Wie ist das genau gemeint? Frage zu Kosten und Nutzen

Moderator: FDR-Team

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Citronella66
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Wie ist das genau gemeint? Frage zu Kosten und Nutzen

Beitrag von Citronella66 »

Eine TE / GO hat folgenden Inhalt:
Dem jeweiligen Eigentümer des Teileigentums X des Aufteilungsplanes wird unter Ausschluss der übrigen Mitglieder der Wohnungseigentümergemeinschaft das Recht eingeräumt, die gesamte Fläche des Flachdaches des Wohngebäudes zur beliebigen, rechtlich zulässigen, Verwendung zu nutzen.

Sofern von dem Nutzungsberechtigten für erforderlich gehalten, kann dieser sich auch an die im Haus vorhandenen Ver- und Entsorgungsleitungen anschließen.

Die Einräumung des Sondernutzungsrechtes ändert nichts an der gemeinschaftlichen Verpflichtung, die Kosten der Unterhaltung und Instandsetzung des Daches zu tragen. Nur wenn nachweislich durch die Ausübung des Nutzungsrechtes durch den Berechtigten Mehrkosten entstehen, gehen diese zu Lasten des Nutzungsberechtigten.
Zum Sachverhalt:
Das Wohngebäude ist ein achtgeschossiges Gebäude in Massivbauweise. Auf dem Flachdach befinden sich diverse Mobilfunkantennen, die Anzahl ist stetig steigend. Im Jahre 1998 wurde das gesamte Flachdach zu einem Preis von knapp 200000 DEM saniert. In den folgenden Jahren traten immer wieder Feuchtigkeitsschäden auf, deren Beseitigung bis zum Jahr 2008 weitere 30000 EUR gekostet hat.

Die Mobilfunkantennen sind an das Hausstromnetz angeschlossen, der Verbrauch fließt in die Kosten für den Allgemeinstrom ein. Ist das im Sinne des oben zitierten Auszuges der TE / GO?
Grüße
Ctronella

Citronella66
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Beitrag von Citronella66 »

Hat niemand eine Idee?
Grüße
Ctronella

J_Denver
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Beitrag von J_Denver »

Wer kassiert die Miete für die Antennen?
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Citronella66
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Beitrag von Citronella66 »

J_Denver hat geschrieben:Wer kassiert die Miete für die Antennen?
Der Nutzungsberechtigte kassiert die vollen Mieteinnahmen, die Gemeinschaft rrägt die vollen Kosten.
Die Mieteinnamhem betrugen in 1998 rund 15800 DEM, es standen die Antennen von einem Anbieter auf dem Dach, jetzt sind es drei Anbieter.

Gestern haben wir festgestellt, dass im Keller eine Wand neu verfliest werden muss, hier wurden irgendwelche technischen Geräte entfernt.
Grüße
Ctronella

J_Denver
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Beitrag von J_Denver »

mobilfunkantennen stellen eine bauliche Veränderung dar und müssen von der Mehrheit der Eigentümer genehmigt werden.
Mitglied im Zentralrat der Luden

Citronella66
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Beitrag von Citronella66 »

Vielen Dank für die Anmerkung. Können wir nun verlangen, dass die zusätzlichen Antennen wieder entfernt werden?
Grüße
Ctronella

Edelmieter
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Bauliche Veränderung, Mobilfunkanlage

Beitrag von Edelmieter »

Citronella66 hat geschrieben:Vielen Dank für die Anmerkung. Können wir nun verlangen, dass die zusätzlichen Antennen wieder entfernt werden?
Die Frage wird nicht so leicht zu beantworten sein, da jede rechtlich zulässige Verwendung vertraglich zugesagt wurde. Anders dürfte es sich mit den Kosten der Anlage verhalten.

Die Kosten des Sondereigentums dürfte, soweit es sich nicht um konstruktive oder sicherheitstechnische Bauteile handelt, der Sondereigentümer, hier: Teileigentümer selber zu tragen haben. Wieso ist kein Stromzähler für das Teileigentum vorhanden?

Was sagt denn der Verwalter dazu?

Citronella66
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Beitrag von Citronella66 »

Der Verwalter wird von einigen Eigentümern wie ein Gott verehrt, ebenso der Nutzungsberechtigte der Dachfläche. Jetzt hat der Nutzungsberechtigte gar behauptet, dass die Betreiber der Antennen den Strom selbst bezahlen würden, im Keller gäbe es entsprechende Zähler. Nur: ich habe keine Zähler gesehen. Allerdings habe ich das Kabel gesehen, dass das Dach versorgt.

Der Verwalter ist alles andere als neutral. Er stärkt dem Nutzungsberechtigten den Rücken, schimpft auf den Vorverwalter, der nach Meinung des derzeitigen verwalters seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen sei. Das ist eine andere Geschichte.
Grüße
Ctronella

RENE.S
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Beitrag von RENE.S »

Hallo und guten Abend,

ich schlage in diesem Falle vor, schriftlich vom Verwalter die Aufnahme eines Tagesordnungspunktes: "Beratung und Beschlussfassung über die Umlage der Stromkosten der Mobilfunkantenne auf den Sondernutzungsberechtigten" zu verlangen.
Bei einem entsprechenden Mehrheitsbeschluss der Gemeinschaft müsste der Verwalter diesen ausführen, bzw. die bisher bereits so gehandhabte Kostenverteilung zumindestens nachweisen.

Wie hoch sind die Allgemeinstromkosten die in der Jahresabrechnung umgelegt werden? Nach meinen Erfahrungen benötigen Mobilfunkantennen pro Jahr so ca. 1500 € Stromkosten. Auch daran ließe sich eine eventuelle Kostenübernahme durch den Nutzungsberechtigten nachweisen oder auch nicht.

lg RENE.S
Meine Beiträge sind grundsätzlich weder Steuer- noch Rechtsberatung.Sie stellen lediglich meine private Meinung sowie meine Erfahrungen als WEG-Verwalter dar.

Citronella66
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Beitrag von Citronella66 »

Die Kosten für den Allgemeinstrom belaufen sich auf rund 2800 Euro. Im Haus ist ein fahrstuhl installiert. Die Kosten des Allgemeinstromes sind drastisch gestiegen, waren es im Jahr 2005 noch deutlich unter 1000 Euro.
Grüße
Ctronella

RENE.S
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Beitrag von RENE.S »

Hallo und guten Tag,

ich würde, wie in meinem früheren Beitrag bereits ausgeführt, den Punkt in der WEV besprechen und entscheiden.
Notfalls kann eine Begutachtung durch einen unabhängigen Fachmann die Frage der Mobilfunkkosten klären.

LG RENE.S
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Thorsten D.
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Beitrag von Thorsten D. »

Hallo

die TE regelt doch ganz klar, dass durch die Nutzung entstehende Mehrkosten vom Berechtigten zu tragen sind.
Die Regelung sich an das bestehende Versorgungsnetz anschliessen zu dürfen berechtigt sicher nicht zum Anschluss an den Zähler für Allgemeinstrom, sondern lediglich dazu sich beispielsweise einen Stromanschluss über die Hausversorgungsleitung zu legen.
D.h. Antrag beim Stromversorger einen Anschluss inklusive Stromzähler auf eigenen Namen herzustellen, und auch selbst zu bezahlen.

Wenn der Strom, wie geäussert übers gemeinschaftliche Netz läuft, solte man einfach der Leitung folgen bis ein Verteiler oder Übergabepunkt erreicht wird, die Sicherung des Hausstromzählers rausdrehen und einen Elektriker messen lassen ob noch Strom fliesst.....

Bei den Schäden am Dach, ein guter Bausachverständiger kostet unter 1000 Euro und wird recht schnell feststellen ob die Schäden durch unsachgemässe Instalation entstanden sind.

Bei all den genannten Punkten muss der V. auf Antrag entsprechende Beschlüsse fassen lassen, z.B. bei der nächsten Sanierung nach §16/4 beschliessen das der Nutzungsberechtigte die Reparaturkosten alleine trägt
Wer nicht bereit ist für sein Recht als Eigentümer einzutreten , sollte besser zur Miete wohnen

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