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recht.de • Thema anzeigen - Kosten vom Notar bei vorzeitiger Beendigung Immobilienkauf
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BeitragVerfasst: 13.01.18, 19:14 
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Hallo zusammen,
wir benötigen euren Rat zum Thema vorzeitige Beendigung eines Beurkundungsverfahrens:

Wir hatten ein Kaufinteresse an einer Immobilie. Am 07.12. haben wir dem zuständigen Makler schriftlich mitgeteilt, dass er bitte ein Notariat für die Beurkundung beauftragen soll (ohne einen Namen zu nennen). Er hat uns noch am gleichen Tag per E-Mail geantwortet, dass er am 08.12 den Notar xy beauftragen wird.

Daraufhin gab es mit dem Makler einige Unstimmigkeiten hinsichtlich der Abwicklung aber auch zum Zustand der Immobile. Unter anderem haben wir vergeblich auf die Abstimmung des Notartermins sowie die Zusendung des Kaufvertragsentwurfs gewartet.

Insgesamt drei Mal wurde uns vom Makler ein Tag genannt, bis wann wir den Kaufvertragsentwurf erhalten werden. Dies wurde nicht eingehalten.

Am 22.12. haben wir dem Makler per E-Mail mitgeteilt, dass wir vom Kaufinteresse zurücktreten. Am gleichen Abend noch hat er uns einen unfertigen Kaufvertragsentwurf vom Notar xy weitergeleitet. Aus dem E-Mail Verlauf geht hervor, dass der Notar diesen noch vor unserer Absage an den Makler geschickt hat (3 Stunden vor unserer Absage).

In der ersten Januarwoche haben wir 2 Mal versucht, telefonisch Kontakt mit dem Notar aufzunehmen um diese Angelegenheit zu regeln. Man versprach uns einen Rückruf, welcher nicht erfolgte.

Nun haben wir eine Kostenrechnung i.H.v. von knapp 2000 € vom Notar erhalten, u.a. mit folgender Position:

Vorzeitige Beendigung des Beurkundungsverfahrens nach einem der in Nr. 21300 genannten Zeitpunkte
KV-Nr. 21302-21200
Wertvorschrift § 47 und Satz 2,00

Wir fassen zusammen:
- Wir hatten zu keiner Zeit Kontakt zum Notar
- Es wurde kein Beurkundungstermin vereinbart
- Wir hatten keine Informationen zum Stand des Kaufvertragsentwurfs
- Am 07.12. haben wir einen Notar beauftragt; am 22.12 NACH unserer Absage wurde uns per E-Mail vom Makler ein unfertiger Kaufvertragsentwurf zugesandt.
- Desweiteren sind wir vom Kaufinteresse zurückgetreten, da es Unstimmigkeiten mit der Immobilie gab

Wir finden die Höhe (bzw. den Satz von 2,00) sehr unangemessen und möchten gerne dieser widersprechen.
Wie ist die Rechtslage bei der Berechnung der Notarkosten?
Lohnt sich ein schriftlicher Widerspruch beim Landgericht? Ist dieser kostenlos?

Vielen Dank.


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BeitragVerfasst: 13.01.18, 20:52 
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Registriert: 17.01.14, 09:25
Beiträge: 4024
joeski hat geschrieben:
Am 07.12. haben wir dem zuständigen Makler schriftlich mitgeteilt, dass er bitte ein Notariat für die Beurkundung beauftragen soll ... Er hat uns noch am gleichen Tag per E-Mail geantwortet, dass er am 08.12 den Notar xy beauftragen wird.
...

Am 22.12. haben wir dem Makler per E-Mail mitgeteilt, dass wir vom Kaufinteresse zurücktreten. Am gleichen Abend noch hat er uns einen unfertigen Kaufvertragsentwurf vom Notar xy weitergeleitet. Aus dem E-Mail Verlauf geht hervor, dass der Notar diesen noch vor unserer Absage an den Makler geschickt hat (3 Stunden vor unserer Absage).

Damit dürfte die Rechnung vom Notar grundsätzlich berechtigt sein.
Das Sie den Entwurf erst bekommen haben nachdem Sie gegenüber dem Makler ihr verlorenes Interesse bekundet haben, ändert nichts daran das der Notar beauftragt war einen Vertragsentwurf zu fertigen.
Und die Unstimmigkeiten bezüglich des Objektes hätte man klären müssen bevor man einen Kaufvertrag entwerfen lässt.


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BeitragVerfasst: 13.01.18, 20:56 
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Registriert: 02.05.09, 18:01
Beiträge: 5738
Wohnort: Leverkusen
joeski hat geschrieben:
Wir hatten zu keiner Zeit Kontakt zum Notar
Natürlich war der Kontakt zum Notar vorhanden, und zwar über den beauftragten Makler

joeski hat geschrieben:
Es wurde kein Beurkundungstermin vereinbart
Das Beurkundungsverfahren beginnt mit der Beauftragung.

joeski hat geschrieben:
Am 07.12. haben wir einen Notar beauftragt; am 22.12 NACH unserer Absage wurde uns per E-Mail vom Makler ein unfertiger Kaufvertragsentwurf zugesandt.
Es würde dem Makler abgesagt, nicht dem Notar.

joeski hat geschrieben:
Wir hatten keine Informationen zum Stand des Kaufvertragsentwurfs ... Desweiteren sind wir vom Kaufinteresse zurückgetreten, da es Unstimmigkeiten mit der Immobilie gab
Das ist ohne Bedeutung.

joeski hat geschrieben:
Am gleichen Abend noch hat er uns einen unfertigen Kaufvertragsentwurf vom Notar xy weitergeleitet. Aus dem E-Mail Verlauf geht hervor, dass der Notar diesen noch vor unserer Absage an den Makler geschickt hat (3 Stunden vor unserer Absage).


Entscheidend für den Verfahrensstand und damit für die Höhe der Kosten ist, ob der Notar den Entwurf vor der vorzeitigen Beendigung des Beurkundungsverfahren an einen Beteiligten versandt hat.

Dies ist hier nicht der Fall. Der Entwurf wurde vom Notar an den Makler gesendet. Es wird daher darauf ankommen, ob der Makler zur Entgegennahme des Entwurfs bevollmächtigt war.

joeski hat geschrieben:
Lohnt sich ein schriftlicher Widerspruch beim Landgericht? Ist dieser kostenlos?
Ob es sich lohnt?
Die Gebührenspanne liegt je nach Verfahrensstand zwischen der Festgebühr über EUR 20,00 und der vom Notar erhobenen 2.0 Gebühr.

Das Verfahren vor dem Landgericht ist kostenfrei.

_________________
Gruß
khmlev


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BeitragVerfasst: 15.01.18, 13:33 
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Registriert: 18.01.05, 10:53
Beiträge: 2016
Der Kaufinteressent hat dem Makler die Vollmacht erteilt, den Notar mit dem Kaufvertragsentwurf zu beauftragen. Hat er ihn am 08.12. wie zugesagt tatsächlich beauftragt, muss der Kaufinteressent wohl oder übel die Kosten dafür übernehmen.
Der Kaufvertragsentwurf wurde ja auch vor der Absage (an den Bevollmächtigten) geliefert.

Als Kaufinteressent ist man immer gut beraten, im ersten Schritt ALLE Details zur Immobilie zu klären. Dazu gehören bei Wohnungen die Einsicht in die TE, Versammlungsprotokolle usw. sowie bei Wohnungen und Häusern die Begutachtung der Immobilie (am besten mit einem Fachmann). Wenn das alles geklärt ist heißt es, sich mit dem Verkäufer auf einen Preis zu einigen und dann erst sollte der Notar beauftragt werden. Und das am besten vom Verkäufer. Denn selbst wenn man sich in allem einig ist und alle Unstimmigkeiten geklärt sind. Bis die Unterschrift beim Notar unter dem Vertrag ist, zahlt diesen der Auftraggeber. Sprich: Käufer und Verkäufer können beim Notar sitzen und der Verkäufer könnte immer noch abspringen.


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