kann die BPO rückwirkend geändert werden ?

Recht der Studenten, Hochschulprüfungsrecht, Recht der Hochschulmitarbeiter, soweit nicht Arbeits- oder Beamtenrecht

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beinchen
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kann die BPO rückwirkend geändert werden ?

Beitrag von beinchen » 11.07.09, 21:44

Hallo und Guten Abend,

ich habe mal folgende Frage:

Student A hat an einer Fachhochschule studiert. Im März diesen Jahres hat er sein Studium erfolgreich beendet und sein Abschlusszeugnis erhalten. Dies hatte jedoch einige Fehler. Und zwar waren Fächer, die er belegt hatte nicht aufgeführt oder es waren Fächer bzw. Module aufgeführt die er nie hatte. Er hat das Zeugnis an die FH wieder zurückgeschickt mit der Bitte die genannten Fehlerzu korrigieren.

Nun hat die FH das Zegunis wieder zurückgesandt und dem Student mitgeteilt, dass doch alles korrekt sei, da die BPO im März diesen Jahres geändert wurde, diese Änderung gilt auch rückwirkend.
Für die fehlenden Noten der Module die der Student nicht hatte wurden einfach andere noch übrige Noten, die nichts mit den Modulen zu tun hatten, genommen. Ist das Recht so???? Die NOten die für die fehlenden Module herangezogen wurden haben nichts mit dem eigentlichen Inhalt des Moduls zu tun.

Kann eine FH einfach so die BPO ändern bzw. wichtig auch noch rückwirkend ändern??? Dies war 2 Tage vor Ende des Studiums. Der Student wurde nicht über die Änderung informiert. Die FH hat zugegeben, dass das mit dem informieren nicht wirklich geklappt hat.

Dies ist auch mit den ganzen anderen Mitstudenten von ihm so gemacht worden.

Auf der neuen geänderten BPO steht auch nicht drauf, dass die neue Fassung auch rückwirkend gilt. Was können die Studenten bzw. der Student nun machen????

Ich hoffe mir kann jemand helfen, denn man findet darüber nicht soviel.

Liebe Grüße
beinchen

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Beitrag von questionable content » 11.07.09, 22:13

Eine wie auch immer geartete Ausbildungs- oder Prüfungsordnung so zu ändern, dass sie dazu legitimiert, unwahre Ausbildungs- und Prüfungsinhalte im Abschlusszeugnis auszuweisen, ist schlicht nicht möglich.

Mir fällt gegenwärtig spontan nicht einmal ein, wie so keine Falschbeurkundung im Amt gemäß § 348 StGB sein könnte. Ich hoffe, ich irre mich im Hinblick auf Details des Straftatbestandes.
Few people are capable of expressing with equanimity opinions which differ from the prejudices of their social environment. Most people are even incapable of forming such opinions.

beinchen
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Beitrag von beinchen » 11.07.09, 22:30

vielen Dank für die Antwort. Das heißt also, dass das nicht rechtens ist, was die FH gemacht hat??? Normal liegt meiner Meinung nach schon ein strafrechtliches Handeln vor. Da einfach NOten genommen wurden, die nichts mit den eigentlichen Modulen, die im nachhinein geändert wurde, zu tun haben.

Ich habe mir gerade den genannten § durchgelesen und bin dergleichen Meinung.

Es ist auch ganz schlecht derzeit für die Studenten sich zu bewerben, da der potenzielle Arbeitgeber, zb das Modul "xxx" liest und denkt "Der war aber gut darin" Doch in Wirklichkeit hatte der Student das Fach überhaupt nicht. Die Note wurde einfach von einem anderen ürbig gebliebenden Fach genommen.

Die betreffenden Studenten sind ziemlich sauer darüber. Bleibt nun nur noch der Gang zum Anwalt???

Die Fh hat sich ja geweigert die Zeugnisse der Studenten in irgendeiner Form zu ändern. Wie können die Studenten da weiter vorgehen??? Sie haben es schriftlich, dass die FH nichts ändert und das einfach andere Noten für inhaltlich andere Fächer genommen wurden.

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