Welche Nachteile hat eine Untergruppe?

Moderator: FDR-Team

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CT7XRA
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Welche Nachteile hat eine Untergruppe?

Beitrag von CT7XRA »

Hallo Forum,
es geht um folgende Frage:
eine sehr aktive Bürgerinitiative, die u.a. lokale Veranstaltungen organisiert und Ehrenamtliche bündelt, erwartet neben vielen Sachspenden auch Spendengelder und plant zudem Fördergelder aus öffentlichen Töpfen zu beantragen. Da sie keine e.V. ist, wurden ihr 2 Möglichkeiten angeboten:
1. Der Bürgermeister hat angeboten einen Förderverein für die BI zu gründen
2. Der örtliche Bürgerverein hat angeboten die BI als seine Untergruppe aufzunehmen

Der BI stellen sich nun aber die folgenden Fragen:
- Der Gruppe ist die politische und institutionelle Unabhängigkeit wichtig. Welchen Einfluss hätte der Bürgermeister bei einem Förderverein und welchen das Bürgerverein auf seine Untergruppe bei Entscheidungen? Besteht dann Mitspracherecht bzw. wie ließe sich selbiges ausschließen?
- Da der BI das "Unterschlüpfen" unter ein bereits eingetragenes Vereinsdach als die problemlosere Variante erscheint, fragt sie sich, ob das Nachteile ggü. einer eigenen Organisation als Förderverein hätte.
- Wie würde bei Untergruppen mit Geldspenden umgegangen? Können selbige direkt der Untergruppe zukommen? Kann sie unter dem Vereinsdach ein eigenes Konto mit eigenem Kassenwart gründen?
- Können Untergruppen allein Fördergelder beantragen oder darf das nur eine juristische Person (also der Dachverein)? Und überhaupt, welche Vor- & Nachteile hat man als juristische Person?

Vielen Dank für Eure Hinweise und Hilfe,
CT

ExDevil67
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Re: Welche Nachteile hat eine Untergruppe?

Beitrag von ExDevil67 »

CT7XRA hat geschrieben: Der BI stellen sich nun aber die folgenden Fragen:
- Der Gruppe ist die politische und institutionelle Unabhängigkeit wichtig. Welchen Einfluss hätte der Bürgermeister bei einem Förderverein und welchen das Bürgerverein auf seine Untergruppe bei Entscheidungen? Besteht dann Mitspracherecht bzw. wie ließe sich selbiges ausschließen?
Bei Gründung eines eigenen Vereins hätte der Bürgermeister nur Einfluss wenn man ihm auch welchen gibt. Sprich Vorstand aus eigenen Reihen wählen und gut. Wenn man unter das Dach des Bürgervereins "schlüpft" hätte dessen Vorstand, da er dann haftet, durchaus Möglichkeiten einzugreifen. Da wäre dann ggf die Satzung anzupassen das man im "Tagesgeschäft" der Untergruppe
- Da der BI das "Unterschlüpfen" unter ein bereits eingetragenes Vereinsdach als die problemlosere Variante erscheint, fragt sie sich, ob das Nachteile ggü. einer eigenen Organisation als Förderverein hätte.
Bei Gründung eines eigenen Vereins hätte der Bürgermeister nur Einfluss wenn man ihm auch welchen gibt. Sprich Vorstand aus eigenen Reihen wählen und gut. Wenn man unter das Dach des Bürgervereins "schlüpft" hätte dessen Vorstand, da er dann haftet, durchaus Möglichkeiten einzugreifen. Da wäre dann ggf die Satzung anzupassen das man im "Tagesgeschäft" der Untergruppe das Maximum an Freiheit gibt und der Vorstand nur bei drohenden Schäden für den Gesamtverein eingreifen kann (dann aber auch muss).
CT7XRA hat geschrieben: - Wie würde bei Untergruppen mit Geldspenden umgegangen? Können selbige direkt der Untergruppe zukommen? Kann sie unter dem Vereinsdach ein eigenes Konto mit eigenem Kassenwart gründen?
Das wäre eine Frage der Organisation innerhalb des Vereins, eine komplett eigenständige Kasse kann es aber nicht geben, da der Vorstand des e.V. haftet. Spenden können über den "Umweg" der Zweckbindung für die Aufgaben der Untergruppe eingeworben werden und dürfen dann nur dafür genutzt werden. AFAIR könnte ein Spender sein Geld bei Missachtung der Zweckbindung auch zurückfordern.
CT7XRA hat geschrieben: - Können Untergruppen allein Fördergelder beantragen oder darf das nur eine juristische Person (also der Dachverein)? Und überhaupt, welche Vor- & Nachteile hat man als juristische Person?
Fördergelder müsste der Verein als ganzer beantragen. Theoretisch müssten das auch als BI gehen, Frage wäre nur ob man auch welche bekommt da bei einem Verein klar ist wer für die Rückzahlung haftet. Vorteil des Vereins wäre so spontan z.B. die geregelte Frage der Haftung. Beim Verein haftet erst der Verein als ganzer und dann ggf im Rückgriff der Vorstand. Bei einer BI, vermute ich mal, haftet deren Vorstand gleich mit seinem Privatvermögen.

ugoetze
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Re: Welche Nachteile hat eine Untergruppe?

Beitrag von ugoetze »

Es ist darauf hinzuweisen, dass abzugsfähige Spenden nur für steuerbegünstigte Zwecke verwendet werden dürfen.
Bei einer "Untergruppe" muss der Bürgerverein darauf achten, dass die Aktivitäten der BI, die nicht unter dem Satzungszweck des Bürgerverein zu subsumieren sind, sich mindestens selbst tragen müssen ("Mittel der Körperschaft dürfen nur für die satzungsmäßigen Zwecke verwendet werden". Text jeder Satzung einer gemeinnützigen Organisation).
Wirtschaftliche Aktivitäten unterliegen bei Überschreiten bestimmter Grenzen der USt bzw. KSt. Diese Grenzen gelten insgesamt, also Hauptverein einschließlich Untergliederung.

Spezi
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Re: Welche Nachteile hat eine Untergruppe?

Beitrag von Spezi »

Der Bürgermeister hat angeboten einen Förderverein für die BI zu gründen
Ist der Satz wörtlich zu nehmen ?
Er würde bedeuten, dass der Bürgermeister die Mitglieder sucht und natürlich auch ein Amt bekleiden will.

Oder kann man den Willen des Bürgermeisters und damit den Satz auch so verstehen:
Der Bürgermeister hat angeboten bei der Gründung eines Fördervereins für die BI behilflich zu sein ?
Wenn ja, würde ich dieses immer vorziehen und alle Ämter durch die Bi besetzen.
Gruß Spezi

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