Spende zurückfordern

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Tastenspitz
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Spende zurückfordern

Beitrag von Tastenspitz » 12.10.19, 12:15

Ein gemeinnütziger Verein erhält in 2017 zwei Spenden überwiesen. Einmal Januar, einmal Dezember. Die Januarspende ist auch als Spende auf der Überweisung tituliert, der Spender erhält persönliche wenige Tage darauf die Spendenquittung. Im Dezember fehlt der Text "Spende" in der Überweisung aber auch hier erhält der Spender die Quittung persönliche überreicht.
Nun (10/2019 - also gut zwei Jahre später) erhält der Verein vom RA des Spenders einen Schrieb, in dem er die Rückerstattung der Beträge fordert.
Argumentativ wird behauptet, der Spender hätte niemals der Verwendung als Spende zugestimmt sondern hätte es als Kredit angesehen, dessen Rückzahlung er nun fordert. Das Schweigen des Spenders zur Spende sei hier nicht als Zustimmung zu sehen..... :roll:
Weiters wird im Streitfall auf eine ungerechtfertigte Bereicherung abgestellt, einer Schenkung wurde vorsorgliche widersprochen.

Was macht man mit solchen Pappnasen...? :evil:
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Oktavia
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Re: Spende zurückfordern

Beitrag von Oktavia » 12.10.19, 12:52

Tastenspitz hat geschrieben:
12.10.19, 12:15
Was macht man mit solchen Pappnasen...? :evil:
Mal beim Finanzamt fragen ob der die Spenden abgesetzt hat :wink:
"Alte Leute sind gefährlich; sie haben keine Angst vor der Zukunft."
George Bernard Shaw

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lottchen
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Re: Spende zurückfordern

Beitrag von lottchen » 12.10.19, 13:54

Was stand denn nun als Überweisungstext tatsächlich auf der Überweisung drauf? Gab es noch mehr Spenden in den Jahren vorher von dem Herren? Oder noch mehr Darlehen?
Meiner Meinung nach kann der Verein eine Überweisung ohne Angabe eines Sachgrundes nicht einfach so als Spende verbuchen. Da muss man nachfragen bzw. eigentlich das Geld zurücküberweisen und um nochmalige Überweisung mit eindeutigem Zahlungsgrund bitten. Andererseits wenn dem Herren persönlich nachweislich die Spendenquittung in die Hand gegeben wurde und er diese nicht zurückgewiesen hat könnte man annehmen, er habe diese und damit seine Spende akzeptiert.
Oktavias Idee ist nicht schlecht. Ich bezweifle nur, dass der Verein vom Finanzamt Auskunft darüber bekommt.
Ich empfehle, Beiträge unserer Forentrolle BäckerHD, FelixSt und Dieter_Meisenkaiser konsequent zu ignorieren!

PyramSo
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Re: Spende zurückfordern

Beitrag von PyramSo » 12.10.19, 17:39

Wie genau will denn der "Kreditgeber" die Annahme des Kreditvertrags durch den Verein nachweisen?
Gibt es zufällig Zeugen für die Überreichung der Spendenquittung?
Auch wenn ein Kreditvertrag nicht unbedingt der Schriftform bedarf: annehmen muss man ihn doch irgendwie und die Spendenquittung spricht doch eher gegen eine solche Annahme ...

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Re: Spende zurückfordern

Beitrag von ExDevil67 » 12.10.19, 17:50

lottchen hat geschrieben:
12.10.19, 13:54
Oktavias Idee ist nicht schlecht. Ich bezweifle nur, dass der Verein vom Finanzamt Auskunft darüber bekommt.
Da brauch ich nicht zweifeln, die Info wird der Verein mit Verweis auf das Steuergeheimnis nicht bekommen. Einzige Möglichkeit wäre nach erfolgter Rückzahlung das Finanzamt zu informieren das die Spendenbescheinigung durch Rückzahlung falsch geworden ist. Was daraus wird, Steuergeheimnis.

FM
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Re: Spende zurückfordern

Beitrag von FM » 12.10.19, 18:15

PyramSo hat geschrieben:
12.10.19, 17:39
Wie genau will denn der "Kreditgeber" die Annahme des Kreditvertrags durch den Verein nachweisen?
Siehe Ausgangstext, "ungerechtfertigte Bereicherung".

Tastenspitz
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Re: Spende zurückfordern

Beitrag von Tastenspitz » 13.10.19, 06:49

Es ist ein Trägerverein einer pädagogischen Einrichtung.
lottchen hat geschrieben:
12.10.19, 13:54
Was stand denn nun als Überweisungstext tatsächlich auf der Überweisung drauf?
1. Überweisung "Spende"
2. Überweisung "Restbetrag Einlage nach Teilüberweisung von xxx€ zum 08.01.2017" was sich auf die 1. Überweisung bezog.
lottchen hat geschrieben:
12.10.19, 13:54
Gab es noch mehr Spenden in den Jahren vorher von dem Herren? Oder noch mehr Darlehen?
2 x Nein. Es ist üblich hier eine Spende als eine Art "Einstiegsgebühr" zu leisten. Je nach finanziellen Möglichkeiten und vielfach auch in Teilbeträgen. Das Vorgehen ist also nichts ungewöhnliches. Darlehen gab es in der Gründungsphase des Vereins von den Gründungsmitgliedern und den ersten, die damals in die Einrichtung aufgenommen wurden. Da wurden auch entsprechende Verträge gemacht. Die Summen sind auch alle bereits zurückbezahlt.
ExDevil67 hat geschrieben:
12.10.19, 17:50
die Info wird der Verein mit Verweis auf das Steuergeheimnis nicht bekommen.
Wird und will er auch nicht. Das ist schon geklärt. Verein wird die Rückzahlung sowieso nur in Erwägung ziehen, wen der Betrag nachweislich NICHT abgesetzt wurde. Weil dann auch der Spender ganz offensichtlich wusste, dass es einen Spende war und das ganze Vorgehen den Beigeschmack der Steuerhinterziehung haben würde. Verein wäre dann vermutlich der Beihilfe schuldig.
Das wird nicht passieren.
Den Verein würde es interessieren, ob diese Beihilfe gegeben wäre und ob jemand Fälle/Urteile kennt, die ähnlich gelagerte Abläufe behandeln. Ich find nix. :cry:
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