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Edelmieter
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Beitrag von Edelmieter » 03.04.09, 18:15

@ juggernaut:

Vereinbarungen bezüglich des Ladungszeitpunktes wären natürlich zwingend zu beachten; der Beschluss würde bei einem Verstoß im Falle einer Anfechtung schon aus formalen Gründen aufgehoben werden.
Ob eine Beschlussanfechtung aufgrund eines Einberufungsmangels (sofern keine Vereinbarungen bezüglich der Einberufungsvorschriften vorliegen) erfolgt hat, hängt immer davon ab, ob bei ordnungsgemäßer Ladung ein anderes Beschlussergebnis zustande gekommen wäre.

Man sollte diese Ausgangsfrage aber nicht verkomplizieren: Wenn vor der Verwaltervertragsschließung eine Vereinbarung bezüglich des Versammlungszeitraums in der Teilungserklärung bestand, ist der Verwalter selbstverständlich an diese gebunden, da er gewissermaßen aufgrund seiner Unterschrift Teil dieser Vereinbarung wird. Wobei dann unmittelbar die Frage auftaucht, wie man sich im Falle besonderer Dringlichkeit verhält!

In der Fragestellung ging es aber die Beschlussfassung. Das Argument, dass dieser Beschluss zulasten Dritter (des Verwalters, da nicht Mitglied der Wohnungseigentümergemeinschaft im Sinne des § 10 Abs. 1 - 3 WEG) geht, ist doch nicht von der Hand zu weisen. Wie entkräftest Du das?

Unabhängig davon gilt ja, wie allgemein unbestritten, dass Versammlungen nicht zu Unzeit einberufen werden sollten. Insofern ist für mich schon nicht nachvollziehbar, warum man überhaupt einen solchen Beschluss fassen will.

Nach der gleichen Logik könnte man auch beschließen, dass der Verwalter ordnungsgemäß verwalten oder seine Verwaltergebühr bei Beibehaltung aller Leistungen senken soll.

juggernaut
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Beitrag von juggernaut » 03.04.09, 22:20

Edelmieter hat geschrieben:In der Fragestellung ging es aber die Beschlussfassung. Das Argument, dass dieser Beschluss zulasten Dritter (des Verwalters, da nicht Mitglied der Wohnungseigentümergemeinschaft im Sinne des § 10 Abs. 1 - 3 WEG) geht, ist doch nicht von der Hand zu weisen. Wie entkräftest Du das?
ich versteh´s nicht :)

der verwalter verwaltet, er beschließt nichts. wenn beschlossen wird, versammlungen nicht samstags abzuhalten, dann kann er halt nicht samstags abhalten. er kann nur die WEG verwalten, die es gibt, und in der form, die sie hat. deshalb wird gar nicht zu seinen lasten beschlossen. und weil beschlüsse immer von der WEG gefasst werden und sie dann immer vom verwalter auszuführen sind, wäre mit diesem argument jeder beschluss ein solcher "zu lasten dritter", nämlich des verwalters :)


was die "unzeit" angeht, wird man wohl kaum sagen können, eine versammlung am donnerstag um 17 uhr wäre nur deshalb zur unzeit, weil dieser donnerstag zufällig in den schulferien liegt.
juggernaut
Redfox hat geschrieben:Das ist ein Irrtum. Beamte arbeiten nicht. Sondern ... machen sonstwas. Aber arbeiten tun sie nicht.

Edelmieter
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Beitrag von Edelmieter » 06.04.09, 17:23

juggernaut hat geschrieben:der verwalter verwaltet, er beschließt nichts. wenn beschlossen wird, versammlungen nicht samstags abzuhalten, dann kann er halt nicht samstags abhalten. er kann nur die WEG verwalten, die es gibt, und in der form, die sie hat. deshalb wird gar nicht zu seinen lasten beschlossen. (...)
Die Interessen des Verwalters bezüglich des Einberufungstermins werden also durch einen, seine Handlungsfreiheit einschränkenden Beschluss berücksichtigt?
juggernaut hat geschrieben: (...) und weil beschlüsse immer von der WEG gefasst werden und sie dann immer vom verwalter auszuführen sind, wäre mit diesem argument jeder beschluss ein solcher "zu lasten dritter", nämlich des verwalters (...)
Das verstehe ich jetzt nicht. Nach meiner Auffassung ginge ein Beschluss nur dann zu Lasten des Verwalters, wenn er dadurch in seiner Handlungsfreiheit eingeschränkt würde.

Genau dieser Interessenkonflikt zwischen Verpflichtung zur Beschlussumsetzung und Einschränkung der Handlungsfreiheit des Verwalters unterscheidet diesen Beschluss, nach meiner Meinung, von anderen.
juggernaut hat geschrieben:was die "unzeit" angeht, wird man wohl kaum sagen können, eine versammlung am donnerstag um 17 uhr wäre nur deshalb zur unzeit, weil dieser donnerstag zufällig in den schulferien liegt.
Habe ich das behauptet? In Literatur und Rechtsprechung gibt es zu Thema "Unzeit" allerdings Meinungen, die besagen, dass der Termin zu einer Wohnungseigentümerversammlung so gelegt werden sollte, dass möglichst viele Eigentümer teilnehmen können. Ich denke nicht das dies in den Ferien der Fall ist. Es mag auch andere Meinungen geben. Letztlich kann für jeden Einzelfall nur in einem gerichtlichen Verfahren geklärt werden, ob die Versammlung zur "Unzeit" stattgefunden hat - und sich dann dieser Einberungsmangel auf das Beschlussergebnis ausgewirkt hat.

Auegeile
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Beitrag von Auegeile » 06.04.09, 19:02

Tja, dann noch mal Tach zusammen.
Hatte leider Probleme mit meinem Computer, so das ich erst jetzt alles lesen konnte.

Ich versuche gerade alles zu verstehen und muß leider sagen das es gar nicht so einfach ist!

Ich werde mir alles noch mal in Ruhe durch lesen.

Vielen Dank für eure Antworten

Auegeile

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