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Austausch Türschloss vom Mieter im Beherbergungsbetrieb

Verfasst: 28.09.15, 20:19
von pidy05
Ein Beherbergungsbetrieb: Gästeappartements auf Zeit, Mietdauer von 2 Nächten bis 1 Jahr. Umsatzsteuerpflichtig. Hotelähnlicher Betrieb aber ohne gastronomisches Angebot.
Firma mietet für 17 Nächte ein Appartement für 3 Personen an. Die Gäste tauschen nach
13 Tagen das Wohnungsschloss gegen ein eigenes, mitgebrachtes Schloss aus, nachdem es
eine Beschwerde wegen Zigarettenrauches in der Wohnung gibt. Dem Vermieter soll es verunmöglicht werden, ins Appartement zu kommen, um die Einhaltung des Nichtrauch-Gebotes zu kontrollieren. Der Vermieter fürchtet rechtliche Konsequenzen, sollte es
in diesem Appartement zu einem Wohnungsbrand kommen und er nicht in der Lage ist, dieses Appartement wegen des Austauschs des Schlosses zu betreten und ggf. den Brand zu löschen. Frage: Kann ein Gast in einem Beherberungsbetrieb das Schloss zu seinem
Gästeappartement ohne weiteres austauschen?

Re: Austausch Türschloss vom Mieter im Beherbergungsbetrieb

Verfasst: 29.09.15, 08:46
von j.fugger
Wenn es brennt fummelt man nicht an Schlössern rum.

Re: Austausch Türschloss vom Mieter im Beherbergungsbetrieb

Verfasst: 29.09.15, 09:58
von schneckenkorn
Diese Begründung "wenn es brennt" finde ich auch immer besonders witzig.

Kommt die Feuerwehr dann fliegt die Tür durch den Flur. Die benutzen keine Schlüssel. Oft noch nicht einmal wenn sie welche haben.

Oder, bei Rohrbruch. Wenn das Wasser unter der Tür her läuft, dann sind die Kosten für ne neue Tür das kleinste Problem.

In den von Vermietern gerne als Begründung, für das behalten eines Schlüssels, genannten Situationen zahlt zumeist die Versicherung relativ problemlos auch eine neue Tür.

Re: Austausch Türschloss vom Mieter im Beherbergungsbetrieb

Verfasst: 29.09.15, 10:08
von lerchenzunge
Zur Frage, ob der Mieter das Schloß austauschen darf, müsste erstmal geklärt werden, ob der Vermieter die Wohnung ohne den Mieter betreten darf.

Normalerweise müssten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen bzw. der Vertrag dazu eine Regelung beinhalten.

Es handelt sich bei einem Beherbergungsvertrag um eine Mischung aus Mietvertrag und Dienstvertrag. Eine vermietete Wohnung darf durch den Vermieter aber nur nach Ankündigung und mit Erlaubnis des Mieters betreten werden, es sei denn, konkrete Gefahr liegt vor (also wenn es bereits brennt oder das Wasser unter der Tür durchläuft). In einem Dienstvertrag kann aber abweichend auch das Einverständnis des Gastes von diesem pauschal erteilt werden, entweder ausdrücklich oder indirekt, wenn zB. eine Reinigung der Wohnung als Serviceleistung vereinbart wurde, die ja automatisch das Betreten der Wohnung zu diesem Zwecke beinhaltet.

Die Begründung "wenns brennt" jedenfalls ist unsinnig, wenn es wirklich brennt, wird die abgeschlossene Tür von der Feuerwehr sowieso nicht aufgeschlossen, sondern aus dem Rahmen getreten. Für sowas wie Schlüssel raussuchen und aufschliessen hat im Brandfall sowieso niemand Zeit...