Beschluss - wie zügig durchführen/umsetzen?

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Murmele
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Beschluss - wie zügig durchführen/umsetzen?

Beitrag von Murmele » 29.06.09, 19:11

Hallo,

mich beschäftigt momentan folgende Frage. Meine Frau ist inzwischen hohen Grades schwerbehindert eingestuft, kann sich nur unsicher mit dem Rollator auf kurzen Strecken bewegen. Nun wurde auf meinen Antrag hin, bei der ET-Versammlung der Beschluss gefasst, unseren Hauseingang behindertengerecht umzubauen, was, wenn man es richtig machen will, auch mit etwas Aufwand und Kosten verbunden ist. Dies ist ein für uns sehr wichtiger Beschluss, der nun auch entsprechend zügig vom Verwalter durchgeführt/umgesetzt werden sollte, da meine Frau ohne fremde Hilfe nicht einmal das Haus verlassen kann.. Schon im Vorfeld der ET-Versammlung bat ich den Verwalter, in dieser Sache schon mal tätig zu werden (Besichtigung mit Firmen, evtl. schon Kostenangebote usw.) Der Verwalter unternahm bisher fast nichts, ausser mir seine Ideenlosigkeit mitzuteilen. Der Beschluss ist inzwischen 7 Wochen alt, passiert ist bis jetzt überhaupt nichts! Nun habe ich dem Verwalter und dem Beirat per Schriftstück eine Frist von 3 Wochen gestellt, in dieser Sache endlich tätig zu werden.
Wie kann man einen Verwalter "zwingen" einen solchen doch eher wichtigen und dringenden Beschluss durchführen zu lassen? Der Verwalter ist in der Durchführung von Beschlüssen sonst auch eher sehr langatmig, es gibt noch Beschlüsse aus vergangenen Jahren zum umsetzen, die aber weniger wichtig wären.
Vielleicht kann man mir hier weiterhelfen?

Vielen Dank mal im voraus!

Viele Grüße, Murmele

Thorsten D.
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Beitrag von Thorsten D. » 29.06.09, 22:29

Du hast nette Eigentümer als Nachbarn, stimmen einem Umbau zu, zahlen denke ich auch anteilig die Kosten.

Natürlich soll der Verwalter einen Beschluss unverzüglich umsetzen und nicht erst am Sanktnimmerleinstag, nur wenn ich sehe der V. kommt nicht zu gange dann rede ich mit dem Beirat und man wird selbst aktiv. Holt ein oder zwei Angebote ein, geht mit Beirat zum V. und sagt ihm er soll sich eine Firma aussuchen, oder die nimmst du jetzt, und mach den Auftrag fertig.

Obiges unter der Voraussetzung dass nur beschlossen wurde den Hauseingang umzubauen, ohne Benennung von in Frage kommenden Firmen und ohne einen Finanzrahmen
Wer nicht bereit ist für sein Recht als Eigentümer einzutreten , sollte besser zur Miete wohnen

Murmele
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Beitrag von Murmele » 29.06.09, 23:07

Naja, es ist wohl eher dem Glück,vor allem aber der Unwissentheit des Verwalters zu verdanken. Dieser ist schon zu oft in der Vergangenheit nicht in der Lage gewesen, Beschlüsse so zu formulieren, daß diese zweifelsfrei sind. So ist auch dieser Beschluss formuliert , ohne jegliche Angabe von Kosten o.ä. Dabei hat er im Vorfeld der Versammlung, also vor dieser Beschlussfassung genügend Zeit gehabt, konkrete Vorschläge zum Umbau mit Kostenschätzungen einzuholen.
Dies macht der Verwalter fast ständig so, ist eben bei diesem Verwalter so möglich, obwohl ich seit Jahren diese Vorgehensweise immer wieder verurteile. Aber eben die Mehrheit der eher älteren Generation sehen dies anders. Dieser Beschluss ist meines Wissens nicht angefochten wurden, und hat somit Bestand. Darin ist nur formuliert, entweder eine Rampe zu installieren/bauen oder behindertengerecht umzubauen, da ein Hauptzugangsweg zu nahe an der betreffenden Hauseingangstüre liegt, eine Rampe allein in den Weg hineinragt und andere Mitbewohner dann behindert. Also muss mit großer Wahrscheinlichkeit auch dieser Weg um ca. 0,50 m verlegt werden. Ist problemlos möglich (Wiese-Gemeinschaftsgrund). Aber ich als einzelner Eigentümer, vor allem aber als Betroffener, kann Firmen holen und beauftragen, und anschaffen, zahlen tut ja die Gemeinschaft und evtl. mit Zuschuss von der Pflegekasse o.ä. mit Fördergeldern? Der Beschluss wäre ja da, aber diesen Auftrag anzuschaffen, hätte ich meine Zweifel. Leider ist meine Frau dabei die Leidtragende. Als Beirat ist nur eine Person tätig, die Hand in Hand mit dem Verwalter schafft, aber am wenigsten zugunsten der Gemeinschaft. Es macht keinen Sinn, an diese Person heranzutreten, ist für mich keinesfalls eine Vertrauensperson. Ich habe Sie nur mitinformiert über die Fristsetzung gegenüber dem Verwalter, da ja der Beirat mit in der Pflicht steht, Beschlüsse umzusetzen. Ich werde mich morgen beim AG informieren, daß dieser Beschluss wirklich nicht angefochten wurdet, dann 1-2 Firmen kontaktieren, und die Sache hier vor Ort von denen anschauen lassen, mit evtl. Angeboten! Ich habe dem Verwalter wirklich schon viel Unterstützung in dieser Angelegenheit gegeben, mit Fotos und konkreten, eigenen Vorschlägen zugearbeitet, aber von Ihm kommen keine oder nur eher d......Antworten. Leider!
Dann ein gutes Nächtle, Murmele

RENE.S
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Beitrag von RENE.S » 02.07.09, 14:02

Hallo Murmele,

Die Rechtsprechung gibt dem Verwalter die Vorgabe, die Beschlüsse umgehend, d.h. ohne schuldhaftes Zögern, umzusetzen. Die Dauer von 7 Wochen scheint auch mir etwas lang ( wenn seit Beschluss noch nichts getan wurde ).
Ich setze derartige Beschlüsse ( besonders wenn die Formulierung nicht zweifelsfrei ist ) erst eine Woche nach Ablauf der Anfechtungsfrist um, bereite aber bereits die Umsetzung vor.
Zu deiner Bemerkung von zweifelsfreien Beschlüssen sei gesagt, dass fast immer wenn der Beschluss nicht konkret ( Beschlussgegenstand, Kosten, Finanzierung, Kostenverteilung u.ä.) ist, ein Anfechtungsrisiko besteht.
An der von Thorsten angedachten Lösung in Eigeninitiative habe ich so meine Zweifel, ob dies rechtlich haltbar ist.
Die Gemeinschaft sollte m.A. über einen Verwalterwechsel nachdenken.

lg. RENE.S.
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Edelmieter
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Beitrag von Edelmieter » 02.07.09, 16:02

RENE.S hat geschrieben:Ich setze derartige Beschlüsse ( besonders wenn die Formulierung nicht zweifelsfrei ist ) erst eine Woche nach Ablauf der Anfechtungsfrist um, bereite aber bereits die Umsetzung vor.
Das ist zwar rechtswidrig (auch wenn man nicht in der Lage ist, Beschlussanträge zweifelsfrei zu formulieren), wie selbst beschrieben, trotzdem prima. Aber wem hilft das hier im Forum nun weiter?

RENE.S
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Beitrag von RENE.S » 02.07.09, 16:14

Hallo und guten Tag,

eigentlich wollte ich mit meinem Beitrag nur eine eventuelle längere Umsetzungszeit als Möglichkeit in Betracht ziehen.

Zu dem Formulieren von Beschlüssen sei gesagt, dass mitunter die Eigentümer dem Beschlussvorschlag des Verwalters nicht immer folgen. Ferner gibt es in einigen Gemeinschaften Eigentümer die geradezu darauf warten, dem Verwalter zu beweisen, dass sie deutlich mehr von Wohneigentumsverwaltung verstehen als er. Meine Aussage bezog sich nur auf diese Gemeinschaften ( sorry, hatte ich nicht hinzugefügt)
Mir erspart es bei solchen Gemeinschaften viel Zeit und Aufwand. Und die Umsetzung (beispielsweise Beauftragung nach 5 Wochen) scheint mir noch im akzeptablen Bereich.

lg RENE.S.
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Thorsten D.
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Beitrag von Thorsten D. » 02.07.09, 17:27

Mit Eigeninitative war nicht gemeint selbst eine Firma beauftragen, das wäre fatal.
Aber zum Verwalter gehen und Angebote auf den Tisch legen und sagen so guter Mann, mach mal hin ist sicher eine Lösung, natürlich vorbehaltlich der von mir erwähnten Beschlussfassung.

Wir, ich, machen das bei uns auch nicht anders. Wenn Schäden oder Kleinigkeiten auftreten werden wir selbst aktiv und geben dann dem V. Bescheid damit der Auftrag erteilt wird.
Erspart dem V. Zeit und uns Kosten
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Edelmieter
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Beitrag von Edelmieter » 02.07.09, 17:48

RENE.S hat geschrieben:Hallo und guten Tag,

eigentlich wollte ich mit meinem Beitrag nur eine eventuelle längere Umsetzungszeit als Möglichkeit in Betracht ziehen.
Schon klar, das kann im Einzelfall durchaus möglich sein.
RENE.S hat geschrieben:Zu dem Formulieren von Beschlüssen sei gesagt, dass mitunter die Eigentümer dem Beschlussvorschlag des Verwalters nicht immer folgen. Ferner gibt es in einigen Gemeinschaften Eigentümer die geradezu darauf warten, dem Verwalter zu beweisen, dass sie deutlich mehr von Wohneigentumsverwaltung verstehen als er.
Schon klar. Was ich nun nicht verstehe: Wenn die Eigentümer, welche meinen mehr von Wohnungseigentumsverwaltung zu verstehen als ein (ich hoffe doch guter) WE-Verwalter, diesen dazu bringen, einen nicht zweifelsfrei formulierten Beschluss zu verkünden, warum setzt der (ich hoffe doch gute) WE-Verwalter diesen dann nicht unverzüglich, sondern erst nach Ablauf der Anfechtungsfrist um? Oder genauer: Wie wird nach Ablauf der Anfechtungsfrist aus einer zweifelhaften Formulierung eine eindeutige?

Wohni
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Beitrag von Wohni » 02.07.09, 18:00

Murmele,

man könnte die Beschlusslage auch dahingehend interpretieren, dass eine (welche?) Mehrheit grundsätzlich mit einem Behinderten gerechten Umbau einverstanden ist.

Der Verwalter macht sich also jetzt erst mal Gedanken, holt Kostenvoranschläge ein oder führt eine Ausschreibung durch, damit die Eigentümerversammlung beim nächsten Mal eine Entscheidungsgrundlage hat, welche Firma zu welchem Preis den Auftrag erhalten soll.

Oder habt ihr auch schon über Kosten entschieden und ob aus der Instandhaltungsrücklage oder per Sonderumlage finanziert werden soll?
(Denn wenn der Auftrag vergeben wird, muss ja auch das Finanzielle klar sein.)

Unseren Verwalter hier möchte ich jedenfalls nicht so ohne Leine laufen sehen.....

MfG
Wohni

Murmele
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Beitrag von Murmele » 02.07.09, 18:25

Hallo,
nun kann ich inzwischen genauere Angaben zu dem Vorgang machen. Also, 2 Monate vor der jährl. ET-Versammlung, bat ich den Verwalter, sich die Sache anzuschauen, ggfs. mit Fachleuten, um bis zur Versammlung schon ein Konzept vorlegen zu können mit Kostenschätzung. Dazu war der Verwalter nicht in der Lage ( wie meistens!) . In der Versammlung nun das Thema auf dem Tisch, man diskutierte kurz und fasste dann den schlecht formulierten Beschluss, entweder eine Rampe anzubauen oder richtig behindertengerecht umzubauen. Es ist in meinen Augen eigentlich eine Lapalie, da es um einen Höhenunterschied von 25 cm geht, der mit dem Weg eben irgendwie vereinbart oder angeglichen werden sollte, da trotz Rollator, meine Frau diese Hürde mit Ihren extremen Schwierigkeiten des Standes / Ganges mit dem Gleichgewicht hat. Vorgestern nun, war der Verwalter und der eine Beirat, ohne jegliche Voranmeldung oder Terminabsprache, hier in der Wohnanlage, um andere Sachen abzuklären und anzuschauen. Zufällig kam ich gerade zur Wohnung, und habe den Typen gleich darauf angesprochen. Wir diskutierten nun direkt vor Ort und er ist der Meinung, man läßt nun dieses "Podest", neu und größer bauen und der Weg wird zu diesem Podest in der Höhe jew. angeglichen, also ansteigend und abfallend. Dabei ist man sich noch nicht einige geworden, ob man die "behindertengerechten" Bauvorschriften einhalten will und dies mit max. 6 % Gefälle geschieht ( längergezogene Steigung/Gefälle)oder einfach so üben den Daumen 0815 anpasst. Da zur gleichen Zeit gerade an anderer Stelle eine kleine Baufirma tätig war (z. B. auch Pflasterarbeiten -ohne bestehenden Beschluss durchführt!), sprachen wir mit deren Chef und er will nun jetzt erst! ein Kostenangebot erstellen und abgeben! Nun sind inzwischen fast 4 Monate vergangen, knapp 2 Monate nach Beschluss. Fest steht, in den nächsten 4-6 Wochen passiert mal nichts, da es bei dieser Baufirma momentan in die Auftragslage nicht rein passt! So einen Verwalter kann man doch nur in die Wüste schicken.....Sorry, aber so einfach ist dies nicht. Seit 5 Jahren versuchen wir dies, eine Minderheit, die Mehrheit steht fest hinter ihm. Er hat sogar schon einige, für den Verwalter vernichtende Prozesse verloren(Beschlussanfechtungen), trotzdem hat er noch eine genügende Mehrheit, ohne hier zu nennen, welche Generation dies ist. :lol: . Der Typ bekommt einfachste ordnungsgemäße Verwaltung nicht auf die Reihe, hat dies mehrfach vom Gericht schriftlich bekommen (Urteile). Trotzdem müssen wir nun wieder bis mind. Ende 2010 mit Ihm leben. Leider!!! So kann Demokratie auch ausschauen!
Viele Grüße, Murmele

RENE.S
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Beitrag von RENE.S » 02.07.09, 18:42

@ Edelmieter - Zitat - Schon klar. Was ich nun nicht verstehe: Wenn die Eigentümer, welche meinen mehr von Wohnungseigentumsverwaltung zu verstehen als ein (ich hoffe doch guter) WE-Verwalter, diesen dazu bringen, einen nicht zweifelsfrei formulierten Beschluss zu verkünden, warum setzt der (ich hoffe doch gute) WE-Verwalter diesen dann nicht unverzüglich, sondern erst nach Ablauf der Anfechtungsfrist um? Oder genauer: Wie wird nach Ablauf der Anfechtungsfrist aus einer zweifelhaften Formulierung eine eindeutige?[/quote]


Hallo Edelmieter,
das mit der Beschlussverkündung ist schon so eine Sache für sich: in Sekunden zu entscheiden, ob er überhaupt rechtens ist oder angefochten werden kann. Am liebsten würde ich alle Beschlüsse unter den entsprechenden Vorbehalt stellen, damit ich nicht in eine eventuelle Kostenfalle laufe - die Rechtsprechung ist nach der WEG-Reform noch in vollem Gange -.
Ich habe beim Abwarten von Beschlussumsetzungen nicht von Kleinigkeiten gesprochen, aber bei Maßnahmen ab ca. 5.000 € ( z.B. Umbau einer Eingangsanlage) gehe ich das Risiko eines eventuellen Rückbaus oder die Einstellung der Baumaßnahme wegen einer Beschlussanfechtung nicht ein.

Beschlüsse werden durch Abwarten nicht besser, mir sind eindeutige Beschlüsse (was genau, wer, wann, wieviel, wer bezahlt) lieber, da dürfen eigentlich keine Fehler passieren. Wenn aber wenn die Umsetzung Interpretationsspielraum auf Grund der Formulierung lässt, entfällt zumindest das Anfechtungsrisiko.

lg. RENE.S.

ps. Ich mag Deine Beiträge, auch wenn sie manchmal etwas praxisfern erscheinen.
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Beitrag von Edelmieter » 02.07.09, 18:53

Murmele hat geschrieben:Hallo,
nun kann ich inzwischen genauere Angaben zu dem Vorgang machen. Also, 2 Monate vor der jährl. ET-Versammlung, bat ich den Verwalter, sich die Sache anzuschauen, ggfs. mit Fachleuten, um bis zur Versammlung schon ein Konzept vorlegen zu können mit Kostenschätzung. Dazu war der Verwalter nicht in der Lage ( wie meistens!) .
Das Problem eines jeden Verwalters ist nun einmal, dass die Vorbereitung solch einer Maßnahme unter Umständen mit Kosten verbunden ist, welche der Verwalter möglicherweise aus dem Gemeinschaftskonto begleicht. Dann findet die Eigentümerversammung statt. Die Eigentümer sagen möglicherweise, was haben wir mit Murmeles behinderter Frau zu tun, wir machen hier nichts, mit den entstandenen Kosten haben wir nichts zu tun. Dann bleibt der Verwalter auf diesen Kosten sitzen. Deshalb wird kein halbwegs sachkundiger Verwalter so verfahren, wie es aus den Individualinteressen einzelner Eigentümer optimal wäre.
Murmele hat geschrieben:So einen Verwalter kann man doch nur in die Wüste schicken......Sorry, aber so einfach ist dies nicht. Seit 5 Jahren versuchen wir dies, eine Minderheit, die Mehrheit steht fest hinter ihm.
Das Problem, ist hier, dass Grundprinzip der ordnungsgemäßen Verwaltung Mehrheitsbeschlüsse vorsieht. Und die Mehrheit ist offensichtlich anderer Meinung. Dies muss man akzeptieren, wenn man ein solches System per Vertragsabschluss als gültig anerkannt hat.
Murmele hat geschrieben: Er hat sogar schon einige, für den Verwalter vernichtende Prozesse verloren(Beschlussanfechtungen), trotzdem hat er noch eine genügende Mehrheit,
In der Regel verliert die Eigentümergemeinschaft, möglicherweise vernichtende Prozesse, wenn es sich um Beschlussanfechtungen handelt. Denn Beschlüsse fassen nun einmal die Eigentümer, nicht der Verwalter.
Murmele hat geschrieben:Der Typ bekommt einfachste ordnungsgemäße Verwaltung nicht auf die Reihe, hat dies mehrfach vom Gericht schriftlich bekommen (Urteile).

Dann sollte man auf gerichtliche Abberufung klagen. Bei einer solchen Niete benötigt man nicht einmal die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft.

Murmele hat geschrieben:trotzdem hat er noch eine genügende Mehrheit, ohne hier zu nennen, welche Generation dies ist.
Ich weiss zwar nicht um welche Generation es sich handelt, dass spielt aber auch keine Rolle, denn die Möglichkeiten, die Sie haben und Ihnen jetzt nennen werde, gelten für alle Generationen:

1. Die berechtigten Interessen gerichtlich durchsetzen. Das ist die schlechte Variante.

2. Die Eigentümer argumentativ überzeugen. Dies funktioniert aber nicht in der Versammlung, da derartige Themen viel zu komplex für eine 2 - 3stündige Eigentümerversammlung sind. Helfen können hier nur sachliche Einzelgespräche mit allen zu überzeugenden Eigentümern. Dabei gilt das Sprichwort: Steter Tropfen hölt den Stein.

Wenn Variante 2 nicht funktioniert bleibt nur die Variante 1.

Murmele
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Beitrag von Murmele » 02.07.09, 18:56

Hallo,

also, die Beschlussanfechtungsfrist habe ich ja noch eher stillschweigend abgewartet, aber der Verwalter hatte ja schon im Vorfeld genügend Zeit, konkrete Vorschläge erstellen zu lassen, mit Kostenschätzung, diese dann im Mai auf der ET-Versammlung vorzustellen, auszudiskutieren und dann einen eindeutig formulierten Beschluss zu fassen. Dazu war dieser Verwalter noch nie in der Lage, daher auch jährl. Prozesse und jede Menge Prozesskosten. Leider hat dies eben die wichtige Mehrheit noch nicht erkannt. Darum ist seit Jahren alles viel zu schwer hier, Beschlüsse umzusetzen, da es der Verwalter scheinbar nie gelernt hat. Dies ist nur eine seiner vielen Schwächen. Dies hier alles aufzuzählen, wäre ein Buch! Dies passt auch gar nicht mehr zum Thema. Nun muss ich eben warten, bis Kostenvoranschäge vorliegen, damit ich diesen zum Antrag an die Pflegekasse und zum MRT (med. Dienst), wegen evtl. Fördergelderzufügen kann. Wenn der Verwalter mit der Umsetzung dann auch so lange wartet, wie die Bearbeitung der evt. Fördergelder dauert, dann wird es wohl erst nächstes Jahr. Darum wollte ich eben wissen, ob es Möglichkeiten gibt, diesen Beschluss schnell durchführen zu lassen. Dies ist scheinbar wirklich schwer!
Trotzdem vielen Dank für Eure Antworten und Euer Verständnis für meine Ausschweifungen in Sachen nicht ordnungsgemäßer Verwaltung!

Viele Grüße, Murmele

Murmele
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Beitrag von Murmele » 02.07.09, 19:10

Hallo,

Danke "Edelmieter". Ich gebe Dir in den meisten Punkten schon recht, und mit dem "reden" haben wir schon alles versucht. Dies funktioniert stellenweise ganz gut, aber im entscheidenden Moment, der "Wahl des Verwalter" oder der "weiteren Bestellung des Verwalters", knicken dann eben einige ein und man hat Ihn somit weiterhin. Wie schwer es ist, einen Verwalter gerichtlich abzusetzen, habe ich schon viel gelesen. Dazu braucht es schon beinahe richtige Kriminalität nicht nur Unfähigkeit in Sachen Verwaltung. Diese Erfahrung mußte ich auch schon bei diversen Gerichts- und RA-Terminen machen. Er stand schon 2-3 mal direkt am Abgrund, aber es hat nie ganz gereicht. Glaub mir, dies ist ein schwieriges Unterfangen. Da spreche ich aus mind. 5 Jahren Erfahrung. Aber ich lasse nicht locker. Nun sind wir aber wirklich weg vom Thema.
Aber ich bin froh, wie ganz am Anfang auch erwähnt, daß dieser Beschluss nun so "ungenügend formuliert" gefasst wurde, nicht angefochten wurde und nun auch irgendwann umgesetzt werden sollte, egal was es kostet! Dieser Beschluss ist eben Gott sei Dank, so gefasst!

Einen schönen Abend noch, ich muß mich um meine Frau kümmern, ist wichtiger!

Viele Grüße, Murmele

Edelmieter
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Beitrag von Edelmieter » 02.07.09, 19:17

RENE.S hat geschrieben:Hallo Edelmieter,
das mit der Beschlussverkündung ist schon so eine Sache für sich: in Sekunden zu entscheiden, ob er überhaupt rechtens ist oder angefochten werden kann.
Das ist sicher nicht immer einfach, hängt aber auch von der Vorbereitung der Versammlung ab.
RENE.S hat geschrieben:Am liebsten würde ich alle Beschlüsse unter den entsprechenden Vorbehalt stellen, damit ich nicht in eine eventuelle Kostenfalle laufe - die Rechtsprechung ist nach der WEG-Reform noch in vollem Gange -.
Das es einmal bei Beschluss möglicherweise Probleme bei der Formulierung gibt und dieser aus Verwaltersicht unter Vorbehalt gestellt werden sollte, kann man sicher nicht ausschließen. Wenn dies für alle Beschlüsse gelten soll, liegt der Hund aber woanders begraben. Entweder handelt es sich um eine schlechte Vorbereitung der Versammlung oder um ein Streithaus. Beide Fälle lassen sich nicht verallgemeinern.

RENE.S hat geschrieben:Ich habe beim Abwarten von Beschlussumsetzungen nicht von Kleinigkeiten gesprochen, aber bei Maßnahmen ab ca. 5.000 € ( z.B. Umbau einer Eingangsanlage) gehe ich das Risiko eines eventuellen Rückbaus oder die Einstellung der Baumaßnahme wegen einer Beschlussanfechtung nicht ein.

Beschlüsse werden durch Abwarten nicht besser, mir sind eindeutige Beschlüsse (was genau, wer, wann, wieviel, wer bezahlt) lieber, da dürfen eigentlich keine Fehler passieren. Wenn aber wenn die Umsetzung Interpretationsspielraum auf Grund der Formulierung lässt, entfällt zumindest das Anfechtungsrisiko.
Ich habe meiner Zweifel, dass man so der Kostenfalle aus Verwaltersicht aufgrund der erweiterten Verwalterhaftung nach der WEG-Reform auf Dauer entgeht.

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