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recht.de • Thema anzeigen - Auftragsdatenverarbeitung - Nachweis kostenlos?
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BeitragVerfasst: 27.02.18, 13:35 
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Guten Tag,

eine fiktive Person, die als Webentwickler tätig ist, soll einem Auftraggeber einen Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung abgeben. Darin werden Maßnahmen zur Sicherheit gefordert die der Webentwickler dem Auftraggeber nachweisen soll. Dies soll kostenlos erfolgen.

Hat der Auftraggeber einen Anspruch auf den kostenlosen Nachweis der Sicherheitsmaßnahmen, oder kann der Webentwickler hierfür ggf. nach Stundensatz abrechnen?

Beste Grüße!


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BeitragVerfasst: 27.02.18, 14:04 
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Beiträge: 4405
kilidr hat geschrieben:
Hat der Auftraggeber einen Anspruch auf den kostenlosen Nachweis der Sicherheitsmaßnahmen, oder kann der Webentwickler hierfür ggf. nach Stundensatz abrechnen?

Was für Nachweise in welcher Form werden gefordert?
Im Zweifel wird man wohl die Kosten verstecken müssen in dem man dem Kunden 5 € mehr pro Stunde berechnet um auf dem Wege die Kosten wieder reinzuholen.


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BeitragVerfasst: 27.02.18, 15:09 
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kilidr hat geschrieben:
... soll einem Auftraggeber einen Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung abgeben...


Ergibt für mich keinen Sinn. Soll das anstatt "Vertrag" "Angebot" heißen? Oder liegt der Vertrag vor, den der An einfach nur unterschreiben soll? Es gibt noch keinen Vertrag? Dann kann man doch noch vereinbaren was man will was wie bezahllt wird. Der An muss doch nicht zustimmen.


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BeitragVerfasst: 27.02.18, 15:56 
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Ich verstehe das so, dass die Anforderungen für eine Angebotsabgabe vom Potentiellen Auftraggeber nicht oder nicht Vollumfänglich definiert und ermittelt wurden.
Eigentlich erstellt ein potentieller Auftraggeber ein sog. "Pflichtenheft oder Ausschreibung" und ein potentieller Auftragnehmer verfasst dazu ein Angebot.
Da es beim Entwickeln kundenspezifischer Programmierlösungen regelmäßig zu Änderungen/Erweiterungen/Optionsmöglichkeiten kommt, sollte
das Thema Nachfassangebote/Änderungsangebote irgendwie auch geregelt/definiert sein, um mögliche "Streitpotentiale" niederschwellig halten zu können.
Was als "Nachweise" verstanden werden möchte, erschließt sich mir leider nicht. Nachweisen kann man sehr viel und in verschiedenen Formen. :oops:


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BeitragVerfasst: 27.02.18, 16:00 
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Hallo,

im fiktiven Beispiel geht es darum, dass der Auftraggeber den Auftragnehmer bittet, den Vertrag zur Auftragsdatenarbeitung unterschrieben zurückzusenden.

Er wird als "Vertrag" bezeichnet.

Beste Grüße!


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BeitragVerfasst: 27.02.18, 16:39 
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Also es liegt ein Vertragsentwurf vom AG vor, den der AN unterschreiben soll und darin steht, dass bestimmte Arbeiten kostenfrei nebenbei mit zu erbringen sind. Und der AN will jetzt vom Forum wissen, ob er das muss? Wenn er den Vertrag so unterschreibt - ja klar. Wenn er ihn nicht unterschreibt bzw. vorher nachverhandelt (von kostenfrei zu kostenpflichtig für diese Position) dann nein. Man kann doch vereinbaren was man will, es muss nur klar definiert sein... Irgendwie erschließt sich mir nicht ganz die Frage.


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BeitragVerfasst: 27.02.18, 16:42 
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Dann kommt die Vertragsprüfung. (Kann ich das angefragte/Angebotene liefern und wann?, Habe ich die Kapazitäten?, Stimmt die Kalkulation? Sind alle notwindigen Informationen vorhanden? Kenne ich alle Anforderungen (Gesetze, Richtlinien, Forderungen dritter?) Sind zwischen Angebot Abgabe und Eingang
des Vertragsentwurfes noch Änderungen eingeworfen worden? Wie ist "Sicherheit" definiert? Schutz vor Verlust/Manipulation/unbefugte Weitergabe/Unbefugte Datenveränderungen/Anwenderfreundlichkeit bzw Schutz vor Fehleingaben?)


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BeitragVerfasst: 27.02.18, 18:26 
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Ist der Auftraggeber eine Einrichtung der Verwaltung?

Ansonsten findet sich doch auch hier eine sehr gute Einführung zum Thema: https://www.datenschutz-wiki.de/Auftrag ... rarbeitung

Entstehende Kosten für seine Massnahmen im Zusammenhang mit datenschutzrechtlichen Bestimmungen sollte der Auftragnehmer doch ohnehin in seiner Kalkulation berücksichtigt haben. Von daher verstehe ich die Frage nach einer gesonderten Kostenerstattung nicht.


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BeitragVerfasst: 27.02.18, 19:19 
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okay,

also die frage lief eher darauf hinaus, ob es eine rechtliche verpflichtung gibt, solche nachweise kostenfrei zu erbringen.

Beste Grüße!


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BeitragVerfasst: 27.02.18, 19:22 
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Zafilutsche hat geschrieben:
Eigentlich erstellt ein potentieller Auftraggeber ein sog. "Pflichtenheft oder Ausschreibung" und ein potentieller Auftragnehmer verfasst dazu ein Angebot.

Wenn man schon Begriffe wie "sog." benutzt, sollte die sog. Behauptung auch stimmen. Den Sinn dieses Wortes verstehe ich nicht.

Der sog. Auftraggeber erst kein sog. Pflichtenheft, sondern ein sog. Lastenheft. Der sog. pot. AN erst daraufhin ein sog. Pflichtenheft (oder auch nicht).


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BeitragVerfasst: 27.02.18, 20:00 
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kilidr hat geschrieben:
okay,

also die frage lief eher darauf hinaus, ob es eine rechtliche verpflichtung gibt, solche nachweise kostenfrei zu erbringen.

Beste Grüße!
Es gibt hier keine rechtlichen Vorgaben wie der AN zu kalkulieren hat.

Wenn man den AG nicht im Rahmen der Verhandlungen zu einer gesonderten Übernahme bewegen kann, wird der Auftrag wohl an einen anderen AN gehen.

Oder gibt es schon einen Vertrag? Wenn ja, was ist darin in Bezug auf dieses Thema geregelt?


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BeitragVerfasst: 28.02.18, 10:09 
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Das ist alles nicht so einfach zu beantworten.

Eine gesetzliche Pflicht für den Auftragnehmer, so einen Vereinbarung zu unterzeichnen, gibt es nicht. Allerdings ist u. U. der Auftraggeber verpflichtet, so eine Vereinbarung abzuschließen (wobei das, wie ich gelesen habe, bei Webhosting - angenommen, es geht darum - durchaus strittig ist). Unterlässt er dieses, kann das ein Bußgeld im fünfstelligen Bereich für den Auftraggeber nach sich ziehen. Aufgrund dessen kann der Auftragnehmer dann ebenfalls verpflichtet sein, nach dem Prinzip von "Treu und Glauben" (§ 242 BGB).

Ob der Auftragnehmer die Vereinbarungen und die dafür notwendigen Leistungen extra berechnen kann, hängt von der Vertragsgestaltung ab (existiert ein Festpreisangebot oder wird nach Aufwand abgerechnet) und auch davon, ob die Notwendigkeit für eine solche Vereinbarung vorher bekannt war (bzw. bei entsprechender Fachkenntnis und Sorgfalt hätte bekannt sein müssen). Inbesondere die letzte Frage ist nicht leicht zu beantworten, anscheinend war die Notwendigkeit nicht vorher bekannt, die Frage ist dann, ob ein "einfacher" Webentwickler in seinem Angebot bzw. seiner Aufwandsabschätzung alle juristischen Aspekte kennen und berücksichtigen muss, ob das nicht eher ein Fehler seitens des Auftraggebers war.

Und dann ist natürlich noch die Frage, ob alle Einzelbestimmungen in dieser Vereinbarung wirklich notwendig oder eher "nice to have" sind. "Nice to have" muss der Auftragnehmer auf keinen Fall kostenlos leisten.


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