl eingebe kommen da reichtlich Informationen zu dem Thema. Auch Gerichtsurteile. Quintessenz des Ganzen: Man kann nicht voraussehen, was ein Gericht entscheiden würde. Es müssen alle Argumente berücksichtigt werden (auch die, die wir hier nicht kennen). Ist B gut ausgebildet, kann B schnell einen Vollzeitjob finden, warum passt es nicht auf 100% aufzustocken, was bringt B für Argumente vor warum es B nicht möglich sein sollte voll zu arbeiten usw., usw. Möglicherweise könnte B zeitlich eng begrenzt nachehelichen Unterhalt zugesprochen bekommen, möglicherweise verliert B auch so einen Prozeß komplett.
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ralph12345
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Re: Nachehelicher Unterhalt - Frage dazu

Beitrag von ralph12345 »

Unterhaltsentscheidungen sind immer sehr individuell. Da gibt es genug Gründe die jeweils für oder gegen einen Unterhalt sprechen, ggf. wird er gewährt aber auch zeitlich begrenzt.
Zum Thema Unterhalt ja/nein ist insbesondere von Bedeutung, ob die Unterschiede im Gehalt ehebedingt sind, also z.B. dass die Frau weniger verdient, weil sie jahrelang wegen der Kinder zu Hause geblieben ist. Aber auch dann ist ihr mit einem 15 jährigen Kind eine Vollzeitstelle ggf. zuzumuten und vielleicht wird dann vom (ggf. fiktiven) Vollzeitgehalt zum Gehalt des Ex-Ehemanns aufgestockt... Da kann vor Gericht viel rauskommen.

Die beste Lösung wäre vermutlich sich gemeinsam zu einigen auch über eine Befristung bzw. maximale Dauer. Bis zum Vollzeitjob, maximal aber 1 Jahr oder sowas. Da sind die Eheleute frei in ihrer gemeinsamen Entscheidung.
Hertha1892
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Re: Nachehelicher Unterhalt - Frage dazu

Beitrag von Hertha1892 »

Eigentlich ist ja das Trennungsjahr dafür gedacht, dass man sich langsam auf sein Leben als unabhängiger und alleinverantwortliche(r) Erwachsene vorbereitet.

Mal abgesehen davon, dass der fiktive Sachverhalt knapp gehalten ist, sollte A mal in Erfahrung bringen, wie konservativ das zuständige Gericht gestrickt ist und das in seinem Vorgehen berücksichtigen.

Grüße Hertha1892
Starwars2001
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Re: Nachehelicher Unterhalt - Frage dazu

Beitrag von Starwars2001 »

Hertha1892 hat geschrieben: 15.03.21, 21:11 Eigentlich ist ja das Trennungsjahr dafür gedacht, dass man sich langsam auf sein Leben als unabhängiger und alleinverantwortliche(r) Erwachsene vorbereitet.

Mal abgesehen davon, dass der fiktive Sachverhalt knapp gehalten ist, sollte A mal in Erfahrung bringen, wie konservativ das zuständige Gericht gestrickt ist und das in seinem Vorgehen berücksichtigen.

Grüße Hertha1892
Der nacheheliche Unterhalt wird dann - wenn sich die Parteien nicht im Vorfeld einigen können, am Scheidungstermin durch das Gericht festgelegt?
Hertha1892
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Re: Nachehelicher Unterhalt - Frage dazu

Beitrag von Hertha1892 »

In der Regel ja. Der Trennungsunterhalt endet mit wirksamer Scheidung.

Grüße Hertha1892
Old Piper
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Re: Nachehelicher Unterhalt - Frage dazu

Beitrag von Old Piper »

Starwars2001 hat geschrieben: 16.03.21, 13:24Der nacheheliche Unterhalt wird dann - wenn sich die Parteien nicht im Vorfeld einigen können, am Scheidungstermin durch das Gericht festgelegt?
Nur wenn es überhaupt Thema des Scheidungsverfahrens ist, also eine der Parteien es beantragt hat.
Das Gericht verhandelt und entscheidet nur über die Scheidung und die gesetzliche Folgesache Versorgungsausgleich - alles weitere ausschließlich auf Antrag
MfG
Old Piper
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Chavah
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Re: Nachehelicher Unterhalt - Frage dazu

Beitrag von Chavah »

Nachehelicher Unterhalt wird dann im Rahmen des Scheidungsverfahrens festgelegt, wenn er beantragt wird. Einen Automatismus gibt es da nicht.

Wie lange Unterhalt über ein Jahr hinaus gezahlt werden muss, das ist von vielen Faktoren abhängig. Die kennen wir hier nicht. Deshalb ist eine Prognose nicht möglich.

Chavah
Heiko66
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Re: Nachehelicher Unterhalt - Frage dazu

Beitrag von Heiko66 »

Wie lange Unterhalt über ein Jahr hinaus gezahlt werden muss, das ist von vielen Faktoren abhängig. Die kennen wir hier nicht. Deshalb ist eine Prognose nicht möglich.
Hilfreicher wäre es zu sagen was für Zahlen/Daten/Fakten fehlen, um eine Prognose erstellen zu können.
Hertha1892
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Re: Nachehelicher Unterhalt - Frage dazu

Beitrag von Hertha1892 »

Ehrlich? Kenntnisse über Entscheidungen des zuständigen Gerichts und eine Glaskugel.

Kann sein, dass ein Gericht den Unterhalt komplett abschmettert.
Kann sein, dass sie welchen für kurze Zeit/stufenweise abschmelzend festlegen.
Kann sein, dass sie sagen, die arme Frau und den langfristig oder unbefristet festlegen.

Vor Gericht und auf hoher See ist man bekanntlich in Gottes Hand :wink:

Grüße Hertha1892
Heiko66
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Re: Nachehelicher Unterhalt - Frage dazu

Beitrag von Heiko66 »

Ehrlich? Kenntnisse über Entscheidungen des zuständigen Gerichts und eine Glaskugel.
Es ging doch darum eine Prognose aufzustellen. Wenn man das Genannte wüsste wäre das ja keine Prognose mehr sondern eine Feststellung.

Chavah hat gesagt bei der vorliegenden Datenlage kann Er*Sie keine Prognose aufstellen (das ist natürlich auch Blödsinn weil prognostizieren kann man immer) aber gemeint war wohl man möchte bei der vorliegenden Datenlage keine Prognose aufstellen, weil es dann reines Raten wäre.

Die Bemerkung
..., das ist von vielen Faktoren abhängig. Die kennen wir hier nicht. Deshalb ist eine Prognose nicht möglich.
legt aber nahe, dass Chavah sich (oder dem Forum) eine Prognose zutraut, wenn entsprechende Daten nachgeliefert werden.

Offen gelassen wurde aber was für Daten nun genau Chavah fehlen, damit Er*Sie sich traut eine Prognose aufzustellen. Daher die Nachfrage was genau fehlt denn nun noch, damit man eine brauchbare Prognose aufstellen kann?
Old Piper
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Re: Nachehelicher Unterhalt - Frage dazu

Beitrag von Old Piper »

Okay, dann mal Butter bei die Fische.

Mal abgesehen von den Daten des Fragestellers und dessen zukünftiger Ex, die wir hier gar nicht wissen wollen, weil sie 1. sehr stark ins Persönliche gehen, es 2. sehr viele sind und das 3. dann schon in den hier weder erlaubten noch erwünschten Bereich der persönlichen Rechtsberatung geht, bräuchte man für eine zumindest halbwegs verlässliche Prognose noch folgende Daten:
Ist der/die Vorsitzende bei Gericht glücklich verheiratet?
Wenn nicht - warum nicht?
Was hatte der/die Vorsitzende bei Gericht am Verhandlungstag zum Frühstück? Ist es ihm/ihr bekommen?
Wenn nicht - warum nicht?

Dies nur mal so als Eckpunkte. Wenn wir diese Daten haben, ergeben sich daraus noch ein paar weitere Fragen.
MfG
Old Piper
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