Freiversuch war kein Freiversuch. Anspruch auf Wiederholung?

Recht der Studenten, Hochschulprüfungsrecht, Recht der Hochschulmitarbeiter, soweit nicht Arbeits- oder Beamtenrecht

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Herr Ratlos
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Freiversuch war kein Freiversuch. Anspruch auf Wiederholung?

Beitrag von Herr Ratlos » 22.06.09, 09:07

Hallo,

ich würde mich freuen, wenn jemand folgende Situation prüfungsrechtlich einschätzen könnte:

Studierender X studiert an einer Fachhochschule in Niedersachsen. Laut Prüfungsordnung hat jeder Studierende bei Prüfungen einen Freiversuch. Ein bestandener Freiversuch kann durch die Teilnahme am 1. Versuch im folgenden Semester verbessert werden; die bessere der beiden Noten zählt.

Studierender X meldet sich über die elektronische Prüfungsverwaltung (ePV) der Hochschule an den Prüfungen an. Am SB-Automat druckt er sich mit seinem elektronischen Studierendenausweis eine Bestätigung über die angemeldeten Prüfungen aus. Hinter einer angemeldeten Prüfung steht Freiversuch als Vermerk.

Da Studierender X sehr viele Prüfungen in diesem Semester ablegt, welche für ihn Priorität haben, will er die besagte Prüfung lediglich im Freiversuch bestehen und im folgenden Semester durch den 1. Versuch verbessern. Studierender X besteht nun die Prüfung mit der Note 4,0. Nun stellt sich im Nachhinein heraus, dass es offensichtlich einen Fehler in der elektronischen Prüfungsverwaltung gegeben hat und es sich gar nicht um einen Freiversuch gehandelt hat. Die Hochschule verweigert nun die Möglichkeit die Prüfung nocheinmal abzulegen.

Wie sieht hier die Rechtslage aus? Da auf der Bestätigung über die angemeldeten Prüfungen als Vermerk Freiversuch stand und die Hochschule dafür zu sorgen hat, dass die Prüfungsverwaltung fehlerfrei funktioniert, liegt das Verschulden doch eindeutig bei der Hochschule. Studierender X hat sich also unter der falschen Annahme, es handele sich um einen Freiversuch, einem 1. Versuch unterzogen. Die falsche Annahme wurde aber erst durch das Verschulden der Hochschule verursacht. Die Prüfung ist sehr wichtig für den Studierenden X, hat also extrem viele Credits, und er will die Note auf jeden Fall verbessern. Gibt es hier irgendeine juristische Möglichkeit gegen die Sturrheit der Hochschule vorzugehen.

Grüße

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