wer hat mehr "Recht": Prüfungsamt oder Prüfungsaus

Recht der Studenten, Hochschulprüfungsrecht, Recht der Hochschulmitarbeiter, soweit nicht Arbeits- oder Beamtenrecht

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moliugas
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wer hat mehr "Recht": Prüfungsamt oder Prüfungsaus

Beitrag von moliugas » 29.04.09, 22:16

Hallo

Ich habe etwas Ärger mit dem Prüfungsamt.
Und zwar ist es in meinem Studiengang Voraussetzung, dass man in russischer Sprache einen B1 Sprachnachweis erbringt.
Nun hatte ich aber die Gelegenheit diesen Sprachnachweis in meinem Auslandssemester in Litauisch zu erbringen und habe beim betreffenden Prüfungsausschuss meines Studienganges nachgefragt, ob dies möglich sei. Dies wurde bejaht, und sogar als "besonders Interessante Variante" empfunden, sodass ich einen schriftlichen Antrag gestellt habe, der dann abgesegnet wurde.
Nun habe ich alle Unterlagen vom Auslandssemester eingereicht und bekomme gestern einen Brief, indem stand, dass mein Sprachnachweis nicht anerkannt werden kann und ich doch noch Russisch nachmachen muss.
Ich war natürlich einigermaßen verwundert und schockiert, weil ich ja dachte alles richtig gemacht zu haben. So habe ich eine Mail geschrieben, in der ich um eine nähere Erklärung bat. Es kam folgende Antwort zurück:

"Eine Anerkennung des Sprachkurses ist -wie ich Ihnen geschrieben habe- rechtlich nicht möglich, weil Sie gegen die Prüfungsordnung verstößt.
Der Vorsitzende des BPA prüft den Inhalt fachlich, eine rechtliche Prüfung und der Bescheid, ob die Leistung anerkannt wurde, erfolgt durch das ZPA. Rechtlich ist aber der Sprachkurs "Russisch" erforderlich und die Prüfungsordnung lässt auch keine Ausnahmen zu.
Herr XXXhat Ihrem Antrag auf Anerkennung zugestimmt, weil er fachlich keine Bedenken hatte, die rechtliche Seite konnte er dabei nicht berücksichtigen.
Die Anerkennung des Sprachkurses "Litauisch" für den Sprachkurs "Russisch" ist nach Rücksprache mit der Rechtsstelle definitiv nicht möglich.
Eine Anerkennung wird erst rechtskräftig, wenn ein Bescheid ergeht, daher bestand für Sie keine Grundlage, davon auszugehen, dass die Leistung anerkannt ist. Wenn Sie zukünftig den formalen Weg wahren und die Anträge (siehe auch Adressfeld des Antrages) an die Geschäftsstelle des BPA XXX weiterleiten, können solche Missverständnisse nicht mehr auftreten."

ich wusste bis heute nicht, dass es eine Rechtsstelle in Prüfungsämtern gibt und wurde auch nie darüber aufgeklärt. Des weiteren steht in meiner Studienordnung nichts darüber, dass Anträge auch an die Rechtsstelle weitergeleitet werden sollen. Es steht nur, dass die Prüfungsordnung zusammen mit dem Allgemeinen Teil der Prüfungsordnung für Bachelorstudiengänge der Uni Bremen gilt.- auch in dieser habe ich nichts über eine Rechtsstelle und die Aufgaben des zentralen Prüfungsamtes finden können und finde dies so gelinde gesagt eine "Schweinerei" da ich ja nicht hellsehen kann, wie die bürokratischen Strukturen der Uni Bremen aufgebaut sind.

Nun bin ich einigermaßen schockiert, ärgerlich und natürlich auch nervös. und weiß nicht wie ich mich verhalten soll. Ich möchte schon durchboxen, dass mein Sprachkurs anerkennt wird, zumal in keiner Studienordnung eine Information über die Rechtsstelle und deren Bedeutung steht, und ich im Glauben gehandelt habe, alles richtig zu machen und viel in diesen Kurs und diese Prüfung investiert habe.

Was denkt ihr darüber? Was könnte ich tun, damit mein Sprachzertifikat doch anerkennt wird?

katmai
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Beitrag von katmai » 01.05.09, 14:46

Aufgrund meiner Auffassung der Forenregeln nur allgemein: Der Prüfungsausschuss kann nur dort entscheiden, wo ihm von der Prüfungsordnung das Recht hierzu eingeräumt wird. Beispielsweise können dies Fristen, Zugangsberechtigungen etc. sein. Wenn als in einer vorliegenden Prüfungsordnung kein Hinweis auf die Möglichkeit einer Anerkennung weiterer Alternativfremdsprachen durch den Prüfungsausschuss gegeben ist, kann er dementsprechend auch nichts anerkennen, weil er einfach nicht befugt dazu ist. Eine Möglichkeit, dies zu ändern wäre über den Fakultätsrat/Fachbereichsrat und Senat (Änderung der Prüfungsordnung mit Einfügung eines dementsprechenden Absatzes und anschließender Wechsel zur neuen Version).

Meines Erachtens ist beim Fehlen einer Alternativregelung in der vorliegenden Prüfungsordnung kein Substitut der vorgegebenen Fremdsprache möglich. Es müsste daher eine Prüfungsvoraussetzung nachträglich erbracht werden.

Gruß,

katmai.
Achtung: Gefährliches Halbwissen! - Vier-Sterne-General a.D. ;)

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