Unterhalt, Eigentum sowie Krankenkassenkarte des Kindes

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

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PeterKlaus
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Unterhalt, Eigentum sowie Krankenkassenkarte des Kindes

Beitrag von PeterKlaus »

Hallo Gemeinde,

fiktive Gegebenheiten
Person A = Mutter, Person B = Vater, Person C = gemeinsamer Sohn

Angenommen C wohnte bis Ende 2021 bei A. Durch einige Vorkommnisse(seelische Misshandlung, Zwang zu Falchaussage vor Gericht usw.) wollte C nun bei B leben und keinen Kontakt zu A.
Alle waren beim Jugendamt. Dort wurde der Sachverhalt vorgetragen.
C war bei A Familienversichert gesetzlich. Nach dem Umzug von C zu B(privatversichert), soll C B in seine Versicherung übernehmen. Die Krankenversicherung der Mutter äusserte allerdings etwas anderes. Gesetzlich ginge vor privat... Somit bliebe C bei A weiterhin familienversichert. C benötigt demzufolge die KV-Karte. A gibt diese nicht herraus.

Bei der Unterhaltsberechnung von A durch JA ist recht wenig herrausgekommen. A hat über 1400 Euro bei 32 Stunden die Woche. Wie kann B bzw. C dies überprüfen lassen? Ausserdem hat A mehrere Konten mit "geparktem" Geld der Großeltern von C.

Durch den Wechsel des Wohnortes von C wurde nicht vollständig das Eigentum von C herrausgegeben. Wie kommt C an sein Eigentum?

A kümmert sich nicht die Bohne um C.

C ist mitlerweile 12 Jahre.

Fiktive Frage... Kann C sein Eigentum einklagen, die Herrausgabe der KV-Karte verlangen, den Unterhaltsanspruch überprüfen lassen?

Wie wäre die Rechtslage??? Über fiktive Hinweise oder Informationen wäre C sowie B sehr dankbar.

Mfg
Stefanie145
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Re: Unterhalt, Eigentum sowie Krankenkassenkarte des Kindes

Beitrag von Stefanie145 »

Hallo,

ich kann mich etwas zum Thema Krankenversicherung äußern.

Sobald A und B rechtskräftig geschieden sind, kann C sowohl über A oder über B versichert werden, unabhängig davon, ob einer privat versichert ist. Die GKV von A hat vermutlich gemeint, dass die Fami über A sinnvoller ist, da beitragsfrei. Sofern B möchte, kann er C allerdings auch (zusätzlich) privat versichern. Bei Studium-Aufnahme sollte man dann jedoch überlegen, ob die Befreiung von der Versicherungspflicht für eine weitere private Versicherung wirklich sinnvoll ist.

Bezüglich der Krankenversicherungskarte würde ich die GKV informieren, dass es zur Zeit Probleme zwischen A und B bzgl. C gibt, C beim Vater wohnt und darum bitten, dass eine neue Versicherungskarte an die Anschrift des Vaters geschickt wird. So kann man sich die Auseinandersetzung diesbezüglich sparen. Sinnvoll ist auch die Versicherung über die neue Anschrift von C zu informieren, damit die regelmäßige Bestandspflege zur Prüfung der beitragsfreien Familienversicherung ggf. an den Vater geschickt werden kann, sofern die Mutter nicht reagiert.
ExDevil67
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Re: Unterhalt, Eigentum sowie Krankenkassenkarte des Kindes

Beitrag von ExDevil67 »

Stefanie145 hat geschrieben: 02.06.22, 06:11 Die GKV von A hat vermutlich gemeint, dass die Fami über A sinnvoller ist, da beitragsfrei.
Ich meine das ist komplett anders, das nämlich da kein echtes Wahlrecht besteht sondern das Kind über das Elternteil zu versichern ist das besser verdient. Das kann sicher im Einzelfall auch mal die GKV sein, im Regelfall dürfte das die PKV sein bedingt durch die Einstiegshürden in das System. Beamte mal ausgeklammert.

Bezüglich der Unterhaltshöhe, im Zweifel lässt man sich vom JA die zugehörigen Unterlagen geben auf deren Basis die gerechnet haben.
Hertha1892
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Re: Unterhalt, Eigentum sowie Krankenkassenkarte des Kindes

Beitrag von Hertha1892 »

Wenn kein Mindestunterhalt gezahlt wird, kann darauf geklagt werden, dass die Mutter
- einen Nebenjob annimmt
- ihr Gehalt auf Vollzeit hochgerechnet wird
- fiktive Einkünfte berechnet werden
- sich einen anderen Job sucht.

Also zB (1400/32)x 40 =1750.

Grüße Hertha1892
ExDevil67
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Re: Unterhalt, Eigentum sowie Krankenkassenkarte des Kindes

Beitrag von ExDevil67 »

Stimmt, Kind U18 und keine weiteren Hinderungsründe bekannt, da trifft dann mal die Mutter die gesteigerte Erwerbsobliegenheit.
Czauderna
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Re: Unterhalt, Eigentum sowie Krankenkassenkarte des Kindes

Beitrag von Czauderna »

ExDevil67 hat geschrieben: 02.06.22, 06:20
Stefanie145 hat geschrieben: 02.06.22, 06:11 Die GKV von A hat vermutlich gemeint, dass die Fami über A sinnvoller ist, da beitragsfrei.
Ich meine das ist komplett anders, das nämlich da kein echtes Wahlrecht besteht sondern das Kind über das Elternteil zu versichern ist das besser verdient. Das kann sicher im Einzelfall auch mal die GKV sein, im Regelfall dürfte das die PKV sein bedingt durch die Einstiegshürden in das System. Beamte mal ausgeklammert.

Bezüglich der Unterhaltshöhe, im Zweifel lässt man sich vom JA die zugehörigen Unterlagen geben auf deren Basis die gerechnet haben.
Hallo,
nein, das stimmt so auch nicht. Das Kind hat nur dann keinen Anspruch auf die kostenlose Familienversicherung in der GKV, wenn ein Elternteil / (nicht geschieden)in der PKV versichert ist und nicht nur mehr als der in der GKV versicherte Elternteil Einkommen hat, sondern dieses Einkommen muss auch über der Versicherungspflichtgrenze liegen. Nicht jede/r , der oder die in der PKV versichert ist, hat ein solch hohes Einkommen, z.B. Beamte, Selbständige, Studenten .
Aber selbst wenn der PKV-Versicherte über der Grenze liegt, kann es trotzdem zur kostenlosen Familienversicherung kommen, wenn der GKV-Versicherte mehr Einkommen hat als der PKV-Versicherte.
Sollte es aber tatsächlich so sein, dass kein Familienversicherungsanspruch mehr besteht, dann muss das in nicht zwangsläufig "Über den Vater/Mutter" in der PKV versichert werden, sondern kann auch eine eigene Versicherung in der GKV haben, dass es eine vergleichbare Familienversicherung in der PKV ohnehin nicht gibt.
Gruss
Czauderna
ralph12345
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Re: Unterhalt, Eigentum sowie Krankenkassenkarte des Kindes

Beitrag von ralph12345 »

Bei der GKV der Mutter hat man ja offenbar schon angerufen mit dem Ergebnis, dass das Kind da nach wie vor versichert hat. Damit ist doch die wichtigste Frage geklärt. Also bestellt man wohl am besten dort eine neue Karte mit dem Hinweis darauf, dass die alte verschollen ist.

Unterhalt... Da gibt es viele Wege, man kann sich privat einige, man kann das Jugendamt bemühen, einen Anwalt hinzuziehen, klagen. Das Jugendamt zahlt Unterhaltsvorschuss und holt sich den von A zurück, wenn B dermaßen bedürftig ist. Klagen und bei der Mutter zur Berechnung Unterlagen einfordern, damit der Vater entsprechend mehr bekommt, wird das JA vermutlich eher nicht. Da hilft der Weg über den eigenen Anwalt, wenn die Kommunikation direkt zwischen A+B nicht klappt.

Selbiges beim Vermögen, was nicht zwischen A+B direkt geklärt werden kann, muss man dann wohl einklagen.
GS
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Re: Unterhalt, Eigentum sowie Krankenkassenkarte des Kindes

Beitrag von GS »

Langer Schreiben kurzer Sinn:
Bezüglich der möglichen Stressvermeidung um die Krankenversicherung des Sohnes liegen zunächst Stefanie145
Bezüglich der Krankenversicherungskarte würde ich die GKV informieren, dass es zur Zeit Probleme zwischen A und B bzgl. C gibt, C beim Vater wohnt und darum bitten, dass eine neue Versicherungskarte an die Anschrift des Vaters geschickt wird. So kann man sich die Auseinandersetzung diesbezüglich sparen. Sinnvoll ist auch die Versicherung über die neue Anschrift von C zu informieren, damit die regelmäßige Bestandspflege zur Prüfung der beitragsfreien Familienversicherung ggf. an den Vater geschickt werden kann, sofern die Mutter nicht reagiert.
und schließlich auch ralf12345
Bei der GKV der Mutter hat man ja offenbar schon angerufen mit dem Ergebnis, dass das Kind da nach wie vor versichert hat. Damit ist doch die wichtigste Frage geklärt. Also bestellt man wohl am besten dort eine neue Karte mit dem Hinweis darauf, dass die alte verschollen ist.
richtig. Das destruktive Verhalten von A wird damit neutralisiert.
Sonst schreibe ich nichts zu A - in diesem speziellen Fall die Mutter - weil es eventuell nicht druckreif wäre, schon gar nicht in einem Rechtsforum :mrgreen: .
Dies ist keine Linksberatung und erst recht keine Rechtsberatung - wie käme ich dazu? Einzig verbindlicher Ratschlag: Lesen Sie von links oben nach rechts unten.
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