Versuchte Täuschung

Recht der Studenten, Hochschulprüfungsrecht, Recht der Hochschulmitarbeiter, soweit nicht Arbeits- oder Beamtenrecht

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Timo1411
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Versuchte Täuschung

Beitrag von Timo1411 » 02.04.09, 12:32

Guten Tag,

ich habe eine Frage bezgl. der Rechtslage bei versuchter Täuschung.

Laut einer Richtlinie in einem spezielle Course Manual zu einem Modul ist es einem Studenten nicht erlaubt zweimal ähnliche Themen in einem Bericht zu bearbeiten.

Dieser Hinweis war Student A nicht bekannt. Aus diesem Grund hat Student A ein ähnliches Thema ausgewählt und dies wird ihm nun zur Last gelegt. Student A befindet sich bereits im Diplom und soll nun noch 1 Jahr länger studieren nur um diesen 1 Bericht nachschreiben zu können. Wenn Student A dies nicht macht wird er sein Diplom nicht bekommen.

Diese Strafe empfinde ich als sehr hart und Student A hatte keine Möglichkeit seine Sicht der Dinge vorzutragen! Wie sieht diesbezüglich die Rechtslage aus, gibt es eine Möglichkeit gegen diese Entscheidung vorzugehen?

Danke schon mal für die Antworten!

Gruß

Timo

Anton Reiser
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Beitrag von Anton Reiser » 04.04.09, 00:38

Hallo Timo1411,

eine versuchte Täuschung mag ich nach Ihrer Schilderung nicht zu erkennen, es sei denn, Student A hätte sich zur Abfassung seines eher überflüssigen Berichtes zusätzlich unzulässiger Hilfsmittel bedient. Da er aber den Bericht "nachschreiben" darf, gehe ich davon aus, dass auch der Prüfungsausschuss(?) den abgegebenen Bericht zumindest nicht als Täuschung bewertet hat. Wurde er überhaupt bewertet oder ist er erst gar nicht zur Bewertung zugelassen worden?

Erkennbar ist für mich allerdings, dass Student A die Voraussetzungen für eine Bescheinigung über den erfolgreichen Erwerb der im besagten Modul zu erwerbenden Kompetenzen nicht erfüllt hat. U.a. über die zu vermittelnden Kompetenzen und über die Anforderungen, wie ihr Erwerb nachzuweisen ist, gibt das genannte ´Course Manual´ für das besagte Modul Auskunft. Demnach
ist es einem Studenten nicht erlaubt zweimal ähnliche Themen in einem Bericht zu bearbeiten.
Diese Anforderungen erfüllt Student A auch nach eigenem Bekunden ganz offensichtlich nicht. Obwohl er grundsätzlich darüber informiert war, dass ein oder zwei Berichte zu schreiben waren, beruft er sich jedoch darauf, von den wesentlichen inhaltlichen Anforderungen an diese Berichte, dass sie nämlich unterschiedliche Themen zu behandeln hatten, keine Kenntnis gehabt zu haben. Diese Unkenntnis ist allerdings von ihm selbst zu vertreten, sofern die Informationen für ihn grundsätzlich verfügbar waren - davon gehe ich allerdings aus.

"Seine Sicht der Dinge" kann Student A möglicherweise in einem Widerspruch bzw. einer Beschwerde zur Benotung/Nichtbewertung des abgegebenen Berichtes darlegen. Sofern hinsichtlich der angeblich nicht bekannten Anforderungen an die zu erstellenden Berichte nicht mehr vorgetragen wird als
Dieser Hinweis war Student A nicht bekannt.
schätze ich die Erfolgsaussichten allerding als eher gering ein. Eine besondere Härte vermag ich auch nicht darin zu erkennen, dass Student A nun ein Jahr länger studieren muss. Ob das überhaupt als "Strafe" (durch wen eigentlich?) formuliert wurde, oder ob sich dieser Sachverhalt durch organisatorische Notwendigkeiten ergibt, kann angesichts fehlender Informationen hier ohnehin nicht beantwortet werden.

Mit freundlichem Gruß
Anton Reiser

Timo1411
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Beitrag von Timo1411 » 08.04.09, 10:10

Guten Tag Herr Reiser,

Danke für die ausführliche Antwort.

Ich versuche die Sachlage an dieser Stelle nochmals etwas ausführlicher zu beschreiben.

Das Thema wurde von Student A eingereicht und bevor ihm ein Betreuer zugeteilt wird, wird überprüft, ob das Thema für den Bericht in Ordnung ist. Ansonsten bekommt der Student kein "go", sprich er darf den Bericht nicht über dieses Thema schreiben. Student A wurde jedoch ein Betreuer zugeteilt und somit dachte er, dass das Thema auch akzeptiert wurde. Nun fragt er sich warum nicht sofort gesagt wurde, dass ein ähnliches Thema bereits zuvor barbeitet wurde und er somit ein anderes Thema auswählen muss!?

Aufgrund der Tatsache, dass das Thema von der Universität akzeptiert wurde war Student A sehr überrascht als im Nachhinein die Auswahl des Themas kritisiert wurde und zu der oben genannten Strafe führte.

Bezgl. der Strafe: Sie wurde von der Prüfungskommission ausgesprochen! Es liegt nicht an organisatorischen Gründen, dass der Student A erst im September nachschreiben darf! Der Bericht wurde mit einer 0 bewertet und blieb also nicht unbewertet. Es ist für ihn eine sehr harte Strafe, da er bereits ab August einen Master machen wollte und dies nun alles nicht zustande kommen könnte.

Danke schon mal für weitere Antworten!

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