Arglistige Taeuschung beim Hauskauf - neue Urteile?

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hs0zfe
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Arglistige Taeuschung beim Hauskauf - neue Urteile?

Beitrag von hs0zfe » 28.03.09, 08:45

Die Fakten
Es geht um ein grosses Bauernhaus auf 761 m Grundstueck in einem schwaebischen Dorf. Das Haus besteht aus drei Teilen. Der Scheune, dem alten Wohnbereich und dem neuen Wohnbereich. Kaufpreis ist 70.000.

Eigentuemerin ist eine alte Dame. Verkaeufer ist der Mieter, der etwa 25 Jahre in diesem Haus wohnt und selber Haupt- und Nebenberuflich Haeuser baut.


Keine Antwort auf die Frage nach bekannten Schaeden beum Notar

1.) Hausschwamm in tragenden Balken. Will er nie gesehen haben.
2.) Wasserschaden. Jahrelang kam Wasser herein und sorgte fuer massive Schaeden. Doch ist nur eine braeunliche Verfaerbung an der Decke zu sehen. Der unerfahrene Kaeufer bemerkte dies nicht...
3.) "EUR 10.000 fuer neue Dachziegel" entpuppen sich als 200.000 Euro Schaden. Wenn tatsaechlich ein Angebot eingeholt wurde, konnte da niemals nur 10.000 stehen. Der Kaufpreis wird um 10.000 auf 70.000 reduziert.


in der Praxis
Wenn der Verkaeufer ehrlich die ihm bekannten Maengel aufzaehlt, ist an einen Verkauf nicht zu denken. Auch nicht fuer einen symbolischen Euro, weil die Abrisskosten den Wert des Grundstuecks uebersteigen.

Der Kaeufer bezahlt fuer die Begutaschtung durch die finanzierende Bank. Den "Gutachtern" fallen die Maengel nicht auf.

Wenn es sich um ein Auto handeln wuerde, waere die Sache einfach. Entscheidend sind Angaben des Verkaeufers im Vertrag! So aber...

Wie ist die Rechtslage? Gibt es hierzu ein neues Urteil?

Dank und Gruss,
Chris

J_Denver
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Beitrag von J_Denver » 28.03.09, 09:05

was ähnliches vom 27.3.09

http://www.pr-inside.com/de/bgh-hausver ... 146794.htm


edit
3.) "EUR 10.000 fuer neue Dachziegel" entpuppen sich als 200.000 Euro Schaden. Wenn tatsaechlich ein Angebot eingeholt wurde, konnte da niemals nur 10.000 stehen. Der Kaufpreis wird um 10.000 auf 70.000 reduziert.
das bezieht sich aber nicht nur auf das Dach,oder.......?
Deutschland hatte 4 große Bundeskanzler. Adenauer hat den Wiederaufbau betrieben. Brandt die Aussöhnung mit dem Osten. Schmidt hat das Land durch die Wirtschaftskrise geführt. Kohl war über 1,90 Meter groß.

juggernaut
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Re: Arglistige Taeuschung beim Hauskauf - neue Urteile?

Beitrag von juggernaut » 28.03.09, 13:38

hs0zfe hat geschrieben:Wenn es sich um ein Auto handeln wuerde, waere die Sache einfach. Entscheidend sind Angaben des Verkaeufers im Vertrag! So aber... Wie ist die Rechtslage? Gibt es hierzu ein neues Urteil?
neue urteile zur arglisten täuschung des käufers duch den verkäufer gibt´s sicher viele.
daran, dass ein kaufvertrag über ein haus noch immer den gleichen regeln folgt wie einer über ein auto, hat sich aber nichts geändert (nur die mängel sind andere :) ).

was genau wollen sie also wissen?
juggernaut
Redfox hat geschrieben:Das ist ein Irrtum. Beamte arbeiten nicht. Sondern ... machen sonstwas. Aber arbeiten tun sie nicht.

hs0zfe
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Juggernaut - scheinbar gelten eben doch andere Regeln

Beitrag von hs0zfe » 28.03.09, 16:55

Kann sein das ich einen schlechten Rechtsanwalt habe :?

Wenn also jemand 25 Jahre lang ein Haus bewohnt und es dann dem Kaeufer ueberlaesst, Spuren eines massiven Wasserschadens zu finden... Nun ja.

Antwort: hoffe auf einen Link zu einem Musterurteil.

Lucky
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Re: Arglistige Taeuschung beim Hauskauf - neue Urteile?

Beitrag von Lucky » 29.03.09, 21:18

hs0zfe hat geschrieben:.Keine Antwort auf die Frage nach bekannten Schaeden beum Notar

1.) Hausschwamm in tragenden Balken. Will er nie gesehen haben.
2.) Wasserschaden. Jahrelang kam Wasser herein und sorgte fuer massive Schaeden. Doch ist nur eine braeunliche Verfaerbung an der Decke zu sehen. Der unerfahrene Kaeufer bemerkte dies nicht...
3.) "EUR 10.000 fuer neue Dachziegel" entpuppen sich als 200.000 Euro Schaden. Wenn tatsaechlich ein Angebot eingeholt wurde, konnte da niemals nur 10.000 stehen. Der Kaufpreis wird um 10.000 auf 70.000 reduziert.
Keine Antwort (auf die Frage nach bekannten Schäden) ist etwas anderes als eine falsche Antwort.
Offensichtlich hat der Verkäufer keine Zusicherung über den Gebäudezustand gemacht.
Es macht wohl auch einen Unterschied, ob das gekaufte Haus 10 Jahre oder 50 Jahre alt ist.
Es macht sicher auch einen Unterschied, ob man 300.000 oder 70.000,- bezahlt. Wer einen gebrauchten, alten Dacia bezahlt, darf keinen neuen Daimler erwarten.
Der Kaufpreis entspricht weniger als 100,- EUR / m2 Grundstück. Ohne den Bodenrichtwert des schwäbischen Dorfes zu kennen, meine ich, daß man in Anbetracht dieses Kaufpreises bei den Gebäuden keine allzu hohen Erwartungen haben darf.
Für 10.000,- EUR bekommt man ja in der Tat eine Menge neuer Dachziegel. Die Frage ist nur, wer diese auf Dach verlegt - und ob nicht besser auch gleich die Lattung erneuert wird - oder gleich eine Dämmung mit eingebaut wird. Wenn man das alles selbst macht, kann man anders kalkulieren, als wenn man Aufträge an Handwerksfirmen vergibt. Der Verkäufer ist wohl von Eigenregie ausgegangen - und hat somit meines Erachtens nicht gelogen.
MfG
Lucky
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juggernaut
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Re: Arglistige Taeuschung beim Hauskauf - neue Urteile?

Beitrag von juggernaut » 30.03.09, 10:58

Lucky hat geschrieben:Keine Antwort (auf die Frage nach bekannten Schäden) ist etwas anderes als eine falsche Antwort.
nana. wenn der verkäufer etwas davon wußte, dann mußte er auch die fragen richtig beantworten und durfte sich nicht auf "weiß ich nix von" zurückziehen. wenn ich einen verkäufer frage, ob das auto einen unfallschaden hatte, dann muß er mir wahrheitsgemäß antworten - wenn er einen unfall hatte, muß er "ja" sagen und kann sich nicht mit "weiß ich nicht" herausreden.
hier dürfte das problem dann wohl eher in der beweisbarkeit (der frage und der antwort darauf) liegen.

wenn den verkäufer eine offenbarungspflicht traf, mußte er gar ungefragt offenlegen. sollten die mängel also solche sein, die dem verkäufer bekannt waren und die wertbestimmend sind, dann mußte er sie auch offenlegen.
hier könnte der verkäufer zwar argumentieren, das habe er getan und deshalb sei der kaufpreis so niedrig bemessen worden, allerdings bekommt er dann ein beweisproblem. allein aus einem niedrigen verkaufspreis folgt nicht, dass man alle möglichen mängel akzeptiert hat oder akzeptieren muß.
juggernaut
Redfox hat geschrieben:Das ist ein Irrtum. Beamte arbeiten nicht. Sondern ... machen sonstwas. Aber arbeiten tun sie nicht.

jelly
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Re: Arglistige Taeuschung beim Hauskauf - neue Urteile?

Beitrag von jelly » 31.03.09, 09:49

Nur mal eine Frage zum Verständnis:
hs0zfe hat geschrieben: Eigentuemerin ist eine alte Dame. Verkaeufer ist der Mieter
Wer hat den Kaufvertrag unterschrieben? Hatte der Mieter irgendwelche Vollmachten?

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