Time Sharing Verein will sich auflösen

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sentry
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Time Sharing Verein will sich auflösen

Beitrag von sentry »

Hallo,

mir ist die Tage ein Thema begegnet, bei dem mir gar nicht mehr bewusst war, dass das tatsächlich noch eines ist.
Eine ältere Dame ist vor vielen Jahren dem Time Sharing verfallen, d.h. sie hält für viel Geld und immer noch jährlich zu erbringende Beiträge Nutzungsrechte an einer Ferienimmobilie in Süddeutschland. Sie darf also im Gegenzug für ihre Zahlungen eine Woche jährlich ein Appartement in einer Ferienanlage nutzen.

Der Anbieter ist als ein in der Schweiz registrierter Verein organisiert. Die Frau ist also Vereinsmitglied und hat das Recht der Nutzung auf Grund ihrer jährlich zu bezahlenden Beiträge.
Nun hat sie eine Einladung zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung erhalten, deren einziges Ziel es ist, die Auflösung des Vereins zu beschließen. Auf Grund der CORONA-Situation soll das ganze im schriftlichen Verfahren stattfinden, d.h. es gibt keine wirkliche Versammlung, sondern nur einen Stimmzettel, auf dem sie mit Ja, Nein oder Enthaltung bzgl. der Auflösung abstimmen kann.
Begründet wird das Ansinnen des Vorstandes, den Verein aufzulösen in einem langatmigen, verschwurbelten Text im Wesentlichen ebenfalls mit Corona und den negativen Auswirkungen auf die Reise- und Hotelbranche. Einerseits kann man in diesem Jahr die Nutzungsrechte nicht gewährleisten, weil niemand reisen darf und die Anlage z.Z. niemanden beherbergen kann. In der Folge sieht man erhebliche finanzielle Schwierigkeiten und sogar eine drohende Insolvenz auf den Verein zu kommen.

Jetzt ist also für unsere Dame die Frage zu beantworten: Stimme ich einer Auflösung zu oder nicht?
Fakt ist, dass unsere Dame mittlerweile auch der Auffassung ist, es wäre besser den Verein zu verlassen. Leider hat sie in ihrer Unterlagensammlung weder einen ordentlichen Vertrag noch die Vereinsstatuten, die etwas über Rechte und Pflichten der Mitglieder aussagen sollten und auch über Austrittsmöglichkeiten und wie die Auflösung des Vereins funktionieren würde. Das ist natürlich der größte Mangel an der ganzen Situation.
Jetzt könnte Sie also mit "JA" für die Auflösung des Vereins stimmen. Dann wäre ihr Ziel erreicht und sie wäre draußen, sobald der Verein liquidiert ist. Ein Pluspunkt für die Ja-Stimme.

Leider haben weder sie noch ich Ahnung, welche Nebenwirkungen das haben könnte. Deshalb habe ich diesen Artikel hier verfasst.
Ich bitte ausdrücklich nicht um eine Rechtsberatung, sondern einfach nur um Ideen und Gedanken, die Leser hier zu dem Thema haben.

Da man schon viel über die Branche gehört hat, machen wir uns natürlich Gedanken, welchen Plan wohl der Vorstand mit der Auflösung des Vereins verfolgen könnte. Will man die (noch) vorhandenen Mitglieder irgendwie noch in Mithaftung nehmen, um evtl. aufgelaufene Schulden zu begleichen? Will man noch so viel wie möglich herausholen, bevor der Laden krachen geht? Geht das überhaupt? Wäre es besser (für unsere Dame), den Verein insolvent gehen zu lassen, als ihn kurz vorher regulär aufzulösen? Solche Sachen eben.
Natürlich versucht unsere Dame parallel an die Vereinsstatuten zu kommen, um wenigstens einige Fragen davon beantworten zu können, insbesondere ob es vielleicht möglich ist, aus dem Verein auszutreten. Aber selbst dann bliebe die Frage, welches Votum zur Auflösung im eigenen Interesse das beste wäre.

Ich würde mich sehr freuen, wenn der Eine oder Andere seine Gedanken zu diesem Thema mit mir teilen würde, insbesondere welche Risiken und Nebenwirkung unter Umständen mit der einen oder anderen möglichen Entscheidung zur Abstimmung bzw. zum Verlassen oder Verbleib im Verein verbunden sein könnten(!)
Vielleicht lesen ja sogar User mit, die Ähnliches erlebt haben und Gedanken zu Chancen und Risiken der verschiedenen Varianten haben.
Wie gesagt, es geht nicht um Rechtsberatung, sondern einfach nur um Gedanken und Aspekte, die man bei einer Abwägung der Varianten vielleicht auf dem Schirm haben sollte.

Jdepp
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Re: Time Sharing Verein will sich auflösen

Beitrag von Jdepp »

Es ist ja ein schweizer Verein. Die Regularien für die Auflösung, Austritt, Mitgliederrechte usw richten sich daher auch nach schweizer Recht. Ob man da hier jemanden finden wird, der dazu was sagen kann...

Spezi
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Re: Time Sharing Verein will sich auflösen

Beitrag von Spezi »

Wenn man mal davon ausgeht, dass der schweizer Verein seine Satzung nach der schweizer Gesetzgebung ausgerichtet hat, sollte man mal die Vereinssatzung ansehen um die Mitgliederrechte und das Verfahren bei einer Auflösung des Vereins zu kennen. Hier wird die niemand kennen.
Gruß Spezi

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