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recht.de • Thema anzeigen - Doppellierferung nach Defekt
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 Betreff des Beitrags: Doppellierferung nach Defekt
BeitragVerfasst: 29.11.17, 09:57 
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Registriert: 27.11.06, 17:52
Beiträge: 225
Hallo, folgender Fall angenommen:

Ein Gewerbetreibender kauft in einem Onlineshop für Gewerbetreibende ein neues Elektrogerät. Als das Gerät ankommt und getestet wird, stellt sich heraus, dass es defekt ist.

Der Kunde reklamiert das Gerät und bittet um Nachbesserung. Daraufhin schickt der Verkäufer eine Ersatzlieferung (identisches Gerät) und veranlasst die Abholung des defekten Gerätes.

Die Prüfung der Ersatzlieferung erfolgt positiv. Das neue Gerät wird folglich genutzt. Der Kunde geht davon aus, dass das Ersatzgerät in Folge der Nachbesserung geschickt wurde und bei ihm verbleibt. Es gibt keine Information des Verkäufers, dass das anders angedacht ist.

6 Wochen später erhält der Kunde eine Rechnung und einen Lieferschein, in dem lediglich ein Ersatzteil, die Prüfung und Arbeitsstunden aufgeführt werden. Zu 100% Rabatt und Endpreis 0 Euro. Kurz danach wird ohne jede Absprache das reparierte Gerät per Paketzusteller erneut angeliefert.

Lieferschein, Paketschein und Korrespondenz (E-Mails) enthalten keinen Hinweis auf gewünschte Rücklieferung des Ersatzgerätes. Die Kommunikation mit dem Verkäufer hat sich durchgehend als kompliziert heraus gestellt. So wurde trotz mehrfacher Aufforderung (E-Mails, Telefonate) die Abholung 4 x von einer falschen Adresse aus veranlasst, obwohl jedes Mal zugesichert wurde, dass das defekte Gerät "jetzt garantiert von der richtigen Adresse abgeholt wird". Der Kunde ist daher nicht daran interessiert, sofern er dazu nicht gesetzlich verpflichtet ist, diese Prozedur erneut auf sich zu nehmen und von sich aus nochmal Kontakt mit dem Verkäufer auf zu nehmen.

Wie muss der Käufer sich lt. Gesetzeslage verhalten: Muss er Kontakt zum Verkäufer aufnehmen? Muss er eine der beiden Elektrogeräte zurück senden? Ist es ihm frei gestellt, welches Gerät? Oder kann er das reparierte Gerät ohne Kontaktaufnahme einfach lagern und auf eine Aufforderung (die es bisher nicht gibt) des Verkäufers warten? Eine Nutzung des Gerätes kommt für ihn derzeit nicht in Frage, da das Ersatzgerät längst in Betrieb ist und problemlos funktioniert.

Danke!


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 Betreff des Beitrags: Re: Doppellierferung nach Defekt
BeitragVerfasst: 29.11.17, 13:01 
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Registriert: 21.08.14, 16:57
Beiträge: 7905
kleinundgemein hat geschrieben:
...

Wie muss der Käufer sich lt. Gesetzeslage verhalten: Muss er Kontakt zum Verkäufer aufnehmen? Muss er eine der beiden Elektrogeräte zurück senden? Ist es ihm frei gestellt, welches Gerät? Oder kann er das reparierte Gerät ohne Kontaktaufnahme einfach lagern und auf eine Aufforderung (die es bisher nicht gibt) des Verkäufers warten? Eine Nutzung des Gerätes kommt für ihn derzeit nicht in Frage, da das Ersatzgerät längst in Betrieb ist und problemlos funktioniert.

Danke!



Hallo,

das mit der Gewährleistung, hier Umtausch gegen ein neues Gerät, ist ja zur Zufriedenheit erledigt.

Der Käufer ist jetzt Eigentümer des neuen Geräts, der Verkäufer ist mit der Rücksendung wieder Eigentümer des defekten Geräts geworden.

Für die erneute Zusendung des reparierten Geräts, gibt es keinen Rechtsgrund. Der Verkäufer kann sein Eigentum herausverlangen, auf seine Kosten, er muss abholen.

Ob der Käufer Mtteilung machen muss, hängt davon ab, wie weit man die gegenseitigen Fürsorge- und Rücksichtnahmepflichten aus dem ursprünglichen Kaufvertrag zieht. Jeder macht Fehler, ich denke schon, dass dem Käufer ein Anruf oder eine Email zuzumuten ist, "Ihr Gerät steht bei mir, lassen Sie es bitte abholen".

Man könte sich schon dazu versteigen, dass das als vertragliche Nebenpflicht aus dem ursprünglichen Kaufvertrag geschuldet ist. Auch wenn es nur indirekt mit dem ursprünglichen Kauf zu tun hat.


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 Betreff des Beitrags: Re: Doppellierferung nach Defekt
BeitragVerfasst: 13.12.17, 13:11 
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Registriert: 19.08.13, 11:44
Beiträge: 170
freemont hat geschrieben:
Man könte sich schon dazu versteigen, dass das als vertragliche Nebenpflicht aus dem ursprünglichen Kaufvertrag geschuldet ist. Auch wenn es nur indirekt mit dem ursprünglichen Kauf zu tun hat.


So abwegig ist das nicht, im Rahmen des "Schuldverhältnisses im weiteren Sinne" würde ich dem zustimmen.


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