Abmahnung vom Vorsitzenden, was tun?

Moderator: FDR-Team

ExDevil67
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Re: Abmahnung vom Vorsitzenden, was tun?

Beitrag von ExDevil67 »

Jasager hat geschrieben: Für den Fall, dass der Vorstand alleine das Mitglied rauswählt, dürften gerichtlich bessere Aussichten auf Erfolg für das betroffene Mitglied bestehen wie wenn es von der Hauptversammlung herausgewählt wird? Ich meine mal mitbekommen zu haben, dass Gerichte sich schwer tun Hauptversammlungsbeschlüsse zu kippen.
Die Chancen gegen einen Ausschluss gerichtlich anzugehen (will man da überhaupt?) dürften unabhängig vom Gremium sein das den Beschluss fast.
Bei Formfehlern, und dazu gehört auch ein "falsches" Gremium, dürfte man immer gute Karten haben. Ebenso sind wohl "beliebte" Formfehler dem Betroffenen nicht anzuhören und mangelnder Nachweis eines konkreten Schadens für den Verein (nicht das Ego des Vorstandes).

Spezi
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Re: Abmahnung vom Vorsitzenden, was tun?

Beitrag von Spezi »

Für den Fall, dass der Vorstand alleine das Mitglied rauswählt, dürften gerichtlich bessere Aussichten auf Erfolg für das betroffene Mitglied bestehen wie wenn es von der Hauptversammlung herausgewählt wird?
Also, wenn der Vorstand (überraschend ohne Ankündigung auf der Tagesordnung) einen Vereinsausschluss in der Hauptversammlung beschließen lässt, sehe ich sehr gute Chancen diesen durch ein Zivilgericht wieder aufheben zu lassen. Denn:
1.) fehlt die Zuständigkeit der Versammlung
2.) Ist das Thema Vereinsausschluss in der Tagesordnung nicht angekündigt.
3.) Wäre dem Mitglied vorher kein rechtliches Gehör gewährt worden.

Allerdings würde ich mich fragen, ob ich einem Verein angehören möchte, dessen Vorstand versucht kritische Mitglieder mundtot zu machen. Es gibt da auch ein passendes Urteil welches man dem Vorstand zur Kenntnis bringen könnte. Abweichende Meinungen darf man in einem Verein immer äußern, natürlich sachlich und sogar als Vorstandsmitglied.
Es kommt in einer pluralistischen Gesellschaft oft vor, dass verschiedene Meinungen und Anschauungen vertreten werden. Es kann daher gerade Sinn einer Wahl durch eine MV sein, die im Verein vorhandenen unterschiedlichen Auffassungen und Strömungen auch im VS vertreten sehen zu wollen. Es ist dann urdemokratische Aufgabe der gewählten VS-Mitglieder diese Unterschiede zu ertragen und ggf. zu einem Ausgleich zu bringen. Dieses würde vollkommen unterlaufen, wenn eine Mehrheitsströmung in einem Vereinsvorstand die Möglichkeit hätte, die Minderheit einfach auszuschließen.

Aus: AG Düsseldorf, Urt. v. 27.01.2009 – 52 C 10352/08
Gruß Spezi

Jasager
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Re: Abmahnung vom Vorsitzenden, was tun?

Beitrag von Jasager »

Gegen den Vorstandsbeschluss gibt es kein satzungsmäßiges Rechtsmittel in dem entsprechenden Verein.

Ich habe hier noch einen Satz aus der Abmahnung, original inkl. Rechtschreibung und Grammatik:

"Es ist leider keine Einsicht bei Ihnen erkennbar deshalb bitte ich hiermit darum das Ihr Verhalten gegenüber unseren Mitgliedern so gemacht wird wie es sich unter Erwachsenen Menschen gehört."

Da kann man sich vielleicht auch vorstellen, dass eine sachlich analytische Diskussion kaum bis gar nicht möglich ist, weil Differenzierungsvermögen, Sachlichkeit und Abgrenzungfähigkeit leider kaum vorhanden sind.

Natürlich ist es leicht zu sagen, dass man sich doch einen anderen Verein suchen könnte. Wenn man aber von fast allen Mitgliedern respektiert wird, vor allem auch weil man nach Rangliste die unangefochtene Nummer 1 im Verein und sicher kein "Schwätzer" ist, dann fällt dies nicht so leicht.

Im Übrigen gibt es ausschließlich Differenzen mit dem Vorstand, weil das Mitglied keinerlei Angst vor dem Vorstand hat und diesen deutlich und sachlich kritisiert.

Spezi
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Re: Abmahnung vom Vorsitzenden, was tun?

Beitrag von Spezi »

Im Übrigen gibt es ausschließlich Differenzen mit dem Vorstand, weil das Mitglied keinerlei Angst vor dem Vorstand hat und diesen deutlich und sachlich kritisiert.
Dieser Satz klingt aber schon so, dass sich andere Mitglieder beim Vorstand beschwert haben könnten:
bitte ich hiermit darum das Ihr Verhalten gegenüber unseren Mitgliedern so gemacht wird wie es sich unter Erwachsenen Menschen gehört."
Damit könnte der Vorstand Zeugen für solche Anschuldigungen haben.
Gruß Spezi

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