Paket wird nicht zugestellt - weil Vorname nicht verraten wird

Transportrecht, Speditionsrecht, Gefahrgut-Transportrecht, Versandrecht

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o0Julia0o
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Paket wird nicht zugestellt - weil Vorname nicht verraten wird

Beitrag von o0Julia0o »

hi,

was wäre, wenn man ein Paket bestellt hätte mit Vorname nur als einzelnem Buchstaben abgekürzt und seinem Nachnamen. Auf dem Klingelschild steht es auch genauso. So hat man seinen Namen im Shop hinterlegt und bestellt.

Also z.B.: M. Müller

Das steht auch auf dem Paket so drauf.

Jetzt kommt der Postbote und möchte den Vornamen wissen, sonst nimmt er das Paket wieder mit. Muss man diesen dann verraten? Es stimmt doch alles überein mit den Daten im Shop, auf dem Paket und auf dem Klingelschild ebenfalls.
ExDevil67
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Re: Paket wird nicht zugestellt - weil Vorname nicht verraten wird

Beitrag von ExDevil67 »

Irgendwas besonderes in dem Paket drin das sichergestellt werden muss wer das Paket genau erhalten hat?
Dummerchen
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Re: Paket wird nicht zugestellt - weil Vorname nicht verraten wird

Beitrag von Dummerchen »

Warum nur beschleicht mich das Gefühl, dass es hier eine Vorgeschichte gibt?
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o0Julia0o
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Re: Paket wird nicht zugestellt - weil Vorname nicht verraten wird

Beitrag von o0Julia0o »

Hm, nein nix besonderes in dem Paket. Eine Vorgeschichte gibt es nicht. Den Zusteller hätte man das 1. Mal sogar gesehen. Der Wert ist über 500€. Aber darf der das einfach dann als Annahme Verweigert deklarieren und wieder mitnehmen?

Der Name auf der Klingel stimmt überein mit dem Namen auf dem Paket. Also selbst wenn man jetzt sagt, man sei Marlies Müller, dann steht auf dem Paket als Empfänger doch ohnehin nur M. Müller. Darf der Paketbote das also trotzdem verlangen?
Evariste
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Re: Paket wird nicht zugestellt - weil Vorname nicht verraten wird

Beitrag von Evariste »

Verraten muss man den Vornamen nicht, aber dann muss der Paketdienst das Paket nicht herausgeben. Aus den AGBs einer großen Firma:
Leistungen...
(1) XYZ befördert die Sendungen zum Bestimmungsort und liefert sie dort an den Empfänger ab. ...
(2) XYZ nimmt die Ablieferung („Zustellung“) durch dokumentierte Aushändigung an den Empfänger oder an einen durch schriftliche Vollmacht des Empfängers ausgewiesenen Empfangsberechtigten („Empfangsbevollmächtigter“) vor ...
(3) XYZ darf Sendungen, die nicht in der in Absatz 2 genannten Weise abgeliefert werden können, an einen Ersatzempfänger abliefern. ...
Eine Person, die die Tür öffnet, wenn man bei "M. Müller" klingelt, ist erst einmal nur Ersatzempfänger. Außer man weist sich mit dem Personalausweis als "M. Müller" aus - aber das will man sicher nicht., weil dadurch ja der Vorname bekannt wird. Dann kann der Zusteller entscheiden, ob er das Paket aushändigt oder nicht - laut AGBs ist er nicht dazu verpflichtet.

In dem Fall wandert das Paket in die nächste Filiale, wo man es - wiederum unter Vorlage des Personalausweises - abholen kann.
ExDevil67
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Re: Paket wird nicht zugestellt - weil Vorname nicht verraten wird

Beitrag von ExDevil67 »

o0Julia0o hat geschrieben: 19.09.22, 12:59 Hm, nein nix besonderes in dem Paket... Der Wert ist über 500€.
Das würde ich schon als etwas besonderes ansehen. AFAIK haften die Paketunternehmen nämlich nur für sehr geringe Werte sofern diese nicht bei Auftragserteilung explizit deklariert werden. Evtl Nachweis über den Verbleib für die Versicherung nötig?
o0Julia0o
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Re: Paket wird nicht zugestellt - weil Vorname nicht verraten wird

Beitrag von o0Julia0o »

Hier finde ich auch von einem großen Zusteller folgende Info:

"Die Sendung darf nicht zugestellt werden, weil der Empfänger oder die Empfänger-Adresse nicht eindeutig identifizierbar ist

Die Empfängeradresse ist falsch oder nicht angegeben (z.B. falsche oder fehlende Hausnummer)
Der Empfängername steht nicht auf dem Klingelschild
Die Postnummer passt nicht zum Empfängernamen (z.B. Nummer eines Freundes angegeben oder geheiratet)
Der Empfänger ist unter der auf der Sendung angegebenen Adresse nicht anzutreffen

Die Sendung ist nicht oder nicht ausreichend frankiert
Der Empfänger hat die Annahme verweigert

Persönlich an der Haustür
Über die digitale Annahmeverweigerung in der Sendungsverfolgung

Es besteht eine Vorausverfügung des Absenders:
Der Absender kann über eine Vorausverfügung festlegen, was mit der Sendung passieren soll, wenn sie beim Empfänger nicht zugestellt werden kann, z.B. das Ausschließen der Zustellung beim Nachbarn bei sensiblen Sendungen"

Und folgendes trifft ja in dem Beispiel zu:
-Empfänger-Adresse (nicht) eindeutig identifizierbar ist
-Der Empfängername steht (nicht) auf dem Klingelschild
ExDevil67
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Re: Paket wird nicht zugestellt - weil Vorname nicht verraten wird

Beitrag von ExDevil67 »

o0Julia0o hat geschrieben: 19.09.22, 13:08 Und folgendes trifft ja in dem Beispiel zu:
-Empfänger-Adresse (nicht) eindeutig identifizierbar ist
-Der Empfängername steht (nicht) auf dem Klingelschild
Und noch immer weiß der Paketzusteller nicht wer da vor ihm steht. Der Empfänger, der Sohn oder der höfliche Einbrecher.
o0Julia0o
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Re: Paket wird nicht zugestellt - weil Vorname nicht verraten wird

Beitrag von o0Julia0o »

ExDevil67 hat geschrieben: 19.09.22, 13:05 AFAIK haften die Paketunternehmen nämlich nur für sehr geringe Werte sofern diese nicht bei Auftragserteilung explizit deklariert werden. Evtl Nachweis über den Verbleib für die Versicherung nötig?
Aber welches Recht haben die den Vornamen zu erfahren? Auf dem Paket steht M. Müller. Das identische steht auf der Klingel. Da nützt ihnen der Vorname nichts im Bezug auf die Feststellung des Verbleibs des Paketes. M. Müller hätte ja auch gerne unterschrieben - aber das war gar keine Option.
ExDevil67 hat geschrieben: 19.09.22, 13:16 Und noch immer weiß der Paketzusteller nicht wer da vor ihm steht. Der Empfänger, der Sohn oder der höfliche Einbrecher.
Aber das sind doch ihre eigenen AGB. Mit dem Nennen des Vornamens wüsste der Zusteller ebenfalls nicht wer da vor ihm steht. Der Annehmer hätte genausogut ein freundlicher Einbrecher sein können. Der Zusteller kennt den Vornamen nicht, der Auftraggeber(Shop) kennt den Vornamen ebenfalls nicht.
Zuletzt geändert von o0Julia0o am 19.09.22, 13:19, insgesamt 1-mal geändert.
ktown
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Re: Paket wird nicht zugestellt - weil Vorname nicht verraten wird

Beitrag von ktown »

Mir erscheint die Situation sehr überkandidelt. Wenn heutzutage es vollkommen OK ist die Sendung beim Nachbarn und/oder hinter die Mülltonne zu stellen und trotzdem in das System:
Beim Empfänger abgegeben.
hinterlegt wird, dann erscheint mir diese Geschichte sehr aberwitzig. Es sei den, es gibt eine entsprechende Vorgeschichte.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe
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Re: Paket wird nicht zugestellt - weil Vorname nicht verraten wird

Beitrag von o0Julia0o »

Der Zusteller wurde zum 1. Mal gesehen. Es gibt keine Vorgeschichte. Hinter Mülltone abstellen machen die wohl nur bei <500€, nehme ich an. Ist ja auch gut so, dass man bei wertvollen Dingen näher prüft. Aber ein Erfragen des Vornamens bringt kein Mehr an Sicherheit, weil auf dem Paket der Vorname gar nicht steht.

Der Empfägner fragt den Zusteller ja auch nicht nach seinem Namen, damit er ein Mehr an Sicherheit hat, dass es nicht eine Bombe ist, welche er bringt. Oder nur Jemand, der den Vornamen des Empfängers herausfinden möchte & nur ein Fake-Paket dabei hat. Der Empfänger öffnet die Tür, an dessen Türschild der Name identisch mit dem auf dem Paket ist. Die Adresse stimmt auch überein. Logisch, dass das der Empfänger ist. Das Zustelltfahrzeug ist z.B. in gelb lackiert. Der Zusteller steigt dort aus. Das wird wohl ein Zusteller sein. Das erfragen der jeweiligen Vornamen bringt hingegen keinen Mehrwert. Ist es aber dann illegal und muss der Zusteller für den Schaden nun haften?
o0Julia0o
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Re: Paket wird nicht zugestellt - weil Vorname nicht verraten wird

Beitrag von o0Julia0o »

Da stand nirgends ein Hinweis von ID-Check. Der Zusteller hat 3 Buchstaben.

Das Paket war adressiert an die Adresse wo die Tür geöffnet wurde und auf dem Klingelschild stand 100% exakt der Name wir auf dem Paket (M. MÜller)
Der Zusteller hat das Paket aber als Annahme verweiter wieder mitgenommen, weil der Vorname (welcher weder im Shop, noch auf dem Paket noch auf dem Klingelschild auftaucht) nicht verraten wurde. Überall Shop, Klingelschild, Paket steht: M. Müller.
Evariste
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Re: Paket wird nicht zugestellt - weil Vorname nicht verraten wird

Beitrag von Evariste »

o0Julia0o hat geschrieben: 19.09.22, 13:17 Aber welches Recht haben die den Vornamen zu erfahren?
Keines. Der Paketbote darf das Paket aber wieder mitnehmen, wenn er Zweifel hat- der Vertrag mit dem Auftraggeber verpflichtet den Paketdienst nicht, das Paket einem beliebigen Mitbewohner zu geben, es ist nur eine "kann"-Regel. Und die Zweifel sind durchaus nachvollziehbar, wenn da jemand in der Tür steht und sagt "Ich bin M. Müller, aber meinen Vornamen verrate ich nicht." Das ist die andere Seite. Es wurde bis jetzt auch kein nachvollziehbarer Grund genannt, warum der Vorname geheim bleiben soll.
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