Sind online oder einvernehmliche Scheidungen wirklich günstiger und warum?

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

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Rocky7
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Sind online oder einvernehmliche Scheidungen wirklich günstiger und warum?

Beitrag von Rocky7 »

Hallo Zusammen,

mein Mann und ich wollen uns scheiden lassen und das ganze natürlich so günstig wie möglich halten. Ich habe mich jetzt ein wenig eingelesen und sowohl von der Möglichkeit einer Online Scheidung als auch von einer einvernehmlichen Scheidung gelesen. Beide sollen wohl dazu führen, dass die Scheidung günstig bleibt. Nun frage ich mich, ob das tatsächlich so ist und wo der Unterschied zu einer regulären Scheidung liegt. Ist das ganze seriös?

Vielleicht hat hier ja jemand schon Erfahrungen damit gemacht und kann mal berichten was genau das ist 😊
FM
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Re: Sind online oder einvernehmliche Scheidungen wirklich günstiger und warum?

Beitrag von FM »

Wer bietet denn online-Scheidungen an?
ExDevil67
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Re: Sind online oder einvernehmliche Scheidungen wirklich günstiger und warum?

Beitrag von ExDevil67 »

Bei der einvernhemlichen Scheidung lässt sich nur einer der Partner von einem Anwalt vertreten , der stellt die entsprechenden Anträge und dem anderen Partner bleibt dann nur mangels eigenem Anwalt dem durch schweigen zuzustimmen.
Funktioniert aber nur wenn der Partner ohne Anwalt die entsprechenden Anträge selber lesen und ggf Abweichungen von dem was man vermeintlich einvernehmlich besprochen hat erkennt. Und es sollte einem klar sein, ein Anwalt ist einzig den Interessen seines Mandanten verpflichtet. Wenn man sich also mit dem noch Partner und dessen Anwalt trifft wird man selber nicht auf möglicherweise für einen ungünstige Absprachen hingewiesen.
studi1
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Re: Sind online oder einvernehmliche Scheidungen wirklich günstiger und warum?

Beitrag von studi1 »

Hallo,

durch eine einvernehmliche Scheidung könnt ihr tatsächlich einiges an Kosten sparen. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass ihr euch über alle Streitpunkte, die typischerweise im Falle einer Scheidung auftreten (Unterhaltszahlungen, Versorgungsausgleich etc.) außergerichtlich einig geworden seid. https://scheidung.link/Einvernehmliche_Scheidung Wenn das der Fall ist, gibt es keinen Grund mehr, vor Gericht über diese Punkte streiten zu müssen. Dadurch hält sich der Streitwert des Scheidungsverfahrens in Grenzen.

Da vor den Familiengerichten Anwaltszwang herrscht, müssen grundsätzlich beide Teile von einem Anwalt vertreten werden. Bei der einvernehmlichen Scheidung reicht ein einzelner. Dieser legt für denjenigen, der ihn beauftragt hat, einen Scheidungsantrag ein. Der Ehegatte ohne Anwalt muss dem Antrag dann nur noch zustimmen. Er ist dadurch aber nicht automatisch schlechter beraten, da sich beide aus freien Stücken über die Folgen geeinigt haben. Am Ende teilt man sich die Rechtsanwaltskosten einfach untereinander auf.
Sollte es doch noch zu Streit kommen, kann sich der Ehegatte ohne Anwalt immer noch einen besorgen und sich durch ihn vertreten lassen.

Bei einer online Scheidung beauftragst du online einen Scheidungsanwalt. Diesem sendest du den ausgefüllten Scheidungsantrag zu und haltest auch im Übrigen den Kontakt zu ihm bequem von zu Hause über Telefon oder per E-Mail https://scheidung.link/Scheidung_Online. Damit sparst du nochmal Anfahrtskosten etc. Lediglich zum Gerichtstermin musst du natürlich persönlich erscheinen.
Chavah
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Re: Sind online oder einvernehmliche Scheidungen wirklich günstiger und warum?

Beitrag von Chavah »

Es gibt keine Online-Scheidung. Es gibt lediglich die Option, einen Anwalt online zu mandatieren. Macht keinen Unterschied zum Anwalt vor Ort. Kann aber gravierende Nachteile haben. Wenn sich aus irgendwelchen Gründen im Laufe des Verfahrens herausstellt, dass eben doch nicht alles so einig ist, dass sich die Umstände wesentlich geändert haben, dann ist der "Online-Anwalt" weit weg. Und mitunter, wenn es um zügige Terminierung geht, dann hat der Anwalt vor Ort doch die Möglichkeit, das alles mit dem Richter vorab zu regeln, man kennt sich halt. Ganz toll wird es dann im Termin. Der "Online-Anwalt", der seine Praxis weit weg vom Gerichts- und Wohnort der Betroffenen hat, wird wohl kaum anreisen. Das bedeutet, da wird ein sog. Fluranwalt in Untervollmacht engagiert, der vor Ort im Termin die Anträge stellt, aber nicht sachdienlich weiterhelfen kann. Er kennt nämlich die Akte nicht, den Mandanten nicht und den Sachverhalt auch nicht. Und der Online-Anwalt ist mit Sicherheit nicht preiswerter, wenn er die gesetzlich festgelegten Gebühren abrechnet. Wer meint, dass eine so ausgelegte Minimalvertretung ausreichend ist, der mag das Mandat so erteilen, obwohl er fürs selbe Geld beim Anwalt vor Ort doch wesentlich mehr bekommen hätte.

Noch eine Korrektur: weiter oben wurde geschrieben, dass der nicht vertretene Ex-Partner schweigt und er trotzdem geschieden werden könne. Das ist so nicht richtig. Er muss Stellung nehmen, notfalls wird das auch erzwungen, er kann nur keine Anträge stellen, das ist was völlig anderes. Stellung nehmen, sich äußern sollte er sich schon. Denn das Gericht muss ja entscheiden, ob dem Scheidungsantrag zu entsprechen ist.

Chavah
Rocky7
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Re: Sind online oder einvernehmliche Scheidungen wirklich günstiger und warum?

Beitrag von Rocky7 »

Hallo Zusammen,

erstmal vielen Dank für eure Tipps, das mit der Online Scheidung scheint ja eher durchwachen zu sein... Aber eine einvernehmliche Scheidung ist dann ja tatsächlich besser, wenn ich das richtig verstanden habe. Ich denke ich werde das mit meinem noch Mann noch mal besprechen und ausloten, ob es irgendwelche Punkte gibt, bei denen wir uns uneinig sind. Sollte das icht so sein, dann würde ich erstmal mit einem Anwalt beginnen, im Fall der Fälle könnte man sich doch sicher auch noch einen zweiten Anwalt nehmen, oder? Also falls im Laufe der Scheidung doch noch Streitereien auftreten?

Danke schon mal für eure Einschätzungen!
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