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Pflichten von Doktoranden

Verfasst: 21.08.12, 21:45
von Lofadi
An einer Fachrichtung einer Universität gilt die Regel, dass Doktoranden eine gewisse Anzahl von Semesterwochenstunden Lehre ableisten müssen, um promovieren zu dürfen. Diese Regel ist jedoch weder in der Promotionsordnung noch in der Promotionsstudienordnung aufgeführt. Dass der die Promotionsstelle finanzierende Hochschullehrer dem Doktoranden gegenüber weisungsberechtigt ist, ist mir klar und im landesspezifischen Hochschulgesetz geregelt. Kann jedoch die Fachrichtung die Promotion unter der genannten Sachlage verweigern, falls sich der Doktorand der Anweisung der Fachschaft widersetzt und keine Lehre über die vom zuständigen Hochschullehrer beauftragte Stundenzahl hinaus ableistet?

Re: Pflichten von Doktoranden

Verfasst: 31.01.13, 20:16
von CIS
Nur meine unqualifizierte Einschätzung:

1. Ich denke, die "Regel", die Promotion an das Abhalten von Lehrveranstaltungen zu knüpfen, ist unwirksam. Selbst in der Promotionsordnung dürfte so etwas kaum vorgeschrieben werden.
Lofadi hat geschrieben:Dass der die Promotionsstelle finanzierende Hochschullehrer dem Doktoranden gegenüber weisungsberechtigt ist, ist mir klar und im landesspezifischen Hochschulgesetz geregelt.
2. Man sollte hier begrifflich trennen. Professor_innen sind nicht grundsätzlich gegenüber Doktorand_innen weisungsbefugt. Der/die Institutsdirektor/in ist gegenüber Akademischen Mitarbeiter/innen weisungsbefugt. Das ist ein bisschen ein Unterschied, da nicht jeder Doktorand auch akademischer Mitarbeiter ist.

3. Die Art und Umfang der Lehrverpflichtungen sollte eigentlich im Dienstvertrag aller akademischer Mitarbeiter geregelt sein.
Lofadi hat geschrieben:Kann jedoch die Fachrichtung die Promotion unter der genannten Sachlage verweigern, falls sich der Doktorand der Anweisung der Fachschaft widersetzt und keine Lehre über die vom zuständigen Hochschullehrer beauftragte Stundenzahl hinaus ableistet?
Das versteh ich nicht.
Unter "Fachschaft" verstehe ich die Studierendenvertretung. Die kann gar keine Weisungen geben, schon gar nicht an das Lehrpersonal.
Weisungsbefugt ist, zumindest in meinem Bundesland, ansonsten der Dekan. Aber auch der kann keine über die im Dienstvertrag regelten Verpflichtungen hinausgehenden Pflichten auferlegen.

Re: Pflichten von Doktoranden

Verfasst: 29.03.13, 16:40
von th1
Der Status "Doktorand" begründet keinerlei Dienst- oder Weisungsverhältnis. Doktorand bist Du mWn sobald Du vom entsprechenden Promotionsausschuss einen Antrag auf Zulassung zum Promotionsverfahren bewilligt bekommen hast. Zu gut deutsch: Wenn Du einen Betreuer und ein Thema gefunden hast, die Voraussetzungen für eine Promotion erfüllst (idR einschlägiges Studium) und Dein Vorhaben "anmeldest". Ob man dabei an der Universität als wiss. Mitarbeiter angestellt ist oder nicht hat keinen Einfluss auf den Status als Doktorand.

Ich vermute, Deine Frage bezieht sich auf wiss. Mitarbeiter und nicht Doktoranden!?