Haftung von Mitglieder im Verein

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juergenbb
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Haftung von Mitglieder im Verein

Beitrag von juergenbb » 09.11.09, 07:42

Bin Mitglied in einem Verein ( nicht gemeinnützig) wie ist das mit der Haftung, wenn der Vorstand z.B. Kreditverträge abschließt oder der Verein zahlungsunfähig ist.
Muß ich dann als Mitglied auch für die Verbindlichkeiten aufkommen ?
In der Satzung steht nichts zu diesem Thema.

Gruß
Jürgen

hawethie
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Beitrag von hawethie » 09.11.09, 08:35

Hi
bei einem eingetragenen Verein (e.V.) haftet der Verein mit seinem Vermögen - die Mitglieder nicht.
Der Vorstand selbst haftet auch nur in Ausnahmefällen.

Gruß
HaWeThie

Dipl.-Sozialarbeiter
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Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter » 09.11.09, 08:47

Die Haftung des Vereins ist in den §§ 31 / 31a BGB geregelt.

Mitglieder haften nicht, ehrenamtliche Mitglieder in Organen (z.B. Vorstand) nur bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit.

Zur Vertiefung: BT-Drucksache 16/13537 vom 22. 06. 2009 (Beschluß) und BT-Drucksache 16/10120 vom 13. 08. 2008 (GE)

juergenbb
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Beitrag von juergenbb » 09.11.09, 09:28

Danke für die Infos.

Gruß

Jürgen

Dipl.-Sozialarbeiter
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Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter » 09.11.09, 09:44

juergenbb hat geschrieben:Danke für die Infos.
Siehe ferner: BMJ: Leit­fa­den zum Ver­eins­recht ;-)

PS: Ich habe den Thread mal als "wichtig" eingestuft.
Zuletzt geändert von Dipl.-Sozialarbeiter am 24.04.15, 07:47, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Link aktualisiert - Leitfaden zum Vereinsrecht ( Stand: 01.07.2013 )

juergenbb
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Beitrag von juergenbb » 09.11.09, 09:50

Dipl.-Sozialarbeiter hat geschrieben:
juergenbb hat geschrieben:Danke für die Infos.
Siehe ferner: BMJ: Leit­fa­den zum Ver­eins­recht ;-)

PS: Ich habe den Thread mal als "wichtig" eingestuft.
Eben bestellt.
Nochmals Danke.

Gruß

J

JS
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Beitrag von JS » 09.11.09, 11:08

Hallo,
bei einem nicht rechtsfähigen Verein (etwa einem nicht eingetragenen Verein) haften grundsätzlich dessen Mitglieder, da auf einen solchen Verein gemäß § 54 BGB die Vorschriften über die Gesellschaft anzuwenden sind, also insbesondere die Vorschriften der §§ 705 - 740 BGB.

Allerdings wird in der Rechtsprechung davon ausgegangen, dass die Mitglieder eines nicht eingetragenen Vereines nur mit ihrem "Anteil am Vereinsvermögen" (siehe Anmerkung) haften, nicht aber, anders als die Gesellschafter einer Gesellschaft, mit ihrem Privatvermögen. So gesehen haftet also auch der nicht eingetragene Verein in der Regel nur mit "seinem" Vereinsvermögen.
(Anm.: Ein nicht rechtsfähiger Verein kann nicht Träger von Rechten und Pflichten sein, er kann insbesondere kein Vermögen besitzen. Das Vermögen eines solchen Vereines ist statt dessen ein sogenanntes "Gesamthandsvermögen", es gehört also allen Mitgliedern gemeinsam. Es kann jedoch kein Mitglied über "seinen" Anteil verfügen.)

Für Rechtsgeschäfte, die im Namen eines nicht rechtsfähigen Vereines vorgenommen werden, haftet hingegen der Handelnde persönlich, handeln mehrere, dann haften sie als Gesamtschuldner (§ 54 BGB).

Einen recht guten Artikel mit weiteren Einzelheiten bzgl. nicht rechtsfähiger Vereine habe ich hier gefunden.

JS
... aber fragt lieber nochmal eure Eltern, denn gaaanz sicher bin ich mir nicht ... (Hein Blöd)

Verunsicherte
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Re: Haftung von Mitglieder im Verein

Beitrag von Verunsicherte » 24.04.15, 06:56

Danke erst einmal für die Infos..

Es handelt sich um einen e. V. also um einen eingetragenen Verein.

Die betroffene Person hat vorsätzlich gehandelt (Beschimpfung eines Spieloffiziellen), was zu einer Bestrafung über das Sportgericht geführt hat. Grundsätzlich werden über das Sportgericht Spieler bzw. Funktionäre bestraft. Die Bestrafung erfolgt allerdings unter Vereinshaftung, für den Verein für den die Betroffene Person tätig ist. Heißt der Verband zieht das Geld vom betroffenen Verein ein.
Person A ist allerdings kein MItglied in dem Verein.

Ich nehme an, dass der § 823 BGB nicht greift, da dieser keine reinen Vermögensschäden abdeckt. Nur was wäre dann die Anspruchsgrundlage?

Gruß Verunsicherte.

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