Englischsprachiger Vertrag zwischen deutschen Untrernehmen?

Recht der Unternehmen und Einzelfirmen, Handelsvertreterrecht, Provisionsrecht, Franchiserecht

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bud
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Englischsprachiger Vertrag zwischen deutschen Untrernehmen?

Beitrag von bud » 23.07.19, 10:19

Hallo zusammen,

folgende Situation:
Zwei Unternehmen (GmbH) schließen einen Vertrag zur Vermittlung einer Dienstleistung. Pro Vermittlung wird nach erfolgreichem Abschluss eine Provision fällig. Unternehmer A besteht darauf, den hauseigenen englischsprachigen "Standardvertrag" zu nutzen. Unternehmer B sieht hier Probleme mit der Gültigkeit des Vertrages, weil beide Firmen mit Sitz in Deutschland einen deutschsprachigen Vertrag "zu nutzen haben".

Wie ist Ihre Beurteilung: Ist ein englischsprachiger Vertrag in dieser Situation rechtskräftig?

Freue mich auf Meinungen :)

Zafilutsche
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Re: Englischsprachiger Vertrag zwischen deutschen Untrernehmen?

Beitrag von Zafilutsche » 23.07.19, 10:36

Wenn beide Unternehmen sich einig sind, dann können sie die Englische Fassung als Basis auch nehmen.
Problem ist allerdings, das Übersetzungen Unzulänglichkeiten aufweisen. Daher wird es leichter zu Differenzen kommen. Ich kenne das eigentlich so, dass es eine inländische Fassung gibt, die darauf hinweist das im Zweifel die englische Fassung die Vertragsgrundlage bildet.
Der Rest ist dann eine Frage wie gut oder schlecht ggf auch falsch eine Übersetzung ist oder sein kann.

ktown
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Re: Englischsprachiger Vertrag zwischen deutschen Untrernehmen?

Beitrag von ktown » 23.07.19, 10:37

Wieso sollte er nicht rechtskräftig sein?
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

Zafilutsche
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Re: Englischsprachiger Vertrag zwischen deutschen Untrernehmen?

Beitrag von Zafilutsche » 23.07.19, 10:44

ktown hat geschrieben:
23.07.19, 10:37
Wieso sollte er nicht rechtskräftig sein?
Na, weil Unternehmer B offenkundig Probleme sieht und den Vertrag so nicht abschließen will.
Daher nicht rechtskräftig, weil kein Vertrag!

ktown
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Re: Englischsprachiger Vertrag zwischen deutschen Untrernehmen?

Beitrag von ktown » 23.07.19, 10:57

Zafilutsche hat geschrieben:
23.07.19, 10:44
ktown hat geschrieben:
23.07.19, 10:37
Wieso sollte er nicht rechtskräftig sein?
Na, weil Unternehmer B offenkundig Probleme sieht und den Vertrag so nicht abschließen will.
Daher nicht rechtskräftig, weil kein Vertrag!
:lachen: stimmt so habe ich das nicht betrachtet.
Problem dabei ist, dass der TE in der Vergangenheitsform spricht. Unter dem Vertrag sind schon die Unterschriften beider Vertragsparteien.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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ExDevil67
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Re: Englischsprachiger Vertrag zwischen deutschen Untrernehmen?

Beitrag von ExDevil67 » 23.07.19, 11:07

Grundsätzlich sehe ich da erstmal kein Problem. Allerdings sollte dann im Vorfeld Unternehmer A offenlegen wer sich die Mühe gemacht hat den Vertrag in englisch zu schreiben.
Sollte nämlich A "nur" eine deutsche Tochter einer Firma aus dem englischen Sprachraum sein, würde es mich nicht wundern wenn dieser Standardvertrag aus der Firmenzentrale kommt und unter "Missachtung" der deutschen Rechtslage und "Beachtung" nur der örtlichen Rechtslage geschrieben wurde.
Dann dürfte nämlich im Zweifelsfall Streit vorprogrammiert sein.

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