In der Kneipe unentgeltlich mithelfen

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kleinundgemein
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In der Kneipe unentgeltlich mithelfen

Beitrag von kleinundgemein » 14.12.15, 10:34

Hallo, folgender Fall angenommen:

Eine Person X veranstaltet in einer Kneipe eine Mottoparty, um dem befreundeten Wirt etwas unter die Arme zu greifen, damit er seine Kneipe mal etwas voller bekommt. Person X macht das aus freundschaftlicher Verbundenheit und weil er selber Lust dazu hat. Er hilft an der Theke, gibt Speisen und Getränke raus, bekommt dafür aber kein Geld.

Ist so eine unentgeltliche Hilfe problematisch hinsichtlich Steuerrecht oder aus anderen Gründen? Muss irgendwas angemeldet werden? Ist der Helfende über seine normale gesetzliche Krankenversicherung während dieser Zeit versichert (er ist angestellt berufstätig)?

Danke!!

winterspaziergang
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Re: In der Kneipe unentgeltlich mithelfen

Beitrag von winterspaziergang » 14.12.15, 11:15

Als völlig Außenstehender und im Steuerrecht nicht bewandert, nur ein paar Eindrücke, was die "Hilfe" angeht...
kleinundgemein hat geschrieben:Hallo, folgender Fall angenommen:

Eine Person X veranstaltet in einer Kneipe eine Mottoparty, um dem befreundeten Wirt etwas unter die Arme zu greifen, damit er seine Kneipe mal etwas voller bekommt.
:?: wozu macht das Person X und nicht der Wirt selbst?
Person X macht das aus freundschaftlicher Verbundenheit und weil er selber Lust dazu hat. Er hilft an der Theke, gibt Speisen und Getränke raus, bekommt dafür aber kein Geld.
:?: Wir fassen zusammen: Die Person veranstaltet eine öffentliche (?) Party in der Kneipe des Wirtes, weil sie Lust dazu hat und nicht der Wirt, bei dem man ja irgendwie auch ein Interesse vermuten könnte, seine eigene Kneipe, deren Umsatz offenbar optimierbar ist, bekannt zu machen, korrekt? und diese befreundete Person, die eigentlich Gastgeber unter Nutzung einer öffentlichen Kneipe ist, übernimmt dann auch die Bewirtung, die der Wirt oder eine Servicekraft normalerweise macht?
Ist so eine unentgeltliche Hilfe problematisch hinsichtlich Steuerrecht oder aus anderen Gründen?


wie bereits gesagt, Zoll und Schwarzarbeit...v.a. wenn die genannten Eindrücke eher zum Schluss führen, hier arbeite jemand nur zum Schein unentgeltlich und tatsächlich als nicht angemeldete Servicekraft
Muss irgendwas angemeldet werden?
kommt drauf an. Bei einer Mottoparty, die Umsatz generieren und die Bekanntheit steigern soll und keine Privatparty in einer für einen Abend gemieteten Kneipe ist, wird m.E. (s.o.) zumindest kritisch, es nicht zu tun
Ist der Helfende über seine normale gesetzliche Krankenversicherung während dieser Zeit versichert (er ist angestellt berufstätig)?
Es soll ein Freundschaftsdienst sein, aber man fragt, wo der angestellte "Freund" versichert werden muss?

kleinundgemein
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Re: In der Kneipe unentgeltlich mithelfen

Beitrag von kleinundgemein » 14.12.15, 12:15

Sorry, ist das hier ein Rechtforum oder ein Moralapostelforum? Warum der Wirt das nicht selber macht? Was spielt das für eine Rolle, um meine Rechtsfragen zu beantworten? Es tut mir ja leid, wenn in Deiner kleinen Welt so etwas unrealstisch erscheint. In meiner ist es das mitnichten. Da hat jemand eine Kneipe und ein anderer Typ, der ein Freund von ihm ist, hat einfach Bock eine öffentliche Party zu veranstalten. Die Kneipe läuft gerade nicht so gut und so werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Der Wirt freut sich, dass mal etwas mehr los ist. Der Freund freut sich, dass er Räumlichkeiten für seine Party hat und er so seinen Wunsch realisieren kann. Ihm macht es auch Bock auf "seiner Party" mal hinter, anstatt immer vor der Theke zu stehen. Oje, er möchte dafür kein Geld haben, wie furchtbar. Für Dich mag das ungewöhnlich sein, für mich ist es das mitnichten. Da wird entsprechend auch nicht "zum Schein" gearbeitet.

Und was an der Versicherungsfrage so schlimm ist, kapier ich auch nicht. Der Helfende/Partyveranstalter ist gesetzlich krankversichert. Was ist schlimm, wenn jemand fragt, ob diese Versicherung während einer solchen unentgeltlichen Hilfe in einer Kneipe im Falle eines Falles greift oder nicht?

Einfach mal etwas über den eigenen Tellerrand hinausshauen und nicht nur immer Geld über alles stellen und schon hat man den ersten Tropfen Grundlage für etwas mehr Toleranz und Weitsicht.

Ich dachte immer, das Forum sei das um rechtliche Fragen beantwortet zu bekommen und nicht um mit irgendwelchen Leute, die nicht in der Lage sind über ihren kleinen Tellerrand hinauszublicken, über Sinn und Zweck - abseits rechtlicher Grundlagen - einer Freizeitgestaltung diskutieren zu müssen.

BäckerHD
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Re: In der Kneipe unentgeltlich mithelfen

Beitrag von BäckerHD » 14.12.15, 12:20

Interessant, wie Sie sich ereifern. Interessanter, als Ihnen lieb sein dürfte. :lol:

kleinundgemein
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Re: In der Kneipe unentgeltlich mithelfen

Beitrag von kleinundgemein » 14.12.15, 12:24

BäckerHD hat geschrieben:Interessant, wie Sie sich ereifern. Interessanter, als Ihnen lieb sein dürfte. :lol:
Sorry, ich find das einfach nur kindisch, bei berechtigten Fragen mit dem Zeigefinger rumzuwuseln und alles in Frage zu stellen, nur weil man nicht in der Lage ist, mal über den eigenen Tellerrand und das eigene Weltbild hinaus zu blicken. Aber wenn Ihr meint, dass Ihr die Wahrheit gepachtet habt und die Welt nur so funktioniert, wie Ihr Euch das vorstellt (nix ohne Kohle), tut Ihr mir leid.

Vielleicht findet sich ja doch noch jemand, der/die bereits ist, meine Fragen einfach nur zu beantworten. An diese schon mal vielen Dank vorab!

webelch
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Re: In der Kneipe unentgeltlich mithelfen

Beitrag von webelch » 14.12.15, 12:38

Sie haben ja völlig Recht. Lesen Sie sich zunächst mal völig objektiv hier
https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzarbeit
ein. Und bei weiteren Fragen kontaktieren Sie vorab
https://de.wikipedia.org/wiki/Finanzkon ... verwaltung

BäckerHD
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Re: In der Kneipe unentgeltlich mithelfen

Beitrag von BäckerHD » 14.12.15, 12:46

kleinundgemein hat geschrieben: Sorry, ich find das einfach nur kindisch, bei berechtigten Fragen mit dem Zeigefinger rumzuwuseln und alles in Frage zu stellen, nur weil man nicht in der Lage ist, mal über den eigenen Tellerrand und das eigene Weltbild hinaus zu blicken.
Ich glaube nicht, dass Kinder sich für diese doch sehr erwachsene Problematik interessieren dürften. Den gern zitierten Tellerrand haben Sie nun für meinen Geschmack auch oft genug bemüht, "wechselnder Audruck" ist jedenfalls etwas anderes. Alles in allem wird genau andersrum ein Schuh draus: Kaum bekommen Sie wegen Ihrer zweifelhaften Pläne etwas Gegenwind, verlieren Sie gleich die Fassung und feuern eine Phrase nach der anderen ab, beklagen sich darüber, wie intolerant und verkorkst doch hier alle seien, weil niemand zu Ihrer Idee applaudiert. Wie es da um Ihre Toleranz für andere Meinungen bestellt ist, kann man sehr deutlich herauslesen.

ExDevil67
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Re: In der Kneipe unentgeltlich mithelfen

Beitrag von ExDevil67 » 14.12.15, 12:55

kleinundgemein hat geschrieben:Warum der Wirt das nicht selber macht? Was spielt das für eine Rolle, um meine Rechtsfragen zu beantworten?
Naja, in einem Punkt dürfte das schon relevant sein. Party heißt für mich es wird Musik gespielt, und da hält dann die GEMA auch die Hand auf. Da wäre im Einzelfall zu prüfen ob für die Kneipe nicht eh schon gezahlt wird und da diese Party dann inklusive wäre. Wenn nicht müsste X nämlich direkt mit der GEMA abrechnen.
Und auch finanziell dürfte es für den Wirt lukrativer sein das ganze auf eigene Rechnung zu veranstalten. Dann könnte er nämlich den ggf fälligen Eintritt "einsacken" und nicht X. Der solche Einnahmen natürlich noch versteuern müsste.

winterspaziergang
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Re: In der Kneipe unentgeltlich mithelfen

Beitrag von winterspaziergang » 14.12.15, 13:08

kleinundgemein hat geschrieben:Sorry, ist das hier ein Rechtforum oder ein Moralapostelforum? Warum der Wirt das nicht selber macht? Was spielt das für eine Rolle, um meine Rechtsfragen zu beantworten?
weil das die Fragen sind, die sich jemand stellen wird, der den Fall steuerrechtlich beurteilen möchte
Es tut mir ja leid, wenn in Deiner kleinen Welt so etwas unrealstisch erscheint. In meiner ist es das mitnichten.
kein Grund gleich pampig zu werden und sich angegriffen zu fühlen - und zu meinen, man wüsste ich welcher Welt ich lebe, weil ich eine Ihnen unangenehme Äußerung mache, zeigt doch eher, wie klein Ihre Welt ist, meinen Sie nicht?
Da hat jemand eine Kneipe und ein anderer Typ, der ein Freund von ihm ist, hat einfach Bock eine öffentliche Party zu veranstalten. Die Kneipe läuft gerade nicht so gut und so werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Der Wirt freut sich, dass mal etwas mehr los ist. Der Freund freut sich, dass er Räumlichkeiten für seine Party hat und er so seinen Wunsch realisieren kann. Ihm macht es auch Bock auf "seiner Party" mal hinter, anstatt immer vor der Theke zu stehen. Oje, er möchte dafür kein Geld haben, wie furchtbar. Für Dich mag das ungewöhnlich sein, für mich ist es das mitnichten. Da wird entsprechend auch nicht "zum Schein" gearbeitet.
Lesen hilft- meine persönliche Meinung steht nirgends -für mich ist das nicht ungewöhnlich, es stellt sich nur die Frage, wieso nicht der Betreiber der Gaststätte die Geschäftsidee umsetzt usw.
Einfach mal etwas über den eigenen Tellerrand hinausshauen und nicht nur immer Geld über alles stellen und schon hat man den ersten Tropfen Grundlage für etwas mehr Toleranz und Weitsicht.
:lol: :lol: :lol: der ist gut
Ich dachte immer, das Forum sei das um rechtliche Fragen beantwortet zu bekommen und nicht um mit irgendwelchen Leute, die nicht in der Lage sind über ihren kleinen Tellerrand hinauszublicken, über Sinn und Zweck - abseits rechtlicher Grundlagen - einer Freizeitgestaltung diskutieren zu müssen
Kommen Sie mal wieder runter- in IHRER Welt mögen diese Fragen moralischer Natur sein, in der rechtlichen, nach der Sie selbst fragen, sind das reine Sachfragen.
Und damit :liegestuhl:

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Re: In der Kneipe unentgeltlich mithelfen

Beitrag von kleinundgemein » 14.12.15, 13:13

ExDevil67 hat geschrieben:
kleinundgemein hat geschrieben:Warum der Wirt das nicht selber macht? Was spielt das für eine Rolle, um meine Rechtsfragen zu beantworten?
Naja, in einem Punkt dürfte das schon relevant sein. Party heißt für mich es wird Musik gespielt, und da hält dann die GEMA auch die Hand auf. Da wäre im Einzelfall zu prüfen ob für die Kneipe nicht eh schon gezahlt wird und da diese Party dann inklusive wäre. Wenn nicht müsste X nämlich direkt mit der GEMA abrechnen.
Und auch finanziell dürfte es für den Wirt lukrativer sein das ganze auf eigene Rechnung zu veranstalten. Dann könnte er nämlich den ggf fälligen Eintritt "einsacken" und nicht X. Der solche Einnahmen natürlich noch versteuern müsste.
GEMA ist geklärt, da kennen sich alle Beteiligten bestens mit aus.

BäckerHD
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Re: In der Kneipe unentgeltlich mithelfen

Beitrag von BäckerHD » 14.12.15, 13:28

Super, dann ist ja alles in Butter.

kleinundgemein
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Re: In der Kneipe unentgeltlich mithelfen

Beitrag von kleinundgemein » 14.12.15, 13:29

BäckerHD hat geschrieben:Super, dann ist ja alles in Butter.
Sorry, aber was soll das? Es ist natürlich nicht alles Butter, weil es noch genug ungeklärte Fragen gibt.

PurpleRain
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Re: In der Kneipe unentgeltlich mithelfen

Beitrag von PurpleRain » 14.12.15, 14:03

webelch hat geschrieben:Sie haben ja völlig Recht. Lesen Sie sich zunächst mal völig objektiv hier https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzarbeit ein. Und bei weiteren Fragen kontaktieren Sie vorab
https://de.wikipedia.org/wiki/Finanzkon ... verwaltung
Das ist völlig unnötig. Bereits ein Blick in § 1 Abs. 3 2. SchwarzArbG stellt klar: Die vom TE beabsichtigte Tätigkeit ist keine Schwarzarbeit.
kleinundgemein hat geschrieben:Ist so eine unentgeltliche Hilfe problematisch hinsichtlich Steuerrecht oder aus anderen Gründen?
Soweit kein Entgelt, auch nicht in Naturalien, fliesst ist das Steuerrecht nicht tangiert.
kleinundgemein hat geschrieben:Muss irgendwas angemeldet werden?
Ob irgenwelche Befähigungsnachweise oder Genehmigungen nötig sind, muss der Kneipenwirt selber wissen.
kleinundgemein hat geschrieben:Ist der Helfende über seine normale gesetzliche Krankenversicherung während dieser Zeit versichert (er ist angestellt berufstätig)?
Die Krankenversicherung läuft 24 Stunden am Tag. Weitere bezahlte Beschäftigungen haben ausschliesslich Einfluss auf die Höhe des Beitrages.
"Das ganze Problem mit der Welt ist, dass Dummköpfe und Fanatiker der Richtigkeit ihrer Sicht immer so sicher, weise Menschen aber so voller Zweifel sind." Bertrand Russel

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Re: In der Kneipe unentgeltlich mithelfen

Beitrag von kleinundgemein » 14.12.15, 14:12

Herzlichen Dank für diese endlich mal der Fragestellung entsprechenden, sachlichen Antworten!! :)

(Ist schon witzig zu sehen, dass jemand, der sich auf Gesetze bezieht und diese benennt (!), zu einem anderen "Urteil" kommt, als diejenigen, die hier den Fragenstellenden eher angreifen als zur Beantwortung der Fragen etwas zielführendes beizutragen.)
Zuletzt geändert von kleinundgemein am 14.12.15, 14:15, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: In der Kneipe unentgeltlich mithelfen

Beitrag von ExDevil67 » 14.12.15, 14:13

kleinundgemein hat geschrieben:Sorry, aber was soll das? Es ist natürlich nicht alles Butter, weil es noch genug ungeklärte Fragen gibt.
Die da wären? Außer dem Themenkomplex Schwarzarbeit?
Die Krankenkasse wird zahlen müssen, wobei auch die ggf nachfragen werden wie das passierte. Und wenn man denen die Schnittwunde an der Hand mit "ich war beim Bierzapfen in der Kneipe" erklärt, sind wir wieder bei der Schwarzarbeit.

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