Abmahnung eines Vereinsmitgliedes

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Valeska
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Abmahnung eines Vereinsmitgliedes

Beitrag von Valeska »

X ist Mitglied in einem eingetragenen gemeinnützigen Verein. Er hat vom neuen Vorstand eine Abmahnung per R Einschreiben erhalten. In seiner Antwort hat er darauf hingewiesen, dass die drei gleichberechtigten Vorstandsmitglieder formell nicht in Vertretung des Vereins abgemahnt hätten. Der Vorwurf, Kommentare seien zum Teil mit beleidigender und stalkender Absicht in die Gruppe eingestellt , belästigt zu haben, wurde zurückgewiesen.
Ferner bezog man sich auf eine Sperrung in der MessengerGruppe durch den vorherigen Vorstand, wegen angeblich ähnlicher Vorwürfe. Diese erfolgten jedoch nachweislich wegen zu langer Beiträge und eines insoweit angeblichen Verstoßes gegen die MessengerRegeln. Diese sollen den Mitgliedern zugegangen sein. X hat sie nicht bekommen und auch einige andere Mitglieder waren sie nicht bekannt. Sie wurden auch nicht auf ausdrücklichen Wunsch zur Verfügung gestellt, nachdem X darum gebeten hatte, weil er überraschend wieder in die MessengerGruppe aufgenommen wurde .
X hat die drei Vorstandsmitglieder aufgefordert, die MessengerBeiträge und emails mit angeblich beleidigenden, stalkenden, belästigenden Inhalten mit Datum und Uhrzeit zu benennen – und zwar zur Zeit Ihrer Vorstandsämter und hinsichtlich des vorherigen Vorstandes. Darüber hinaus wurde gebeten, die angeblich ausgeschlagenen mündlichen Einigungen und persönlichen Klärungen zu benennen.
Daraufhin wurde X ein weiteres R Einschreiben mit Abmahnung, jetzt formgerecht, vom Vorstandsteam zugestellt. Die Vorwürfe wurden im Wesentlichen wiederholt. Begründet wurde das Vorgehen damit, den ‚gesamten Verein vor solchen Dingen zu schützen und endlich wieder Ruhe zu finden‘.
X hat wiederum auch per R Einschreiben an alle drei Vorstandsmitglieder geantwortet. Es wurde darauf hingewiesen, dass die Abmahnung nur wirksam sei, wenn die Vorwürfe so konkret wie möglich erfolgen, weil der/die Abgemahnte nur insoweit die Möglichkeit habe, hierzu Stellung zu nehmen und sich evtl. zu verteidigen. Der genaue Vorwurf sei zu benennen, so konkret und präzise wie möglich anzuführen, z. B. mit Datum und Uhrzeit , durch welche Formulierungen bzw. Wortwahl wann wie beleidigt, gestalkt und belästigt worden sein soll. Dieser Nachweis sei bei MessengerBeiträgen und emails unschwer zu erbringen. Ferner habe eines der Vorstandsmitglieder zu erklären, wer oder was veranlasst habe, X auf eine relativ versöhnliche email quasi mit dem Anwalt zu drohen und weshalb dieses Vorstandsmitglied meinte, sich vor X schützen zu müssen.
Während zwei des Vorstandsteams die R Einschreiben beide Male angenommen haben, gibt es bei einem Vorsitzenden zum zweiten Mal Probleme. Zuvor will er das R Einschreiben auf einmal im Briefkasten vorgefunden haben. Jetzt liegt das zweite Einschreiben seit bald vier Wochen in seiner zuständigen Postfiliale zur Abholung bereit. Der Aufforderung, das nachgesagte Beleidigen, Stalken und Belästigen konkret zu benennen und insoweit zu belegen, wurde bisher nicht nachgekommen.
X hat nachweislich der vorliegenden MessengerBeiträge der gesamten Gruppe nicht beleidigt, gestalkt und belästigt. Er hat fast ausschließlich zur Sache geschrieben, u. a. zu einer bestimmten Veranstaltung des Vereins, zu speziellen Corona-Risiken nach der Frage eines anderen Mitgliedes, zu Handhabungen bei vergleichbaren Vereinen etc. Zumal es sich um Sachthemen handelte, sind die Beiträge schon länger ausgefallen. Insgesamt gesehen hat sich X seltener geäußert. Dies hat er im Rahmen seiner Mitgliederrechte getan. Teilweise wurden auch von anderen Gruppenmitgliedern längere Beiträge eingestellt. Die allermeisten Beiträge der Mitglieder sind Befindlichkeiten, Grußbotschaften etc. Es fällt auf, dass nach den Beiträgen von X immer wieder einige unfreundliche Antworten folgen. Wie sich jetzt nach Vorlage eines Vereinsregisterauszugs erkennen lässt, sind dies weitestgehend die Antworten von Vorstandsmitgliedern, aktuellen bzw. ehemaligen, inzwischen u. a. wieder im Amt. Eher selten hat sich mal ein ganz normales Vereinsmitglied vergleichbar geäußert. Auffallend ist auch, dass vom vorherigen Vorsitzenden Vertraulichkeit gefordert, aber nicht von X zugesichert wurde. Auch der jetzige Vorstand will wohl keine Diskussion innerhalb des Vereins.
X hat schon seit längerem den mehr oder weniger unfreundlichen Umgang erlebt – nachdem zuvor über ein paar Jahre noch alles ok war. Seit einem Eklat auf der JHV 2019, er hatte nach einem Anliegen eines Mitgliedes einen ähnlichen Vorschlag gemacht – und einen befreundeten Verein als Beispiel genannt. Daraufhin wurde er stark angegangen. Festzustellen ist, wann immer er sich in der MessengerGruppe zu Wort meldete, wurde er angegangen. Die unfreundlichen Behandlungen, mit und ohne direkte Zeugen, auch schon mal in aller Öffentlichkeit häuften sich. Ein vorliegender email-Verkehr lässt erkennen, dass man ihn letztlich aus dem Verein graulen will. Eine unvorsichtige Bemerkung des seinerzeit stellvertretenden Vorsitzenden lässt Vermutungen zu, weshalb diese vorgeschobenen Vorwürfe schon insoweit nicht hingenommen werden sollten.
Stellt sich die Frage, warum X nicht endlich diesen Verein verlässt. Eigentlich kommt er mit allen klar – mit den ganz normalen Vereinsmitgliedern, mit den jeweiligen Übungsleitern. Darüberhinaus gibt es wichtige private Gründe.
Die Treuepflicht beinhaltet, dass Probleme innerhalb des Vereins geklärt, nicht nach außen getragen werden. Dürfen insoweit die Mitglieder informiert und um Klärung gebeten werden. Der Vorstand wird das eher nicht tolerieren, sieht außerhalb des Vorstandes als außerhalb des Vereins an.
Wie kann X weiter vorgehen, wobei er seinem Verein eigentlich nicht schaden möchte – wie ist insoweit die Rechtslage, bevor er anwaltliche Hilfe in Anspruch nimmt.
Zuletzt geändert von ktown am 04.11.22, 11:22, insgesamt 1-mal geändert.
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lottchen
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Re: Abmahnung eines Vereinsmitgliedes

Beitrag von lottchen »

Valeska hat geschrieben: 03.11.22, 20:45 Diese erfolgten jedoch nachweislich wegen zu langer Beiträge ...
Also daaaaas glaube ich sofort....Ich habe den Eingangsthread nicht zu Ende gelesen, Woran liegt das nur :engel: ?
Ich empfehle, Beiträge unserer Forentrolle BäckerHD, FelixSt und Dieter_Meisenkaiser konsequent zu ignorieren!
GS
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Re: Abmahnung eines Vereinsmitgliedes

Beitrag von GS »

lottchen hat geschrieben: 03.11.22, 20:56
Valeska hat geschrieben: 03.11.22, 20:45 Diese erfolgten jedoch nachweislich wegen zu langer Beiträge ...
Also daaaaas glaube ich sofort....Ich habe den Eingangsthread nicht zu Ende gelesen, Woran liegt das nur :engel: ?
Da hast du was verpasst, denn das beste kommt zum Schluss. :mrgreen:
Dies ist keine Linksberatung und erst recht keine Rechtsberatung - wie käme ich dazu? Einzig verbindlicher Ratschlag: Lesen Sie von links oben nach rechts unten.
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Re: Abmahnung eines Vereinsmitgliedes

Beitrag von Niemand2000 »

lottchen hat geschrieben: 03.11.22, 20:56
Valeska hat geschrieben: 03.11.22, 20:45 Diese erfolgten jedoch nachweislich wegen zu langer Beiträge ...
Also daaaaas glaube ich sofort....Ich habe den Eingangsthread nicht zu Ende gelesen, Woran liegt das nur :engel: ?
Wirklich eine hilfreiche Antwort :wink:
Froggel
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Re: Abmahnung eines Vereinsmitgliedes

Beitrag von Froggel »

Valeska hat geschrieben: 03.11.22, 20:45Wie kann X weiter vorgehen, wobei er seinem Verein eigentlich nicht schaden möchte – wie ist insoweit die Rechtslage, bevor er anwaltliche Hilfe in Anspruch nimmt.
Wasch mich, aber mach mich nicht nass? Wird wohl kaum funktionieren. Sie haben Ihre Ansicht, der Vorstand eine andere. Und was genau würde X mit anwaltlicher Hilfe erreichen wollen?
Auch wenn X das nicht einsieht, entweder X lebt damit oder X verlässt den Verein und sucht sich womöglich eine Alternative. X kann sich auch einfach aus Messengerdiskussionen heraushalten. Viele Möglichkeiten gibt es nicht, und auch der Anwalt kann nur eingeschränkt agieren.
Ich bin kein Jurist.
- alle Angaben ohne Gewähr -
FM
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Re: Abmahnung eines Vereinsmitgliedes

Beitrag von FM »

Da Vereine demokratisch organisiert sind und da X nach eigenen Angaben mit allen anderen Vereinsmitgliedern sehr gut klar kommt, kann man auch andere Personen in den Vorstand wählen. Details siehe Satzung.
Valeska
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Re: Abmahnung eines Vereinsmitgliedes

Beitrag von Valeska »

Danke FM - Nach § 37 BGB kann eine Minderheit der Mitglieder die Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung verlangen und mit der erforderlichen Mehrheit einen neuen Vorstand wählen. Aus dem Stand einen neuen Vorstand vorzuschlagen und zu wählen, ist nicht von X beabsichtigt und auch nicht praktikabel. Den Mitgliedern freundlich zu begegnen ist etwas anderes als sie für ein solches Manöver zu gewinnen. Einzelne Mitglieder waren bislang nur gelegentlich hinsichtlich des diversen unfreundlichen Umgangs irritiert. X selbst hat das übergangen, suchte nach Gründen für dieses geänderte Verhalten. Bestenfalls könnte der Vorstand sich nach entsprechender Information der Mitglieder veranlasst sehen, von den Ämtern zurückzutreten., was eher nicht geschieht.
Es stellt sich die Frage, inwieweit durch Vorstandsmitglieder gegen die Satzung verstoßen wurde. „ Die Mitglieder des Vereins sind verpflichtet, die Interessen des Vereins nach Kräften zu fördern und alles zu unterlassen, wodurch das Ansehen und der Zweck des Vereins gefährdet werden könnten. Die Mitglieder haben die Vereinssatzung und die Beschlüsse zu achten.“ Das gilt für alle Mitglieder, auch für Vorstandsmitglieder.
Kann einem einfachen Mitglied insoweit ein Verstoß angelastet werden, wenn es die ihm widerfahrene Behandlung innerhalb des Vereins kommuniziert? Die Mitglieder sollen erfahren, dass die neuen Vorstandsvorsitzenden dem Mitglied X Beleidigen, Stalken und Belästigen in den MessengerBeiträgen anlasten, aber nicht die konkreten Beiträge bzw. Formulierungen in den MessengerBeiträgen benennen können, weil ein solches Verhalten nicht erfolgte. Die Beiträge sind noch nachvollziehbar.
X will wissen, wer oder was die Vorstandsmitglieder veranlasst hat, so mit ihm umzugehen und ihm u. U. strafrechtlich relevantes Verhalten nachzusagen. Sich einfach zurückzuziehen und gegenwärtige und vorherige Vorstandsmitglieder weiter gewähren zu lassen, ist für X keine Option.
Wie ist die Rechtslage ?
Tastenspitz
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Re: Abmahnung eines Vereinsmitgliedes

Beitrag von Tastenspitz »

Valeska hat geschrieben: 09.11.22, 12:52 X will wissen, wer oder was die Vorstandsmitglieder veranlasst hat, so mit ihm umzugehen und ihm u. U. strafrechtlich relevantes Verhalten nachzusagen. Sich einfach zurückzuziehen und gegenwärtige und vorherige Vorstandsmitglieder weiter gewähren zu lassen, ist für X keine Option.
Nun, wenn man nicht strafrechtlichgegen die Person(en) vorgehen möchte, gibt es noch die Mitgliederversammlung.
Letzterers kann man selber organisieren in dem man bspw. einen TOP in der Sache beantragt.
Beim Strafrechtlichen sollte man sich sicher sein, dass da was handfestes ist (=Anwalt). Sonst läuft man Gefahr selbst als TOP "Ausschluss des Mitglieds Valeska" auf der Tagesordnung zu landen.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.
hawethie
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Re: Abmahnung eines Vereinsmitgliedes

Beitrag von hawethie »

dass die neuen Vorstandsvorsitzenden dem Mitglied X Beleidigen, Stalken und Belästigen in den MessengerBeiträgen anlasten, aber nicht die konkreten Beiträge bzw. Formulierungen in den MessengerBeiträgen benennen können,
dann ist ja die Abmahnung eh hinfällig, wenn da nicht das genaue Fehlverhalten genannt ist. hättest du ruhig mitteilen können.
ihm u. U. strafrechtlich relevantes Verhalten nachzusagen
haben sie das? wenn ja, hättest du das hier ruhig mitteilen können.
X will wissen,....
und stellt dazu einen entsprechenden Antrag zur nächsten Mitgliederversammlung
Was du nicht willst, das man dir will, das will auch nicht -
was willst denn du.
Aus Erfahrung: Krebsvorsorge schadet nicht.
Valeska
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Re: Abmahnung eines Vereinsmitgliedes

Beitrag von Valeska »

Danke Tastenspitz – in diesem Verein gibt es jährlich – auch nach der Satzung – nur eine Mitgliederversammlung (Jahreshauptversammlung) im ersten Quartal. ‚Anträge, die bei der Jahreshauptversammlung gestellt werden, müssen behandelt werden, wenn die Mitglieder die Dringlichkeit des Antrages mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit anerkennen.‘ Außerdem entscheidet der Vorstand über die Art der Abstimmung. Es gibt also einige Hürden, die für einen solchen Antrag eher ungünstig sind. Es ist auch nicht jedermanns Sache, sich offen gegen den Vorstand zu positionieren.
Haben die drei Vorsitzenden gegen die Satzung verstoßen, wenn sie einem Mitglied Beleidigen, Stalken, Belästigen in den MessengerBeiträgen nachsagen, was m. E. nachweislich nicht erfolgt ist, weil es die noch einsehbaren Beiträge auch nicht hergeben. Die drei Vorsitzenden sind rechtlich nicht gerade bewandert, fühlen sich durch ihr gemeinsames Vorgehen auf der sicheren Seite. Aber sehe ich das richtig, dass der vorhandene Sachbeweis nicht erbracht wird, weil er die gemeinsame Behauptung nicht bestätigt – der Sachbeweis aber gegenüber gegenseitigen Bezeugungen Vorrang hat.
Valeska
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Re: Abmahnung eines Vereinsmitgliedes

Beitrag von Valeska »

@ hawethie
“dann ist ja die Abmahnung eh hinfällig …“ hatte ich schon im ersten Beitrag geschrieben ‚ Es wurde darauf hingewiesen, dass die Abmahnung nur wirksam sei, wenn die Vorwürfe so konkret wie möglich erfolgen, …‘ – sorry, kannte bei dem umfangreichen Eingangsbeitrag schon übersehen werden.
Nur interessiert das die drei Vorsitzenden nicht. Es ist damit zu rechnen, dass sie bei nächster Gelegenheit – ungeachtet der rechtlichen Voraussetzungen – den Ausschluss aus dem Verein mitteilen werden.

„ihm u. U. strafrechtlich relevantes Verhalten nachzusagen
haben sie das? wenn ja, hättest du das hier ruhig mitteilen können.“ – ist m. E. auch bereits enthalten gewesen. Beleidigen und Stalken kann auch strafrechtlich relevant sein, weshalb man es niemanden leichtfertig nachsagen sollte.

„und stellt dazu einen entsprechenden Antrag zur nächsten Mitgliederversammlung“
Vgl. hierzu Antwort an Tastenspitz
hawethie
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Re: Abmahnung eines Vereinsmitgliedes

Beitrag von hawethie »

so langsam frag ich mich, was du willst.
Die Abmahnung ist ja de jure nicht vorhanden.
eine Antrag auf eine MV außer der Reihe willst du nicht.
Einen Antrag zur MV stellen - viel zu große Hürden - also auch nicht
Einen Anwalt einschalten: nee - auch nicht.

Also - was soll man dir raten.
(außer dass die Satzung, was Minderheitenrechte betrifft - gelinde gesagt - arg gewöhnungsbedürftig ist)
Was du nicht willst, das man dir will, das will auch nicht -
was willst denn du.
Aus Erfahrung: Krebsvorsorge schadet nicht.
Spezi
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Re: Abmahnung eines Vereinsmitgliedes

Beitrag von Spezi »

In seiner Antwort hat er darauf hingewiesen, dass die drei gleichberechtigten Vorstandsmitglieder formell nicht in Vertretung des Vereins abgemahnt hätten.
Und wieso hätten alle 3 Vorstandsmitglieder die Abmahnung unterschreiben müßen ?
In der Vereinssatzung steht sicher nicht "gleichberechtigt". Aber auch wenn alle 3 Vorstandsmitglieder nach § 26 BGB die gleichen Rechte haben, ist doch jedes Vorstandsmitglied vermutlich allein vertretungsberechtigt !
Andernfalls müßte in der Satzung nicht gleichberechtigt stehen sondern "gemeinschaftlich vertretungsberechtigt."
Gruß Spezi
Valeska
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Re: Abmahnung eines Vereinsmitgliedes

Beitrag von Valeska »

@ Spezi „Und wieso hätten alle 3 Vorstandsmitglieder die Abmahnung unterschreiben müßen ?“

Alle drei haben beide Abmahnungen nebeneinander unterschrieben, die erste Abmahnung aber nicht als Vorstände des Vereins, insoweit nur als Privatpersonen. X hat sie darauf aufmerksam gemacht, gleichzeitig die Vorwürfe zurückgewiesen und aufgefordert, die Vorwürfe konkret zu benennen.
Insoweit erfolgte eine weitere Abmahnung des Vereins, vertreten durch die drei Vorstandsmitglieder – von allen dreien nebeneinander unterschrieben. Als Absender fungierte einer der drei Vorsitzenden.

@ Spezi „In der Vereinssatzung steht sicher nicht "gleichberechtigt". Aber auch wenn alle 3 Vorstandsmitglieder nach § 26 BGB die gleichen Rechte haben, ist doch jedes Vorstandsmitglied vermutlich allein vertretungsberechtigt !
Andernfalls müßte in der Satzung nicht gleichberechtigt stehen sondern "gemeinschaftlich vertretungsberechtigt."

Die drei Vorstandsvorsitzenden – lt. email-Mitteilung einer dieser drei Vorstände – sind als „Dreierteam“ gewählt worden, wobei einer zuvor schon stellvertretender Vorsitzender war, zwei sind neu hinzugekommen. Lt. Vereinsregisterauszug sind diese drei und zwei weitere neue (Kassenwart und Schriftführer m. Wissens) „zum Vorstand“ gewählt. Ein Protokoll der Mitgliederversammlung (JHV) wurde von mehreren Mitgliedern – auch von X - seinerzeit erbeten, aber nicht ausgehändigt oder per email übersandt. ‘Es sei nicht üblich das Protokoll zu versenden. Es würde für den Vorstand gefertigt und bei der nächsten JHV verlesen und genehmigt. Gegen eine Einsichtnahme sei nichts einzuwenden.‘ (was wohl keiner getan hat, es wird sich auch kein Vorstandsmitglied danben stellen wollen, wenn ein Vereinsmitglied das Protokoll zur Kenntnis nehmen - und wohl auch noch verstehen - will. X hat einen der drei besagten Vorstände nochmals um das Protokoll der JHV gebeten, auch um evtl. zu klären, ob seine Antwort auf die zweite Abmahnung zutreffend adressiert ist. Eine Reaktion darauf blieb aus.

Die Zurückweisung der Behauptungen, X habe beleidigt, gestalkt, belästigt etc. erfolgte per R Einschreiben an jeden dieser drei Vorstandsmitglieder, wobei gerade das Vorstandsmitglied, das wohl die treibende Kraft ist, das zweite Einschreiben nicht angenommen und auch nicht abgeholt hat. Hier stellt sich die Frage, ob insoweit eine erneute Zustellung - als weniger öffentlich eine Zustellung über den email-Verteiler des Vereins - erfolgen sollte oder - weniger diskret, dafür aber wohl rechtlich sicherer - durch den Gerichtsvollzieher.
Auch die zweite fast identische Abmahnung ist letzlich nicht wirksam, weil die als Begründung angeführten Vorwürfe, angebliche Kommentare in der MessengerGruppe nicht konkret benannt sind, also nicht nachvollziehbar sind. Ich habe sämtliche Beiträge von X durchgesehen. Es ist eine überschaubare Anzahl, fast ausschließlich zu Sachthemen. Da ist nichts dabei, was als Beleidigen, Stalken und Belästigen zu werten ist.

Wie ist die Rechtslage? Hat eine Zustellung - Zurückweisung der sog. Abmahnung hinsichtlich der unwahren Behauptungen - auch an das dritte Vorstandsmitglied zwingend zu erfolgen?

Wie ist die Rechtslage, handelt es sich bei der wiederholten Behauptung , X habe beleidigt, gestalkt und belästigt um Beleidigungen und üble Nachrede, zumal sich die jetzigen drei wohl vertretungsberechtigten Vorstandsmitglieder auch noch auf den vorherigen Vorstand berufen.
Insoweit sollten nach Möglichkeit keine unnötigen Fehler unterlaufen, wenn die Angelegenheit letztlich wohl doch einem RA übergeben wird.
Valeska
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Re: Abmahnung eines Vereinsmitgliedes

Beitrag von Valeska »

@ hawethie » 09.11.22, 20:13 - sorry, meine Antwort war schon fertig, kam aber leider nicht zur Absendung.

Meine Fragen sind:

Aber sehe ich das richtig, …….
daß der Sachbeweis gegenüber gegenseitigen Bezeugungen Vorrang hat,
haben die drei Vorsitzenden gegen die Satzung verstoßen, wenn sie einem Mitglied Beleidigen, Stalken, Belästigen in den MessengerBeiträgen nachsagen,
daß Beleidigen und Stalken auch strafrechtlich relevant ist oder sein kann,
wenn Beleidigen und Stalken eine Straftat ist, wäre das Nachsagen einer Straftat wie zu beurteilen?
Ein Rechtsanwalt soll nicht zu früh eingeschaltet werden, um nicht dem ‚Ansehen des Vereins‘ zu schaden. Das könnte als Verstoß gegen die Satzung angesehen werden?
Die Fragen nach der rechtlichen Beurteilung würden evtl. helfen, bis zur Beauftragung eines RA nicht unnötige Fehler zu begehen.
Ansonsten würde das zu einem Dauerzustand rechtlicher Beratung werden.

„so langsam frag ich mich, was du willst.
Die Abmahnung ist ja de jure nicht vorhanden.“
Das wurde den Vorstandsvorsitzenden bereits mitgeteilt. Es ist eher davon auszugehen, dass sie das weniger interessiert, dass sie dennoch jede Gelegenheit nutzen dürften, X auszuschließen. Mir kommt es darauf an, dass X keine Fehler unterlaufen – bevor den allermeisten Mitgliedern klar ist, dass diese Art des Umgangs mit einem Mitglied nicht zum Image eines solchen Vereins passt, es sich evtl. um einen Verstoß gegen die Satzung handelt .

„einen Antrag auf eine MV außer der Reihe willst du nicht.
Einen Antrag zur MV stellen - viel zu große Hürden - also auch nicht.“
Das sollte man nur tun, wenn Aussicht auf Erfolg besteht. Und das bedarf der Information der Mitglieder und der Einsicht in die Notwendigkeit, sich von diesen beteiligten Vorstandsmitgliedern zu trennen. Aber auch das ist keine Garantie. Ich kenne aus der Praxis zumindest eine Möglichkeit, das noch zu torpedieren. Und das wäre hier nach der Satzung auch möglich.
„Einen Anwalt einschalten: nee - auch nicht.“
Das ist nicht ausgeschlossen.
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