Entbindet Stromlaufplanskizze den Verkäufer v. Haftung?

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Dirki
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Entbindet Stromlaufplanskizze den Verkäufer v. Haftung?

Beitrag von Dirki » 08.04.09, 17:45

Hallo zusammen!

Der Fall:
Eine Immobilie wird von Witwe V an den Käufer K verkauft.
Bei Übergabe erhält K eine Skizze, in der die der V bekannten Verläufe der im Erdboden des Gartens verlegten Stromkabel verzeichnet sind.
Eines schönen Tages hat K ein wahrhaft "erhellendes" Erlebnis :wink: , in dem er bei Gartenarbeiten mit dem Spaten auf ein Kabel trifft, welches offensichtlich der verstorbene Ehemann von Witwe V noch vor seinem Tod verlegt hatte.

Die Fragen:
1. Kann K die V haftbar machen im Fall, dass das nun "gefundene" Kabel an einem nicht verzeichneten Standort war?
2. Kann K die V haftbar machen im Fall, dass das nun "gefundene" Kabel offensichtlich nicht nach den einschlägig geltenden Vorschriften verlegt wurde, selbst wenn es an einer im Plan verzeichneten Stelle zu finden gewesen ist?
3. Ist K in ausreichender Weise über die verlegten Stromkabel informiert worden, in dem er bei Übergabe der Immobilie die Skizze erhielt?
Zusatz:
4. Könnte der Erhalt einer solchen Skizze eigentlich im notariellen Kaufvertrag Inhalt finden?

Sollte ich mit diesem Beitrag das falsche Forum gewählt haben, so bitte ich um kurze Rückmeldung!

Chess45
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Beitrag von Chess45 » 08.04.09, 19:22

Wenn K kein Depp ist dann war für Ihn doch das vorhanden sein eines Kabels sichbar. Irgend wo muss es ja her kommen und auch irgend wo hinführen.
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jürgen

Dipl.-Sozialarbeiter
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Re: Entbindet Stromlaufplanskizze den Verkäufer v. Haftung?

Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter » 08.04.09, 19:39

Dirki hat geschrieben:...
offensichtlich der verstorbene Ehemann von Witwe V noch vor seinem Tod verlegt hatte.
...
Es dürfte schwer sein, von einem Verstorbenen Schadensersatz zu verlangen. Vermutlich wird auch nicht die Witwe das Erdkabel verlegt haben.

Dirki
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Beitrag von Dirki » 08.04.09, 20:13

@Chess45
Stellt sich die Frage, ob ein Richter über die Intelligenz des geschädigten K urteilen wird. Wahrscheinlich wohl eher nicht. Daher auch die eher formalen Fragen bzgl. der möglichen Haftbarkeit der Witwe.

@Dipl.-Sozialarbeiter
Laut vorgelegtem Fall ist diese Vermutung richtig. Es heißt ja: "auf ein Kabel trifft, welches offensichtlich der verstorbene Ehemann von Witwe V noch vor seinem Tod verlegt hatte."

Heißt das also, dass die Witwe als Erbin (und somit Rechtsnachfolgerin) nicht haftbar zu machen ist?

Für die weitere Beantwortung der anderen Fragen bin ich selbstverständlich auch weiterhin dankbar!

@migo
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Beitrag von @migo » 08.04.09, 20:37

Also wenn im Tiefbau bekannt ist, daß Kabel hier liegen nur man weiß eben nicht genau wo, wird eben mit der entsprechenden Vorsicht gegraben.

Franz Königs
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Beitrag von Franz Königs » 08.04.09, 22:40

Dirki hat geschrieben:Heißt das also, dass die Witwe als Erbin (und somit Rechtsnachfolgerin) nicht haftbar zu machen ist?!
Wenn der Verstorbene, falls er noch lebte, haftbar gemacht werden könnte, kann auch seine Erbin als Gesamtrechtsnachfolgerin haftbar gemacht werden.

Dirki
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Beitrag von Dirki » 09.04.09, 09:57

@ @migo
Tja, genau das ist meist das Problem. Schon mal einen Bau mitgemacht oder beobachtet? :lol:

@ Franz Königs
Danke für diese Antwort. Genau das hab ich auch vermutet - und nun bestätigt bekommen.

Daher ist eben nun die Frage, ob durch eine entsprechende Information der Witwe V in schriftlicher und nachweisbarer Form an den K, sie von einer möglichen Haftung befreit, da sie in diesem Dokument (Lageplanskizze) den ihr bekannten Verlauf der Stromleitungen dem K mitteilt. Eine Beurteilung der Vorschriftsmäßigkeit der Verlegung durch die Witwe V dürfte in der Praxis wohl nicht möglich sein.
Daher die oben gestellten Fragen.

Für weitere Beiträge bin ich nach wie vor dankbar.

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