Kauf auf Mietkauf- oder auf Rentenbasis

Moderator: FDR-Team

Antworten
Suche-Input
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 19
Registriert: 29.03.09, 00:13

Kauf auf Mietkauf- oder auf Rentenbasis

Beitrag von Suche-Input » 29.03.09, 00:26

Hallo,
es geht um folgende theoretische Fallstudie:

Angenommen man möchte ein Haus erwerben (wie im Titel beschrieben auf Mietkauf oder Rentenkauf), Eigentümer natürlich einverstanden, und Notar sagt man könnte so einen Kaufvertrag nicht in beidseitigem Interesse schließen, da das zu erwerbende Objekt derzeit noch fast bis zum Kaufpreis mit einer Hypothek belastet ist. Ich weiß das sowas vor ein paar Jahren trotzdem möglich war, gibt es eine Gesetzesänderung dazu?
Welche Möglichkeiten sind bekannt um sowas trotzdem durch zu führen?

LG

Manfred

Chess45
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 2605
Registriert: 15.09.04, 17:21

Beitrag von Chess45 » 29.03.09, 08:05

Das liegt doch nicht an den gesetzlichen Bestimmungen sondern ist wirtschaftlicher Unfug.
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jürgen

Franz Königs
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 5099
Registriert: 07.10.07, 14:42
Wohnort: Bad Honnef

Beitrag von Franz Königs » 29.03.09, 10:02

Die Problematik des Mietkaufs wurde bereits hier (bitte klicken) abgehandelt.

Der Notar hat vermutlich von dem beabsichtigten Mietkauf nicht aus rechtlichen Gründen abgeraten, sondern weil er verpflichtet ist, bei einer Beurkundung die Interessen (auch die wirtschaftlichen Interessen) aller Vertragsbeteiligten angemessen zu berücksichtigen.

Suche-Input
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 19
Registriert: 29.03.09, 00:13

Beitrag von Suche-Input » 29.03.09, 12:54

Danke für den Link! Wie sieht es denn aus bei Kauf auf Rentenbsis, zumindest da würde ja Eintrag ins Grundbuch erfolgen.

LG
Manfred

hws
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 8225
Registriert: 07.07.07, 12:39
Wohnort: Unna

Beitrag von hws » 29.03.09, 13:43

Suche-Input hat geschrieben:Danke für den Link! Wie sieht es denn aus bei Kauf auf Rentenbsis, zumindest da würde ja Eintrag ins Grundbuch erfolgen.
Dann hat der Käufer eine Immobilie, die bis unters Dach verschuldet ist (Nettowert also = 0 ) und hat die ganze Zeit ne Leibrente bezahlt. :twisted:

hws

Suche-Input
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 19
Registriert: 29.03.09, 00:13

Beitrag von Suche-Input » 29.03.09, 14:39

Hmmm, sollte sich doch auch vertraglich regeln lassen, das der Verkäufer das Objekt nicht neu belasten kann und das er Nachweis darüber führt auch seinen Darlehnsverpflichungen nach zu kommen, oder? So zumindest kenne ich einen Notarvertrag, der allerdings vor rund 8 Jahren geschlossen wurde, oder gibt es da eine rechtliche Änderung?

LG
Manfred

hws
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 8225
Registriert: 07.07.07, 12:39
Wohnort: Unna

Beitrag von hws » 29.03.09, 15:04

Suche-Input hat geschrieben:Hmmm, sollte sich doch auch vertraglich regeln lassen, ..Nachweis darüber führt auch seinen Darlehnsverpflichungen nach zu kommen...
Ja, schon, aber wer überwacht das? Und wenn er's nicht tut, wie sanktioniert man das?
Suche-Input hat geschrieben:da das zu erwerbende Objekt derzeit noch fast bis zum Kaufpreis mit einer Hypothek belastet ist
Da muss der Eigentümer garnix mehr neu aufnehmen, die ist jetzt schon "nix wert".

Und wenn der Besitzer jetzt - oder zur Ende der Vertragslaufzeit nix mehr hat - einem nackten Mann kann man nicht in die Tasche packen.

Es geht ja nicht (nur) darum, ob so ein Vertrag rechtlich zulässig ist, sondern wirtschaftlich sinnvoll.
Wenn sie letzteres annehmen, wird sich sicherlich ein Weg finden - den Anwalt ihres Vertrauens haben sie ja schon.
Und dass er ihnen abgeraten hat, würde ich als einen Seriösitätsbeweis auslegen.

hws

jelly
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 1089
Registriert: 30.05.06, 08:16

Beitrag von jelly » 31.03.09, 09:55

Eine weniger rechtliche und mehr praktische Frage:

Sinn eines solchen Mietkauf-Vertrages wäre ja wohl, dass der Eigentümer mit den eingehenden Zahlungen sein Darlehen ablöst. Wenn der Kaufpreis voll entrichtet ist (das Darlehen also hoffentlich auch abbezahlt ist), wird das Darlehen aus dem Grundbuch gelöscht und der Mietkäufer wird als Eigentümer eingetragen. Richtig?

Warum übernimmt der Mietkäufer dann nicht gleich das Haus inkl. Darlehen für 1 EUR (bzw. für die eventuelle Differenz zwischen Darlehen und Kaufpreis) und zahlt es dann mit Raten, die seiner sonst gezahlten Miete entsprechen, ab?

Franz Königs
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 5099
Registriert: 07.10.07, 14:42
Wohnort: Bad Honnef

Beitrag von Franz Königs » 31.03.09, 11:05

jelly hat geschrieben:Warum übernimmt der Mietkäufer dann nicht gleich das Haus inkl. Darlehen für 1 EUR (bzw. für die eventuelle Differenz zwischen Darlehen und Kaufpreis) und zahlt es dann mit Raten, die seiner sonst gezahlten Miete entsprechen, ab?
Weil der Verkäufer das nicht wollen wird. Es ist nämlich nicht damit zu rechnen, dass der Darlehensgeber den Verkäufer von seinen sich aus dem Darlehen ergebenden Verpflichtungen freistellen wird.

jelly
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 1089
Registriert: 30.05.06, 08:16

Beitrag von jelly » 31.03.09, 11:23

Naja, ich kenne zumindest einen Fall, wo es geklappt hat.Allerdings stand da das Objekt auch kurz vor der ZV und der Käufer hatte ein recht sicheres Einkommen ... der Darlehensgeber hatte nicht viele Einwände dagegen, einen schlechten Kunden gegen einen guten Kunden zu tauschen. Paar Extra-Gebühren waren natürlich trotzdem fällig ... dann wurde der alte Kreditvertrag vorzeitig abgelöst und ein neuer - mit dem Käufer - abgeschlossen. Kommt wohl immer drauf an, ob der Kreditvertrag Sondertilgungen vorsieht, und ob die Bank mitspielen will.

Antworten