Uni Geld zurück ? Betrug?

Recht der Studenten, Hochschulprüfungsrecht, Recht der Hochschulmitarbeiter, soweit nicht Arbeits- oder Beamtenrecht

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fendtfavorit
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Uni Geld zurück ? Betrug?

Beitrag von fendtfavorit » 20.09.12, 23:26

hallo ich mache Zur Zeit ein Fernstudium Zur Tierheilpraktikerin. Mir ist nun aufgefallen das ich mit den MAterialien dieser "uni" keine Prüfung machen kann, da sie nicht umfangreich genug sind un ich keinen Praxis teil habe. Somit 1880 flocken in Wind geworfen. Nun wollte ich wissen wie das rechtliche ist ob ich das irgendwie anfechten kann? bin rechtlich total unfit ;) Muss dieses "studium" noch bis dezember abzahlen. Es haben sich schon viele beschert und sind auf diese Uni rein gefallen =( hoffe mir kann jemand helfen da ich nun eine neues studium anfangen muss

FM
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Re: Uni Geld zurück ? Betrug?

Beitrag von FM » 21.09.12, 00:37

Ein Hochschulstudium zum Tierheilpraktiker gibt es nicht. Und soweit mir bekannt, anders als beim Heilpraktiker (für Menschen), auch keinerlei staatlich geregelte Prüfung für die Berufsausübung.

Auf welche Prüfung sollte die Ausbildung also vorbereiten?

fendtfavorit
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Re: Uni Geld zurück ? Betrug?

Beitrag von fendtfavorit » 21.09.12, 14:37

Es gibt Prüfungen für Tierheilpraktiker sehr wohl. Schriftlich. Facharbeit dazu ne mündliche und ne praxis Prüfung. Wenn man staatlich annerkannt werden will. Tja nur bei dieser Uni ist dem nicht so das man dort vernünftig vorbereitet wird bzw auch das Lernmaterial velerhaft ist und ich bin nicht die einzige die auf diese Uni rein gefallen ist =(

FM
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Re: Uni Geld zurück ? Betrug?

Beitrag von FM » 21.09.12, 21:59

fendtfavorit hat geschrieben:Es gibt Prüfungen für Tierheilpraktiker sehr wohl. Schriftlich. Facharbeit dazu ne mündliche und ne praxis Prüfung. Wenn man staatlich annerkannt werden will. Tja nur bei dieser Uni ist dem nicht so das man dort vernünftig vorbereitet wird bzw auch das Lernmaterial velerhaft ist und ich bin nicht die einzige die auf diese Uni rein gefallen ist =(
Laut http://de.wikipedia.org/wiki/Tierheilpraktiker gibt es keine "staatliche Anerkennung", und laut OLG Düsseldorf, Urteil vom 29.11.2011 - I-20 U 2/11, ist es wettbewerbsrechtlich verboten gegenüber möglichen Kunden zu behaupten, man habe ein "Studium der Tiernaturheilkunde" absolviert, wenn man dies nicht an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule (also z.B. Universität, Fachhochschule) getan hat, was aber wohl an keiner einzigen möglich ist.

Gemeint ist evtl. die Anerkennung durch einen privaten Verein oder durch das private Ausbildungsinstitut selbst. Grundsätzlich kann jeder der dazu Lust hat z.B. ein "Institut für naturnahe Tierheilkunde in Süddeutschland (ITHKSD)" gründen und dann Zeugnisse ausstellen mit der Erlaubnis, sich "Tierheilpraktiker (ITHKSD)" zu nennen. Irgendeinen rechtlichen Wert haben solche Zeugnisse natürlich nicht.

fendtfavorit
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Re: Uni Geld zurück ? Betrug?

Beitrag von fendtfavorit » 21.09.12, 22:27

Also heißst das ich habe trotz Betruges wie mir gesagt wurde keine chance =(

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Re: Uni Geld zurück ? Betrug?

Beitrag von FM » 21.09.12, 22:59

fendtfavorit hat geschrieben:Also heißst das ich habe trotz Betruges wie mir gesagt wurde keine chance =(
Nunja, nach dem erwähnten Urteil des OLG Düsseldorf habe ich sehr große Zweifel, ob ein solcher Lehrgang denn als "Studium" bezeichnet werden darf und ob sich der Veranstalter "Uni" nennen darf. Sollte dies so geschehen sein - was hier nicht bekannt ist, aber ich kenne zumindest eine größere Einrichtung die ihre Lehrgänge als "Studium" bezeichnet - wäre es durchaus möglich, dass man den Vertrag wegen Täuschung anfechten könnte. Das erfordert aber erst mal eine individuelle anwaltliche Prüfung.

Siehe auch: http://www.wkdis.de/aktuelles/rechtsnews/136804

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Re: Uni Geld zurück ? Betrug?

Beitrag von Stan78 » 22.09.12, 07:40

fendtfavorit hat geschrieben:Also heißst das ich habe trotz Betruges wie mir gesagt wurde keine chance =(
Das heißt, dass wenn Anbieter A eine "Ausbildung zum Tierheilpraktiker" anbietet und Anbieter B eine "Prüfung, nach deren erfolgreichen Abschluss sie den Titel Tierheilpraktiker (B) verliehen bekommen" offeriert, man keinerlei Anspruch darauf ableiten kann, dass Ausbildung von A auch auf Prüfung von B vorbereitet, da beides reine Fantasiekonstrukte von A und B sind. Mit Betrug hat das nichts zu tun, es sei denn im Ausbildungsvertrag wurde ihnen so etwas wie ein staatlich anerkannter Abschluss zugesichert oder anderweitig falsche Tatsachen vorgespiegelt.

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