Beitragsforderung über 30 Jahre rückwirkend?

Moderator: FDR-Team

Antworten
Altbauer
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 618
Registriert: 10.12.14, 17:47

Beitragsforderung über 30 Jahre rückwirkend?

Beitrag von Altbauer »

Herr A erlebt eine Überraschung:

Er bekommt Post von einem Sportverein, bei dem er vor 30 Jahren tatsächlich Mitglied war.
Damals hat Herr A seine Jahresbeiträge immer per Einzelüberweisung gezahlt. Dann zog er in eine andere
Stadt, löste sein altes Konto auf und vergaß aus dem Verein formell auszutreten.

Nun bekam er Post von diesem Verein:
"Sehr geehrter Herr A!
Wir haben festgestellt, dass sie nach wie vor Mitglied in unserem Verein sind.
Die Beiträge für die letzten 30 Jahre haben Sie nicht gezahlt.
Wir ersuchen darum um Überweisung des Betrages von .......€ auf unser Vereinskonto.

Frage:
Kann der Verein diese Forderung stellen, oder ist zumindest ein Teil der Beitragsansprüche verjährt?

ktown
FDR-Moderator
Beiträge: 22295
Registriert: 31.01.05, 08:14
Wohnort: Auf diesem Planeten

Re: Beitragsforderung über 30 Jahre rückwirkend?

Beitrag von ktown »

Altbauer hat geschrieben:
14.12.19, 15:40
Kann der Verein diese Forderung stellen, oder ist zumindest ein Teil der Beitragsansprüche verjährt?
Die Mitgliedsbeiträge unterliegen einer regelmäßigen Verjährung von drei Jahren. Die Verjährungsfrist beginnt mit dem Ablauf des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

Celestro
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 2210
Registriert: 22.06.05, 22:24

Re: Beitragsforderung über 30 Jahre rückwirkend?

Beitrag von Celestro »

Ich kann in:
Altbauer hat geschrieben:
14.12.19, 15:40
Wir ersuchen darum um Überweisung des Betrages von .......€ auf unser Vereinskonto.
keine "Forderung" entdecken. Wie ktown schon richtig sagte, gilt die 3 jährige Verjährungsfrist. Aber der Verein darf natürlich trotzdem sein Glück versuchen und ausprobieren, ob er noch die komplette Summe bekommt. Was die noch nicht verjährten Beiträge angeht, sollte man mal in die Vereinssatzung schauen. Vielleicht ist man längst automatisch ausgeschlossen worden und muss daher gar nichts mehr zahlen.

ExDevil67
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 5083
Registriert: 17.01.14, 09:25

Re: Beitragsforderung über 30 Jahre rückwirkend?

Beitrag von ExDevil67 »

Celestro hat geschrieben:
14.12.19, 16:31
Was die noch nicht verjährten Beiträge angeht, sollte man mal in die Vereinssatzung schauen. Vielleicht ist man längst automatisch ausgeschlossen worden und muss daher gar nichts mehr zahlen.
Müsste man dann nicht aber in die Satzungen der letzten 30 Jahre gucken um zu prüfen wann man ggf wegen Beitragsrückständen ausgeschlossen wurde? Worst case wäre ja das in 2019 im Frühjahr erst eine entsprechende Klausel in die Satzung aufgenommen worden wäre.

ktown
FDR-Moderator
Beiträge: 22295
Registriert: 31.01.05, 08:14
Wohnort: Auf diesem Planeten

Re: Beitragsforderung über 30 Jahre rückwirkend?

Beitrag von ktown »

ExDevil67 hat geschrieben:
14.12.19, 17:01
Celestro hat geschrieben:
14.12.19, 16:31
Was die noch nicht verjährten Beiträge angeht, sollte man mal in die Vereinssatzung schauen. Vielleicht ist man längst automatisch ausgeschlossen worden und muss daher gar nichts mehr zahlen.
Müsste man dann nicht aber in die Satzungen der letzten 30 Jahre gucken um zu prüfen wann man ggf wegen Beitragsrückständen ausgeschlossen wurde? Worst case wäre ja das in 2019 im Frühjahr erst eine entsprechende Klausel in die Satzung aufgenommen worden wäre.
Vermutlich. Wenn man sich aber darauf berufen will, dann muss man auch selbst recherchieren. :wink:
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

Froggel
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 3137
Registriert: 19.05.05, 15:17
Wohnort: Niedersachsen

Re: Beitragsforderung über 30 Jahre rückwirkend?

Beitrag von Froggel »

Alternativ beruft man sich auf die Verjährung, zahlt die noch ausstehenden letzten Beiträge, die noch nicht verjährt sind und schickt gleichzeitig eine Kündigung. Dann ist man auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Ansonsten dürfte es schwer werden, die alten Vereinssatzungen noch herauszufinden.
Ich bin kein Jurist.
- alle Angaben ohne Gewähr -

khmlev
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6092
Registriert: 02.05.09, 18:01
Wohnort: Leverkusen

Re: Beitragsforderung über 30 Jahre rückwirkend?

Beitrag von khmlev »

Froggel hat geschrieben:
14.12.19, 20:47
Ansonsten dürfte es schwer werden, die alten Vereinssatzungen noch herauszufinden.
Wenn es ein eingetragener Verein ist, muss man nur zum zuständigen Registergericht. Dort können von der Gründungssatzung beginnend, alle Satzungsänderungen nachvollzogen werden. Ist also gar nicht so schwer.
Gruß
khmlev
- out of order -

ExDevil67
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 5083
Registriert: 17.01.14, 09:25

Re: Beitragsforderung über 30 Jahre rückwirkend?

Beitrag von ExDevil67 »

Froggel hat geschrieben:
14.12.19, 20:47
Alternativ beruft man sich auf die Verjährung, zahlt die noch ausstehenden letzten Beiträge, die noch nicht verjährt sind und schickt gleichzeitig eine Kündigung.
Wobei das einen, je nach Kündigungsfrist des Vereins, durchaus ja noch eine Beitragsrechnung für 2020 einbringt. Von daher kann es sich durchaus lohnen auch mal die Satzungen zu prüfen ob man nicht zwischenzeitlich ausgeschlossen wurde.

Antworten