Gleichbehandlung bei Abschlussprüfung

Recht der Studenten, Hochschulprüfungsrecht, Recht der Hochschulmitarbeiter, soweit nicht Arbeits- oder Beamtenrecht

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Digital
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Gleichbehandlung bei Abschlussprüfung

Beitrag von Digital » 08.07.16, 21:25

Hallo liebe Mitglieder,

an unserer Hochschule geht es so ziemlich drunter und drüber.
Und das ganze selbstverständlich zum Nachteil der Studenten.

Folgender Fall:

Punkt 1:
Ein Student nimmt an der Abschlußarbeit teil.
Die Hochschule gewährt eine Bearbeitungszeit von 10 Wochen (+ 1 Woche zusätzlich bei Krankheitsfall) für die Abschlußarbeit.
Für die Bearbeitung der Abschlußarbeit stehen ca. 20 Arbeitsplätze zur Verfügung an denen 24 Stunden gearbeitet werden kann.
Die Gesamtanzahl der Teilnehmer der Abschlußarbeit beläuft sich jedoch auf knapp 70.
Folglich erhalten ca. 50 Teilnehmer kein Platz an dem Sie gemeinsam mit anderen Komilitonen arbeiten und sich austauschen können.
Sie müssen daher im Hochschulgebäude arbeiten und werden Wochentags um 23 Uhr und Samstag um 19 Uhr vom Sicherheitsdienst vor die Tür gesetzt.
Auch an Sonn- und Feiertagen können Sie nicht gemeinsam an der Abschlußarbeit arbeiten, weil das Hochschulgebäude an diesen Tagen verschlossen bleibt.
Die besagten 20 Arbeitsplätze jedoch sind 7 Tage die Woche 24 Stunden zugänglich.
In den laufenden 10 Wochen müssen die Studenten die kein Arbeitsplatz erhalten haben immer ihren Modelbaukram zusammenräumen und das Gebäude verlassen,
während sie sich beim verlassen des Gebäudes ansehen dürfen, wie bei den Arbeitsplätzen weiterhin die Lichter an bleiben und fleißig weiter gearbeitet wird.
Ist dieser Umstand mit der Gleichbehandlungsregelung überhaupt zu vereinbaren, oder ist hier nicht bereits schon eine gravierende Ungleichbehandlung
der Studenten erfüllt ???
Kann juristisch gegen diesen Umstand vorgegangen werden und wie stehen die Chancen in so einem Fall ???

Punkt 2:
Ein Student erkrankt während der Bearbeitungszeit und ist für 9 Tage und ist während dieser Zeit Prüfungsunfähig.
Die Bearbeitungszeit seiner Abschlußarbeit wird von der Hochschule jedoch nur um 7 Tage verlängert.
Ist das rechtens ?

Punkt 3:
Während der Bearbeitungszeit wird ein Zeitfenster von 2 Stunden (10-12 Uhr) für die Abgabe der Abschlußarbeit von den Verantwortlichen beschlossen.
Dieses Zeitfenster wird jedoch weder in der Prüfungsordnung, nocht im Fristenplan oder in der Aufgabenstellung erwähnt.
Dort findet man als Abgabezeitpunkt lediglich das Abgabedatum ohhne eine bestimmte Uhrzeit.
Dieses Zeitfenster wird auch lediglich über emails oder normale Postzustellung ohne Einschreiben kommuniziert.
Und das ganze während die Bearbeitungszeit schon voll im Gange ist.
Eine der Studentinnen erscheint erst gegen 14 Uhr zur Abgabe und Ihr wird die Abagbe der Abschlußarbeit verwehrt, so dass Ihre Arbeit für die Prüfung nicht abgestempelt wird.
Es wird Ihr Nahe gelegt ein Antrag auf Verspätung an den Prüfungsausschuss zu stelllen, und gleichermaßen behauptet, dass dies aber wahrscheinlich nichts an der Situation ändern wird.

Liebe Mitglieder und Hochschulrechtspezialisten, ist das so üblich an unseren Hochschulen und wie sehen in diesen drei Fällen die Chancen aus ein Verfahren zu gewinnen ?


Ich freue mich über hilfreiche Antworten und bedanke mich im Vorfeld bei allen die sich die Zeit genommen haben mein Beitrag zu lesen.


Lg

ExDevil67
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Re: Gleichbehandlung bei Abschlussprüfung

Beitrag von ExDevil67 » 08.07.16, 21:58

Zum Thema 1, was zwingt die Studenten in der Hochschuke zu arbeiten? Ist es in irgendeiner Form vorgeschrieben dort zu arbeiten oder nur dort möglich?

SusanneBerlin
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Re: Gleichbehandlung bei Abschlussprüfung

Beitrag von SusanneBerlin » 08.07.16, 22:31

Punkt 2:
Ein Student erkrankt während der Bearbeitungszeit und ist für 9 Tage und ist während dieser Zeit Prüfungsunfähig.
Die Bearbeitungszeit seiner Abschlußarbeit wird von der Hochschule jedoch nur um 7 Tage verlängert.
Ist das rechtens ?
Anscheinend steht es so in der Prüfungsordnung (unter Ihrem Punkt 1, zweiter Satz zitieren Sie diese Regelung bereits. Irgendein Limit muss es ja geben, wann die Arbeit endgültig abgegeben wird.

Und wieso reiten Sie so auf diesen speziellen Arbeitsplätzen rum? Ich gehe davon aus, dass heutzutage niemand mehr studiert, ohne einen Laptop bzw. Homecomputer zu besitzen. In den Raum gehen und sich mit dort arbeitenden Studenten austauschen kann man auch, wenn man keinen Platz dort besetzt hat. Und im übrigen wird doch jeder Absolvent sein eigenes Thema haben, ein "gemeinsames Arbeiten" beschränkt sich wohl auf grundsätzliche Fragen (richtiges Zitieren z.B., wie macht man Quellenangaben etc.).

Wie gestaltet sich denn die Platzvergabe auf diese 24-Stunden-Arbeitsplätze? Muss man sich dafür anmelden oder kann man einen freien Platz einfach besetzen? Schlafen die Studenten auch an den Arbeitsplätzen, da der Platz sonst weg wäre, sobald man ihn verlässt? Irgendwann muss doch auch ein Platz wieder frei werden.
Grüße, Susanne

Digital
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Re: Gleichbehandlung bei Abschlussprüfung

Beitrag von Digital » 08.07.16, 23:43

Nein, in der Prüfungsordnung ist die Zeit der krankheitsbedingten Verlängerung nicht konkret zeitlich geregelt.

Die Verteilung der Arbeitsplätze läuft so ab, dass von der Fachschaft eine Liste ausgehangen wird in der man sich eintragen kann.
Die ersten 20 der Liste bekommen dann einen der Arbeitsplätze. (natürlich nachdem von der Fachschaft nach Symphatie aussortiert wird)
So wie es wahrscheinlich an jeder Hochschule der Fall wäre.
Eine Kontrolle seitens Hochschule gibt es da scheinbar nicht so wirklich.

Die ausgewählten Teilnehmer, welche einen dieser Arbeitsplätze erhalten, bekommen einen festen Platz und einen Schlüssel für die gesamte
Bearbeitungsdauer der Abschlußarbeit. Absolventen die keinen Platz erhalten haben, können sicherlich auch mal dort vorbeischauen, allerdings eher
als Besucher und nicht um dort zu arbeiten.
Schlafen wird da sicherlich keiner, auch wenn es schonmal vorgekommen ist, dass Studenten sich Schlafsäcke mitgebrahct haben.
Die Sorge dass ein Platz weg sein könnte wenn man ihn verlässt ist nicht gegeben. Schliesslich haben alle anderen Studenten kein Schlüssel.

Die Abschlußarbeit beinhaltet auch das Bauen von Modellen. Eine fester Arbeitsplatz ist daher ein klarer Vorteil gegenüber denen, die schauen müssen,
wie Sie das in Ihrem kleinen WG Zimmer realisieren können.

Meine Frage in diesem Punkt bezieht sich auch vielmehr darauf, ob es nicht gegen eine Gleichbehandlung verstößt, wenn die Hochschule einigen wenigen
Studenten für die gleiche Abschlußarbeit weitaus bessere Möglichkeiten zur Verfügung stellt als dem restlichen Teil der Absolventen.
Mein Rechtsempfinden sagt mir da ganz klar, dass dieser Umstand nicht korrekt sein kann.

Alle Teilnehmer der Abschlußarbeit bekommen das selbe Thema zur Bearbeitung.
Ein gemeinsames Arbeiten und austauschen ist daher in jedem Fall von Vorteil.
Und die besten Voraussetzungen hierfür, bieten eben nunmal solche Arbeitsplätze.

Beispiel:
Es werden Modelle gebaut, deren kleinteile geschnitten und gelasert werden.
Das ist durchaus mit einem Puzzle zu vergleichen, welches aus mehreren hundert Teilen besteht.
Diese müssen sortiert und anschliessend geklebt werden und nimmt mehrere Tage in Anspruch.

Hat man ein festen Arbeitsplatz, kann man sortieren alles so stehen und liegen lassen und am nächsten Tag da weitermachen wo man aufgehört hat.
Ohne einen solchen Platz, muss man zu einer bestimmten Uhrzeit alles zusammen packen und mitnehmen.
Alles sortierte aber nocht nicht geklebte, kommt wieder durcheinander, und muss am nächsten Tag wieder zur Hochschule transportiert werden
und erneut sortiert werden.

Ein fester Arbeitsplatz bietet daher nicht nur den Vorteil länger Arbeiten zu können sondern auch die Mögliichkeit effizienter zu arbeiten.
Und wenn einige wenige gegenüber anderen diesen Vorteil von der Hochschule zur Verfügung gestellt bekommen,
haben wir automatisch eine Klassifizierung der Studenten in Studenten der Klasse A und Klasse B.

Somit ist doch eigentlich die Gesamte Abschlußarbeit grundlegend ungültig, oder sehe ich das falsch ???

winterspaziergang
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Re: Gleichbehandlung bei Abschlussprüfung

Beitrag von winterspaziergang » 09.07.16, 07:17

Digital hat geschrieben:
Ein fester Arbeitsplatz bietet daher nicht nur den Vorteil länger Arbeiten zu können sondern auch die Mögliichkeit effizienter zu arbeiten.
Und wenn einige wenige gegenüber anderen diesen Vorteil von der Hochschule zur Verfügung gestellt bekommen,
haben wir automatisch eine Klassifizierung der Studenten in Studenten der Klasse A und Klasse B.

Somit ist doch eigentlich die Gesamte Abschlußarbeit grundlegend ungültig, oder sehe ich das falsch ???
Ist der feste Arbeitsplatz Voraussetzung, um die Arbeit anfertigen zu können oder lediglich eine Arbeitserleichterung, dass man das Zeug nicht zu Hause liegen lassen muss?
Die Frage ist: Ist es lediglich ein Vorteil, einen solchen Arbeitsplatz zu haben oder ist es ein Nachteil, gar komplett hinderlich für die Arbeit, dieses Arbeitsplatz nicht zu haben?

Zu Punkt 3: Wenn es per Briefpost mitgeteilt wird, dürfte das ausreichen. Eine Notwendigkeit per Einschreiben zu senden, ist nicht zu erkennen.

SusanneBerlin
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Re: Gleichbehandlung bei Abschlussprüfung

Beitrag von SusanneBerlin » 09.07.16, 07:46

Meine Frage in diesem Punkt bezieht sich auch vielmehr darauf, ob es nicht gegen eine Gleichbehandlung verstößt, wenn die Hochschule einigen wenigen
Studenten für die gleiche Abschlußarbeit weitaus bessere Möglichkeiten zur Verfügung stellt als dem restlichen Teil der Absolventen.
Mein Rechtsempfinden sagt mir da ganz klar, dass dieser Umstand nicht korrekt sein kann.
Es wird kein Rechtsanspruch auf einen dieser Arbeitsplätze geben, da die HS keine Zusage gegeben hat, dass jeder Absolvent einen Arbeitsplatz bekommt. Ferner dürfte von Anfang an bekannt gewesen sein, dass die Anzahl der Plätze begrenzt ist.
Die Verteilung der Arbeitsplätze läuft so ab, dass von der Fachschaft eine Liste ausgehangen wird in der man sich eintragen kann.Die ersten 20 der Liste bekommen dann einen der Arbeitsplätze. (natürlich nachdem von der Fachschaft nach Symphatie aussortiert wird)
Ist das eine Behauptung oder ist es nachweisbar, dass man sich als einer der ersten in die Liste eingetragen hat und trotzdem keinen Platz bekam (Liste nach Eintragung fotografiert o.ä.)? Und selbst wenn, dann hätte man eben auf seinen Platz bestehen müssen. Die Nicht-Zuteilung eines Arbeitsplatzes ist nicht dazu geeignet, nachträglich die Note anzuheben oder bei Nichtbestehen die Arbeit als nicht angetreten zu werten. Denn 50 andere Absolventen mussten ebenfalls ohne diesen Arbeitsplatz auskommen.
winterspaziergang hat geschrieben:Zu Punkt 3: Wenn es per Briefpost mitgeteilt wird, dürfte das ausreichen. Eine Notwendigkeit per Einschreiben zu senden, ist nicht zu erkennen.
Sehe ich auch so.
Dieses Zeitfenster wird auch lediglich über emails oder normale Postzustellung ohne Einschreiben kommuniziert.
Und das ganze während die Bearbeitungszeit schon voll im Gange ist.
Solange dieses Zeitfenster der Abgabe einige Tage vor dem Abgabetag per Post und e-mail mitgeteilt wird, sehe ich nicht, dass die Absolventen an der Abgabe der Arbeit gehindert sind.
Nein, in der Prüfungsordnung ist die Zeit der krankheitsbedingten Verlängerung nicht konkret zeitlich geregelt.
Nicht konkret oder gar nicht? Was steht da wörtlich?
Grüße, Susanne

Digital
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Re: Gleichbehandlung bei Abschlussprüfung

Beitrag von Digital » 09.07.16, 09:31

Eine Voraussetzung ist ein solcher Arbeitsplatz nicht um die Abschlußarbeit fertig zu stellen.
Stellt jedoch eine enorme Arbeitserleichterung dar. Die Arbeitsplätze sind entsprechend begehrt.

Es geht in diesem Zusammenhang einfach um die Gleichbehandlung aller Studenten bzw.
darum allen Absolventen die gleichen Möglichkeiten zur Verfügung zu stellen, oder eben nicht.

In der Prüfungsordnung ist keine Zeitangabe zur Verlängerung der Bearbeitungszeit im Krankheitsfall angegeben.
Ein wenig seltsam wie ich finde.

SusanneBerlin
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Re: Gleichbehandlung bei Abschlussprüfung

Beitrag von SusanneBerlin » 09.07.16, 09:57

Es geht in diesem Zusammenhang einfach um die Gleichbehandlung aller Studenten bzw.
darum allen Absolventen die gleichen Möglichkeiten zur Verfügung zu stellen, oder eben nicht.
Die HS hat nun mal keine 70 Arbeitsplätze. Zur Option steht, entweder man vergibt die 20 vorhandenen Arbeitsplätze im Windhund- oder Losverfahren, oder keiner erhält einen Arbeitsplatz. Wem ist damit geholfen, wenn niemand an einem der begehrten Arbeitsplätze arbeiten darf?

Digital hat geschrieben: In der Prüfungsordnung ist keine Zeitangabe zur Verlängerung der Bearbeitungszeit im Krankheitsfall angegeben.
Ein wenig seltsam wie ich finde.
Das beantwortet die Frage nicht.
SusanneBerlin hat geschrieben:Nicht konkret oder gar nicht? Was steht da wörtlich?
Steht da etwas wie "Auf Antrag kann bei Gründen, die nicht im Verschulden des Prüflings zu suchen sind, die Bearbeitungszeit verlängert werden" oder steht gar nichts zu einer Gewährung einer längeren Bearbeitungszeit?
Grüße, Susanne

Digital
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Re: Gleichbehandlung bei Abschlussprüfung

Beitrag von Digital » 09.07.16, 10:31

In der Prüfungsordnung kann ich lediglich unter dem Abschnitt für (Durchführung von Modulprüfungen) folgendes dazu finden:

"Macht eine Studentin oder ein Student durch ein ärztliches Zeugnis oder auf andere Weise glaubhaft, dass sie oder er wegen einer Behinderung oder chronischen Erkrankung im Sinne des § 3 Behindertengleichstellungsgesetz nicht in der Lage ist, die Prüfung oder die Studienleistungen ganz oder teilweise in der vorgesehenen Form abzulegen, kann die oder der Vorsitzende des Prüfungsaus-schusses die Verlängerung der Bearbeitungszeit für Prüfungsleistungen bzw. der Fristen für das Ablegen von Prüfungen oder die Erbringung gleichwertige Prüfungsleistungen in einer anderen Form gestatten. Kommen verschiedene gleichwertige Nachteilsausgleiche in Betracht, entscheidet die oder der Vorsitzende des Prüfungsausschusses über Form, Zeitpunkt und Dauer der Prüfung nach pflichtgemäßem Ermessen. Diese Regelung gilt entsprechend für Studienleistungen und Zulassungsprüfungen. Die Sätze 1 bis 3 finden in Ausnahmefällen auch bei einer vorübergehenden gesundheitlichen Beeinträchtigung Anwendung."

Im Abschnitt für Abschlußarbeiten steht folgendes:

"Die Bearbeitungszeit (Zeitraum von der Ausgabe bis zur Abgabe der Bachelorarbeit) beträgt sechs Wochen. Das Thema und die Aufgabenstellung müssen so beschaffen sein, dass die Bachelorar-beit innerhalb der vorgesehenen Frist abgeschlossen werden kann. Im Ausnahmefall kann die oder der Vorsitzende des Prüfungsausschusses aufgrund eines vor Ablauf der Frist gestellten begründeten Ant-rages die Bearbeitungszeit um bis zu eine Woche verlängern. Die Betreuerin oder der Betreuer der Bachelorarbeit soll zu dem Antrag gehört werden."

Von einer Abgabefrist bis 12 Uhr Mittags ist an keiner Stelle der Prüfungsordung etwas zu finden.
Im ausgegebenen Fristenplan wird lediglich der Abgabetag erwähnt. jeoch ohne konkrete Uhrzeit.
Den Erhalt des Fristenplanes zusammen mit der Aufgabenstellung mussten die Absolventen mit Ihrer Unterschrift bestätigen.
Die Bearbeitungszeit beginnt mit der Herausgabe der Aufgabenstellung. Zum Zeitpunkt der Herausgabe ist also von einer
Bearbeitungszeit bis 23:59 Uhr des Abgabedatums auszugehen.

Wird die Frist des Abgaezeitpunktes in der Bearbeitungsphase auf 12 Uhr Mittags gesetzt,
stellt das doch eine Verkürzung der Bearbeitungszeit um 12 Stunden dar.

FelixSt
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Re: Gleichbehandlung bei Abschlussprüfung

Beitrag von FelixSt » 09.07.16, 10:40

Ich lese bei dem Fragesteller überwiegend drei Dinge heraus: Neid, gekränkte Eitelkeit und ein völlig falsches Gleichbehandlungs-Verständnis.
Ich empfehle jedem, selbst zu denken und es sich nicht von unseren Forengutmenschen wie z.B. lottchen abnehmen zu lassen.

Digital
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Re: Gleichbehandlung bei Abschlussprüfung

Beitrag von Digital » 09.07.16, 10:46

Das ist Ihre Meinung @FelixST ;-)

Von Neid oder gekränkter Eitelkeit kann hier keine Rede sein.

An einer Hochschule müssen alle gleich behandelt werden.
Das setzt für mich auch voraus, dass alle die gleichen Voraussetzungen
seitens der Hochschule zur Verfügung gestellt bekommen.

Wenn das nicht der Fall ist, kann es schonmal dazu führen dass einige Studenten sich
ungleich oder benachteiligt behandelt fühlen.

Wenn Sie dies nun als gekränkte Eitelkeit ansehen, steht Ihnen das selbstverständlich frei.

SusanneBerlin
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Re: Gleichbehandlung bei Abschlussprüfung

Beitrag von SusanneBerlin » 09.07.16, 11:47

Die Bearbeitungszeit beginnt mit der Herausgabe der Aufgabenstellung. Zum Zeitpunkt der Herausgabe ist also von einer Bearbeitungszeit bis 23:59 Uhr des Abgabedatums auszugehen.
Jetzt muss ich aber auch mal ein bißchen deutlicher werden: Nicht alles, wovon der Student ausgeht oder was er sich so zusammendenkt, entspricht der Realität.

Hat der Student nicht zugehört oder das Hinweisblatt verschlamt, auf dem zu lesen war, dass die Abschlussarbeit im Fachschaftsbüro zu den Öffnungszeiten abzugeben ist? Hat er ernsthaft gedacht, da sitzt jemand bis Mitternacht?
Wie sollte das denn vonstattengehen, die Modelle mit Außenmaßen 1m x 1x x 0,5 m abzugeben bis Mitternacht? Man stellt sie unbeaufsichtigt irgendwo ab?
Der Briefkasten, in den 70 Modelle reinpassen, war nicht zufällig das Thema der Zwischenprüfung?
Grüße, Susanne

winterspaziergang
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Re: Gleichbehandlung bei Abschlussprüfung

Beitrag von winterspaziergang » 09.07.16, 11:53

Digital hat geschrieben: An einer Hochschule müssen alle gleich behandelt werden.
Das setzt für mich auch voraus, dass alle die gleichen Voraussetzungen
seitens der Hochschule zur Verfügung gestellt bekommen.
und das liegt vor. Alle Studenten können sich auf die begrenzten Arbeitsplätze bewerben, sie stehen allen offen. Es gibt allerdings eine Begrenzung der Anzahl der Plätze, so dass bei Bedarf das Los entscheidet oder nach dem Windhundprinzip vergeben wird.
Da die Arbeitsplätze "nice to have" und nicht unabdingbar für die Arbeit sind, ist da eine Chance auf "Gleichbehandlung" (die wie aussehen würde?) nicht erkennbar. Anders wäre es, wenn es z.B. ein Atelier oder eine Werkstatt ist und man ohne diese, die Arbeit gar nicht anfertigen kann
Wenn das nicht der Fall ist, kann es schonmal dazu führen dass einige Studenten sich
ungleich oder benachteiligt behandelt fühlen.
richtig- man muss nur sachlich einfügen, dass das Gefühl von Benachteiligung noch keine Ungleichbehandlung bedeutet und eine Lösung nicht selten darin endet, dass nur das Gefühl der Benachteiligung aufgehoben wird- indem etwa niemand mehr die Arbeitsplätze bekommt.

und noch was
Von einer Abgabefrist bis 12 Uhr Mittags ist an keiner Stelle der Prüfungsordung etwas zu finden.
Im ausgegebenen Fristenplan wird lediglich der Abgabetag erwähnt. jedoch ohne konkrete Uhrzeit.
weiter oben steht, dass zeitig eine email und Briefpost ausgehen, welche die Zeit benennen.

SusanneBerlin
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Re: Gleichbehandlung bei Abschlussprüfung

Beitrag von SusanneBerlin » 09.07.16, 12:10

Punkt 2:
Ein Student erkrankt während der Bearbeitungszeit und ist für 9 Tage und ist während dieser Zeit Prüfungsunfähig.
Die Bearbeitungszeit seiner Abschlußarbeit wird von der Hochschule jedoch nur um 7 Tage verlängert.
Ist das rechtens ?
Inzwischen hat sich herausgestellt, dass diesem Absolventen genau das gewährt wurde, wie in der Prüfungsordung vorgesehen.
Im Abschnitt für Abschlußarbeiten steht folgendes:

"Die Bearbeitungszeit (Zeitraum von der Ausgabe bis zur Abgabe der Bachelorarbeit) beträgt sechs Wochen. Das Thema und die Aufgabenstellung müssen so beschaffen sein, dass die Bachelorar-beit innerhalb der vorgesehenen Frist abgeschlossen werden kann. Im Ausnahmefall kann die oder der Vorsitzende des Prüfungsausschusses aufgrund eines vor Ablauf der Frist gestellten begründeten Ant-rages die Bearbeitungszeit um bis zu eine Woche verlängern. Die Betreuerin oder der Betreuer der Bachelorarbeit soll zu dem Antrag gehört werden."
In Ihrem Einleitungssatz für diesen thread prangern Sie das angebliche allgemeine Chaos auf dieser HS an.

Anschließend fordern Sie das Chaos geradezu ein indem sie verlangen dass für jeden Absolventen eine Extrawurst gebraten werden soll, statt zu begreifen, dass die HS verbindliche Regelungen vorgibt, um sich zu organisieren und damit es eben nicht "drunter und drüber" zugeht.
Grüße, Susanne

FelixSt
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Re: Gleichbehandlung bei Abschlussprüfung

Beitrag von FelixSt » 09.07.16, 12:26

Digital hat geschrieben: An einer Hochschule müssen alle gleich behandelt werden.
Danke für die Bestätigung meines Eindrucks.
Ich empfehle jedem, selbst zu denken und es sich nicht von unseren Forengutmenschen wie z.B. lottchen abnehmen zu lassen.

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