Muss ich das Hausgeld des vorigen Besitzers nachzahlen?

Moderator: FDR-Team

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_h_r_
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Muss ich das Hausgeld des vorigen Besitzers nachzahlen?

Beitrag von _h_r_ »

Hallo!
Ich habe folgende Frage:
Das Büro, dass ich miete, sollte von der Bank versteigert werden, weil die beiden Inhaber steuerflüchtig waren und Ihren Zahlung nicht mehr nachgekommen sind. Ich habe das Büro in einem "freihändigen Verkauf" vorab der Versteigerung erworben, in dem ich beide Inhaber ausfindig gemacht und Ihre Unterschriften zum Kauf bekommen habe.
Nun sagt der Hausverwalter, es stünden noch Hausgeldzahlungen von ca. 3.000 EUR aus, für die ich nun aufkommen müsste. Hätte ich das Büro ersteigert, wäre das angeblich nicht so gewesen, so aber schon.
Stimmt das? Wie ist die Rechtslage?

Lucky
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Beitrag von Lucky »

Es kommt auf die Teilungserklärung an. Wenn dort vereinbart ist, daß der Erwerber für rückständiges Hausgeld haftet, dann ist das so. Nur bei einer Versteigerung gilt das nicht. Dafür kann der Hausverwalter in einer Versteigerung die Hausgeldschulden anmelden und wird dann ggf aus dem Versteigerungserlös befriedigt.
MfG
Lucky
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_h_r_
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Beitrag von _h_r_ »

Lucky hat geschrieben:Es kommt auf die Teilungserklärung an. Wenn dort vereinbart ist, daß der Erwerber für rückständiges Hausgeld haftet, dann ist das so.
Danke erstmal für die Antwort!
Es gibt alledings keine Teilungserklärung. Mal dumm gefragt, in welchem Fall hätte es denn eine geben müssen, ich habe doch beiden Inhabern (die beide im Grundbuch standen) die "gesamte Immobilie" abgekauft. Es ist nichts geteilt worden. Gehe ich dann Recht in der Annahme, dass ich in dem Kaufvertrag nachsehen muss, ob darin etwas von rückständigem Hausgeld erwähnt ist?

khmlev
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Beitrag von khmlev »

Wenn Sie Wohnungs-/Teileigentum erworben haben, muss es auch eine Teilungserklärung geben. GGf. finden Sie diese beim Grundbuchamt in den Grundakten. I.d.R. im Grundbuch der Wohnung Nr. 1 oder im Grundbuch der letzten Wohnung die zum Objekt gehört.

Wenn Sie kein Wohnungs-/Teileigentum erworben haben, dann stellt sich die Frage: "Wozu gibt es einen Hausverwalter? Auf welcher Rechtsgrundlage arbeitet dieser?" Es müßte dann eine Nutzungsvereinbarung, Miteigentümervereinbarungen o.ä. geben. Dort sollten dann auch die Kosten der Verwaltung geregelt werden. Man findet solche Konstruktionen manchmal wenn Reihenhaussiedlungen über Privatwege erschlossen sind. Dann wird häufig ein Verwalter für die Pflege, Wartung und Instandhaltung der Wege und der Grünanlagen eingesetzt.
Gruß
khmlev
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_h_r_
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Beitrag von _h_r_ »

khmcologne hat geschrieben:Wenn Sie Wohnungs-/Teileigentum erworben haben, muss es auch eine Teilungserklärung geben. GGf. finden Sie diese beim Grundbuchamt in den Grundakten. I.d.R. im Grundbuch der Wohnung Nr. 1 oder im Grundbuch der letzten Wohnung die zum Objekt gehört.
Ja, das ist eine Wohnung bzw. ein Büro in einem Mehrfamilienhaus, in dem es sonst nur Eigentum gibt.
Dass heißt, ich müsste als Käufer vor Unterschrift des Kaufvertrages in eine evtl. schon 20 Jahre zurückliegende Teilungserklärung sehen (evtl. im Grundbuch einer anderen Wohnung), um zu prüfen, ob mich nach dem Kauf evtl. noch tausende von Euros Hausgeldnachzahlung erwarten?? Das habe ich noch nie gehört, dass das jemand gemacht hat oder machen muss.
Ich dachte immer, der Hausverwalter ist verpflichtet, bei evtl. NIchtzahlung einer Partei das fehlende Hausgeld auf die anderen umzulegen, so dass so etwas gar nicht erst zustande kommt!?

khmlev
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Beitrag von khmlev »

Normalerweise lässt man sich vor der Beurkundung vom Verkäufer die Teilungserklärung nebst den Protokollen der Eigentümerversammlungen aushändigen um sich ein Bild von Wohnanlage machen zu können. Denn in der Teilungserklärung stehen z.B. auch die Sondernutzungsrechte, etc, etc.. .

Da Sie die Teilungserklärung offensichtlich nicht haben, habe ich Ihnen nur aufgezeigt, wo sie diese finden können. Der Verwalter sollte im Übrigen auch im Besitz einer Teilungserklärung sein.

Bzgl. des rückständigen Hausgeldes liegt u.U. bereits ein Beschluß der Eigentümerversammlung vor, die den Verwalter anweist, wie er zu verfahren hat.
Gruß
khmlev
- out of order -

_h_r_
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Beitrag von _h_r_ »

Ok, dann vielen Dank erst einmal! Ich werde mich mal um die Teilungserklärung bemühen, und hoffen, dass darin nicht davon erwähnt ist...

Thorsten D.
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Beitrag von Thorsten D. »

Vorbehaltlich dass die TE zur Fragestellung nichts regelt, haftet der Erwerber nicht für Hausgeldschulden des Verkäufers.

Die Zahlungspflicht für Hausgeld ergibt sich aus dem Beschluss über die jeweiligen Einzelwirtschaftspläne, diese Verpflichtung geht erst mit der grundbuchlichen Eigentumsüberschreibung auf den Erwerber über.

Beispiel:
Grundbucheintrag 01.07
Hausgeld nach WP - 200,- Euro mtl.
Verkäufer zahlt bis Juni, Käufer zahlt ab Juli
Zahlt Verkäufer nicht oder unvollständig muss Verwalter notfalls per Gericht beitreiben, ist keine Beitreibung möglich, muss die offene Forderung von allen Eigt. anteilig beglichen werden.

Hier nachzulesen :
http://fibucom.com/index.php?option=com ... &Itemid=75
Wer nicht bereit ist für sein Recht als Eigentümer einzutreten , sollte besser zur Miete wohnen

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